Montag, 9. März 2026

Lilly Labord: Die Gummienten-Morde - Ein Zombie ermittelt (Rezension)

Eliot Podmore will sich auf Malford Manor in aller Ruhe der Durchsicht alter Briefe widmen, die ein Forscher vor über hundert Jahren hinterlassen hat. Das bringt ihn in Kontakt mit magischen Riten und haarsträubenden Aufzeichnungen. Womit er nicht rechnet, ist ein Mord. Mitten in der Küche wird eine vollkommen Fremde niedergestochen und neben ihr eine quietschgelbe Gummiente platziert. Bald schreiben die Medien über den "Gummi-Enten-Mord". Eliot gerät mitten in familiäre Intrigen und handfeste Auseinandersetzungen. Als er selbst in den Fokus genommen wird, bekommt er Hilfe von gänzlich unerwarteter Seite - denn der Ahnherr von Malford Manor hat durchaus noch einiges zu sagen.
Persönlich. Und außerordentlich deutlich.

Lust auf CosyCrime? Lust auf Zombies? Geht das? Vermutlich nicht, wenn man an die klassischen Zombies denkt. Das dürfte eine echte Herausforderung sein. Denkt man an "I ZOMBIE", dann würde es funktionieren. Und Lilly Labord zeigt uns ihre Version eines CosyCrime mit Zombies. Und auch wenn die Geschichte auch ohne Zombie funktionieren würde, so ist sie auf jeden Fall unterhaltsam. Der Schreibstil ist flüssig und man ist schnell in der Geschichte. Die Charaktere sind gut skizziert, glaubwürdig (selbst wenn es sich um einen Zombie handelt), die Handlung ... leicht abgedreht, aber noch im Bereich des nicht ganz so überdrehten. Irgendwie ein bisschen Landhauskrimi, nur eben mit einem Zombies. Wendungsreich und spannend, so wie ein Krimi sein soll. Und weil es eher unblutig zu geht (trotz des Mordens) auch für Zartbesaitete geeignet (wenn diese sich mit dem Konzept eines ermittelnden Zombies abfinden kann .... allerdings ... dieser Zombie isst kein Hirn). Kurzweilige Unterhaltung für Zwischendurch, für Freunde die es gerne Cosy mögen (und das bezieht sich sowohl auf den Krimi, wie auch den Phantastikaspekt)

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Freitag, 6. März 2026

Elizabeth George: Gott schütze dieses Haus (Rezension)

Jahrhunderte lag ein Dorf im englischen Yorkshire im Dornröschenschlaf – bis ein brutaler Mord die Idylle stört: Der Dorfpfarrer entdeckt die enthauptete Leiche seines treuen Schäfchens William in einer Scheune. Neben dem Toten kauert Roberta, seine leicht debile Tochter. Sie behauptet: »Ich war's.« Und verstummt.
Scotland Yard schickt Inspector Thomas Lynley und Seargeant Barbara Havers. Die beiden arbeiten zum ersten Mal zusammen und sind ein eher ungewöhnliches Team. Doch der Fall lässt ihnen keine Eingewöhungszeit. Vor Ort erwartet sie ein undurchsichtiges Gewirr von Geheimnissen und Abhängigkeiten – hinter dem sich eine grausige Wahrheit verbirgt ...

GOTT SCHÜTZE DIESES HAUS mag der erste Lynley-Krimi sein, denn Elizabeth George geschrieben hat, aber es ist nicht der erste. In MEIN IST DIE RACHE wird die Vorgeschichte erzählt, aber man kann die Bücher auch in der Reihenfolge lesen, in der sie geschrieben wurden. GOTT SCHÜTZE DIESE HAUS ist kein actionreicher Thriller, sondern ein klassischer britischer Ermittlungsroman mit starkem Fokus auf Charaktere und Atmosphäre. Und so lässt sich George auch Zeit, baut ihre Geschichte langsam auf. Auch mit der Vorstellung ihrr Protagonisten lässt sie sich Zeit, ohne dabei den Leser zu langweilen. Von Anfang an schafft sie es den Leser bei der Stange zu halten und so langsam sich ihr Fall aufbaut so langsam (aber nachhaltig) steigt das Entsetzen und der Unglaube des Lesers. Ein intelligenter, psychologisch ausgefeilter Krimi, der hinter die Fassade englischen Dorflebens blickt. Havers und Lynley harmonieren gut, auf ungewöhnliche Weise und trotz aller Unterschiede weiß Lynley Havers zu nehmen und sie in ihre Schranken zu weisen und sie gleichzeitig zu fördern. Und man merkt auch, welchen Einfluss Havers langsam auf ihren Vorgesetzten ausübt. Und so bietet GOTT SCHÜTZE DIESES HAUS nicht nur einen spannenden Krimi, der trotz fehlender Gemetzel durchaus nahegeht, sondern auch zwei faszinierende Ermittler, mit Ecken und Kanten.
Ein Muss für jeden Fan klassischer Krimis und es ist schon fast schade, dass ich sie erst jetzt lese obwohl ich das schon so lange vor hatte (seit der ersten Lynley Serie)

