Mittwoch, 5. Mai 2021

Ellen Barksdale: Tee? Kaffee? Mord! - Zum Ersten, zum Zweiten ... und tot (Rezension)

Was geht im Haus des alten Mr Stevenson vor sich? Nach dessen Tod wurde das abgelegene Cottage von dem Bolivianer Carlos Ramon Alvarez für einen Fantasiepreis ersteigert. Und seitdem geschehen dort merkwürdige Dinge ...
Nathalies und Louises Spürsinn ist geweckt. Sie stellen Nachforschungen an und finden Erstaunliches heraus: Alvarez und der alte Mr Stevenson kannten sich! Und Stevenson verfügte über mehr Geld, als er eigentlich hätte haben dürfen. In einer waghalsigen Aktion verschaffen sich Nathalie und Louise Zutritt zum Cottage. Doch was sie hinter der Fassade des malerischen Landhauses entdecken, sind Verbrechen, von denen Geldwäsche und Waffenschmuggel noch die harmlosesten sind ...
Blablabla....irgendwie ist alles zur Cosy Crime-Serie Tee? Kaffee? Mord! gesagt, zumindest was mich betrifft. Nicht anders als die Vorgänger präsentiert auch Vera Teltz den achten Teil der Reihe und amcht aus den belanglosen Fällen durchaus einen Genuß für die Ohren. Und dank der Sprecherin sieht man auch gerne über diverse Unzulänglichkeiten oder Schwächen hinweg, beispielsweise wenn der Fall mal nicht wirklich interessant ist. Bei Zum Ersten, zum Zweiten ... und tot ist das allerdings nicht der Fall.

Dienstag, 4. Mai 2021

Christoph Heiden: Sünderblut (Rezension)

Nachdem die brutal zugerichtete Leiche eines Verdächtigen, der bei einer Schlägerei einen Mann halb tot geprügelt hat, in einem Fluss auftaucht, stehen die Kommissare Henry Kilmer und Linda Liedke vor einem Rätsel: Die Kehle wurde durchgeschnitten und ein seltsames Zeichen befindet sich auf der Haut. Obwohl alle Kollegen von Treibgutverletzungen ausgehen, ist sich Kilmer sicher, dass das mysteriöse Zeichen vom Täter in die Haut eingeritzt wurde. Als eine weitere Leiche auftaucht, bestätigt sich sein Verdacht und sie erkennen bald, dass sie es mit einem gefährlichen Serienmörder zu tun haben. Für das ungleiche Ermittlerduo beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Doch der empathische Kilmer droht sich in dem Fall zu verlieren – denn die Geister seiner Vergangenheit scheinen ihn eingeholt zu haben …
Sünderblut bietet auf der einen Seite einen klassischen Thriller, der mit seinen Spannungselementen überzeugen kann und an den Nerven des Lesers sägt. Die beiden Ermittler, allen voran Henry Kilmer, sind sympathisch, harmonieren gut miteinander und scheinen keine besonderen psychologischen Auffälligkeiten zu haben. Henry ist ein Einzelgänger, der sich auch privat gerne mit (literarischen) Mördern auseinandersetzt. 
Die beiden Ermittler stehen nicht sehr im Vordergrund, der Leser wird ganz von der Handlung gefangen genommen und hin und wieder auch auf falsche Fährten gesetzt (was ich teilweise auch sehr amüsant fand, vor allem wenn Henry von einer Idee besessen ist, die unbedingt etwas mit dem fall zu tun haben muss ... seiner Meinung nach)
Der Thriller ist eine explosive Mischung aus actionreichen Szenen und ruhigeren Momenten.
Man würde gerne mehr von Henry Kilmer lesen.

Was mich anfangs etwas abgeschreckt hat:
Ein Serienmörder und ein junger Kommissar, der von seiner Vergangenheit eingeholt wird … Der düstere und rasante Krimi für Fans von Gerlinde Friewald

Das klingt schon sehr reißerisch und ist auch nicht mehr neu. Es scheint normal zu sein, dass heutzutage Ermittler von ihrer Vergangenheit eingeholt werden, als ob das normal wäre. Manchmal ist es interessant (wie in diesem Fall), manchmal nicht.
Und was die Bücher von Gerlinde Friewald anbelangt .. bisher kenne ich nur Narbenfrau und davon bin ich kein Fan. Christoph Heiden ist besser ... viel besser, jedenfalls soweit es diese beiden Bücher betrifft. 

