Dienstag, 29. November 2022

Helena Marchmont: Einbruch bei Dunkelheit (Rezension)

Die Idylle im malerischen Bunburry wird von einer Reihe von Einbrüchen erschüttert, und unter den Dorfbewohnern breitet sich Misstrauen aus. Als sich dann auch noch eine Bürgerwehr formiert und durch das Dorf patrouilliert, ahnt Alfie Schlimmes - und seine Befürchtungen bewahrheiten sich! Die selbst ernannten Wächter sind nämlich überzeugt, dass Bibliothekarin Gwen für die Einbrüche verantwortlich ist und ziehen vor ihr Haus, um sie lautstark anzuklagen. Alfie ist fest entschlossen, Gwens Unschuld zu beweisen, doch diesmal ist er auf sich allein gestellt, denn Emma ist weiterhin krankgeschrieben, und Liz und Marge verhalten sich auf einmal sehr merkwürdig ...
EINBRUCH BEI DUNKELHEIT ist bereits der 14. Teil der unterhaltsamen Cosy Crime-Serie BUNBURRY - Ein IDYLL ZUM STERBEN. Aber so viel sei verraten: Gestorben wird diesmal nicht. Und wenn ich ehrlich bin, weiß ich auch gar nicht was ich sagen soll. Ich mag die Serie und ich glaube dieser Teil hat mir erst bewusst gemacht wie sehr, denn: Bunburry hat mich eingelullt und das so sehr, dass ich das Verbrechen gar nicht vermisst habe und wenn man ehrlich ist... in dieser Hinsicht passiert diesmal nicht viel. Es gibt verschiedene Einbrüche, es gibt verschiedene Verdächtige, falsche Vermutungen, ein paar dunkle Gestalten (nennen wir sie Goths), Neuhinzugezogene und eine irgendwie an den Haaren herbeigeführte Auflösung der Verbrechen. Und sonst: Es wird fast gestorben, es entwickelt sich ein Mob (oder nennen wir es Bürgerwehr), Emma darf nicht ermitteln und ihr Vorgesetzter ist stark überfordert (zumal sein Lieblingsverdächtiger unschuldig ist, wie eigentlich immer). Daneben gibt es zwischenmenschliche Enthüllungen und eine nette Schreibweise, so wie man es gewohnt ist. Es macht Spaß den Einwohnern Bunburrys beim Existieren zu zusehen. Vielleicht ist dieser Teil zu Cosy, zu wenig Krimi und alles andere als spannend, aber ... ich fand es nie langweilig und war überrascht, wie schnell das Buch zu Ende war. jetzt freue ich mich auf den nächsten Band, hoffe zwar auch auf ein etwas interessanteres Verbrechen, aber auch auf die zwischenmenschlichen Entwicklungen bin ich gespannt. Immerhin kann man so sagen, dass die Serie für Abwechslung sorgt.

Montag, 28. November 2022

Cora Most: Gruseltour de luxe (Rezension)

Steig ein, schnall dich an und genieße den kurzen Roadtrip. Doch sei gewarnt: Wer Trapwood zu nahe kommt, kehrt vielleicht nie mehr zurück. Durch einen Zufall kommen Tracy und Mike kurzfristig an Karten für die begehrte Gruseltour de luxe in Trapwood. Mit dem Auto macht sich das Studentenpaar zu einem Wochenendausflug in die Kleinstadt auf. Alles scheint perfekt, bis eine Straßensperrung sie zu einem Umweg zwingt – der Straight Lane, die mitten durch den berüchtigten Fog Forest führt. Einem Ort, der immer wieder für schockierende Schlagzeilen sorgt. Kurz darauf versperrt ihnen eine ungewöhnlich dichte Nebelwand den Weg und entgegen Tracys Bedenken setzen sie die Fahrt fort. Doch das junge Paar ahnt nicht, dass es sich bereits mitten auf seinem persönlichen Horrortrip befindet.
Trapwood, die zweite, wobei man Blutmais deswegen nicht kennen muss. Beide Novellen lassen sich in beliebiger Reihenfolge und unabhängig voneinander lesen. Nur der Schauplatz ist identisch (mehr oder weniger). Und wie bei Blutmais handelt es sich auch bei GRUSELTOUR DE LUXE um eine kurzweilige Horrornovelle, welche sich auf klassischen Wegen bewegt, aber dadurch ihre Stärke zeigt und innerhalb des Genres gute Unterhaltung bietet.
Cora Most baut eine düstere Stimmung auf, lässt aber den Leser scheinbar im Glauben er wüsste es besser und so spielt die Autorin auch mit den Klischees des Genres, ohne dadurch auf überdrehte und gezwungene Weise etwas Neues bieten zu wollen. Ich will nicht sagen, dass GRUSELTOUR DE LUXE altbacken bekannte Wege befährt, denn das ist in keinster Weise der Fall, aber es wird auch nicht zu abstrus, dass man der Geschichte nicht mehr folgen könnte. Cora Most beweist, dass man auch heute noch dem Leser mit kleinen, aber feinen Geschichten der klassischen Art ein Gänsehautgefühl auf den Körper zaubern kann.
Kurz und unterhaltsam, das ist auch GRUSELTOUR DE LUXE, mit sympathischen Charakteren und einer spannenden Handlung. Ich bin gespannt ob wir noch mehr von Trapwood lesen werden und wenn ja, wohin die Reise gehen wird.

