Lübeck, August 1530.
Seit Wochen sterben Fuhrleute und Schiffer auf der Straße nach Lüneburg – nicht nur beraubt, sondern abgeschlachtet. Die Bande kennt jeden Weg, ehe er gefahren wird, und verschwindet danach ins Herzogtum Lauenburg, wo kein Lübecker Recht mehr reicht. Die Kaufmannschaft blutet aus, und die Stadt kann nichts tun.
Der Rat der Hansestadt steht unter Druck: Jeder tote Fuhrmann kostet Vertrauen, jede verlorene Ladung schürt den Ruf nach härteren Männern an der Spitze. Während die Kaufmannschaft nach schnellen Antworten verlangt, wächst im Hintergrund ein Streit um Macht und Einfluss – und niemand ahnt, wie tief die Wurzeln der Bande in die Stadt selbst reichen.
Da trifft, mit kaiserlicher Vollmacht, ein Mann ein, der lieber wie ein Mörder denkt als wie ein Ratsherr: Veit Falkenrieth. An seiner Seite Thomas Sturmberg, dessen Fäuste schneller sind als seine Geduld, und Maria Windfang, deren Blick für Wunden mehr verrät, als mancher zugeben will.
Woher die Bande jede Route kennt, noch ehe sie gefahren wird, und warum sich halb Lübeck gegen die eigene Rettung wehrt – Veit muss es herausfinden, ehe der nächste Wagen verschwindet. Denn er hat es mit mehr als einer Bande zu tun, nur weiß er noch nicht, mit wie viel mehr.
Martins Buchgelaber
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Dienstag, 27. Oktober 2026
Montag, 26. Oktober 2026
M. C. Beaton: Agatha Raisin und der Tote Ehemann (Rezension)
BIS DASS DER TOD UNS SCHEIDET - AGATHA RAISINS 5. FALL In den Cotswolds herrscht Feierstimmung: Agatha Raisins lang ersehnte Hochzeit mit ihrem Nachbarn, dem stets korrekten James Lacey, steht vor der Tür. Doch dann taucht urplötzlich Agathas tot geglaubter Ehemann Jimmy im Standesamt auf. Die aufgebrachte Agatha geht Jimmy an die Gurgel, der gedemütigte James sucht das Weite, die Hochzeit platzt. Als Jimmy am nächsten Tag ermordet im Straßengraben liegt, sind Agatha und James prompt die Hauptverdächtigen. Kann Agathas Spürnase ihr auch diesmal wieder aus der Patsche helfen?
AGATHA RAISIN muss man schon mögen, also die Serie, nicht die Person. Denn, so amüsant die Bücher auch sind, und da nehme ich den 5. Teil nicht aus, so nervig sind die Personen, die darin vorkommen. Und dabei ist es egal ob es Agatha, James oder ein andere ist. Irgendwie scheint nur Billy Wong normal zu sein, aber der hat seine Eltern ... Also liebenswert oder sympathisch ist fast niemand, und es ist nicht so, dass man mit Agatha und James mitfiebert. Es ist eher ein augenrollendes Oh Mein Gott! wenn Agatha und James ermitteln oder verdächtigt werden oder sich gegenseitig anschmachten und/oder ignorieren. Vielleicht ganz gut, dass die beiden nicht heiraten. Aber es ist auch so, dass man sich bei den Büchern, und da schließe ich dieses nicht aus, eher fremdschämen muss. Vielleicht also das perfekte Buch oder die perfekte Reihe, für all jene die sich irgendwelche merkwürdigen Shows im Fernsehen ansehen, nur um sich Fremdschämen zu dürfen. Das funktioniert auch bei Agatha Raisin. Nur ist diese Person nicht real, so dass mir das Fremdschämen viel mehr Spaß macht. Da darf ich guten Gewissens mit den Augen rollen, ohne daran denken zu müssen, wie dämlich die Menschheit und ihre sogenannten Stars so sind.
Abgesehen von jeden persönlichen Verwicklungen und Vorhersehbarkeiten, ist AGATHA RAISIN UND DER TOTE EHEMANN kurzweilige Unterhaltung für zwischendurch. Hirn abschalten, fremdschämen und einfach genießen. Urlaub in den Cotswolds mit Mord. Wobei es immer wieder erstaunlich ist, dass Agatha Raisin überhaupt einen Kriminalfall lösen kann, zu leicht lässt sie sich von ihren eigenen Befindlichkeiten ablenken. Aber vielleicht macht das auch den Reiz der Serie aus.
