Dienstag, 8. September 2020

Elaine Viets: Mord als Accessoire (Rezension)

Als alleinerziehende Mutter reicht Josie Marcus’ Budget leider nicht für die Luxus-Boutiquen, in denen sie sich als Testkäuferin herumtreibt. Ihre beste Freundin Alyce hingegen zieht nun vom Vorort in die noble Gemeinde Wood Winds. Der Klatsch und Tratsch dort ist jedoch alles andere als vornehm, besonders als die reiche Tuch-Designerin Halley Harwick ermordet wird. Sofort werden Alyce und ihr Mann unter Verdacht gestellt, immerhin sind sie erst zugezogen. Für Josie ist es Ehrensache, in Wood Winds undercover zu gehen und die delikaten Geheimnisse der Reichen und Schönen zu lüften, bevor es einen weiteren Mord gibt …
Mord als Accessoire ist der dritte "Fall" von Josie Marcus und der zweite, den ich nach Mord auf High Heels gelesen habe. 
Natürlich wird wieder ein Frauen-"Krimi geboten und auch wenn sich der Roman offensichtlich an (amerikanische) Hausfrauen (und das darf man bitte nicht falsch verstehen, aber ich habe den Eindruck, und vielleicht bediene ich mich eines nicht sehr aktuellen Klischees) richtet, so hatte ich doch sehr viel Spaß beim Lesen. Die sympathische Josie wurstelt sich durchs Leben und (ich habe keine Ahnung warum) schafft es immer wieder, in irgendeiner Weise mit einem verbrechen in Berührung zu kommen.
Diesmal darf sie hinter die Fassaden einer anscheinend nicht ganz so unschuldigen Kleinstadtidylle blicken und entdeckt Abgründe, die nicht weniger furchtbar (wobei das ein sehr übertriebenes Wort in einem seichten Krimi ist) sind als Fußfetischismus.
Aber ... wer einen echten Krimi erwartet wird wohl enttäuscht werden. Eigentlich geht es mehr um Shopping und Dating, Kindererziehung, Klassenunterschiede und ekliges Essen.
Aber ... wer es hin und wieder seicht mag und sich dabei gut unterhalten lassen will, der ist mit Mord als Accessoire gut bedient. 

Und ja, mir haben die flachen sexuellen Anspielungen gefallen, ebenso wie die Beschreibung diverser FastFood-Ketten, die so unglaubwürdig klingen, dass es schon wieder glaubhaft ist. 

Leider ist das Buch kürzer als erwartet (andererseits habe ich damit schon gerechnet) und der Anhang, der etwas mehr auf Mysteryshopping und Accessoire eingeht ist auch für deutsche Frauen nur minder interessant (und war für mich ein Grund in nur zu überfliegen)

Trotzdem ... ich will mehr von Josie Marcus. 

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