Dienstag, 17. März 2026

Dolores Redondo: Der nächtliche Besucher (Rezension)

Das Tal der geheimen Gräber: ein Schauplatz voller Mythen und Legenden - Hochspannung bis zur letzten Seite!
Der rätselhafte Tod eines Babys führt Inspectora Amaia Salazar erneut ins beschauliche Baztán-Tal am Fuß der Pyrenäen. Für die Urgroßmutter des Kindes steht der Täter fest: Inguma, ein mythologisches Wesen, das schlafenden Kindern den Atem raubt. Amaia Salazar dagegen überführt den Vater, der seine eigene Tochter im Schlaf erstickt hat. Doch damit ist der Fall noch lange nicht abgeschlossen, denn die Ermittlerin stößt auf weitere ungeklärte Kindstode, die sich in der Gegend zu häufen scheinen ...

DER NÄCHTLICHE BESUCHER ist der dritte Teil der spannenden Baztan-Trilogie. Und man kann ihn wirklich als krönend bezeichnen, auch wenn man am Ende auch das Gefühl bekommt, dass die Geschichte um Amaia Salazar noch nicht beendet ist (was sie ja auch nicht ist, so ganz kann die Autorin von der Inspectora nicht abschließen). Mystisch erscheint die Geschichte, in der Wesen der baskischen Sagenwelt ihr Unwesen zu treiben scheinen. Mehr noch als im ersten Teil (DAS ECHO DUNKLER TAGE) spielen die Mythen eine Rolle und sorgen für eine bedrückende Atmosphäre. Hinzu kommt noch die realistische Darstellung von Salazars Ermittlungsarbeit und ... da geht es durchaus heftig zu. Amaia steht zwischen zwei Männern, ein Mord erschüttert selbst den Leser (vor allem, weil er so unerwartet kommt) und natürlich geistert Amaias Mutter bedrohlich durch die Nachbarschaft. Es passiert viel und doch schafft es Redondo die Geschichte im Baztan-Tal zu einem befriedigenden Ende zu bringen. Nichts für schwache Nerven, aber ein Highlight für jeden Thrillerfan. Der nächtliche Besucher ist (nebenbei bemerkt) der "Inguma". Der Dämon, der sich nachts auf die Brust seiner Opfer setzt und ihnen den Atem nimmt. Das Finale der Reihe bringt Stränge zusammen und verknüpft offene Enden, nur um dann mit einem kleinen Telefonat den Leser mit der Frage zurück zulassen: Was kommt jetzt?
Aber das mag erlaubt sein, in diesem fast perfekten Thriller.

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Montag, 16. März 2026

Jørn Lier Horst/Jan-Erik Fjell: Hörst du den Schrei

Ein schockierender Cold Case, eine verschwundene Journalistin und ein ungewöhnlicher Ermittler – der erste Fall für Krimi-Podcaster Markus Heger.
Fagernes, Norwegen: Krimi-Podcaster Markus Heger plant eine Serie über die vor fünfzehn Jahren verschwundene Leah. Obwohl ihre Leiche nie gefunden wurde, kam Leahs Vater Tobias für den Mord an ihr damals ins Gefängnis. Als nun eine Journalistin, die sich für den Fall interessierte, verschwindet, nimmt Markus die Ermittlung selbst auf. Und je tiefer er in die Abgründe der Vergangenheit eintaucht, desto überzeugter ist er, dass der wahre Täter noch frei herumläuft. Und dass dies noch lange nicht sein letztes Verbrechen gewesen ist ...

Jørn Lier Horst ist mir von seinen Wisting und Clue-Romanen bekannt, die ich gerne lese und auch die Wisting-Verfilmungen gefallen mir gut. Von Jan-Erik Fjell habe ich bisher noch kein eigenständiges Werk gelesen, aber das werde ich wohl nachholen müssen.

