Sookie Stackhouse, die gedankenlesende Kellnerin, hat es zurzeit nicht leicht. Erst wird einer ihrer Kollegen ermordet, dann sieht sie sich unversehens einem schaurigen Geschöpf gegenüber, das ihr mit giftigen Krallen tiefe Wunden zufügt. Zum Glück sind schnell ein paar Vampire zur Stelle, die ihr netterweise das Gift aus den Adern saugen. Womit sie ihr das Leben retten. Als einer der Blutsauger sie um einen Gefallen bittet, willigt sie daher ein, nach Dallas zu fahren und dort nach einem verschwundenen Vampir zu suchen. Ein gefährlicher Auftrag …
Mit UNTOT IN DALLAS setzt Charlaine Harris ihre Mischung aus Krimi, übernatürliche Fantasy und schwarzem Humor fort. Dabei geht sie etwas brutaler vor, nur die Liebesgeschichte zwischen Bill und Sookie plätschert seicht dahin und ist schon hart an der Schmerzgrenze. Immerhin sorgt Eric dafür, dass auch hier eine gewisse Spannung beim Leser erzeugt wird. Aber trotz einiger interessanten Szenen, die manchmal auch sehr freizügig, manchmal eher kurios sind. Aber so ganz konnte mich auch dieser Teil nicht überzeugen. Die TV-Serie ist besser, weil sie einfach anders ist. Aber um die Serie soll es nicht gehen.
Harris' Schreibstil ist flott, manchmal auch etwas holprig (wobei ich da nicht sagen kann ob das der Stil der Autorin ist oder an der Übersetzung liegt) und einfach, was durchaus mit der seichten Liebelei harmoniert, sich aber mit den teilweise brutalen Beschreibungen nicht vereinbaren lässt. Die verschiedenen Handlungsstränge wirken stellenweise etwas lose miteinander verbunden und manche Wendungen erscheinen allzu bequem konstruiert. Sookie ist allgegenwertig, die einzige Hauptperson, da in ihrem Schein alles andere verblasst. Einzig vielleicht Eric, der sich etwas in den Vordergrund drängt. Bill bleibt farblos, wie andere Nebencharaktere auch und wäre Eric nicht, so wäre UNTOT IN DALLAS eine OneWomanshow, die darauf ausgelegt ist Sookie glänzen zu lassen, auch wenn sie das nicht in jeder Szene ist. Sie hat Schwächen und darf sie auch zeigen, was es umso schwieriger macht, als Charakter neben ihr zu bestehen. Da kann man schon froh sein dahin gemeuchelt zu werden.
Mich hat das Buch nicht vom Hocker gerissen. Es hat gut Ansätze in der Handlung, aber Schreibstil und Charaktere verhindern wirklichen Lesespaß. SOOKIE-Fans werden das Buch lieben, wer TRUE BLOOD kennt wird verstört bleiben und wer gerne Vampirromane liest ... also es gibt besseres und schlechteres und würde es die erfolgreiche Serie nicht geben (ja, irgendwie muss ich darauf herum reiten), würde diese Reihe vermutlich auch nicht mehr als eine Fußnote der großen Vampirromane sein. Aber ... es gibt 15 Bände, also muss man wohl auch behaupten, dass die Bücher auch erfolgreich sind. Nur ... nachvollziehen kann ich das nicht.
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