Dienstag, 3. November 2026

Jacqueline Beard: Die Hexe von Suffolk (Rezension)

In einem abgelegenen Dorf in Suffolk schürt eine Reihe mysteriöser Todesfälle den Glauben an Hexerei – doch Lawrence Harpham weiß, dass jeder Fluch einen menschlichen Ursprung haben muss …
Fressingfield, Frühjahr 1890. Ein beschauliches Dorf in Suffolk wird von Angst beherrscht. Nachdem mehrere Dorfbewohner unter rätselhaften Umständen gestorben sind, machen Gerüchte über eine grausame Hexe die Runde. Im Mittelpunkt der Anschuldigungen: Mary Corbyn, eine Frau, die selbst ihr eigener Ehemann für eine Dienerin dunkler Mächte hielt. Als durch den Tod eines Kindes sogar die nationale Presse auf den Fall aufmerksam wird, fürchtet die Kirche, dass Aberglaube und Hysterie außer Kontrolle geraten. Der Privatdetektiv Lawrence Harpham wird nach Fressingfield geschickt, um den Vorwürfen auf den Grund zu gehen. Gemeinsam mit der zurückhaltenden Violet Smith beginnt er, die Vergangenheit des Dorfes zu entwirren. Doch je mehr Zeugen er befragt, desto deutlicher wird, dass alte Feindschaften und verborgene Familiengeheimnisse bis in die Gegenwart nachwirken.
Starben die Opfer tatsächlich eines natürlichen Todes?
Oder verbirgt sich hinter den Gerüchten über Hexerei gar ein kalt kalkulierter Mörder?

Montag, 2. November 2026

Jane Harper: Der Sturm (Rezension)

Ein Sturm hat Kierans Lebens vor zwölf Jahren von einem Tag auf den anderen verändert: Ein Mädchen verschwand spurlos in der See, sein Bruder kam durch seine Schuld ums Leben. Als er nun in seinen Heimatort auf die australische Insel Tasmanien zurückkehrt, spürt er die Schuld noch immer. Nun aber hat er mit seiner Freundin Mia ein Kind und glaubt, die Vergangenheit hinter sich lassen zu können. Kurz nach seiner Rückkehr jedoch wird am Strand eine tote Frau gefunden und plötzlich brechen alte Wunden wieder auf. Bald wird Kieran klar, dass dieser Mord mit ihm zu tun hat – und mit all dem, was während des Sturms vor zwölf Jahren geschah und niemals wirklich ans Tageslicht kam ...
DER STURM ist der erste Roman, den ich von Jane Harper gelesen habe und ich werde es mir wohl gut überlegen, ob ich noch weitere lesen werde. Ich habe viel positives über die Autorin gehört und natürlich überschlägt sich auch der Verlag mit Lobhudeleien, die man aber immer mit Vorsicht genießen muss.

Donnerstag, 29. Oktober 2026

Charlaine Harris: Untot in Dallas (Rezension)

Ein ermordeter Kollege, ein verschwundener Vampir – und dann tauchen auch noch Werwölfe auf!
Sookie Stackhouse, die gedankenlesende Kellnerin, hat es zurzeit nicht leicht. Erst wird einer ihrer Kollegen ermordet, dann sieht sie sich unversehens einem schaurigen Geschöpf gegenüber, das ihr mit giftigen Krallen tiefe Wunden zufügt. Zum Glück sind schnell ein paar Vampire zur Stelle, die ihr netterweise das Gift aus den Adern saugen. Womit sie ihr das Leben retten. Als einer der Blutsauger sie um einen Gefallen bittet, willigt sie daher ein, nach Dallas zu fahren und dort nach einem verschwundenen Vampir zu suchen. Ein gefährlicher Auftrag …

