Mittwoch, 30. Juni 2021

David Pawn: Die Märchenhochzeit fällt aus (Rezension)

Dornröschens großer Tag ist gekommen. Sie wird den Prinzen, der sie wachgeküsst hat, heiraten. Einziges Problem: Sie will nicht. Erstens hatten sie kaum Zeit, einander kennenzulernen, und zweitens will sie nach hundert Jahren Schlaf erst einmal ihre Jugend auskosten. Deshalb flieht sie aus dem Schloss und in ein abenteuerliches Leben hinein. Aber Prinz Gregor hat sie aus Liebe von ihrem Fluch erlöst. Deshalb schwingt er sich auf sein Ross und folgt ihr, um sie erneut zu retten. Diesmal vor den Folgen ihrer eigenen verrückten Einfälle.Ein heiter-beschwingtes Märchen für alle die Romantik lieben.
Märchenadaptionen gibt es ja einige. Manche davon sind gut, andere dagegen weniger oder missraten. In welche Kategorie gehört "Die Märchenhochzeit fällt aus"? Ich muss gesteehn ich kann das nicht eindeutig sagen. Das Buch hat seine Schwächen, aber auch seine Stärken. Auf jeden Fall ist es eine interessante Adaption bzw. eine Fortsetzung des bekannten Dornröschenmärchens, welche einige Fragen aufwirft und zugleich die Märchenfiguren in eine moderne Zeit führt.
Ich hatte allerdings Probleme mit den Charakteren, sowohl Isabell als auch Gregor wirken am Anfang oberflächlich und zu gewollt anders als es von Märchenfiguten erwartet wurde. Was bei DREI HASELNÜSSE FÜR ASCHENBRÖDEL funktioniert wirkt aufgesetzt und übertrieben. Dabei wären die Abenteuer einer geflohenen ahnungslosen Prinzessin schon ein Buch wert ...
Mit der Charakterentwicklung geht es schnell voran, was ebenfalls unglaubwürdig wirkt und nicht hilft sich mit den Helden zu identifizieren, bzw. mit ihnen zu symypatisieren. Ausnahmen bestätige die Regel und so haben manche Nebenfiguren wie etwa der Schwarze Michael und seine Bande.
Erst gegen Ende wird es wirklich spannend, aber das reicht nicht um diese Märchenadaption als ein Highlight bezeichnen zu können.
Amüsant sind auch einige Anspielungen auf bekannte Märchen, aber ich habe eine witzigere Geschichte erwartet. Lustig ist Isabells Geschichte nicht, oder es ist ei Humor der mir gänzlich verborgen blieb.
Irgendwie schade....

Montag, 28. Juni 2021

James Hamer Morton: Sherlock Holmes Escape Room Universum (Rezension)

Sherlock Holmes ist verschwunden! Schlüpfen Sie in die Rolle von Holmes` berühmten Sidekick Watson und begeben Sie sich im viktorianischen England auf Spurensuch. Baker Street 221B liefert erste Hinweise. Insgesamt müssen 10 Escape Rooms mit interaktiven Rätseln gelöst werden. Dabei geben alte Bekannte Hinweise oder versuchen einen auf die falsche Fährte zu locken. Ein spannendes Escape-Room-Abenteuer!
Nun, was erzählt man, wenn man aus einem Escaperoom kommt? Nichts. Denn: Was im Escaperoom passiert, bleibt im Escaperoom.
So ist es mit diesem Buch auch. Was innerhalb der Buchdeckel passiert bleibt dort auch, was es etwas erschwert, über das Buch zu reden. 
Soviel aber: Es ist durchaus anspruchsvoll, einige Rätsel haben es durchaus in sich. Andere dagegen sind wieder sehr leicht. Von daher kann man sagen: Für Abwechslung ist gesorgt und natürlich gibt es genügend Hinweise, die dafür sorgen, dass man das Buch vor lauter Frust beiseite legt (oder wirft).
Man muss kein Sherlock-Holmes-Fan sein, aber Spaß an teilweise kniffligen Rätsel haben. Und nebenbei wird man mit einer netten Handlung belohnt, die den Spaß an den Rätseln noch erhöht.
Ich hatte sehr viel Spaß mit dem Buch, manche Rätsel waren problemlos zu lösen, bei anderen musste ich auf die Hinweise zurückgreifen (die durchaus auch nach Lösung der einzelnen Räume lesenswert sind).

