Freitag, 4. Dezember 2020

Paul Herrmann: Von der Finsternis ins Licht (Rezension)

Die bunte Welt der nordischen Mythen.
Die Sagen und Märchen der Nordgermanen sind voll von bekannten Namen: Odin, Thor oder Loki sind Charaktere, die uns vertraut sind. Doch was genau hat es mit ihrer Geschichte auf sich? Paul Herrmann eröffnet die vielschichtige Welt der nordischen Mythen und lädt ein auf eine Reise in einen Sagenschatz voller Götter und Göttinnen, Elfen und Geister.
Ein fundierter, leicht verständlicher Einblick in die Welt der Götter von Walhall
Mythen und Sagen haben mich immer schon interessiert und auch heute noch haben sie nichts an ihrer Faszination verloren. 
In der griechischen Sagenwelt bin ich gut bewandert, mein Wissen über die nordische Mythologie ist (oder besser gesagt war) begrenzt.

Donnerstag, 3. Dezember 2020

Amandara M. Schulzke (Hrsg): Wir sind die Bunten (Rezension)

Kämpft mit uns gegen die grauen Herren und Aluhutträger! Haltet die Banner hoch für Jubel, Trubel, Heiterkeit! Auf dass der Goldberg in Selb an jedem zweiten Septemberwochenende erbeben möge! Dudelsäcke, Trommeln, epische Gesänge und feiner Harfenklang ertönen. Kunterbunt, international und familiär lustwandeln tausende Fans und Mitstreiter auf dem größten europäischen Mittelalterkulturfestival: dem Festival-Mediaval. Unsere Schriftkundigen trafen Zeitreisende, Räuber, feige Wikinger, Walküren, Drachen und Dämonen. Sie erzählen ihre Geschichten vom Überleben der Phantasie, von der Liebe des Anfangs und des Endes und von allem dazwischen.
Eine Frage, die sich natürlich stellt, bevor man das Buch liest: Muss man das Festival Mediaval kennen? 
Ich habe die Frage für mich beantwortet und obwohl ich das Festival nicht kenne, habe ich diese Anthologie gelesen. Nun ja, vielleicht ist der Lesespaß größer, wenn man das Festival kennt, aber ich kann nicht sagen, dass ich die Geschichten nicht verstanden habe.
Wir sind die Bunten mag sich vorrangig an Festivalbesucher richten, aber jeder der sich für Fantasy, (Pseudo)Mittelalter, (Live)Rollenspiel und Ähnliches begeistert, wird seine Freude an der Anthologie haben. 
Das Festival spielt eine Rolle, aber die Geschichten sind so vielseitig, da ist für jeden etwas dabei: Magie, Außerirdische, zeitreisen, Hexen und Dämonen ... und eine Menge bekannter Autoren wie Ju Honisch, Tommy Krappweis oder Bernhard Hennen. 
Und so vielseitig wie ein Mittelalterfestival sein kann so vielfältig sind auch die Geschichten. 
Natürlich kann man auch über diese Anthologie das sagen, was für die meisten Kurzgeschichtensammlungen zutrifft: Nicht jede Geschichte gefällt, aber die Geschmäcker sind unterschiedlich und so dürfte für jeden etwas dabei sein.

Wir sind die Bunten ist wirklich bunt, mal unterhaltsam, mal langweilig. Manchmal wünschte man das Festival zu kennen, manchmal ist der Bezug zum Mediaval eher gering. 
Aber ... es ist ein kurzweiliges Lesevergnügen für alle die Kurzgeschichten mögen und sich gerne in eine andere Zeit (und das kann auch die Erinnerung an vergangene Festivaltage sein) versetzen lassen. 

Mittwoch, 2. Dezember 2020

Dirk Husemann: Die Romanfabrik von Paris (rezension)

Paris 1850. In der Romanfabrik von Alexandre Dumas schreiben siebzig Angestellte die beliebten Folgen von Die drei Musketiere und Der Graf von Monte Christo, die als Fortsetzungsgeschichten die Zeitungsleser begeistern. Doch im jüngsten Werk ist etwas faul zwischen den Zeilen, denn es ist gespickt mit Staatsgeheimnissen. Um seinen Ruf zu retten, muss sich Dumas ausgerechnet mit seiner größten Kritikerin verbünden: der deutschen Lehrerin Anna Moll, die ihn wegen freizügiger Texte angezeigt hat.
Ich mag die Bücher von Alexandre Dumas und ich bin froh, dass es sich bei dem Alexandre in DIE ROMANFABRIK VON PARIS um einen etwas fiktiven Charakter handelt, der zwar wie Dumas aussieht, aber Dinge macht, die der reale Dumas nie getan hat.
Aber wenn ich ein realistisches buch über den Autoren lesen wollte würde ich mir eine Biografie suchen. 
So aber bekomme ich einen historischen Abenteurroman mit (mehr oder weniger) historisch belegten Personen und darf mit Alexandre und Anna über den europäischen Kontinent reisen und nebenbei einiges über die Probleme die Farbige (Dumas) und körperlich eingeschränkte Personen (Anna) in der damaligen Zeit erfahren. 
Dirk Husemann, nebenbei noch Archäologe und Wissenschaftsjournalist, weiß wie er seinen Leser bei der Stange hält. "Exotische" Schauplätze (den englischen Königspalast, Sankt Petersburg ...), mehr oder weniger liebenswerte Protagonisten und ein scheinbar übermächtiger (und doch bemittleidenswerter) Gegenspieler sorgen für gute Unterhaltung. Und auch an Kraftausdrücken kann der Leser noch einiges lernen. 

Historische Fakten gemischt mit künstlerischen Freiheiten (ohne unglaubwürdig zu wirken), gemischt mit dem ein oder anderen Augenzwinkern ... Freunde historischer Romane werden ihre Freude haben. Und wer eine schwülstige Liebesgeschichte erwartet, der sollte vielleicht doch zu einem weniger authentischen historischen Liebesroman greifen, Kitsch bietet die Romanfabrik nicht.