Mittwoch, 22. Juli 2026

M. G. Leonard: Jonathan Clock – Die Rache des Pharao (Rezension)

Jonathan und seine Mutter mussten schon oft umziehen – doch warum, weiß Jonathan nicht. Bis eines Nachts Fremde auftauchen und Jonathan ein unglaubliches Geheimnis entdeckt: Seine Mutter kann Türen durch die Zeit öffnen. Die beiden sind in großer Gefahr und nur der Herzskarabäus in der Grabkammer von Nofretete kann ihnen die Antworten liefern, die sie retten werden. Denn der finstere Rat der Zeit ist ihnen dicht auf den Fersen. Können Jonathan und seine Mutter das verlorene Grab und das Zeitportal finden, das sie ins alte Ägypten führt? Und werden sie dort sein, bevor der Rat sie findet? 
 DIE RACHE DES PHARAOS ist der Auftakt einer spannenden Zeitereiseabenteuer ab 10 Jahren (wobei man das ja kennt .... warum sollte man sich an die Altersempfehlung halten, wenn man Spaß haben will... obwohl ... üXXX ist ja auch ab10 ... aber weit darüber hinaus). Von Beginn an herrscht eine spannende und geheimnisvolle Atmosphäre, der man sich kaum mehr entziehen kann. Jonathan weiß genauso viel über die Umstände wie der Leser und beide kommen nach und nach hinter das Geheimnis der Türen und treten ein in eine Welt der geheimen Gesellschaften. SPANNEND!!!! Flüssig geschrieben, will man das Buch nicht beiseite legen. Sympathische Protagonisten, mit Ecken und Kanten, Ägypten (wer kann sich der Faszination von Mumien und Pharaonen schon entziehen), Zeitreisen. Viel wird geboten und es passt alles gut zusammen. Vielleicht mag die Komplexität des Hintergrunds etwas abschrecken, aber ... es ist ein Kinderbuch (und wenn man sich anschaut wie fit Kinder u. a. bei Dinosauriernamen sind .... wenn das Interesse da ist, dann sind es wohl eher die heimlichen Mitleser, sprich Eltern, die auf der Strecke bleiben). Auf jeden Fall ist M. G. Leonard ein wunderschöner Auftakt gelungen, der den Leser zum einen fasziniert, aber auch amüsiert und nebenbei auch informiert. Und es wird gezeigt wie man Geschichte alles andere als trocken präsentieren kann.
Man darf auf den zweiten Teil gespannt sein.

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Dienstag, 21. Juli 2026

Tom Sharpe: Bloody Mary (Rezension)

Am Porterhouse College ist der Teufel los: Der Rektor und Ex-Pförtner sitzt im Rollstuhl und braucht dringend einen Nachfolger, das Collegevermögen ging bei einem Casinobesuch flöten, und durch die heiligen Hallen spukt ein dubioses Filmteam. Und zu allem Überfluß ist Lady Mary Evans, die Witwe eines verblichenen Rektors, nicht von der Idee abzubringen, daß ihr Gatte einem Komplott seiner Kollegen zum Opfer fiel ...
Mit „Bloody Mary“ kehrt Tom Sharpe nach über zwanzig Jahren an das fiktive Porterhouse College in Cambridge zurück. Der Roman ist die Fortsetzung seines Kultklassikers Schwanenschmaus in Porterhouse und bietet erneut eine Satire auf den britischen Universitätsbetrieb, die Aristokratie und den unerschütterlichen Glauben an Traditionen.

Montag, 20. Juli 2026

Nicole Siemer: Ich, mein Dämon und ein paar Leichen (Rezension)

Kjara hat ein Problem. Eigentlich sogar zwei.
Problem Nummer eins: In ihrem Kopf lebt ein Dämon namens Akuma.
Problem Nummer zwei: Akuma hat ausgesprochen schlechte Ideen.
Während andere Menschen auf ihr Gewissen hören, hört Kjara auf einen Dämon mit fragwürdigem Humor und einer Vorliebe für kreative Problemlösungen. Leider enden diese Lösungen erstaunlich oft mit… nun ja, Leichen.
Als dann auch noch Gefühle ins Spiel kommen und Kjara plötzlich darüber nachdenken muss, ob sie vielleicht doch kein völlig hoffnungsloser Fall ist, wird die Sache kompliziert. Denn Akuma findet Moral ungefähr so überbewertet wie Rücksicht.
Zwischen Dämonengeflüster, schlechten Entscheidungen und einer stetig wachsenden Zahl unangenehmer Zwischenfälle stellt sich Kjara irgendwann eine wichtige Frage: Ist sie wirklich das Monster? Oder hat sie einfach nur einen sehr schlechten Mitbewohner im Kopf?

