Mittwoch, 20. Mai 2026

Norma Schneider: Queer 100 Seiten

Queer bedeutet Vielfalt: Queere Menschen haben unterschiedliche sexuelle Orientierungen und Geschlechtsidentitäten, queer ist alles, was Kategorien sprengt und Heteronormativität in Frage stellt.
Norma Schneider führt ein in all things queer, erzählt von queerer Identität und Community, macht neugierig auf Queer Theory und Queer Culture und beschreibt den bis heute andauernden Kampf für Gleichstellung und gegen Queerfeindlichkeit.

Norma Schneider, geb. 1988, ist freie Journalistin, Lektorin und Sachbuchautorin. Sie schreibt über kulturelle, gesellschaftliche und queere Themen.
Die „100 Seiten“-Reihe des Reclam Verlags ist eine Sachbuchreihe, die seit 2016 kurze, allgemeinverständliche Einführungen in die unterschiedlichsten Themen bietet. Jeder Band umfasst etwa 100 Seiten und richtet sich an Leserinnen und Leser, die sich schnell, fundiert und unterhaltsam über ein Thema informieren möchten.

Dienstag, 19. Mai 2026

Irene Hanappi: Lesereise Tschechien (Rezension)

Eine Idee, geboren in Olomouc, veränderte die Welt – und machte die barocke Garnisonsstadt zum unerwarteten Ausgangspunkt des »Tractatus logico-philosophicus«. Ein Stadtspaziergang durch Brünn erhebt das Flanieren zur Kunstform und erzeugt auf dem alten Kopfsteinpflaster den Widerhall Tausender Schritte prominenter Dichter, Denker und Komponisten. In Pilsen öffnen sich die Türen zu einer anderen Welt. In den von Adolf Loos geschaffenen, wie durch ein Wunder erhalten gebliebenen Interieurs aus Marmor und Mahagoni manifestiert sich der mondäne Lebensstil der 1930er Jahre. Und in Ostrava, einst ein rauchender Moloch aus Stahl und Kohle, zeigt sich der Wandel – heute eine Stadt im Aufbruch, grün, lebendig, architektonisch mutig und voller Energie. In neun atmosphärisch dichten Reportagen zeichnet Irene Hanappi das Porträt eines Landes, das vielen vertraut erscheint, weil es auf den ersten Blick an zu Hause erinnert. Ein Land, das zugleich nah und fern wirkt und oft unterschätzt wird, obwohl es in vielerlei Hinsicht wegweisend ist. Weil hier Geschichte geschrieben wurde. Und weil hier Zukunft entsteht.
Prag, Plzen oder Olomouc (oder auch nicht) sind Städte, die man sofort mit Tschechien in Verbindung bringt. Pilsener Urquell oder die Karlsbrücke... kennt man, und vielleicht war man sogar schon einmal da. Aber... Tschechien hat so viel mehr zu bieten, auch in den Städten, die man vermeintlich zu kennen glaubt. Und so lernt der Leser hier ein anderes Tschechien kennen, Orte, die geschichtsträchtig sind, aber vergessen wurden, und Orte, die man in einem normalen Reiseführer nicht findet. Dabei ist LESEREISEN TSCHECHIEN kein Reiseführer. Man kann sich inspirieren lassen, nicht nur von den Beschreibungen der Orte, auch "neue" Autoren und Komponisten (jeglichen Geschlechts) kann man kennenlernen. Kurz und knapp zeigt und Irene Hanappi ein unbekanntes Tschechien, spannend erzählt und neugierig machend. Und warum nicht einmal ein Ausflug nach Brno... oder ein Buch von Karel Čapek lesen.
132 Seiten ... und ein anderer Blick auf Tschechien, für Freunde des Landes und solche, die es werden wollen.

