Mittwoch, 4. Februar 2026

Anthony Horowitz: Tod zur Teestunde (Rezension)

Susan Ryeland, Lektorin außer Dienst ist nach London zurückgekehrt. Sie arbeitet jetzt für einen kleinen Verlag, und auf ihrem Tisch ist das Manuskript eines jungen Autors namens Eliot Crace gelandet: Atticus Pünds letzter Fall. Die Geschichte handelt vom überraschenden Tod der schwerreichen Lady Chalfont, die anscheinend von einem Familienmitglied vergiftet wurde.
Zu Susans Überraschung stellt sich heraus, dass Eliot Crace der Enkel der weltberühmten Kinderbuchautorin Miriam Crace ist, die 15 Jahre zuvor verstarb – ermordet, vergiftet, wie Eliot behauptet. Je weiter Susan in die Story eintaucht, desto klarer wird ihr, dass Eliot in Atticus Pünds letzter Fall die Geschichte seiner eigenen Familie und des Todes seiner Großmutter erzählt. Zugleich verhält er sich immer merkwürdiger, wird zunehmend aggressiv – und dann wird er bei einem Unfall mit Fahrerflucht getötet. War es Mord? Plötzlich ist Susan die Hauptverdächtige, und erschrocken wird ihr klar, dass sie das selber aufklären muss, um nicht das nächste Opfer zu werden …

TOD ZUR TEESTUNDE ist der dritte Teil in dem Susan Ryeland mit Atticus Pünd in Berührung kommt und das, obwohl der Erfinder/Autor des Detektivs bereits tot ist. Aber das kennt man ja auch von Sherlock Holmes oder Hercule Poirot ... andere übernehmen das was erfolgreich war und lassen manchen Ermittler unsterblich werden (in höherem Maße als er es schon ist). Atticus Pünd also ... und wie die Vorgänger werden wieder zwei Geschichten erzählt, die Fragmente des neuesten (letzten?) Atticus Pünd und die Schwierigkeiten die Susan Ryland mit dem Autor und seiner Familie hat- Und was muss ich sagen ... was habe ich mich gelangweilt. Anthony Horowitz kann es besser, dass zeigt er immer wieder und die beiden anderen Atticus Pünd/Susan Ryland Bücher waren sehr unterhaltsam. Aber TOD ZUR TEESTUNDE ... es ist zäh und nicht wirklich spannend und ich könnte sagen, dass es das Papier nicht wert ist auf dem es geschrieben ist (keine Ahnung was das Gegenstück bei ebooks ist), aber leider (das muss man so schon fast sagen) wird das Buch gegen Ende wirklich gut, und zeigt dabei was hätte sein können. Davon hätte ich gerne mehr gelesen, denn die Familienverwicklungen in Vergangenheit und Gegenwart geben mehr her als die versteckten Botschaften im Pünd-Fragment (bei dem ich der Lektorin sogar Recht geben muss: Pünd in Frankreich? Das braucht es wirklich nicht, auch wenn es natürlich mit den "realen" Ereignissen zusammenhängt ... hätte man aber auch weniger langatmig erzählen können).
Horowitz kann schreiben und auch unterhalten, aber manchmal ... manchmal schafft er es nicht mich zu überzeugen. Und TOD ZUR TEESTUNDE ist ein netter Krimi, der allerdings im Vergleich zu DIE MORDE VON PYE HALL oder DER TOTE AUS ZIMMER 12 weit zurückbleibt und einen Tiefpunkt der Reihe darstellt. Das Potential wird sehr spät entfaltet und in meinen Augen nicht so genutzt wie es möglich gewesen wäre. Schade ...

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Dienstag, 3. Februar 2026

Kalayna Price: Gravewitch (Rezension)

The first book in the Alex Craft urban fantasy series about a Grave Witch who can talk to the dead. Perfect for fans of Charlaine Harris and Cassandra Clare.
Just because Grave Witch Alex Craft can speak to the dead, doesn't mean she has to like what they have to say . . .
As a private investigator and consultant for the police, Alex has seen a lot of dark magic. But even though she's on good terms with Death himself, nothing has prepared her for her latest case. Alex is investigating a high-profile murder when she's attacked by the ghost she is raising - which should be impossible. Then, someone makes a serious attempt on her life, thwarted only by Death's intervention. You know you're having a bad day when Death is saving your life.
To solve this case, Alex will have to team up with tough homicide detective Falin Andrews. Andrews seems to be hiding something, although it's certainly not his dislike of Alex. Despite all that, Alex is going to need his help to navigate the tangled webs of real-world and paranormal politics, and to track down a killer wielding a magic so malevolent, it may cost Alex not just her life, but also her soul . . .