Freitag, 17. Juli 2026

Tatjana Kruse: Mumien morden mittwochs nie (Rezension)

Wir wissen, wie gefährlich es nachts im Museum ist. Jetzt lernen wir, wie gefährlich es auch tagsüber sein kann ...
Escape Game im Museum?
Man könnte fast denken, man wäre mitten in einem – allerdings ohne der üblichen sechzigminütigen Zeitbegrenzung –, als während der Pressekonferenz zu einer aufsehenerregenden Ausstellungseröffnung mit Artefakten aus dem Alten Ägypten ein Museumsmitarbeiter nach dem anderen spektakulär zu Tode kommt. Es stellt sich die Frage: Gibt es eine logische Erklärung für die Ereignisse, oder ist etwas weitaus Unheimlicheres im Gange? Geht etwa eine Mumie im Blutrausch um? Kann man seinen eigenen Sinnen eigentlich noch trauen?
Morden Mumien besser?
So hat sich die junge Dr. Apollonia Obermoser (für ihre Freunde: Polly) das jedenfalls nicht vorgestellt, als sie endlich ihren Fund von Artefakten aus der siebten Dynastie rund um den Pharao Teti III. präsentieren kann. Am nervigsten findet sie allerdings, dass die Tochter der millionenschweren Museumseignerin, Daphne Gamser, der festen Überzeugung ist, dass eine Mumie für die Morde verantwortlich ist. Polly, die das – zurecht – äußerst lächerlich findet, macht sich auf die Suche nach "echten" Spuren. Viel anderes bleibt ihr auch nicht übrig, denn durch einen Hackerangriff befindet sich das Museum plötzlich im Lockdown-Modus und jeglicher Kontakt zur Außenwelt ist unterbunden – also muss Frau, mal wieder, selber ran. Und dass hier irgendetwas Böses – menschlich oder nicht – sein Unwesen treibt, zeigt sich mit jeder Minute deutlicher … Dass ausgerechnet Daphne zu ihrer stärksten Verbündeten wird und doch nicht so oberflächlich ist, wie sie tut, hätte Polly niemals gedacht. Auch nicht, dass sie ihre Sinneswahrnehmung so im Stich lässt und eventuell doch eine Mumie mit Killeraxt durchs Museum wütet.

Donnerstag, 16. Juli 2026

Graham Masterton: GhostVirus (Hörbuch)(Rezension)

Patel und Pardoe ermitteln in ihrem ersten Fall.
Eine junge Frau übergießt sich mit Schwefelsäure. Ein liebender Ehemann zerstückelt seine Frau. Eine Schulleiterin stößt ihre Schüler aus dem Fenster. Wer oder was treibt die Menschen zu solch grausamen Taten?
Jerry Pardoe und Jamila Patel vom Polizeirevier Tooting im Süden Londons stehen vor einem Rätsel und vermuten ein Virus oder eine Modedroge als Ursache. Doch als Kleidungsstücke beginnen, sich von selbst durch die Straßen zu bewegen, nimmt die Bedrohung eine völlig neue Dimension an …

Graham Masterton ist einer der erfolgreichsten Autoren moderner Spannungsromane. 1975 erschien mit Der Manitou sein erster unheimlicher Roman, der sofort zum Bestseller wurde. Und auch wenn ich vor allem in den 1980ern viel Horror gelesen habe ... Masterton gehörte irgendwie nie dazu. Einen Grund kann ich nicht nennen. Aber früher habe ich tatsächlich um einige Autoren einen großen Bogen gemacht, vollkommen grundlos, wie es heute in der Rückschau scheint. Aber hier geht es nicht um mich, die Rede soll von GHOSTVIRUS sein... meinen ersten Masterton den ich gelesen (bzw. gehört) habe.