Donnerstag, 27. August 2026

M. C. Beaton: Hamish Macbeth liest zwischen den Zeilen (Rezension)

John Heppel ist ein überaus erfolgreicher Autor. Doch in seinem schottischen Heimatort Lochdubh ist er als arroganter Literat bekannt, der sich in seinem Kurs für kreatives Schreiben gerne über die schriftstellerischen Versuche der Einheimischen lustig macht. Als er eines Tages mit tintengetränktem Mund tot aufgefunden wird, hält sich das Mitgefühl der Bewohner in Grenzen. Doch für Polizist Hamish Macbeth ist der Mord mehr als nur eine Störung der Dordidylle - vor allem, als die Medien auftauchen und die forsche DCI Heather Meikle ihm mit unverhohlenen Avancen zusetzt. Also setzt er möglichst stoisch alles daran, schon bald einem äußerst gewieften Mörder auf der Spur zu kommen ...
HAMISH MACBETH LIEST ZWISCHEN DEN ZEILEN ist inzwischen der 20. Teil der Coy-Scotland-Mysteries von M. C. Beaton. Und was soll man sagen.... das Konzept der Serie funktioniert immer noch. Ein spannender Krimifall, Dorftratsch, das übliche Konkurrenzdenken von DCI Blair, Hamish und die Frauen ... Amüsant wie immer. mehr kann man irgendwie nicht dazu sagen. Was das Umfeld anbelangt, so ist alles so wie immer, daran ändert auch die Einführung neuer Charaktere (DCI Meikle) nichts. Und ob diese in weiteren Fällen noch eine Rolle spielen werden wird die Zukunft zeigen. Natürlich sind die Charaktere wieder stark überzeichnet, aber wenn man bis Band 20 durchgehalten hat, stört das wohl weniger, man ist den Stil der Autorin gewohnt. Und irgendwie macht das auch den Reiz der Serie aus.
Der Mord ist durchaus gut inszeniert, die Aufklärung/Mördersuche spannend und abwechslungsreich. Und natürlich fehlt es auch nicht an Humor, denn ... wenn man ehrlich ist: Wer würde die lange eingeführten Dorfbewohner schon eines Mordes bezichtigen (außer Blair, aber der hat seine eigenen Probleme...).
Ein guter Hamish für Zwischendurch.

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Mittwoch, 26. August 2026

Roswitha Böhm: Stimmungsverkehr (Rezension)

Nass. Analog. Gefährlich.
Eine Taxifahrt im Salzburger Dauerregen. Ein Tech-Milliardär, der einen pflaumenfarbenen Vibrator im Fußraum vergisst.
Taminas Nacht wird zum Albtraum, als das Gerät erwacht. Es ist eine psychologische Waffe, gesteuert von einer KI, die ihre intimsten Daten im Darknet streamt.
In einer digitalisierten Welt bleibt Tamina nur eine Chance: purer, analoger Starrsinn, die Schatten der Nacht und die Pferdestärken ihrer alten Mercedes-Venus.

In der Kürze liegt die Würze, und was man auch als seitenstarken Thriller vermarkten hätte können, funktioniert auch als Kurzroman. Schnörkellos und auf den Punkt gebracht. Und dabei bietet STIMMUNGSVERKEHR so viel. Ja, die Idee ist beängstigend, aber ... gleichzeitig ist sie witzig, auf eine abgedrehte (und beängstigende Weise). Sex sells, KI auch ... aber beides ist mit Vorsicht zu genießen.
Roswitha Böhm ist ein spannender Kurzroman gelungen, mit einer sympathischen Protagonistin. Gut geschrieben und kurzweilig. Ein Thriller für zwischendurch und zum Nachdenken.

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Dienstag, 25. August 2026

Victoria Wlosok: Six must die (Rezension)

Es gibt kein Entkommen vor der Wahrheit
Durch einen Brand in einem Escape-Room hat Steffi alles verloren: ihren beliebten Blog, ihre Clique enger Freunde, und ihre Erinnerungen an die Nacht, in der einer von ihnen, der charismatische Matt, ums Leben gekommen ist. Jetzt, ein Jahr später, versucht Steffi immer noch verzweifelt, die Tragödie zu verarbeiten und herauszufinden, was genau geschehen ist. Als sie eine Einladung zu einem neuen Escape-Room bekommt, wittert sie schließlich eine Spur. Wieder vereint mit ihrer alten Clique, hofft sie auf Antworten auf viele ungeklärte Fragen, und auch die anderen haben ihre Gründe, warum sie der Einladung gefolgt sind. Als die Tür sich schließt, gibt es kein Entkommen mehr … nicht aus dem Raum, nicht voreinander, und nicht vor der Vergangenheit.

Montag, 24. August 2026

Roland Zingerle: Mordsgaudi in Fackenreuth (Hörbuch)(Rezension)


Ein bayerisches Dorf mit Hangover - Xaver Gottwalds Schädel brummt, als er nackt auf einer Kirchenbank erwacht. Was ist gestern beim jährlichen Frühlingserwachen-Fest nur passiert? Verkatert sieht sich der Dorfpolizist um und entdeckt ein Foto, das ihn glücklich in eindeutiger Pose mit einer wunderschönen Unbekannten zeigt. Verdammt, wieso kann er sich an nichts erinnern! Xaver macht sich auf den Weg zur Wache. Im Dorf herrscht blankes Chaos: Reifenspuren in der Kirche, bemalte Schweine auf dem Friedhof und Pinguine in Kühlregalen. Das war eine wilde Party, doch Xavers einziger Anhaltspunkt ist das Foto und er will die Frau unbedingt finden. Eine durchgeknallte Schnitzeljagd beginnt. Als sein Handy klingelt und auch noch ein Mord gemeldet wird, geht es erst richtig los. Denn niemand im Ort kann sich an etwas erinnern und Xaver will nicht nur den Mörder schnappen. Wo ist nur die hübsche Frau von dem Foto, mit der er so eine Mordsgaudi hatte?

Donnerstag, 20. August 2026

Dirk Dützer: Stirb mein Mädchen (Rezension)

Er folgt dir, doch du kannst dich nirgends verstecken …
36 Stunden lang war die Koblenzer LKA-Profilerin Helen Stein in der Gewalt eines grausamen Serienmörders, der bereits ein Dutzend junger Frauen brutal ermordet hat. Nackt und hilflos erwacht sie danach auf dem Parkplatz einer Autobahnraststätte. An die Zeit während ihrer Gefangenschaft kann sie sich nicht erinnern.
Damit sie sich von ihrem traumatischen Erlebnis erholen kann, lässt ihr Vorgesetzter sie vorübergehend in eine kleine Polizeiinspektion im Westerwald versetzen. Doch nur wenige Stunden nach ihrer Ankunft wird eine Mädchenleiche gefunden. Helen wird klar, dass der Killer sie nicht wirklich gehenlassen hat und nun ein perfides Spiel mit ihr treibt …

Das Buch erschien bereits 2016 unter dem Titel DER SCHACHT.