Dienstag, 10. März 2026

Klaus Reichold: Warum Bayern ein orientalisches Land ist und andere weiß-blaue Wahrheiten (Rezension)

Der Ausspruch »Mia san mia« ist schon immer ein ausgemachter Schmarrn. Denn kein Mensch weiß, wer die Bayern wirklich sind und woher sie kommen. Aus Bayern jedenfalls nicht. Selbst die Landespatronin, die Muttergottes, ist eine »Zuagroaste« aus Galiläa. Zugegeben: Der Orient ist nur eine der Quellen, aus denen sich das weiß-blaue Wesen speist. Bayern ist aber ähnlich exotisch, geheimnisvoll und rätselhaft – viel bunter und widersprüchlicher, als man gemeinhin denkt. Seine Identität schöpft das Land vor den Bergen daraus, dass es seit Jahrhunderten Menschen, Kulturtechniken und Traditionen aus aller Herren Länder höchst erfolgreich integriert und vereinnahmt. Von der Weite der bayerischen Welt erzählt Klaus Reichold auf ebenso amüsante wie kenntnisreiche Weise.
Bayern ist das flächengrößte Bundesland Deutschlands und liegt im Südosten des Landes. Seine Hauptstadt ist München. Bayern ist bekannt für seine Alpenlandschaften, Seen, Wälder und historischen Städte. Traditionen wie Lederhosen, Dirndl und Volksfeste – besonders das Oktoberfest – prägen das kulturelle Bild.

Annette Marie: Kein Kuchen für Vampire (Rezension)

Magie habe ich mein ganzes Leben lang gemieden. Und trotzdem bin ich nun an einen Dämon gebunden – einen mächtigen, eigensinnigen Gefährten, der mich überraschenderweise beschützt … im Tausch gegen Selbstgebackenes.
Während wir versuchen, unseren verbotenen Pakt geheim zu halten, geraten wir in eine gefährliche Intrige voller dunkler Magie und uralter Machtspiele.
Je tiefer Zylas und ich in dieses Netz aus Lügen und Verrat gezogen werden, desto klarer wird: Hinter jeder Fassade lauert Gefahr. Doch wenn wir die Wahrheit über das Grimoire meiner Familie ans Licht bringen wollen, bleibt uns nur eines: zusammenzuarbeiten. Auch wenn manche Geheimnisse stark genug sind, um uns beide zu zerstören.

Nach EIN COOOKIE FÜR DEN DÄMON ist KEIN KUCHEN FÜR VAMPIRE nun der zweite Teil von GUILD CODEX: Demonized. Und dieser Teil legt noch einmal einiges drauf, was die Spannung anbelangt.

Montag, 9. März 2026

Lilly Labord: Die Gummienten-Morde - Ein Zombie ermittelt (Rezension)

Eliot Podmore will sich auf Malford Manor in aller Ruhe der Durchsicht alter Briefe widmen, die ein Forscher vor über hundert Jahren hinterlassen hat. Das bringt ihn in Kontakt mit magischen Riten und haarsträubenden Aufzeichnungen. Womit er nicht rechnet, ist ein Mord. Mitten in der Küche wird eine vollkommen Fremde niedergestochen und neben ihr eine quietschgelbe Gummiente platziert. Bald schreiben die Medien über den "Gummi-Enten-Mord". Eliot gerät mitten in familiäre Intrigen und handfeste Auseinandersetzungen. Als er selbst in den Fokus genommen wird, bekommt er Hilfe von gänzlich unerwarteter Seite - denn der Ahnherr von Malford Manor hat durchaus noch einiges zu sagen.
Persönlich. Und außerordentlich deutlich.

Lust auf CosyCrime? Lust auf Zombies? Geht das? Vermutlich nicht, wenn man an die klassischen Zombies denkt. Das dürfte eine echte Herausforderung sein. Denkt man an "I ZOMBIE", dann würde es funktionieren. Und Lilly Labord zeigt uns ihre Version eines CosyCrime mit Zombies. Und auch wenn die Geschichte auch ohne Zombie funktionieren würde, so ist sie auf jeden Fall unterhaltsam. Der Schreibstil ist flüssig und man ist schnell in der Geschichte. Die Charaktere sind gut skizziert, glaubwürdig (selbst wenn es sich um einen Zombie handelt), die Handlung ... leicht abgedreht, aber noch im Bereich des nicht ganz so überdrehten. Irgendwie ein bisschen Landhauskrimi, nur eben mit einem Zombies. Wendungsreich und spannend, so wie ein Krimi sein soll. Und weil es eher unblutig zu geht (trotz des Mordens) auch für Zartbesaitete geeignet (wenn diese sich mit dem Konzept eines ermittelnden Zombies abfinden kann .... allerdings ... dieser Zombie isst kein Hirn). Kurzweilige Unterhaltung für Zwischendurch, für Freunde die es gerne Cosy mögen (und das bezieht sich sowohl auf den Krimi, wie auch den Phantastikaspekt)

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