Noch funktioniert das Konzept. Aber ... manche Entwicklungen wirken etwas konstruiert, einige Nebenfiguren bleiben oberflächlich, und Agathas Verhalten kann mitunter gehörig an den Nerven zehren. Wer einen streng logisch aufgebauten Kriminalroman mit ausgefeilter Polizeiarbeit erwartet, sollte sich anderen Lesestoff suchen. Es ist nicht der Krimi, der im Vordergrund steht, es ist ... irgendwie alles andere... aber natürlich wird auch das Verbrechen geklärt.
AGATHA RAISIN UND DER TOTE EHEMANN ist ein wunderbar kurzweiliger Wohlfühlkrimi mit einer gehörigen Portion schwarzem Humor, romantischem Chaos und typisch britischer Exzentrik.
AGATHA RAISIN muss man schon mögen, also die Serie, nicht die Person. Denn, so amüsant die Bücher auch sind, und da nehme ich den 5. Teil nicht aus, so nervig sind die Personen, die darin vorkommen. Und dabei ist es egal ob es Agatha, James oder ein andere ist. Irgendwie scheint nur Billy Wong normal zu sein, aber der hat seine Eltern ... Also liebenswert oder sympathisch ist fast niemand, und es ist nicht so, dass man mit Agatha und James mitfiebert. Es ist eher ein augenrollendes Oh Mein Gott! wenn Agatha und James ermitteln oder verdächtigt werden oder sich gegenseitig anschmachten und/oder ignorieren. Vielleicht ganz gut, dass die beiden nicht heiraten. Aber es ist auch so, dass man sich bei den Büchern, und da schließe ich dieses nicht aus, eher fremdschämen muss. Vielleicht also das perfekte Buch oder die perfekte Reihe, für all jene die sich irgendwelche merkwürdigen Shows im Fernsehen ansehen, nur um sich Fremdschämen zu dürfen. Das funktioniert auch bei Agatha Raisin. Nur ist diese Person nicht real, so dass mir das Fremdschämen viel mehr Spaß macht. Da darf ich guten Gewissens mit den Augen rollen, ohne daran denken zu müssen, wie dämlich die Menschheit und ihre sogenannten Stars so sind.
Abgesehen von jeden persönlichen Verwicklungen und Vorhersehbarkeiten, ist AGATHA RAISIN UND DER TOTE EHEMANN kurzweilige Unterhaltung für zwischendurch. Hirn abschalten, fremdschämen und einfach genießen. Urlaub in den Cotswolds mit Mord. Wobei es immer wieder erstaunlich ist, dass Agatha Raisin überhaupt einen Kriminalfall lösen kann, zu leicht lässt sie sich von ihren eigenen Befindlichkeiten ablenken. Aber vielleicht macht das auch den Reiz der Serie aus.
Noch funktioniert das Konzept. Aber ... manche Entwicklungen wirken etwas konstruiert, einige Nebenfiguren bleiben oberflächlich, und Agathas Verhalten kann mitunter gehörig an den Nerven zehren. Wer einen streng logisch aufgebauten Kriminalroman mit ausgefeilter Polizeiarbeit erwartet, sollte sich anderen Lesestoff suchen. Es ist nicht der Krimi, der im Vordergrund steht, es ist ... irgendwie alles andere... aber natürlich wird auch das Verbrechen geklärt.
AGATHA RAISIN UND DER TOTE EHEMANN ist ein wunderbar kurzweiliger Wohlfühlkrimi mit einer gehörigen Portion schwarzem Humor, romantischem Chaos und typisch britischer Exzentrik.
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Freitag, 23. Oktober 2026
Bonnie Garmus: Peck & Peck (Hörbuch)(Rezension)
»Peck & Peck« erzählt die unwiderstehliche Geschichte eines jungen Mannes, dessen Leben völlig auf den Kopf gestellt wird, als er bei der geheimnisumwitterten, von Intrigen heimgesuchten und zugleich prestigeträchtigsten Lyrikzeitschrift der Welt angestellt wird: »Peck & Peck«.
New York, 1982. Verbrechen sind an der Tagesordnung, und Batter Gray, frischgebackener College-Absolvent mit einem "feinen Ohr" für Poesie, blickt sorgenvoll in die Zukunft. Doch als Batter einen Traumjob bei Peck & Peck ergattert, der geheimnisvollsten, dysfunktionalsten und doch renommiertesten Lyrikzeitschrift der Welt, scheint sich das Blatt zu wenden. Schon bald steckt er mitten in dem heimlichen Krieg zwischen den beiden Herausgebern, den berühmten Peck-Brüdern, und ist eingeweiht in die Privatangelegenheiten der 39 Lektoren, die nur ein einziges Ziel vereint: Originalität finden. Kreativität fördern. Den Rest verbrennen.
