Donnerstag, 28. Mai 2026

Saratoga Schaefer: Serial Killer Support Group

Willkommen im gefährlichsten Club der Welt: der Selbsthilfegruppe für Serienmörder!
Tief verborgen im Darknet lauert der geheimste und gefährlichste Club, den man sich nur vorstellen kann: die Selbsthilfegruppe für Serienmörder. Wahrlich kein Ort für normale Menschen. Doch als Cyras Schwester von einem Serienkiller ermordet wird und die Ermittlungen ins Stocken geraten, tritt sie dem Club bei, überzeugt davon, dort deren Mörder zu finden. Um sich als eine von ihnen auszugeben, muss Cyra ihre dunkelste Seite hervorbringen und der Preis, den sie dafür zahlt, ist hoch. Möglicherweise zu hoch …

Ein Buch, das wie eine Komödie klingt, aber VORSICHT! Die SERIAL KILLER SUPPORT GROUP ist nicht das was man vermuten möchte. Und witzig ist dieser Thriller ganz und gar nicht. Vielmehr zeigt er wie weit ein Mensch gehen kann, wenn er/sie ... nun, das ist ein Teil des Reizes, den das Buch ausmacht. Irgendwie ist es so normal, zumindest was die Ausgangssituation anbelangt. Aber dann entwickelt der Roman eine Eigendynamik in eine unerwartete Richtung und ... ja, die Existenz dieser Gruppe ist schräg, aber man sollte sich nicht einlullen lassen. Es ist eine Supportgruppe, keine Selbsthilfegruppe. Ein kleiner, aber feiner Unterschied. Und Cyra ist die einzige Frau dort... da muss man sich auch erst einmal durchsetzen. Und ja, natürlich kann sie es. Irgendwie gespenstisch. Saratoga Schaefer fesselt den Leser von Anfang an, selbst, wenn die Geschichte erstaunlich unblutig ist (obwohl, und ich spoilere vermutlich nicht, es doch ein paar Tote gibt ... was soll man sonst von Serienkillern erwarten).

Mittwoch, 27. Mai 2026

Theodor Storm: Der Schimmelreiter (Rezension)

Theodor Storms Meisterwerk Der Schimmelreiter, erstmals 1888 veröffentlicht, zählt zu den bedeutendsten Erzählungen des deutschen Realismus. Im Zentrum der Novelle steht Hauke Haien, ein junger, intelligenter Mann, der in der nordfriesischen Marschlandschaft aufwächst und sich als Deichgraf gegen die Urgewalten der Natur und die Aberglauben der Dorfgemeinschaft behaupten muss. Hauke plant und baut einen neuen Deich, der das Land vor Sturmfluten schützen soll – doch seine Vision und sein Ehrgeiz führen ihn in einen unheilvollen Konflikt mit der Dorfgemeinschaft.
Die Sage um den Schimmelreiter, der bei Sturmfluten auf einem gespenstischen Pferd den Deich entlangreitet, spiegelt die tragische Lebensgeschichte eines Mannes wider, der an seinem eigenen Hochmut und den Naturgewalten zerbricht. Durch den einzigartigen Aufbau und die psychologische Tiefe der Figuren gilt Der Schimmelreiter als ein zeitloses Werk, das Fragen nach Fortschritt, Aberglauben und der Beziehung des Menschen zur Natur aufwirft.

Dienstag, 26. Mai 2026

Trudy Cos: Yoga kann tödlich sein (Rezension)

Samy Wilde, die in Windsor ein neues Leben beginnen möchte, kommt einfach nicht zur Ruhe. Während sie sich den schönen Dingen des Lebens zuwendet und am liebsten Yoga macht, wird ihr eine Stelle an der renommierten Universität von Oxford angeboten. Beim Versuch, sich Klarheit zu verschaffen, ob sie bereit für einen neuen Berufsalltag ist, stolpert sie (erneut) über eine Leiche. Als wäre dies nicht schlimm genug, handelt es sich bei der Toten um die Besitzerin des angesagten Windsor Yoga Studios, das Samy täglich besucht. Alarmiert erörtert sie den Fall mit ihrem scharfsinnigen Freund Cornelius, der kurzerhand beschließt, nach Windsor zu reisen. Obwohl er selbst nicht viel von Yoga hält, möchte er gemeinsam mit Samy herausfinden, wer Jennifer Dalton in die ultimative Totenstellung versetzt hat.
YOGA KANN TÖDLICH SEIN, der zweite Fall für Samy Wilde ... und (wie angekündigt) mein letzter. Wer Spaß an MORD IN WINDSOR hatte, der wird auch hier seine Freude haben. Das Konzept des ersten Bandes wird fortgeführt... Die Autorin hält sich mit allerlei Belanglosigkeiten auf und versäumt es dabei, für Spannung zu sorgen. Da gibt es mehr Klatsch und Tratsch und viele Personen, die dann am Ende so überhaupt nichts mit dem Mord zu tun haben und in der Geschichte nur Erwähnung finden, weil sie in irgendeiner Beziehung zu Samy Wilde stehen. Und jeder mal kurz erwähnte Charakter bekommt seine Lebensgeschichte. Es ist auch nicht zwinghaft notwendig, den ersten Teil zu lesen, das, was man versäumt hat (das wichtige und das unwichtige) findet Erwähnung. Langatmig und ohne erkennbaren Spannungsbogen. Extrem Cosy, das kann man sagen. Muss man mögen, ich mag es nicht. Es fällt schwer YOGA KANN TÖDLICH SEIN als Krimi zu sehen. Ich kann aber auch nichts finden, was mich dazu bringen würde, die Reihe weiter zu verfolgen.