Freitag, 25. November 2022

Eduard-Florian Reisigl: Mörderische Idylle (Rezension)

Christof Weinkeiler genießt die Ruhe des Alltags im Elsass. Endlich kann sich der Sternekoch einen Traum erfüllen und eine eigene Kochschule gründen. Doch der unangekündigte Besuch eines Food-Kritikers wirbelt alles durcheinander. Vor allem, als dieser nach der Vorspeise tot auf dem Teller zusammenbricht. Commissaire Léon und sein Team beginnen sofort mit den Ermittlungen. Als sich herausstellt, dass der Kritiker auch Lektor bei dem Verlag ist, der Christofs Kochbuch mehrere Male abgelehnt hat, steht der Koch plötzlich selbst unter Mordverdacht. Kann er seine Unschuld beweisen, bevor ein weiterer Mord geschieht? 
Hmmm ... das Elsass ... eigentlich eine interessante (und teilweise wirklich sehr idyllische) Gegend mit ebenso interessanter (und eher untypisch französischer) Küche. Fast könnte man dort einen netten Krimi erwarten, der den Leser in eine schöne Gegend Frankreichs entführt. MÖRDERISCHE IDYLLE versucht das und zeigt gleichzeitig die Vielfalt der elsässischen Küche. Nur ... es handelt sich um einen Krimi und man darf mehr als Hintergrund zu Nahrungsmitteln erwarten. Die elsässische Lebensart wird meiner Meinung nach gut eingefangen und man kann sich problemlos am Ort der Handlung zurecht finden.
Nur ... als Krimi überzeugt MÖRDERISCHE IDYLLE nicht. Dazu ist es zu langatmig und streckenweise wirklich langatmig. Gespickt mit unwichtigen Details, uninspirierte und seltsame Blogeinträge des Protagonisten, der Österreicher ist aber auch auf elsässisch flucht ...
Oft fühlte ich mich an Xavier Kieffer erinnert, nur überzeugen mich die Luxemburg-Krimis von Tom Hillenbrand auf der ganzen Linie, währen ich zu Christof Weinkeiler nur sagen kann: Ganz nett und ausbaufähig, aber nur im Lokalkolorit überzeugend.
Natürlich erwarte ich keinen Realismus bei einem Krimi dieser Art (allein schon die Zusammenarbeit zwischen Koch und Polizei ist fragwürdig, aber es handelt sich um einen Cosy Krimi, da ist alles möglich ... es sollen auch schon Blumenhändlerinnen ermittelt haben), aber ich kann eine originelle Handlung erwarten. Ich kann hier aber nicht einmal sagen, dass mir die Charaktere besonders ans Herz gewachsen sind, zumal ich einige Handlungsweisen auch nicht nachvollziehen konnte. Beispielsweise bei Leon, der angeblich ein Freund Christophs ist, sich aber eher wie das Gegenteil verhält und als Polizist nicht wirklich überzeugend erscheint.
Ich muss gestehen, dass ich nicht so oft Krimis lese, die in Frankreich spielen, aber wer einen Koch als Hauptperson wünscht, der sollte sich lieber an Xavier Kieffer halten, da passt alles. Christoph Weinkeiler ist noch ausbaufähig, aber mich konnte sein erster Auftritt nicht überzeugen.

