Freitag, 26. Februar 2021

Ronald D. Gerste: Wie Krankheiten Geschichte machen (Rezension)

»Eine spannende Reise zu den medizinischen Wegmarken unserer Geschichte.« Dr. med. Mabuse Pest, Syphilis und Aids haben die Menschen in ihren Epochen bedroht, geprägt und in ihrem Bewusstsein Spuren hinterlassen. Eindrucksvoll zeigt Roland Gerste, wie Seuchen und die Krankheiten der Mächtigen zu Entscheidungsfaktoren in der Geschichte wurden – bis heute. Eine englische Königin, die das Land zusammen mit ihrem Mann, dem spanischen König, wieder katholisch machen will, scheint schwanger zu sein. Doch es ist ein Tumor – wäre sonst Spanien die Supermacht in unserer Welt? Ein deutscher Kaiser gilt als Hoffnungsträger der Liberalen, könnte Deutschland auf den Weg zu einer konstitutionellen, fortschrittlichen Monarchie führen. Doch er hat Kelhlkopfkrebs, ihm sind nur 99 Tage an der Macht vergönnt - wäre durch ihn der Erste Weltkrieg vermeidbar gewesen? Die Krankheiten von Staatenlenkern haben wiederholt in den Ablauf der Geschichte eingegriffen und die Weichen des Weltgeschehens oft auf dramatische Weise in eine andere Richtung gestellt. Doch Krankheiten bestimmen auch das Leben, die Kultur und das Bewusstsein der Völker. Die Pest und Aids, die Cholera und die Syphilis haben ganze Zeitalter geprägt. Der Arzt und Historiker Ronald D. Gerste nimmt den Leser mit auf eine spannende Reise zu den medizinischen Wegmarken unserer Geschichte. 

Donnerstag, 25. Februar 2021

Andreas Hagemann: Das Buch der Phantasien (Rezension)

Die Begegnung mit dem Buchhändler Arthur ist für Finn mehr als der Beginn einer Freundschaft, denn dessen unscheinbarer Laden birgt zahlreiche Geheimnisse. Zwischen all den Bänden erwacht in dem neugierigen Jungen eine phantastische Gabe. Er lernt bald, dass Bücher weit mehr als nur Geschichten enthalten, es magische und äußerst mächtige Exemplare gibt. Als die Buchwächter ihn zu einem der ihren machen möchten, scheint sein Glück vollkommen.
Doch schon bald zeigt die Welt der Bücher ihr finsteres Gesicht und Finn erkennt, wie bedeutsam seine Gabe ist. Er muss sich einer Macht stellen, gegen die selbst seine Kraft verblasst.
Andreas Hagemann entführt den Leser (wie es schon andere Autoren vor ihm taten) in eine Buchwelt. Ein bisschen fühlte ich mich bei Buchwächter - Das Buch der Phantasien an DIE UNENDLICHE GESCHICHTE und FUSHIGI YUGI erinnert, beide Bücher/Comics haben mir gut gefallen und die Thematik an sich spricht mich sehr an. Und ich finde es erstaunlich was sich Autoren einfallen lassen, damit das Thema nicht zu abgedroschen oder ausgelutscht wirkt.  
Auch Andreas Hagemann bietet einige kreative Ideen in seiner Buchwelt, aber ich muss gestehen, dass mir trotz der Kreativität (und der flüssigen Schreibweise) der Zugang fehlte. 
Fantasievoll durchaus, aber ... kalt (für meine Bedürfnisse). Es hat lange gedauert bis ich einigermaßen warm mit der Geschichte wurde, aber trotz der interessanten Darstellung der Phantasien blieben die menschlichen Darsteller farblos, austauschbar und oberflächlich.
Irgendwie schade, denn sowohl der Klappentext als auch das Cover verprechen magische Unterhaltung.
Ich habe sie hier nicht gefunden.