New York, 1982. Verbrechen sind an der Tagesordnung, und Batter Gray, frischgebackener College-Absolvent mit einem "feinen Ohr" für Poesie, blickt sorgenvoll in die Zukunft. Doch als Batter einen Traumjob bei Peck & Peck ergattert, der geheimnisvollsten, dysfunktionalsten und doch renommiertesten Lyrikzeitschrift der Welt, scheint sich das Blatt zu wenden. Schon bald steckt er mitten in dem heimlichen Krieg zwischen den beiden Herausgebern, den berühmten Peck-Brüdern, und ist eingeweiht in die Privatangelegenheiten der 39 Lektoren, die nur ein einziges Ziel vereint: Originalität finden. Kreativität fördern. Den Rest verbrennen.
Donnerstag, 22. Oktober 2026
Patrice McDonough: Der Mörder von Whitechapel (Rezension)
Eine Mordserie erschüttert das viktorianische London – und der Täter scheint Scotland Yard stets einen Schritt voraus zu sein
London, November 1866. Als die verstümmelte Leiche des beliebten Geistlichen Tobias Atwater auf einer Baustelle im East End gefunden wird, scheint nichts auf ein Motiv für die grausame Tat hinzuweisen. Doch der Mord bleibt nicht der einzige. Schon bald erschüttert eine Serie von Verbrechen die Stadt und jedes neue Opfer scheint auf rätselhafte Weise mit den anderen verbunden zu sein.
Die junge Ärztin Dr. Julia Lewis übernimmt die Untersuchung der Leichen und arbeitet widerwillig mit Inspector Richard Tennant von Scotland Yard zusammen. Während die beiden den Spuren des Mörders folgen, stoßen sie auf ein Netz aus alten Geheimnissen, vertuschten Verbrechen und dunklen Erinnerungen, das bis in die Armenhäuser und Krankenstationen des Londoner East Ends zurückreicht.
Gleichzeitig verhöhnt der Täter die Polizei mit mysteriösen Botschaften und scheint jeden Schritt der Ermittler vorauszuahnen. Während die Zahl der Toten steigt, müssen Julia Lewis und Richard Tennant die Wahrheit aufdecken, bevor der Mörder erneut zuschlägt.
London, November 1866. Als die verstümmelte Leiche des beliebten Geistlichen Tobias Atwater auf einer Baustelle im East End gefunden wird, scheint nichts auf ein Motiv für die grausame Tat hinzuweisen. Doch der Mord bleibt nicht der einzige. Schon bald erschüttert eine Serie von Verbrechen die Stadt und jedes neue Opfer scheint auf rätselhafte Weise mit den anderen verbunden zu sein.
Die junge Ärztin Dr. Julia Lewis übernimmt die Untersuchung der Leichen und arbeitet widerwillig mit Inspector Richard Tennant von Scotland Yard zusammen. Während die beiden den Spuren des Mörders folgen, stoßen sie auf ein Netz aus alten Geheimnissen, vertuschten Verbrechen und dunklen Erinnerungen, das bis in die Armenhäuser und Krankenstationen des Londoner East Ends zurückreicht.
Gleichzeitig verhöhnt der Täter die Polizei mit mysteriösen Botschaften und scheint jeden Schritt der Ermittler vorauszuahnen. Während die Zahl der Toten steigt, müssen Julia Lewis und Richard Tennant die Wahrheit aufdecken, bevor der Mörder erneut zuschlägt.
Mittwoch, 21. Oktober 2026
Elizabeth George: Auf Ehre und Gewissen (Rezension)
Ein Elite-Internat: Tradition, Ehre und Leistung bestimmen das Leben der Schüler. Ausgerechnet hier wird eines Tages die Leiche des kleinen Matthew Whateley gefunden, und damit beginnt die Fassade von Moral und Kameradschaft zu bröckeln. Bei ihren Nachforschungen treffen Inspector Lynley und Sergeant Barbara Havers von Scotland Yard allerdings auf eine Mauer des Schweigens ...