Mit UNTOT IN DALLAS setzt Charlaine Harris ihre Mischung aus Krimi, übernatürliche Fantasy und schwarzem Humor fort. Dabei geht sie etwas brutaler vor, nur die Liebesgeschichte zwischen Bill und Sookie plätschert seicht dahin und ist schon hart an der Schmerzgrenze. Immerhin sorgt Eric dafür, dass auch hier eine gewisse Spannung beim Leser erzeugt wird. Aber trotz einiger interessanten Szenen, die manchmal auch sehr freizügig, manchmal eher kurios sind. Aber so ganz konnte mich auch dieser Teil nicht überzeugen. Die TV-Serie ist besser, weil sie einfach anders ist. Aber um die Serie soll es nicht gehen.
Harris' Schreibstil ist flott, manchmal auch etwas holprig (wobei ich da nicht sagen kann ob das der Stil der Autorin ist oder an der Übersetzung liegt) und einfach, was durchaus mit der seichten Liebelei harmoniert, sich aber mit den teilweise brutalen Beschreibungen nicht vereinbaren lässt. Die verschiedenen Handlungsstränge wirken stellenweise etwas lose miteinander verbunden und manche Wendungen erscheinen allzu bequem konstruiert. Sookie ist allgegenwertig, die einzige Hauptperson, da in ihrem Schein alles andere verblasst. Einzig vielleicht Eric, der sich etwas in den Vordergrund drängt. Bill bleibt farblos, wie andere Nebencharaktere auch und wäre Eric nicht, so wäre UNTOT IN DALLAS eine OneWomanshow, die darauf ausgelegt ist Sookie glänzen zu lassen, auch wenn sie das nicht in jeder Szene ist. Sie hat Schwächen und darf sie auch zeigen, was es umso schwieriger macht, als Charakter neben ihr zu bestehen. Da kann man schon froh sein dahin gemeuchelt zu werden.
Mich hat das Buch nicht vom Hocker gerissen. Es hat gut Ansätze in der Handlung, aber Schreibstil und Charaktere verhindern wirklichen Lesespaß. SOOKIE-Fans werden das Buch lieben, wer TRUE BLOOD kennt wird verstört bleiben und wer gerne Vampirromane liest ... also es gibt besseres und schlechteres und würde es die erfolgreiche Serie nicht geben (ja, irgendwie muss ich darauf herum reiten), würde diese Reihe vermutlich auch nicht mehr als eine Fußnote der großen Vampirromane sein. Aber ... es gibt 15 Bände, also muss man wohl auch behaupten, dass die Bücher auch erfolgreich sind. Nur ... nachvollziehen kann ich das nicht.

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Mittwoch, 28. Oktober 2026

Marin T. Kael: Das vierte Feld (Rezension)

In Varin sind Worte Wirklichkeit.
Jedes Edikt – ein Gesetz, besiegelt von Krone, Zünften und Kasse – kann Straßen bauen, Märkte lenken, Armeen stärken.
Doch die Macht der Siegel zerbricht: Brüche reißen durch die Stadt, Treppen vergessen ihr Gewicht, Stimmen hallen ohne Mund.
Als ein verbotenes Freiedikt ein Hafenviertel zerstört, findet sich der junge Schreiber Arin zwischen Intrigen und Aufständen wieder. Königin Maev ringt um jedes Wort, das Ordnung bewahren könnte, während Zünfte und Kaufleute ihre eigenen Spiele spielen. Doch zwischen den offiziellen Siegeln taucht eine graue Prägung auf – makellos, unheimlich, ein Fingerzeig auf eine unsichtbare Macht, die längst über Varins Grenzen hinausreicht.
Arins Entdeckung wird das Reich verändern.
Denn irgendwo jenseits der Küsten zieht jemand Linien, die niemand je unterschrieben hat – und deren Ziel ist eine neue Ordnung der Welt.

Dienstag, 27. Oktober 2026

Werner Englert: Der Verräter von Lübeck (Rezension)

Lübeck, August 1530.
Seit Wochen sterben Fuhrleute und Schiffer auf der Straße nach Lüneburg – nicht nur beraubt, sondern abgeschlachtet. Die Bande kennt jeden Weg, ehe er gefahren wird, und verschwindet danach ins Herzogtum Lauenburg, wo kein Lübecker Recht mehr reicht. Die Kaufmannschaft blutet aus, und die Stadt kann nichts tun.
Der Rat der Hansestadt steht unter Druck: Jeder tote Fuhrmann kostet Vertrauen, jede verlorene Ladung schürt den Ruf nach härteren Männern an der Spitze. Während die Kaufmannschaft nach schnellen Antworten verlangt, wächst im Hintergrund ein Streit um Macht und Einfluss – und niemand ahnt, wie tief die Wurzeln der Bande in die Stadt selbst reichen.
Da trifft, mit kaiserlicher Vollmacht, ein Mann ein, der lieber wie ein Mörder denkt als wie ein Ratsherr: Veit Falkenrieth. An seiner Seite Thomas Sturmberg, dessen Fäuste schneller sind als seine Geduld, und Maria Windfang, deren Blick für Wunden mehr verrät, als mancher zugeben will.
Woher die Bande jede Route kennt, noch ehe sie gefahren wird, und warum sich halb Lübeck gegen die eigene Rettung wehrt – Veit muss es herausfinden, ehe der nächste Wagen verschwindet. Denn er hat es mit mehr als einer Bande zu tun, nur weiß er noch nicht, mit wie viel mehr.