Ein bisschen Escaperoom-Feeling kommt auf, auch wenn ich nicht weiß wie lange ich am Buch gespielt habe ... Zeit sollte man mitbringen, denn wenn man das Buch am Stück löst ist die Befriedigung am Ende schöner.

Und man muss das Buch für manche Rätsel nicht zerschneiden, es gibt entsprechende Downloads (oder man nutzt Fotokopierer/Scanner)

Sonntag, 27. Juni 2021

Edgar Wallace: Die vier Gerechten (Rezension)

Jeder weiß, was es bedeutet, wenn die vier Gerechten einem ihrer Gegner den Tod ankündigen. Nur Sir Philipp Ramon wollte nicht daran glauben. Der berühmte Kriminalinspektorr Falmouth bürgte dafür, dass er die vier Gerechten dem Richter ausliefern würde. 
Damit aber war Sir Ramon so gut wie gestorben
Der Zinker, Der Hexer, Der Frosch mit der Maske (und nein, Der WIXXER ist nicht von Edgar Wallace), all das sind bekannte Bücher von Edgar Wallace (die vermutlich bekannt durch ihre Verfilmungen sind). Die vier Gerechten gehört zu den weniger bekannten Werken des Autors, und das vermutlich auch zu Recht (wobei ich zugeben muss, dass ich mich nicht mehr sehr gut an die Bücher von Edgar Wallace erinnere und mich auch täuschen kann was die Qualität der genannten anbelangt), denn um ein Meisterwerk handelt es sich nicht. Dabei ist die Idee durchaus interessant. Nur die Umsetzung lässt zu wünschen übrig. Schon auf den ersten Seiten werden die vier Gerechten vorgestellt, aber weitere Informationen erhält man während des restlichen Buchs nicht. Auch Falmouth und Ramon werden nur oberflächlich skizziert, was der Spannung ziemlich schadet, denn durch die farblosen Charaktere wird auch die Handlung nicht interessant. Das Schicksal des Ministers und der Gerechten ist zu belanglos. Die Geschichte wird zwar direkt erzählt und kommt ohne Nebenhandlungen aus, allerdings erweist sich das auch als Schwäche, denn so wird die Gelegenheit verpasst, den Charakteren Tiefe zu verleihen. Außerdem werden aufkommende Fragen nicht beantwortet.
Belanglos und Oberflächlich und trotz der Kürze zäh zu lesen.
Vielleicht hätten ein paar hundert Seiten mehr dem Buch nicht geschadet. 

Edgar Wallace sollte man kennen. Edgar Wallace sollte man auch gelesen haben, aber ....
Die Vier Gerechten kann man ignorieren. Man verpasst nichts. Eher ein durchschnittlicher Krimi ohne Höhen und Tiefen.

Samstag, 26. Juni 2021

Oliver Pötzsch: Die schwarzen Musketiere 1 - Das Buch der Nacht (Rezension)

Fechten, Reiten, auf die Jagd gehen – das Leben des jugendlichen Grafensohns Lukas ist wie ein großes Abenteuer. Doch von einem Tag auf den anderen ist nichts mehr, wie es war: Der Inquisitor Waldemar von Schönborn lässt Lukas‘ Mutter verhaften, um sie als Hexe zu verhören – und Lukas‘ Vater stirbt beim Versuch, sie zu befreien. Lukas selbst flüchtet, doch seine kleine Schwester Elsa gerät in die Gewalt des Inquisitors. Mittellos und auf sich allein gestellt ist Lukas nur von einem Gedanken getrieben: Er muss Schönborn finden und Elsa befreien! Doch der Inquisitor ist mächtig und sein Einfluss reicht weiter, als Lukas sich das vorzustellen vermag. Gegen einen derart übermächtigen Gegner hätte Lukas keine Chance – doch zum Glück hat er ein großes Talent: Er ist ein begnadeter Degenkämpfer. Und er findet echte Freunde; mit Jerome, Paulus und dem schlauen Giovanni an seiner Seite wagt er sich in das größte Abenteuer seines Lebens …

Freitag, 25. Juni 2021

Juna Kristensen: Rachekarte (Rezension)

Zehn Jahre nach den grausamen Ereignissen des Abschlussjahres glaubt die 29-jährige Psychologin Svea die Geschehnisse hinter sich gelassen zu haben. Doch dann verschwindet ihre ehemalige Freundin Rachida spurlos und Svea erhält seltsame Textnachrichten und Fotos von einem Unbekannten. Sie und ihre Freunde haben sich damals ein perfides Spiel ausgedacht, um sich an Mitschülern, von denen sie schikaniert wurden, zu rächen – bis das Spiel für eine Mitschülerin tödlich endete. In einem alten Farmhaus mitten im Nirgendwo an der Nordsee werden sie nun gezwungen, das Spiel noch einmal zu spielen. Ihre einzige Chance, dem Ganzen ein Ende zu setzen, besteht darin, herauszufinden, wer von ihnen für den Tod der Mitschülerin und Rachidas Verschwinden verantwortlich ist. Dabei decken sie nach und nach auf, wie ihre Taten damals eine dramatische Kettenreaktion auslösten. Und der Unbekannte hat nur ein Ziel: Rache.

