Donnerstag, 19. März 2026

Helena Marchmont: Schatten über Hallwood Hall (Hörbuch) (Rezension)

Alfie McAlister nimmt an einem Schreibkurs in dem abgelegenen Herrenhaus Hallwood Hall teil - dem Ort, an dem er einst einen verschollenen Oscar-Wilde-Text entdeckte. Was als literarische Auszeit beginnt, entwickelt sich bald zu einem undurchsichtigen Spiel: Eine Teilnehmerin verschwindet spurlos und die Atmosphäre wird zunehmend unheimlicher. Alfie beginnt zu zweifeln, ob wirklich jeder den Kurs aus rein kreativen Gründen besucht. Je näher er der Wahrheit kommt, desto riskanter wird es - denn plötzlich schwebt er selbst in tödlicher Gefahr ...
Schatten über Hallwood Hall ist der 20. Teil der amüsanten CosyCrime-Reihe BUNBURRY - EIN IDYLL ZUM STERBEN. Hallwood Hall war bereits Schauplatz von Teil 15 (siehe hier), aber seit dem hat sich einiges verändert. Aber es ist amüsant, wenn sich Alfie an die damalige Zeit zurück erinnert oder einer der anderen Schreibkursteilnehmer mit fast morbider Faszination auf das Verbrechen hindeutet. In meinen Augen ist SCHATTEN ÜBER HALLWOOD HALL einer der besten Folgen der Serie, über das ich nur wenig meckern kann. Ein bisschen nervt das hin und her zwischen Alfie und Emma ... das sind teilweise schon sehr merkwürdige Gedankengänge, auf die man auch verzichten könnte. Und so spannend die Geschichte auch wird, am Anfang lässt sie sich viel Zeit, was aber alles andere als langweilig ist. Ich mag so was, aber was ich kritisieren will ist die Kürze des (Hör)Buchs. Ja, ich kann mir denken, dass es in das Reihenkorsett gepresst werden muss, aber ich hätte mir gerne mehr Zeit für alles gewünscht. Mehr Vorgeplänkel, mehr Ermittlungen (sofern man davon sprechen kann) und mehr Hintergrund ... so ist das ganze zwar immer noch unterhaltsam (und wie gesagt einer der besten Teile der Serie), aber einfach zu kurz. Die Charaktere werden gut eingeführt und dargestellt ... und ich wurde zumindest auf eine (mehrere sogar, aber das behalte ich lieber für mich) falsche Spur gelenkt, was das Mordopfer anbelangte, da lag ich vollkommen daneben (obwohl ... so ganz weit hergeholt war es nicht, aber mehr will ich nicht verraten, das wäre ein Spoiler, der nicht sein muss). Fans von Bunburry werden nicht enttäuscht werden. Es lohnt sich. Alle anderen ... warum sollte man mit Teil 20 in einer Serie einsteigen?
Ach ja ... ich habe bisher von Bunburry nur die Hörbücher gehört, anders würde ich es gar nicht haben wollen. Keine Ahnung wie sich die gedruckte Version lesen würde, aber es macht Spaß Uve Teschner zu lauschen. Seine Marge und Liz ... köstlich.

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Mittwoch, 18. März 2026

Ellen Barksdale: Tee? Kaffee? Mord! - Der verstummte Reporter (Hörbuch)(Rezension)

Nathalie und ihre Freunde können es kaum erwarten: Sie sind kurz davor, die Zerstörung des Naturschutzgebietes bei Earlsraven zu verhindern. Dazu brauchen sie wichtige Informationen, die ihnen eine anonyme Quelle zuspielen will. Doch dann der Schock: Während der Radiosendung, in der alles live enthüllt werden sollte, wird der Journalist Brian Burkoff erschossen! Nathalie und Louise machen sich gemeinsam mit dem Raven-Team auf die Suche nach Brians Mörder und nach dem unbekannten Informanten - und erhalten dabei Hilfe von gänzlich unerwarteter Seite ...
Irgendwie wird es nicht langweilig und nach wie vor ist es unterhaltsam und sehr entspannend, Vera Teltz zuzuhören. Sie schafft es, dass man direkt in die Geschichte eintaucht, und vergisst, dass es kein Hörspiel, sondern ein Hörbuch ist. Großartig, das muss man schon sagen. Das Buch selbst ... eigentlich wie immer. Nur ... die Geschichte mit dem Milliardär und seinem Bauvorhaben im Naturschutzgebiet wird zu einem Ende gebracht (wurde aber auch Zeit, auch wenn sich wohl eine neue über mehrere Bände ziehende Geschichte anbahnt) und ein Charakter aus den früheren Enden taucht auf (und man darf sich wohl auch fragen, warum jemand seit Wochen in Earlsraven ist und sich nicht bei seinen Freunden meldet ... das hätte man anders lösen können, es sei denn ... es steckt mehr dahinter ... das muss sich aber erst noch zeigen). Spannend? Ein bisschen (ist aber auch egal). Witzig? Auf jeden Fall (Man darf sich nur nicht vor Geistern fürchten). Unterhaltsam? Wie immer ... das Schema bewährt sich und auch die Kürze, die vielleicht auch dafür sorgt, dass es nie langweilig wird und langatmige Szenen nicht vorhanden sind. Ach ja.... Realismus? Nun ja... es handelt sich um einen CosyKrimi, was erwartet man also? Gute Unterhaltung, was geboten wird und eine gute Sprecherin (wenn es sich um ein Hörbuch handelt und ... ja, ich wiederhole mich gerne, ich bin ein kleiner Fanboy..., Vera Teltz ist einfach hervorragend). Realismus bekommt man in der Tagesschau.
Ach ja ... DER VERSTUMMTE REPORTER ist bereits Teil 34 der Serie Tee? Kaffee? Mord!