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Donnerstag, 21. Mai 2026

Romain Haas: Jagd durch Luxemburg (Rezension)

Als der berüchtigte Millionär Charles Cannes stirbt, hinterlässt er seiner Familie ein sagenhaftes Vermögen – unter einer Bedingung: Wer erben will, muss spielen. Eine verhängnisvolle Schatzsuche beginnt, deren Hinweise quer durch Luxemburg führen. Auch Cannes’ junge Enkelin Charlie lässt sich auf den Wettlauf ein. Doch schon bald erkennt sie, dass sich nicht alle an die Spielregeln halten. Die ersten Toten bleiben nicht aus. Und am Ende zählt nur eines: Wer gewinnt? Und wer bezahlt den Preis?
Ein Krimi aus Luxemburg, da kann ich kaum widerstehen. Ich mag das Land, ich mag die Sprache (naja.... mögen ist vielleicht der falsche Ausdruck ... aber die Luxemburger können für ihre Sprache ja nichts). Und weil ich schon oft in Luxemburg war (okay, einmal in der Stadt und sonst nur in Bettemburg) ... egal. Ich war sehr neugierig und hatte den Eindruck, dass es sich um eine witzige Krimikomödie handeln könnte. Aber so ist es nicht. JAGD DURCH LUXEMBURG ist todernst und bietet genau das, was der Titel andeutet. Eine Jagd durch Luxemburg, das Land, nicht nur die Stadt, ist aber bei weitem kein Krimi mit Reiseführerflair. Und doch lernt man nebenbei etwas über das Land (inklusive einiger landesüblicher Ausdrücke). Romain Haas, dessen Romandebut das ist, bietet einen rasanten Krimi, mit interessanten Charakteren einer spannenden Handlung und einer passenden, aber unerwarteten Auflösung. Freunde von Luxemburg oder Rätseln (die man vielleicht nur lösen kann, wenn man mit Luxemburg sehr sehr vertraut ist ... was aber auch egal ist, es macht auch Spaß zu sehen, wie andere die Lösungen suchen, und größtenteils auch scheitern).
JAGD DURCH LUXEMBURG zeigt, was Menschen für Geld alles machen und was Freundschaft oder Familienbande wirklich zählt. Ich hoffe, dass Romain Haas noch weitere gute Romane schreibt (gerne mit Luxemburg als Schauplatz).

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Mittwoch, 20. Mai 2026

Norma Schneider: Queer 100 Seiten

Queer bedeutet Vielfalt: Queere Menschen haben unterschiedliche sexuelle Orientierungen und Geschlechtsidentitäten, queer ist alles, was Kategorien sprengt und Heteronormativität in Frage stellt.
Norma Schneider führt ein in all things queer, erzählt von queerer Identität und Community, macht neugierig auf Queer Theory und Queer Culture und beschreibt den bis heute andauernden Kampf für Gleichstellung und gegen Queerfeindlichkeit.

Norma Schneider, geb. 1988, ist freie Journalistin, Lektorin und Sachbuchautorin. Sie schreibt über kulturelle, gesellschaftliche und queere Themen.
Die „100 Seiten“-Reihe des Reclam Verlags ist eine Sachbuchreihe, die seit 2016 kurze, allgemeinverständliche Einführungen in die unterschiedlichsten Themen bietet. Jeder Band umfasst etwa 100 Seiten und richtet sich an Leserinnen und Leser, die sich schnell, fundiert und unterhaltsam über ein Thema informieren möchten.