Donnerstag, 24. Juni 2021

Jörg Bielefeld/Alfred Büllesbach: Bismarcktürme - Architektur, Geschichte, Landschaftserlebnis (Rezension)

Regelmäßige Leser des Beutelwolf-Blogs wissen dass ich des Öfteren Bismarcktürme besteige und/oder besichtige. Keine Ahnung warum, aber irgendwie sind diese Bauwerke faszinierend.
Als Bismarckturm bezeichnet man Bismarckdenkmäler, die in Form eines Turms errichtet wurden. Die überwiegende Mehrheit dieser Türme wurde zwischen Otto von Bismarcks Tod 1898 und seinem 100. Geburtstag im Jahr 1915 errichtet; vereinzelt auch davor und danach. Einige Bismarcktürme wurden nicht als solche geplant und gebaut, sondern erst später umgewidmet.
Eine von mir sehr häufig besuchte (und für die Urlaubsplanung benutzte) Seite ist das Infoportal Bismarcktürme. Betreiber Jörg Bielefeld ist auch Mitautor des Buchs Bismarcktürme: Architektur, Geschichte, Landschaftserlebnis.

Mittwoch, 23. Juni 2021

Christian Leukermoser: Der geraubte Stein - Tandoria: Chroniken des 5. Zeitalters (Band 1)(Rezension)

Eine uralte Prophezeihung über einen Helden ...
Ein Prinz, der nach dessen Erfüllung trachtet ...
Ein Dieb, dessen Schicksal alles verändern könnte ...
Auf der Flucht gerät der Dieb William in ein magisches Ritual, nicht wissend, dass nun er der Auserwählte der Götter ist. Als sich fernab der Grenzen des Landes eine unbekannte Armee zur Invasion rüstet, liegt es an William, das Blatt zu wenden.
Derweil ersinnt Prinz Anuberas, Thronfolger des Königreichs Dregoria, Rache an jenem Dieb, der den Platz des Prinzen in der Prophezeihung ergaunert hat.
Nun muss William nicht nur treue Gefolgsleute um sich scharren und die Völker Tandorias für seine Sache gewinnen, sondern sich auch den Häschern des Prinzen erwehren.

Uralte Prophezeihungen ... der Auserwählte ... Schicksal ... das klingt nach langweiliger Fantasy, wie man sie schon hunderttausendmal gelesen hat. Meine Augen fangen schon selbständig an zu rollen, wenn ich nur an die Wortphrase DU BIST DER AUSERWÄHLTE denke. Aber irgendwie gehört das zur Fantasy dazu. Und natürlich mag es interessant sein wenn man mit den Klischees spielt.
Der geraubte Stein ist klassische Fantasy... es gibt eine mittelalterliche Welt mir Zwergen und anderen fremden Völkern, unterschiedliche Kulturen und natürlich uralte Prophezeiungen, den Auserwählten und das Schicksal ... nur, dass der Auserwählte nicht unbedingt der ist, von dem man es erwarten würde. Christian Leukermoser spielt mit einigen Klischees und beschreibt bekanntes mit Augenzwinkern, so dass das Rad nicht unbedingt neu erfunden wurde, man aber doch durch eine spannende, abwechslungsreiche Geschichte geführt wird.
Fast perfekt, denn einige Anmerkungen gibt es durchaus. Vielleicht ist die Welt ein bisschen zu perfekt beschrieben, so dass kaum Platz für eigene Träumereien bleibt, vielleicht sind die Charaktere etwas zu farblos und klischeehaft, vielleicht sind die Frauen zu bedeutungslos und vor allem die weiblichen Elfen scheinen eine Sache sehr gerne zu haben ..., vielleicht ist es schwierig sich einen hünenhaften Riesen vorzustellen, vielleicht ist die Geschichte ein bisschen zu brutal beschrieben.
Wenn das nicht stört wird viel Spaß haben ... und ich habe mich gut unterhalten gefüllt.
Ach ja ... lebende Götter gibt es auch.