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Dienstag, 17. März 2026

Dolores Redondo: Der nächtliche Besucher (Rezension)

Das Tal der geheimen Gräber: ein Schauplatz voller Mythen und Legenden - Hochspannung bis zur letzten Seite!
Der rätselhafte Tod eines Babys führt Inspectora Amaia Salazar erneut ins beschauliche Baztán-Tal am Fuß der Pyrenäen. Für die Urgroßmutter des Kindes steht der Täter fest: Inguma, ein mythologisches Wesen, das schlafenden Kindern den Atem raubt. Amaia Salazar dagegen überführt den Vater, der seine eigene Tochter im Schlaf erstickt hat. Doch damit ist der Fall noch lange nicht abgeschlossen, denn die Ermittlerin stößt auf weitere ungeklärte Kindstode, die sich in der Gegend zu häufen scheinen ...

DER NÄCHTLICHE BESUCHER ist der dritte Teil der spannenden Baztan-Trilogie. Und man kann ihn wirklich als krönend bezeichnen, auch wenn man am Ende auch das Gefühl bekommt, dass die Geschichte um Amaia Salazar noch nicht beendet ist (was sie ja auch nicht ist, so ganz kann die Autorin von der Inspectora nicht abschließen). Mystisch erscheint die Geschichte, in der Wesen der baskischen Sagenwelt ihr Unwesen zu treiben scheinen. Mehr noch als im ersten Teil (DAS ECHO DUNKLER TAGE) spielen die Mythen eine Rolle und sorgen für eine bedrückende Atmosphäre. Hinzu kommt noch die realistische Darstellung von Salazars Ermittlungsarbeit und ... da geht es durchaus heftig zu. Amaia steht zwischen zwei Männern, ein Mord erschüttert selbst den Leser (vor allem, weil er so unerwartet kommt) und natürlich geistert Amaias Mutter bedrohlich durch die Nachbarschaft. Es passiert viel und doch schafft es Redondo die Geschichte im Baztan-Tal zu einem befriedigenden Ende zu bringen. Nichts für schwache Nerven, aber ein Highlight für jeden Thrillerfan. Der nächtliche Besucher ist (nebenbei bemerkt) der "Inguma". Der Dämon, der sich nachts auf die Brust seiner Opfer setzt und ihnen den Atem nimmt. Das Finale der Reihe bringt Stränge zusammen und verknüpft offene Enden, nur um dann mit einem kleinen Telefonat den Leser mit der Frage zurück zulassen: Was kommt jetzt?
Aber das mag erlaubt sein, in diesem fast perfekten Thriller.

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Montag, 16. März 2026

Jørn Lier Horst/Jan-Erik Fjell: Hörst du den Schrei

Ein schockierender Cold Case, eine verschwundene Journalistin und ein ungewöhnlicher Ermittler – der erste Fall für Krimi-Podcaster Markus Heger.
Fagernes, Norwegen: Krimi-Podcaster Markus Heger plant eine Serie über die vor fünfzehn Jahren verschwundene Leah. Obwohl ihre Leiche nie gefunden wurde, kam Leahs Vater Tobias für den Mord an ihr damals ins Gefängnis. Als nun eine Journalistin, die sich für den Fall interessierte, verschwindet, nimmt Markus die Ermittlung selbst auf. Und je tiefer er in die Abgründe der Vergangenheit eintaucht, desto überzeugter ist er, dass der wahre Täter noch frei herumläuft. Und dass dies noch lange nicht sein letztes Verbrechen gewesen ist ...

Jørn Lier Horst ist mir von seinen Wisting und Clue-Romanen bekannt, die ich gerne lese und auch die Wisting-Verfilmungen gefallen mir gut. Von Jan-Erik Fjell habe ich bisher noch kein eigenständiges Werk gelesen, aber das werde ich wohl nachholen müssen.

Dienstag, 10. März 2026

Klaus Reichold: Warum Bayern ein orientalisches Land ist und andere weiß-blaue Wahrheiten (Rezension)

Der Ausspruch »Mia san mia« ist schon immer ein ausgemachter Schmarrn. Denn kein Mensch weiß, wer die Bayern wirklich sind und woher sie kommen. Aus Bayern jedenfalls nicht. Selbst die Landespatronin, die Muttergottes, ist eine »Zuagroaste« aus Galiläa. Zugegeben: Der Orient ist nur eine der Quellen, aus denen sich das weiß-blaue Wesen speist. Bayern ist aber ähnlich exotisch, geheimnisvoll und rätselhaft – viel bunter und widersprüchlicher, als man gemeinhin denkt. Seine Identität schöpft das Land vor den Bergen daraus, dass es seit Jahrhunderten Menschen, Kulturtechniken und Traditionen aus aller Herren Länder höchst erfolgreich integriert und vereinnahmt. Von der Weite der bayerischen Welt erzählt Klaus Reichold auf ebenso amüsante wie kenntnisreiche Weise.
Bayern ist das flächengrößte Bundesland Deutschlands und liegt im Südosten des Landes. Seine Hauptstadt ist München. Bayern ist bekannt für seine Alpenlandschaften, Seen, Wälder und historischen Städte. Traditionen wie Lederhosen, Dirndl und Volksfeste – besonders das Oktoberfest – prägen das kulturelle Bild.