Dienstag, 23. Februar 2021

Markus Walther: Buchland (Rezension)

Das Buchland im Keller unter uns ist unglaublich viel mehr, als diese Aneinanderreihung von gefüllten Regalen. Dort findet man billige Klischees, abgedroschene Fantasien und halbe Wahrheiten direkt neben den großen göttlichen Ideen, die die Welt veränderten. Die ganze Kreativität der Menschheit." Dieses Antiquariat ist nicht wie andere Buchläden! Das muss auch die gescheiterte Buchhändlerin Beatrice feststellen, als sie notgedrungen die Stelle im staubigen Antiquariat des ebenso verstaubt wirkenden Herrn Plana annimmt. Schnell merkt sie allerdings, dass dort so manches nicht mit rechten Dingen zugeht: Wer verbirgt sich hinter den so antiquiert wirkenden Stammkunden "Eddie" und "Wolfgang"? Und welche Rolle spielt Herr Plana selbst, dessen Beziehung zu seinen Büchern scheinbar jede epische Distanz überwindet? Doch noch ehe Beatrice all diese Geheimnisse lüften kann, gerät ihr Mann Ingo in große Gefahr und Beatrice setzt alles daran, ihn zu retten. Zusammen mit Herrn Plana begibt sie sich auf eine abenteuerliche Reise quer durch das mysteriöse Buchland. Dort treffen sie nicht nur blinde Buchbinder, griechische Göttinnen und die ein oder andere Leseratte, auch der Tod höchstpersönlich kreuzt ihren Weg. Und schon bald steht fest: Es geht um viel mehr, als bloß darum, Ingo zu retten. Vielmehr gilt es, die Literatur selbst vor ihrem Untergang zu bewahren!

Montag, 22. Februar 2021

Anthony Horowitz: Ein perfider Plan (Rezension)

Keine sechs Stunden, nachdem die wohlhabende alleinstehende Diana Cowper ihre eigene Beerdigung geplant hat, wird sie in ihrem Haus erdrosselt aufgefunden. Ahnte sie etwas? Kannte sie ihren Mörder?
Daniel Hawthorne, ehemaliger Polizeioffizier und inzwischen Privatdetektiv im Dienst der Polizei, nimmt die Spur auf. Aber nicht nur den Fall will er lösen, es soll auch ein Buch daraus werden, und dafür wird Bestsellerautor Anthony Horowitz gebraucht. Der wiederum sträubt sich zunächst, ist jedoch schon bald unrettbar in den Fall verstrickt. Fasziniert von der Welt des Verbrechens ebenso wie von dem undurchsichtigen Detektiv und dessen messerscharfem Verstand.
Ganz im Stil von Holmes und Watson begeben sich Hawthorne und Horowitz auf die Suche nach dem Mörder einer scheinbar harmlosen älteren Frau, in deren Vergangenheit allerdings schon bald dunkle Geheimnisse auftauchen. Eine atemberaubende Jagd beginnt …

Sonntag, 21. Februar 2021

Neil Gaiman: Der lächelnde Odd und die Reise nach Asgard (Rezension)

Tief in den Wäldern des Nordens begegnet der Wikingerjunge Odd den Göttern Odin, Thor und Loki. Die drei nehmen den Jungen mit auf eine abenteuerliche Reise nach Asgard, die Götterstadt. Denn nur einer wie Odd kann die Eisriesen von dort vertreiben und die Welt vom ewigen Winter befreien: Einer, der so fröhlich ist, einer, der so glücklich ist - wie Odd.
Die Kinderbücher von Neil Gaiman gefallen mir soweit ich sie kenne) ziemlich gut und auch Der lächelnde Odd bildet dabei keine Ausnahme. Dabei handelt es sich um eine kindgerechte Reise in die Mythenwelt des Nordens, schön illustriert und auch für den erwachsenen Leser interessant. Spannend und listenreich macht sich Odd auf den Weg nach Asgard, begleitet von drei Göttern, die in Tiergestalt so hilflos sind, wie man sie selten sieht. Das Buch ist nicht sehr actionreich, es besticht durch List und Witz (wie es sein sollte, wenn Loki involviert ist, obwohl Odd der eigentliche Held der Geschichte ist). Kurzweilige Unterhaltung zum Lesen und Ansehen, denn auch die Illustrationen können sich sehen lassen, auch wenn es Unterschiede zwischen den alten Ausgaben und der neuen Schmuckausgabe gibt. Die neue Ausgabe ist natürlich viel edler. 
Aber der geschriebene Inhalt ist gleich: Ein wunderschönes Abenteuer für Freunde der nordischen Mythologie (fast) jeden Alters.