Auf jeden Fall bin ich gespannt wie es weiter geht.

Dienstag, 22. Juni 2021

Manuel Neff/Sophie Lang: Element High 4 - Das siebte Element

Das siebte Element ist der Abschluss der Element High-Reihe, aber nicht das Ende, es wird wohl weitergehen. Und das ist auch gut so, denn die Abenteuer von Philipp, Frazer und Co sind ein unterhaltsamer Lesespaß nicht nur für Jugendliche. Im Abschlussband der Reihe werden viele offene Fragen beantwortet (und es bleibt noch viel Luft nach oben), dabei bleibt die Geschichte actiongeladen, ohne gehetzt zu werden.
Der vierte Band setzt verstärkt noch auf das Zusammenspiel der Freunde und bietet dabei noch die eine oder andere Überraschung (die gar nicht so überraschend kommt, wenn man etwas nachdenkt, aber ... ich habe es nicht getan).
Der vierte Teil unterscheidet sich, was das Niveau anbelangt, nicht von den Vorgängern. Ein flüssiger Schreibstil führt durch die kurzweilige Geschichte, die abwechslungsreich durch die Welt der Magie und der Zeit führen.
Nur eine Sache hat mich etwas gestört, bzw. fand ich merkwürdig und das war der Besuch im ach so sicheren Magiergefängnis (und das was dort so ab geht) ... aber da ich nicht spoilern will muss man das Buch wohl selbst lesen um zu verstehen was ich meine.
Es lohnt sich auf jeden Fall, aber natürlich muss man die Vorgänger kennen, sonst versteht man Bahnhof...
Freunde magischer Schulen (und selbst solche die es nicht sind) werden ihren Spaß haben. Und das schöne ist, dass es zwar mit der Element High zu Ende geht, aber eine Fortsetzung in Aussicht gestellt wurde ... und wenn diese das Niveau der High hat dann ... wird auch das ein großes Vergnügen (aber ich kann nicht in die Zukunft sehen)

Montag, 21. Juni 2021

Anne Breckenridge: Engel der Themse

England, 1864: Im viktorianischen London werden immer wieder Kinder vermisst, die Kinder der Ärmsten. Der Schatten holt sie, sagen die Leute. Die Polizei unternimmt nichts.
Auch nicht, als der neugeborene Bruder von Gladys verschwindet.
Dann verschwindet der Sohn eines Lords und diesmal wird die Polizei aktiv. Das vorlaute Küchenmädchen Emma gerät in Verdacht und muss fliehen. In den Straßen von London trifft sie Gladys. Keine traut der anderen. Doch als auch der zweite Sohn des Lords vermisst wird und die Polizei alle Schuld bei Emma sucht, müssen sie sich zusammenraufen. Nur gemeinsam können sie den Schatten besiegen und das Kind retten. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt …
Ich lese gerne viktorianische Krimis und mit Romanen aus dem Dryas-Verlag habe ich größtenteils gute Erfahrungen gemacht (natürlich bestätigen Ausnahmen die Regel). Deswegen habe ich dem Klappentext auch kaum Beachtung geschenkt. Anderenfalls hätte ich vielleicht ein anderes Buch erwartet, denn der Klappentext hat nur am Rande mit der eigentlichen Handlung zu tun. 

Sonntag, 20. Juni 2021

Leigh Bardugo: Das neunte Haus (Rezension)

MORS VINCIT OMNIA
Der Tod besiegt alles
Wahlspruch von Haus Lethe
Acht mächtige Studenten-Verbindungen beherrschen nicht nur den Campus der Elite-Universität Yale, sondern nehmen seit Generationen Einfluss auf Politik, Wirtschaft und Gesellschaft der USA – das neunte Haus jedoch überwacht die Einhaltung der Regeln. Denn die Macht der Verbindungen beruht auf uralter, dunkler Magie: So können die Mitglieder der »Skull & Bones« die Börsenkurse aus den Eingeweiden lebender Opfer vorhersagen, während Haus Aurelian durch Blutmagie Einfluss auf das geschriebene Wort nehmen kann – ebenso hilfreich für Juristen wie für Bestseller-Autoren …
Als auf dem Campus von Yale eine Studentin brutal ermordet wird, sind die Fähigkeiten der Außenseiterin Alex Stern gefragt, die eben erst vom neunten Haus rekrutiert wurde: Nur Alex ist es auch ohne den Einsatz gefährlicher Magie möglich, die Geister der Toten zu sehen. Um eine Verschwörung aufzudecken, die weit über 100 Jahre zurückreicht, muss Alex ihre Fähigkeiten bis aufs Äußerste ausreizen.

