Montag, 18. Mai 2026

Ross Montgomery: Tee, Tod und die versiegelte Tür (Rezension)

Ein unmöglicher Mord und ein unvergessliches Ermittlerduo
Cornwall, 1910: Ein Komet über England wird die Menschheit auslöschen, da ist der Viscount von World’s End sicher. Er lädt seine engsten Vertrauten in sein abgelegenes Landhaus und lässt zum Schutz jede Tür, jedes Fenster versiegeln. Doch am nächsten Morgen ist ausgerechnet der Viscount tot, erschossen in einem von innen verriegelten Raum. Der Verdacht fällt sofort auf Stephen Pike, den neuen Diener. Ihm bleibt nur eine Möglichkeit: den wahren Mörder finden, bevor er verhaftet wird. Dabei erhält er unerwartet Hilfe von der Tante des Viscounts, der mürrischen, aber brillanten – und so gar nicht ladyliken – Miss Decima. Doch die Gefahr ist noch nicht gebannt, denn der Mörder ist noch im Haus …

Freitag, 15. Mai 2026

Robert Sedlack: Ein unvergessliches Jahr im Leben des Fred Pickle (Rezension)

Wer Forrest Gump mochte, wird von Fred Pickle begeistert sein. Fred Pickle ist achtunddreißig, aber manchmal benimmt er sich, als wäre er neunzehn oder gar erst fünf. Früher war er eine Sportskanone, bis ein Unfall seiner Karriere ein jähes Ende bereitete. Nun lebt er auf der Schaffarm seines Onkels, mischt die Landbevölkerung auf und plant die Revolution. Fred hat zwei Leidenschaften: das alljährliche heilige Ritual, eine Eisbahn auf dem Grundstück seines Onkels anzulegen, und die Eishockeysaison, während deren er kein Spiel seiner Lieblingsmannschaft verpasst. Als man munkelt, seine kanadische Mannschaft solle an die »feindlichen« USA verkauft werden, sieht Fred rot und mit ihm Badger, ein 81-jähriger Anarchist und Berufsrevoluzzer. Gemeinsam schmieden sie Pläne, diesen infamen Verrat zu rächen.
Ein unvergessliches Jahr im Leben des Fred Pickle von Robert Sedlack will schräg wie warmherzig sein. Ähnlichkeiten zu Forrest Gump scheinen beabsichtigt, aber da ich den Film nicht kenne, kann ich mir dazu zumindest kein Urteil erlauben. Das Buch wird aber tatsächlich damit beworben: Wer Forrest Gump mochte, wird von Fred Pickle begeistert sein.

Donnerstag, 14. Mai 2026

Anita Waller: The Girls next door (Rezension)

Vier Frauen. Eine Straße. Ein Leben lang Loyalität.
Wir sind zusammen aufgewachsen, haben alles geteilt: Geheimnisse, Männer, Träume.
Vor allem aber haben wir uns geschworen, einander immer zu beschützen.
Jetzt ist jemand tot.
Und eine von uns weiß mehr, als sie je zugeben dürfte.
Manche Morde geschehen aus Wut – unserer geschah aus Notwendigkeit.
Chantelle glaubte, sie wisse, wer ihr Mann ist … bis sie ihn zufällig mit einer anderen Frau sieht. Statt eines lauten Streits entscheidet sie sich für einen kühlen Plan: Scheidung, Absicherung, Kontrolle. Ihre drei besten Freundinnen stehen geschlossen hinter ihr. So wie immer.
Doch dann taucht plötzlich Jessicas Mutter auf: die Frau, die ihr Kind vor Jahrzehnten zurückließ und spurlos verschwand. Ihr Auftauchen reißt alte Wunden auf und bringt Wahrheiten ans Licht, die besser begraben geblieben wären.
Wenig später ist sie tot.
Während die Polizei Fragen stellt, rücken die vier Frauen enger zusammen. Jede von ihnen weiß etwas. Jede von ihnen verschweigt etwas. Und Loyalität kann gefährlicher sein als Verrat.
Man sagt, Nachbarn halten zusammen.
Koste es, was es wolle.

Mittwoch, 13. Mai 2026

Stephen Greenblatt: Dunkle Renaissance (Hörbuch)(Rezension)

Das England des 16. Jahrhunderts war eine brutale Welt, geprägt von politischen Intrigen, religiösen Kämpfen und grassierenden Seuchen. Und dennoch wurde das elisabethanische Zeitalter zu einer überragenden Blütezeit der englischen Literatur. Ihr Wegbereiter war Christopher Marlowe: Im gleichen Jahr wie William Shakespeare wurde er als Sohn eines Schusters geboren. Allen Widrigkeiten zum Trotz erkämpfte er sich ein Stipendium in Cambridge, ließ sich in den Spionagedienst der Königin verwickeln und schuf einige der spektakulärsten Meisterwerke der englischen Literatur, bevor er im Alter von nur 29 Jahren unter mysteriösen Umständen ums Leben kam.
Mitreißend erzählt Pulitzer-Preisträger Stephen Greenblatt vom kurzen, bewegten Leben Christopher Marlowes. Er zeigt ihn als einen Getriebenen, einen Mann voll unbezähmbarer Neugier, mit Lust auf das Fremde und einem Hang zur Selbstzerstörung, der gerade deshalb Revolutionäres denken und Außergewöhnliches schaffen konnte.

Dienstag, 12. Mai 2026

Sebastian Hotz: Sidekick (Rezension)

Nach Jahrzehnten der TV-Geschichte ist es so weit: Der legendäre Showmaster Falk Anders kündigt seinen Ruhestand an. In unzähligen Sendungen hat er »dem Land den Puls gefühlt«, die Grenzen von Komik und gutem Geschmack ausgetestet und darüber entschieden, wer mitlachen darf und über wen gelacht wird – Letzteres war oft genug: Boris.
Als Sidekick, stets unterlegener Sparringspartner und Trottel vom Dienst blickt Boris auf eine spezielle Karriere im Rampenlicht zurück – aber war es eine, die ihn auf den frei werdenden Chefposten führt? Programmchefin Marianne hat ganz andere Pläne: Auf Falk Anders wird die Influencerin Sara Massoudi folgen, neue Reichweiten, neue Zielgruppen. Oder wird es alles ganz anders kommen?
Plötzlich findet sich Boris im Bentley seines ehemaligen Chefs wieder, irgendwo in den Weiten des deutschen Autobahnnetzes; im Kofferraum eine kostbare Fracht und am Telefon die Programmchefin. Es entspinnt sich ein dramatisches und absurdes Kammerspiel – unter den Augen der Öffentlichkeit.