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Montag, 18. Mai 2026

Ross Montgomery: Tee, Tod und die versiegelte Tür (Rezension)

Ein unmöglicher Mord und ein unvergessliches Ermittlerduo
Cornwall, 1910: Ein Komet über England wird die Menschheit auslöschen, da ist der Viscount von World’s End sicher. Er lädt seine engsten Vertrauten in sein abgelegenes Landhaus und lässt zum Schutz jede Tür, jedes Fenster versiegeln. Doch am nächsten Morgen ist ausgerechnet der Viscount tot, erschossen in einem von innen verriegelten Raum. Der Verdacht fällt sofort auf Stephen Pike, den neuen Diener. Ihm bleibt nur eine Möglichkeit: den wahren Mörder finden, bevor er verhaftet wird. Dabei erhält er unerwartet Hilfe von der Tante des Viscounts, der mürrischen, aber brillanten – und so gar nicht ladyliken – Miss Decima. Doch die Gefahr ist noch nicht gebannt, denn der Mörder ist noch im Haus …

Freitag, 15. Mai 2026

Robert Sedlack: Ein unvergessliches Jahr im Leben des Fred Pickle (Rezension)

Wer Forrest Gump mochte, wird von Fred Pickle begeistert sein. Fred Pickle ist achtunddreißig, aber manchmal benimmt er sich, als wäre er neunzehn oder gar erst fünf. Früher war er eine Sportskanone, bis ein Unfall seiner Karriere ein jähes Ende bereitete. Nun lebt er auf der Schaffarm seines Onkels, mischt die Landbevölkerung auf und plant die Revolution. Fred hat zwei Leidenschaften: das alljährliche heilige Ritual, eine Eisbahn auf dem Grundstück seines Onkels anzulegen, und die Eishockeysaison, während deren er kein Spiel seiner Lieblingsmannschaft verpasst. Als man munkelt, seine kanadische Mannschaft solle an die »feindlichen« USA verkauft werden, sieht Fred rot und mit ihm Badger, ein 81-jähriger Anarchist und Berufsrevoluzzer. Gemeinsam schmieden sie Pläne, diesen infamen Verrat zu rächen.
Ein unvergessliches Jahr im Leben des Fred Pickle von Robert Sedlack will schräg wie warmherzig sein. Ähnlichkeiten zu Forrest Gump scheinen beabsichtigt, aber da ich den Film nicht kenne, kann ich mir dazu zumindest kein Urteil erlauben. Das Buch wird aber tatsächlich damit beworben: Wer Forrest Gump mochte, wird von Fred Pickle begeistert sein.

Donnerstag, 14. Mai 2026

Anita Waller: The Girls next door (Rezension)

Vier Frauen. Eine Straße. Ein Leben lang Loyalität.
Wir sind zusammen aufgewachsen, haben alles geteilt: Geheimnisse, Männer, Träume.
Vor allem aber haben wir uns geschworen, einander immer zu beschützen.
Jetzt ist jemand tot.
Und eine von uns weiß mehr, als sie je zugeben dürfte.
Manche Morde geschehen aus Wut – unserer geschah aus Notwendigkeit.
Chantelle glaubte, sie wisse, wer ihr Mann ist … bis sie ihn zufällig mit einer anderen Frau sieht. Statt eines lauten Streits entscheidet sie sich für einen kühlen Plan: Scheidung, Absicherung, Kontrolle. Ihre drei besten Freundinnen stehen geschlossen hinter ihr. So wie immer.
Doch dann taucht plötzlich Jessicas Mutter auf: die Frau, die ihr Kind vor Jahrzehnten zurückließ und spurlos verschwand. Ihr Auftauchen reißt alte Wunden auf und bringt Wahrheiten ans Licht, die besser begraben geblieben wären.
Wenig später ist sie tot.
Während die Polizei Fragen stellt, rücken die vier Frauen enger zusammen. Jede von ihnen weiß etwas. Jede von ihnen verschweigt etwas. Und Loyalität kann gefährlicher sein als Verrat.
Man sagt, Nachbarn halten zusammen.
Koste es, was es wolle.