Mit AUF EHRE UND GEWISSEN, dem dritten (oder vierten) Band der LYNLEY-Reihe, führt Elizabeth George ihre Leser in die abgeschlossene Welt eines traditionsreichen englischen Eliteinternats. Ein klassischer Englandkrimi-Schauplatz, aber natürlich sorgt die Autorin dafür, dass man nicht von Klischees und Altbekanntem gelangweilt wird. Hinter der ehrwürdigen Fassade von Bredgar Chambers offenbaren sich Machtmissbrauch, Gruppenzwang, Grausamkeit und eine Kultur des Schweigens. Die Schule wird zum Spiegel einer Gesellschaft, in der Standesdenken und überkommene Ehrbegriffe das Verhalten der Menschen bestimmen. George zeichnet ihre Figuren mit großer Genauigkeit und zeigt, wie Angst, Schuldgefühle und der Wunsch nach gesellschaftlicher Anerkennung menschliche Entscheidungen beeinflussen. Dabei vermeidet sie einfache Erklärungen und entwickelt ein komplexes Geflecht persönlicher Verantwortlichkeiten. Durch eine eher ruhige Erzählweise schleicht sich nach und nach die Spannung, zahlreiche Wendungen sorgen für Überraschung und je tiefer der Leser in das Verbrechen eintaucht, desto weniger möchte er dieses Buch beiseite legen. Zumal durch die Protagonisten Havers und Lynley die Unterschiede in Stand und Bildung noch deutlicher gezeigt werden. Gleichzeitig harmonieren die beiden auf wunderbare Art, die manchmal Havers in ihrer Rolle als Sergeant glänzen lässt, bevor sie wieder zu ihrer alten ruppigen und aufsässigen Art zurückkehrt. Für mich ist (und war) Havers der eigentliche Star der Reihe (auch in der Serie von 2021). Allerdings ergießt sich George auch gerne in Detaills, die nicht unbedingt für die Handlung nötig sind. Die ausführlichen Charakterstudien und zahlreichen Verwicklungen bremsen gelegentlich die Handlung und beeinträchtigen den Spannungsbogen. Aber ... gegen Ende hin ändert sich das und dann ... aber ich wiederhole mich. Tatsächlich zeigt aber George auch in den langatmigen Passagen dass sie ihr Handwerk beherrscht, denn langweilig wird es nicht. Manchmal vergisst man allerdings, dass man einen Krimi liest und keine Beschreibung englischen Internatsleben. Auch mal amüsant ... hätte es in dieser Ausführlichkeit aber nicht unbedingt benötigt. Über diese Schwächen kann man hinwegsehen, man wird durchaus gut unterhalten, und ich kann George jedem ans Herz legen, der englische Krimis jenseits der zahlreichen Wohlfühlkrimis mag.
Mit AUF EHRE UND GEWISSEN, dem dritten (oder vierten) Band der LYNLEY-Reihe, führt Elizabeth George ihre Leser in die abgeschlossene Welt eines traditionsreichen englischen Eliteinternats. Ein klassischer Englandkrimi-Schauplatz, aber natürlich sorgt die Autorin dafür, dass man nicht von Klischees und Altbekanntem gelangweilt wird. Hinter der ehrwürdigen Fassade von Bredgar Chambers offenbaren sich Machtmissbrauch, Gruppenzwang, Grausamkeit und eine Kultur des Schweigens. Die Schule wird zum Spiegel einer Gesellschaft, in der Standesdenken und überkommene Ehrbegriffe das Verhalten der Menschen bestimmen. George zeichnet ihre Figuren mit großer Genauigkeit und zeigt, wie Angst, Schuldgefühle und der Wunsch nach gesellschaftlicher Anerkennung menschliche Entscheidungen beeinflussen. Dabei vermeidet sie einfache Erklärungen und entwickelt ein komplexes Geflecht persönlicher Verantwortlichkeiten. Durch eine eher ruhige Erzählweise schleicht sich nach und nach die Spannung, zahlreiche Wendungen sorgen für Überraschung und je tiefer der Leser in das Verbrechen eintaucht, desto weniger möchte er dieses Buch beiseite legen. Zumal durch die Protagonisten Havers und Lynley die Unterschiede in Stand und Bildung noch deutlicher gezeigt werden. Gleichzeitig harmonieren die beiden auf wunderbare Art, die manchmal Havers in ihrer Rolle als Sergeant glänzen lässt, bevor sie wieder zu ihrer alten ruppigen und aufsässigen Art zurückkehrt. Für mich ist (und war) Havers der eigentliche Star der Reihe (auch in der Serie von 2021). Allerdings ergießt sich George auch gerne in Detaills, die nicht unbedingt für die Handlung nötig sind. Die ausführlichen Charakterstudien und zahlreichen Verwicklungen bremsen gelegentlich die Handlung und beeinträchtigen den Spannungsbogen. Aber ... gegen Ende hin ändert sich das und dann ... aber ich wiederhole mich. Tatsächlich zeigt aber George auch in den langatmigen Passagen dass sie ihr Handwerk beherrscht, denn langweilig wird es nicht. Manchmal vergisst man allerdings, dass man einen Krimi liest und keine Beschreibung englischen Internatsleben. Auch mal amüsant ... hätte es in dieser Ausführlichkeit aber nicht unbedingt benötigt. Über diese Schwächen kann man hinwegsehen, man wird durchaus gut unterhalten, und ich kann George jedem ans Herz legen, der englische Krimis jenseits der zahlreichen Wohlfühlkrimis mag.
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