Donnerstag, 24. November 2022

Gunnar Schwarz: Fühlst du wie sie leiden (Rezension)

Er führt das Drehbuch, sie müssen leiden.
Es sind erst wenige Tage vergangen, seit der Polizei das verstörende Portrait-Foto einer jungen Frau zugespielt wurde. Noch bevor das Rätsel um die Identität der Frau gelöst werden kann, wird ihre übel zugerichtete Leiche gefunden.
Gerade als die Mordermittlungen anlaufen, taucht ein weiteres Foto auf. Es zeigt das schockierte Gesicht einer anderen Unbekannten. Dem Ermittler-Team rund um Marc Wittmann und Frieda Rubens schwant Böses, und tatsächlich: Kurz darauf wird eine neue Leiche gefunden. Bis auf die Fotografien gibt es keine Gemeinsamkeiten zwischen den Morden, und die Ermittler fragen sich, mit welcher Art Mörder sie es zu tun haben.
Was sie bisher nicht ahnen: Der Täter befindet sich noch in der Aufwärmphase. Und erst als die nächste Fotografie auftaucht, wird klar, mit welch bösartiger Kreatur sie es tatsächlich zu tun haben.
FÜHLST DU WIE SIE LEIDEN ist das neueste Werk von Gunnar Schwarz und bereitet dem Leser ein Wiedersehen mit Frieda Rubens und Marc Wittman. Man muss aber die vorangegangenen Teile nicht kennen, Wissenslücken werden erklärt und die privaten Verwirrungen werden dem Leser schnell klar. Gunnar Schwarz bietet einen soliden Thriller mit ausgefallener Handlung, die durchaus einige grausame Beschreibungen aufweist, die aber gut in die Geschichte passen und nicht übertrieben sind. Die Protagonisten agieren glaubwürdig und auch die Motive des Täters sind nachvollziehbar (auf eine gewisse Art ...). Der Roman beginnt gemütlich und steigert sich bis zum Schluss, wobei dem Leser einiges an Spannung abverlangt wird. Natürlich ist das Buch auch mit der einen oder anderen Überraschung gespickt. Wer Gunnar Schwarz kennt bekommt was er erwartet: Einen spannenden Thriller, den man nicht aus der Hand legen kann, ein Thriller, der mit seinen Charakteren und seiner Handlung überzeugen kann und ein Thriller, der den Namen Thriller auch verdient. Nervenaufreibend!

Mittwoch, 23. November 2022

Markus Heitz: Das Herz der Zwerge 2 (Rezension)

Der Zwerg und Gemmarius Goïmron wollte nach den aufregenden Abenteuern in Malleniaswacht Ruhe finden und seiner Liebe Rodana nahe sein. Aber das Auftauchen einer gefährlichen Sumpfhexe, die auf der Suche nach einem Artefakt ist, wirbelt alles durcheinander. Zudem erhebt der mysteriöse Zwerg Vraccimbur wie aus dem Nichts seinen Anspruch auf den Thron des Großkönigs. Seltsamerweise unterstützt ausgerechnet Tungdil Goldhand, der größte Held seines Volkes, als Einziger dessen Anliegen. Irrt sich der Greis?
In die Wirren um den höchsten Titel kommt die Kunde von einem grausamen Wesen, das den Fortbestand des Geborgenen Landes bedroht. Orks rotten sich unter ihrem Anführer Borkon kampfbereit zusammen, und auch die Albae sind längst nicht besiegt. Goïmron und seine Gefährten müssen sich neuen, gefährlichen Herausforderungen stellen, denn das Geborgene Land braucht ihre Hilfe dringender denn je zuvor.
Der zweite Teil des siebten Bandes der Zwergenreihe von Markus Heitz ist nun auch erschienen und somit liegt DAS HERZ DER ZWERGE komplett vor. Der erste Teil erwies sich für mich ja als Enttäuschung, nachdem ich zwar die Zwergenbücher nicht kannte, aber zumindest die mir bekannten HEITZ-Bücher mochte. Nun ja, so ganz warm wurde ich auch mit dem zweiten Teil nicht, aber ich wurde besser unterhalten als es bei Teil eins der Fall war.
Nah wie vor verwirren die zahlreichen Handlungsstränge und Personen, aber da es dem Ende zugeht werden die Stränge besser miteinander verwoben und langsam gewinnt man an Überblick, so dass man auch bei einigen Gefechten mitfiebern kann. Aber ohne Personenregister wäre ich wohl nach wie vor gänzlich verloren.
ich werde mir wohl noch andere Zwergenbände zulegen müssen, um zu sehen, ob mir einfach die Zwerge nicht liegen, oder ob es einfach dieser Teil der reihe ist, der mich enttäuscht hat. Heitz schreibt wie ich es mag, nur ... irgendwie kann ich mich dem Zwergenhype nicht anschließen. Aber vielleicht liegt es auch daran, dass ich hier sozusagen ein Quereinsteiger bin, obwohl mir gesagt wurde, dass sich das Buch auch dafür eignet. Nun, ich würde das erst einmal dementieren, aber ... vielleicht sehe ich die Dinge anders, wenn ich den Anfang der SAGA kenne.
Bis dahin würde ich zumindest vor dem Quereinstieg warnen. Man bleibt dabei etwas auf der Strecke ...