Montag, 2. Februar 2026

Valentina Morelli: Kloster, Mord und Dolce Vita - Schwester Hildegards Geheimnis (Hörbuch)(Rezension)

Irgendjemand ist Schwester Hildegard auf die Schliche gekommen: Das Rezept für ihre preisgekrönte Tomatensoße - ein Verkaufsschlager des Klosters - ist nicht ihr eigenes! Und nun versucht dieser Jemand Hildegard zu erpressen. Die aus Deutschland stammende Schwester tut das einzig Richtige: Sie vertraut sich Isabella an und tut Buße. Doch die Erpressungsversuche hören nicht auf - kann es sein, dass es eigentlich um Hildegards anderes großes Geheimnis geht?
Inzwischen ist das schon der 32. Teil der (normalerweise) sehr amüsanten CosyCrime Reihe KLOSTER,MORD UND DOLCE VITA. Aber nachdem mir der 31. Teil schon weniger gefallen hat, stellt sich jetzt die Frage ob ich weiterhören soll. Natürlich ist Chris Nonnast wie immer, das ist keine Frage, sie haucht den Charakteren leben ein und versprüht genau die richtige Lebensfreude, die man von einem italienischen CosyCrime erwarten darf. Allerdings ist sie "nur" die Sprecherin, die Geschichte selbst stammt von jemand anderen und in diesem Fall ist es der Schwachpunkt. Vielleicht liegt es an der Kürze des Hörbuchs, oder daran dass manche Themen einfach nicht Cosy sind, auch wenn man versucht sie in das Genre zu packen. Aber ... an sich wäre die Geschichte von SCHWESTER HILDEGARDS GEHEIMNIS durchaus interessant, nur ... die Umsetzung war lieblos und einfach nur ... belanglos. Und leider versucht die Autorin zu viel in dieses kurze Hörbuch hinein zu legen, denn da ist zum einen der neue Bürgermeister (und der alte natürlich auch noch), erneut ein Wettbewerb um die beste Tomatensauce und dann die Sache mit dem Geheimnis (das nichts mit der Tomatensauce zu tun hat). Chris Nonnast gibt ihr Bestes, aber auch sie schafft es nicht, Spannung in die lahme Geschichte hinein zu bringen (und es tut mir fast leid das so auszudrücken, aber ich bin tatsächlich etwas enttäuscht). Fans der Serie haben besseres verdient. Aber vielleicht ist die Lust raus. Vielleicht muss man damit leben, dass die Verbrechen nur noch nebenbei passieren, aber auch sonst nicht wirklich etwas besonders geboten wird. Soll ich weiterhören? Wird es besser? Vielleicht sollte ich der Reihe wirklich nich eine Chance geben, denn eigentlich hat sie mich bisher gut unterhalten. Aber jetzt ... bin ich des Klosterlebens müde geworden? Oder gehen der Autorin die Ideen aus? Kann man hören, muss man aber nicht. Schade!!!

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Donnerstag, 29. Januar 2026

M. C. Beaton: Hamish Macbeth lüftet ein Briefgeheimnis (Rezension)

Eine plötzliche Flut von Giftbriefen versetzt das schottische Dorf Lochdubh in Aufregung. Die Dinge nehmen eine tödliche Wendung, als die örtliche Postbotin erhängt in ihrem Zimmer aufgefunden wird - mit einer bösartigen Notiz unter ihren baumelnden Füßen. Dorfpolizist Hamish Macbeth geht von Mord aus, im Unterschied zu seinen Vorgesetzten, die den Vorfall als Freitod zu den Akten legen wollen. Auf der zunehmend brisanten Jagd nach einem skrupellosen Täter muss Hamish sich auch noch eines Hinterhalts von Lokalreporterin Elspeth Grant erwehren, die es auf eine Sensationsstory - und auf Hamish - abgesehen hat ...
HAMISH MACBETH LÜFTET EIN BRIEFGEHEIMNIS ist der 19. Fall des schottischen Dorfpolizisten. Und im Gegensatz zum Vorgänger wird es wieder cosy, auch wenn man das vom (stürmischen) Wetter nicht behaupten kann. Tote gibt es natürlich trotzdem, aber ansonsten bekommt man das was man von den Macbethromanen kennt. Hamish und die Frauen, Hamish und die Dorfbewohner ... und nebenbei bekommt er es auch noch mit eifersüchtigen Nebenbuhlern zu tun. Was man davon wohl halten möchte. Der Fall an sich ist anfangs etwas undurchsichtig und durchaus witzig (wenn man nicht selbst betroffen ist), aber nach und nach kristallisiert sich die Lösung des Fall heraus und offenbart ... eine Tat, die vielleicht nicht unbedingt hätte sein müssen. Aber das ist ja oft der Fall. Manche Ansichten der Charaktere sind vielleicht etwas merkwürdig (wobei man nicht einmal sagen könnte dass es spießig wäre, nur eben ... merkwürdig), aber wenn man sich abfindet, dass die Serie in Schottland spielt und es wohl nicht so oft frisches Blut gibt ... und man lieber die Regionalen Zeitungen ließt ... Das muss man mögen oder sich darauf einstellen. Aber wenn man das macht bekommt man einen durchaus unterhaltenden Krimi, keine hochtrabende Literatur, aber das erwartet man von cosy ja wohl nicht. Kurzweilig wird es auf jeden Fall. Und ganz humorlos ist es auch nicht. Ein guter Beaton, ein guter Macbeth ... passt.