Montag, 3. Mai 2021

Darius Quinn: Die letzte Prophezeihung des Isaac Newton (Rezension)

Eine Prophezeiung von Newton. Eine unaufhaltsame Bedrohung. Ein uraltes Vermächtnis.
»Wisst ihr, was das bedeutet?«, schoss Frank ein Gedanke durch den Kopf. Lena und Cooper blickten ihn fragend an. »Die Prophezeiung: Newton hatte recht!«
Vor mehr als 300 Jahren sagte Isaac Newton das Ende der Welt voraus. Jetzt berechnet die fortschrittlichste KI der Welt, dass am Freitag, den 13. April, der Asteroid Apophis die Erde treffen wird. Erneut sieht sich Frank Fischer mit einer ausweglosen Lage konfrontiert. Und er ahnt nicht einmal im Ansatz, mit welchen Mächten er es zu tun hat …
 
Die Letzte Prophezeihung des Isaac Newton ist die Fortsetzung von DIE LETZTE PROPHEZEIHUNG DES NOSTRADAMUS. Es ist abeer nicht zwingend notwendig den ersten Teil geelesen zu haben. Seit den Ereignissen des Vorgängers sind drei jahre vergangen, man schreibt das Jahr 2022 (auch COVID-19 ist vorbei) und Frank Fishcer bekommt es mit einer neuen Prophezeihung zu tun, allerdings nicht von Nostradamus, diesmal ist es Isaac Newton der aus der Vergangenheit in die Zukunft blickt. Und die Entdeckung die Frank dabei macht kostet nicht nur Menschenleben, sondern könnte die gesamte Menschheit in Gefahr bringen.
Das bekannte Schema, das auch diesmal wieder wunderbar funktioniert: Viel Action, viel Spannung.... ein Popcornthriller erster Sahne. Sehr spannend und überraschend (und an den richtigen Stellen mit Humor gewürzt). Sympathische Charaktere lassen darüber hinwegsehen dass der Gegner etwas undurchsichtig und nicht greifbar ist und es kein wirklich abgeschlossenes Ende gibt ... was allerdings Hoffnung auf eine weitere letzte Prophezeihung macht...

Ein amüsanter, empfehlenswerter Technothriller, der es schafft den Leser von Anfang bis Ende zu fesseln ...

Sonntag, 2. Mai 2021

Kai Meyer: Die Muschelmagier (Rezension)

Eine Nebelwand schützt Aelenium vor den Blicken der Welt. Die schwimmende Stadt ist Wächter des gefährlichen Mahlstroms, der in den Tiefen der Karibik lauert. Aber Aelenium hat versagt. Während hinter dem Horizont der Mahlstrom die See verschlingt, ruht die letzte Hoffnung auf den Wellenläufern.
Jolly und Munk werden in den Korallenpalästen der Stadt auf den Kampf gegen den Mahlstrom vorbereitet. Doch Jolly sehnt sich zurück nach ihrem Leben als Piratin. Als Klabauterheere vor Aelenium aufmarschieren, beginnt eine abenteuerliche Flucht: Über magische Brücken und dunkle Meere, durch wilde Dschungel und auf verlassene Inseln führt ihre Reise. Erst als Munk sie vor eine Entscheidung stellt, erkennt Jolly in ihm ihren gefährlichsten Gegner. Der Kampf um die Magie der Muscheln beginnt.
Die Muschelmagier ist der zweite Teil der Wellenläufer-Trilogie. Und spannend geht es weiter. Jolly und ihre Freunde erleben das eine oder andere Abenteuer, treffen auf neue (und alte) Bekannte und treiben die Geschichte voran und geben dem Leser kaum eine Verschnaufspause, Natürlich bleibt nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen und so gibt es auch kleine Spannungen innerhalb der Freunde (die an sich ein ziemlich unterhaltsamer Haufen sind und ein bisschen darüber hinwegtäuschen, dass manche Charaktere sehr eindimensional bleiben, bzw. keine Entwicklung zu erkennen ist).

Viele exotische Schauplätze, interessante Charaktere, eine spannende Handlung ... man will wissen wie es weiter geht.
Und ich kann mich nur wiederholen: Nach wie vor begeistert mich die Trilogie und ich freue mich auf das Ende. Es sind tatsächlich Jahrzehnte vergangen, als ich die Bücher gelesen habe und meine Erinnerung hat sich nicht getäuscht. Die Wellenreiter sind auch dann noch gut zu lesen und unterhaltend, wenn man schon lange nicht mehr der Zielgruppe entspricht.