Freitag, 18. Juni 2021

Arved Heubner: Totenruhe (Rezension)

1975: In den Bergen der Sierra de Cebollera in Spanien wird die Leiche der siebenjährigen Alina gefunden. Die Polizei von Alfarnatejo vermutet hinter der Tat ein sexuelles Gewaltverbrechen. Der Fall wird nie aufgeklärt und der Täter nie gefasst.
Vierzig Jahre später führen Ermittlungen Tinus Geving und sein Team von EUROPOL nach Alfarnatejo. Wieder ist ein siebenjähriges Mädchen verschwunden. Ihr Name: Alina. Handelt es sich um einen Nachahmungstäter oder hat der Täter von einst erneut zugeschlagen? Für den Kriminalhauptkommissar ist klar: Das Verbrechen kann nur aufgeklärt werden, indem der Fall von damals neu aufgerollt wird. In einem Wettlauf gegen die Zeit, stoßen Geving und sein Team auf eine Verschwörung, die bis in die Spitze der Regierung reicht …
Totenruhe ist der dritte Fall mit Tinus Geving und erschien bereits 2018 unter dem Titel Alina. Totenzug schwächelte ja ein bisschen, da kann man Totenruhe fast schon als Entschuldigung für den weniger spannenden Vorgänger sehen.
Arved Heubner bietet einen spannenden Ensemblekrimi um Tinus Geving und entführt den Leser in die FRANCO-Ära Spanien. Die Schatten der Vergangenheit wird man nie los und wer Blut geleckt hat wird so schnell nicht wieder den Pfad der Tugend finden. So könnte man Totenruhe umschreiben wobei ich Alina als Titel passender fand als Totenruhe, denn die Toten ruhen nicht).
Erzählt wird aus zwei Zeitebenen und verschiedenen Blickwinkeln, allerdings hilft die flüssige Schreibweise dabei, dass man sich schnell zurechtfindet. Zudem wird der Spannungsbogen auch in den ruhigeren Szenen aufrechterhalten. Kinder- und Politikmissbrauch heute und in der Vergangenheit, spannend verpackt. 
Allerdings hätte sich die Geschichte etwas mehr Zeit lassen können, vor allem zugunsten der Charakterentwicklung, die es fast schon nötig macht die Vorgänger zu lesen um alle zwischenmenschlichen Beziehungen zu verstehen.
Aber .... besser als Totenzug, etwas weniger gut als Totenstill ... ein spannender Thriller, der auch ohne große Actionszenen auskommt. 

Donnerstag, 17. Juni 2021

Oliver Pötzsch: Das Buch des Totengräbers (Rezension)

1893: Augustin Rothmayer ist Totengräber auf dem berühmten Wiener Zentralfriedhof. Ein schrulliger, jedoch hochgebildeter Kauz, der den ersten Almanach für Totengräber schreibt. Seine Ruhe wird jäh gestört, als er Besuch vom jungen Inspektor Leopold von Herzfeldt bekommt. Herzfeldt braucht einen Todes-Experten: Mehrere Dienstmädchen wurden ermordet – jede von ihnen brutal gepfählt. Der Totengräber hat schon Leichen in jeder Form gesehen, kennt alle Todesursachen und Verwesungsstufen. Er weiß, dass das Pfählen eine uralte Methode ist, um Untote unter der Erde zu halten. Geht in Wien ein abergläubischer Serientäter um? Der Inspektor und der Totengräber beginnen gemeinsam zu ermitteln und müssen feststellen, dass sich hinter den Pforten dieser glamourösen Weltstadt tiefe Abgründe auftun …
Das Buch des Totengräbers“ ist der Auftakt einer neuen Reihe von Oliver Pötzsch und mein erstes Buch des Autors. Und das Buch hat mich sofort in seinen Bann gezogen und mich und hat mich sofort von der ersten Seite an gefesselt und gut unterhalten. Der Autor schafft es, trotz aller Spannung auch den Humor nicht zu kurz kommen zu lassen und über einige Szenen zwischen Augustin und Leopold musste ich durchaus schmunzeln.
Die damalige Zeit wird dem Leser lebhaft vor Augen gehalten und so kann man sich bildlich Leopolds Versuche mit dem Hochrad vorstellen, ebenso wie die ersten Kameras. Anderes ist heute noch (fast) so wie damals ... wer den Zentralfriedhof kennt, wird Leopolds Verzweiflung nachvollziehen können.
Oliver Pötzsch lässt nicht nur die Schauplätze lebendig werden auch seine Charaktere wirken authentisch, ihre Motive nachvollziehbar. Auch wenn ich zugeben muss, dass ich sehr schnell einen Verdacht hatte, wer der Täter sein könnte, dem Lesevergnügen tat das keinen Abbruch. „Das Buch des Totengräbers“ ist ein echtes Highlight: Modern und doch historisch, spannend und amüsant. Mit einem Blick auf Wien der fast schon dazu verleitet sich die Schauplätze vor Ort anzusehen.
Ich bin gespannt auf die Fortsetzung denn Leopold und Augustin sind ein sehr unterhaltsames Gespann. 

