Donnerstag, 5. November 2026

M. C. Beaton: Agatha Raisin und die tote Urlauberin (Rezension)

Agatha Raisin ist fassungslos: Ihr Verlobter James hat sich einfach aus dem Staub gemacht. Nach Zypern. Dorthin, wo sie die Flitterwochen verbringen wollten. Eigentlich. Bevor er die Hochzeit platzen ließ. Doch Agatha wäre nicht Agatha, wenn sie tatenlos zusehen würde, wie ihr Glück den Bach runtergeht. Beherzt packt sie ihre Koffer und reist James hinterher. Doch Agathas Traum von der romantischen Versöhnung unter mediterraner Sonne ist schnell ausgeträumt: Kaum gelandet, muss sie sich mit englischen Urlaubern und einem Mörder rumschlagen, der es auf ebendiese abgesehen hat ...
AGATHA RAISIN UND DIE TOTE URLAUBERIN ist bereits der 6. Fall der unsympathischen Hobbydetektivin Agatha Raisin. Diesmal reist sie ihrem Ex-Verlobten nach Zypern hinterher, damit der amüsante, oder nervige (je nach Blickwinkel) Tanz um den heißen Brei (die On/Off- oder sowiesokeine Beziehung). Widersprüchliche Zeichen führen zu zahlreichen mehr oder weniger vorhersehbaren Verwicklungen um Antidreamteam Agatha und James. Und ja man darf das negativ sehen, anders ist die Serie wohl nicht zu ertragen. Wenn man sich aber auf einen CosyCrime einlässt, dessen schmaler Grad direkt in den Schwachsinn hinabschaut, dann wird man gut unterhalten. Mag sein, dass es bessere Wohlfühlkrimis geht, aber wann findet man schon einen Wohlfühlkrimi, der davon lebt, dass man die Protagonisten nicht mag. Und es wirklich schwerfällt Sympathien zu erwecken. Und doch ... es kann schon sehr spaßig sein. Und so wie die vorangegangenen Teile ist auch der Fall der toten Urlauberin nicht anders. Manchmal glaubt man sich eher im Kindergarten, vor allem bei Agatha und James, und manchmal ist der Krimiteil auch eher unbedeutend. Auch wenn sich Agatha gerne festbeißt ... wenn die Liebe im Spiel ist, dann wird vieles vergessen (inklusive des gesunden Menschenverstands). Okay, das klingt alles eher nicht so lesenswert, aber ich habe sehr viel Spaß mit den Agatha Raisin-Krimis, und da ist die tote Urlauberin keine Ausnahme. Spannend ist das ganze nicht, aber gerade wegen der lächerlichen Szenen unterhaltsam. Auch für solche, die keine blutigen, brutalen Krimis mögen. Und ich habe keine Ahnung, warum ich jetzt an Benny Hill denken muss ...

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Mittwoch, 4. November 2026

Jo Nesbø: Der Fledermausmann (Rezension)

Ein unkonventioneller Ermittler fern der Heimat, eine Tote am anderen Ende der Welt – und ein Täter, der junge Frauen systematisch ins Visier nimmt. In der flirrenden Hitze Australiens beginnt die Jagd auf einen Serienmörder, der kaum Spuren zu hinterlassen scheint.
Blonde Opfer, rote Erde
Der Polizist Harry Hole wird zur Aufklärung des Mordes an der norwegischen Schauspielerin Inger Holter nach Australien gesandt. Dort steht ihm sein Kollege Andrew Kensington, ein Aborigine, zur Seite. Die beiden unkonventionellen Polizisten freunden sich schnell an. Von Andrew erfährt Hole eine Menge über Australien, seine Geschichte und das Leben in Sydney. Doch der Mord an Inger Holter ist kein Einzelfall. Im ganzen Osten von Australien werden junge, blonde Frauen vergewaltigt, mitunter auch erwürgt. Ist der Täter ein psychopathischer Frauenmörder?

Dienstag, 3. November 2026

Jacqueline Beard: Die Hexe von Suffolk (Rezension)

In einem abgelegenen Dorf in Suffolk schürt eine Reihe mysteriöser Todesfälle den Glauben an Hexerei – doch Lawrence Harpham weiß, dass jeder Fluch einen menschlichen Ursprung haben muss …
Fressingfield, Frühjahr 1890. Ein beschauliches Dorf in Suffolk wird von Angst beherrscht. Nachdem mehrere Dorfbewohner unter rätselhaften Umständen gestorben sind, machen Gerüchte über eine grausame Hexe die Runde. Im Mittelpunkt der Anschuldigungen: Mary Corbyn, eine Frau, die selbst ihr eigener Ehemann für eine Dienerin dunkler Mächte hielt. Als durch den Tod eines Kindes sogar die nationale Presse auf den Fall aufmerksam wird, fürchtet die Kirche, dass Aberglaube und Hysterie außer Kontrolle geraten. Der Privatdetektiv Lawrence Harpham wird nach Fressingfield geschickt, um den Vorwürfen auf den Grund zu gehen. Gemeinsam mit der zurückhaltenden Violet Smith beginnt er, die Vergangenheit des Dorfes zu entwirren. Doch je mehr Zeugen er befragt, desto deutlicher wird, dass alte Feindschaften und verborgene Familiengeheimnisse bis in die Gegenwart nachwirken.
Starben die Opfer tatsächlich eines natürlichen Todes?
Oder verbirgt sich hinter den Gerüchten über Hexerei gar ein kalt kalkulierter Mörder?