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Donnerstag, 5. März 2026

Gustav Seibt: Ein Sommer mit Goethe (Rezension)

"Es ist keine Schande, Goethe nicht gelesen zu haben. Es ist nur schade. Und man kann es ändern." Goethe .... ich habe durchaus gelernt ihn zu schätzen, aber eher seine Person weniger sein Werk, denn das ... so muss ich gestehen, kenne ich nur Auszugsweise. FAUST kenne ich als Musical (muss man aber nicht), seinen ERLKÖNIG auch als vertontes Musikstück (obwohl ich die Ballade in der Schule auswendig lernen musste). Und dann noch so Dinge wie sein GINGO BILOBA oder BEI BETRACHTUNG VON SCHILLERS SCHÄDEL ... aber es gibt so vieles, das ich nicht gelesen habe, dabei bin ich im Laufe der letzten Jahre sehr oft auf Goethe geschrieben ... denn .... Goethe war gut.

Bei manchen Dingen kann ich einfach nicht wiederstehen, dabei war Goethe wirklich gut in dem was er machte. Und als Deutscher kommt man an Goethe kaum vorbei ... wobei ... das muss man auch nicht.

Mittwoch, 4. März 2026

Uwe Neumahr: Die Buchhandlung der Exilanten: Paris 1940 - Zuflucht und Widerstand (Rezension)

Zwei Buchhändlerinnen im besetzten Paris: Eine Geschichte von Liebe und Literatur
Sie sind literarische Legenden. Adrienne Monnier und Sylvia Beach haben mit ihren benachbarten Buchhandlungen über Jahrzehnte das literarische Paris geprägt. Doch 1940, mit der deutschen Besatzung, ändert sich auch für sie alles. Aus der literarischen Oase im Herzen der Stadt wird ein Zufluchtsort für deutsch-jüdische Exilanten und ein Ort des Widerstands. Uwe Neumahr erzählt in seinem bewegenden Buch die Geschichte dieses großen Paares und ihrer Freunde.
In den wilden Zwanzigerjahren sind "Shakespeare and Company" und "Das Haus der Bücherfreunde", die Buchhandlungen von Sylvia Beach und Adrienne Monnier, Anlaufstellen für Schriftsteller, Intellektuelle und Künstler. Hier trifft sich die Avantgarde, von James Joyce und Ernest Hemingway über Pablo Picasso bis zu Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir. Mit dem Einfall der Deutschen in Frankreich im Mai 1940 aber gerät auch die Literatur in Gefahr. Zu den Besatzern gehört Ernst Jünger, während die amerikanisch-jüdische Schriftstellerin Gertrude Stein sich dem neuen Regime in Vichy anschmiegt. Adrienne Monnier und Sylvia Beach setzen alles daran, ihre Freunde Walter Benjamin, Gisèle Freund, Siegfried Kracauer und manche andere zu retten. Bis Sylvia Beach selbst von der Gestapo abgeholt und in ein Internierungslager gebracht wird. Auf der Grundlage von Archivstudien schildert Uwe Neumahr erstmals dieses dramatische Kapitel aus dem besetzten Paris.
Es ist eine Geschichte von großer Literatur und ihrer Entstehung, von Verfolgung, Gewalt und Menschlichkeit und von der Liebe zweier ganz und gar ungewöhnlicher Frauen.

Dienstag, 3. März 2026

Arno Strobel: Ungelöst (Hörbuch) (Rezension)

Auftakt der brandneuen Thriller-Serie von Nr. 1-Bestsellerautor Arno Strobel: Luisa Menkhoff und Ramin Brunner sind die Cold-Case-Einheit!
Medizinstudentin Luisa Menkhoff kennt die verschwundene Frau auf dem Flugblatt. Es ist Jahre her, dass sie sie gesehen hat. Aber trotzdem kann sie sich erinnern, als wäre es gestern gewesen. Nicole Klement war die Lebensgefährtin des Mannes, der Luisa als Fünfjährige entführt hat. Und damals ebenfalls in die Sache verwickelt.
Luisa wendet sich umgehend an die Münchner Polizei und trifft auf Hauptkommissar Ramin Brunner, der gerade im Begriff ist, eine neue Cold-Case-Einheit aufzubauen, die alte Fälle mit modernen Mitteln aufklären soll.
Als Luisa ihm die Umstände ihrer Entführung als Kind schildert, ist Ramin verblüfft. Luisa hat ein eidetisches Gedächtnis und erinnert sich an jedes Detail einer einmal erlebten Situation. Und alles, was sie sagt, deutet darauf hin, dass ihr damaliger Entführer – Dr. Joachim Lichner – jetzt Nicole Klement in seiner Gewalt hat.
Luisa wird als externe Beraterin zu dem aktuellen Vermisstenfall hinzugezogen. Bis klar wird, dass sie sich getäuscht haben muss. Denn es gibt Hinweise, dass es Lichner nicht gewesen sein kann. Aber warum fühlt Luisa sich dann beobachtet? Zu spät erkennen sie und Ramin, dass sie etwas Entscheidendes übersehen haben, das allen Beteiligten zum Verhängnis werden könnte.