Montag, 2. November 2026

Jane Harper: Der Sturm (Rezension)

Ein Sturm hat Kierans Lebens vor zwölf Jahren von einem Tag auf den anderen verändert: Ein Mädchen verschwand spurlos in der See, sein Bruder kam durch seine Schuld ums Leben. Als er nun in seinen Heimatort auf die australische Insel Tasmanien zurückkehrt, spürt er die Schuld noch immer. Nun aber hat er mit seiner Freundin Mia ein Kind und glaubt, die Vergangenheit hinter sich lassen zu können. Kurz nach seiner Rückkehr jedoch wird am Strand eine tote Frau gefunden und plötzlich brechen alte Wunden wieder auf. Bald wird Kieran klar, dass dieser Mord mit ihm zu tun hat – und mit all dem, was während des Sturms vor zwölf Jahren geschah und niemals wirklich ans Tageslicht kam ...
DER STURM ist der erste Roman, den ich von Jane Harper gelesen habe und ich werde es mir wohl gut überlegen, ob ich noch weitere lesen werde. Ich habe viel positives über die Autorin gehört und natürlich überschlägt sich auch der Verlag mit Lobhudeleien, die man aber immer mit Vorsicht genießen muss.

Donnerstag, 29. Oktober 2026

Charlaine Harris: Untot in Dallas (Rezension)

Ein ermordeter Kollege, ein verschwundener Vampir – und dann tauchen auch noch Werwölfe auf!
Sookie Stackhouse, die gedankenlesende Kellnerin, hat es zurzeit nicht leicht. Erst wird einer ihrer Kollegen ermordet, dann sieht sie sich unversehens einem schaurigen Geschöpf gegenüber, das ihr mit giftigen Krallen tiefe Wunden zufügt. Zum Glück sind schnell ein paar Vampire zur Stelle, die ihr netterweise das Gift aus den Adern saugen. Womit sie ihr das Leben retten. Als einer der Blutsauger sie um einen Gefallen bittet, willigt sie daher ein, nach Dallas zu fahren und dort nach einem verschwundenen Vampir zu suchen. Ein gefährlicher Auftrag …

Mit UNTOT IN DALLAS setzt Charlaine Harris ihre Mischung aus Krimi, übernatürliche Fantasy und schwarzem Humor fort. Dabei geht sie etwas brutaler vor, nur die Liebesgeschichte zwischen Bill und Sookie plätschert seicht dahin und ist schon hart an der Schmerzgrenze. Immerhin sorgt Eric dafür, dass auch hier eine gewisse Spannung beim Leser erzeugt wird. Aber trotz einiger interessanten Szenen, die manchmal auch sehr freizügig, manchmal eher kurios sind. Aber so ganz konnte mich auch dieser Teil nicht überzeugen. Die TV-Serie ist besser, weil sie einfach anders ist. Aber um die Serie soll es nicht gehen.
Harris' Schreibstil ist flott, manchmal auch etwas holprig (wobei ich da nicht sagen kann ob das der Stil der Autorin ist oder an der Übersetzung liegt) und einfach, was durchaus mit der seichten Liebelei harmoniert, sich aber mit den teilweise brutalen Beschreibungen nicht vereinbaren lässt. Die verschiedenen Handlungsstränge wirken stellenweise etwas lose miteinander verbunden und manche Wendungen erscheinen allzu bequem konstruiert. Sookie ist allgegenwertig, die einzige Hauptperson, da in ihrem Schein alles andere verblasst. Einzig vielleicht Eric, der sich etwas in den Vordergrund drängt. Bill bleibt farblos, wie andere Nebencharaktere auch und wäre Eric nicht, so wäre UNTOT IN DALLAS eine OneWomanshow, die darauf ausgelegt ist Sookie glänzen zu lassen, auch wenn sie das nicht in jeder Szene ist. Sie hat Schwächen und darf sie auch zeigen, was es umso schwieriger macht, als Charakter neben ihr zu bestehen. Da kann man schon froh sein dahin gemeuchelt zu werden.
Mich hat das Buch nicht vom Hocker gerissen. Es hat gut Ansätze in der Handlung, aber Schreibstil und Charaktere verhindern wirklichen Lesespaß. SOOKIE-Fans werden das Buch lieben, wer TRUE BLOOD kennt wird verstört bleiben und wer gerne Vampirromane liest ... also es gibt besseres und schlechteres und würde es die erfolgreiche Serie nicht geben (ja, irgendwie muss ich darauf herum reiten), würde diese Reihe vermutlich auch nicht mehr als eine Fußnote der großen Vampirromane sein. Aber ... es gibt 15 Bände, also muss man wohl auch behaupten, dass die Bücher auch erfolgreich sind. Nur ... nachvollziehen kann ich das nicht.

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