Montag, 14. Juni 2021

Andreas Kroll: Die Botschafter (Rezension)

Große Echsen und geflügelte Schlangen fallen in das Reich der Menschen ein. Sie jagen Dorfbewohner und bedrohen Städte, greifen die Zwerge im Donnersteiggebirge und die Alben in ihren Walddörfern an. Die Schuppenmonster hinterlassen eine blutige Spur, bis sie sich im Herbst genauso unvermittelt zurückziehen, wie sie aufgetaucht sind. Werden sie im nächsten Jahr zurückkehren? Drei Botschafter - der Mensch Heinrich, die Albin Ketlin und der Zwerg Gillim - machen sich auf eine Reise voller Gefahren und unerwarteter Begegnungen, um die Riesen im Norden als Verbündete zu gewinnen.
Die Botschafter ist klassische Fantasy und bietet alles, was der Fantasyfan liebt. Eine Gruppe von unterschiedlichen Charakteren (Mensch, Elf, Zwerg) machen sich auf die Welt zu retten. So könnte man es kurz umschreiben. Die Geschichte wird aus der Sicht der drei Protagonisten erzählt, so dass die Handlung dadurch zwar mehr Tiefe bekommt, die Schwachstellen aber auch sichtbarer werden, da sich die Völker zwar in einigen Dingen unterscheiden, die gleichen sich jedoch und gerade dabei hätte man etwas diffiziler vorgehen können. Zumal die Geschichte eher nüchtern erzählt wird. Ein Erzähler wäre ausreichend gewesen, auch wenn es interessant ist so die unterschiedlichen Sichtweisen der Handlung zu sehen.
Aber trotz kleiner Schwächen handelt es sich bei Die Botschafter um unterhaltsamen, spannenden Lesestoff, der auf wenigen Seiten episch zu erzählen weiß und neugierig auf die Fortsetzungen macht. Das Cover ist ansprechend, die Welt interessant und kreativ gestaltet, die Handlung kurzweilig und spannend ... was will man mehr.

Montag, 7. Juni 2021

Christian Huyeng: Adel vergiftet (Rezension)

Eigentlich wollten Lu und Cristina nur einen entspannten Urlaub in Llerída verbringen, Cocktails mit bunten Schirmchen schlürfen und knackige Kerle in knappen Badehosen am Strand von Bonastre anschmachten. Doch dann findet Lu am Strand einen Schädel und der Urlaub ist schneller vorbei, als den beiden Hobbydetektiven lieb ist. Ist die Tote wirklich die vor einem Jahr verschwundene Herzogin von Duquerque? Und wer will ihrem Witwer schaden und dessen zweite Hochzeit verhindern? Die beiden hochadligen Privatschnüffler nehmen die Ermittlungen auf! Trinkfeste Gräfinnen, besorgte Mütter, Gespräche über Gewichtsprobleme, modische Fragen zur Farbe schwarz, kleine Drachen in Schnapsflaschen, Zitronen, unmoralische Gärten, sehr viele Nachnamen und Liebeskummer verkomplizieren die Sache. Aber einfach kann jeder, oder?

Sonntag, 6. Juni 2021

Christoph Hardebusch: Die Stadt der Seher (Rezension)

Eine gewaltige Armee steht vor den Toren der Stadtrepublik Vastona. Während sich die Einwohner zum Krieg rüsten, entdeckt der Straßenjunge Marco ein furchtbares Geheimnis um den geheimen Orden der Seher. Er und seine Gefährten müssen die Stadt vor dem sicheren Untergang retten. In der blühenden Stadtrepublik Vastona wird der Waisenjunge Marco in den Orden der Seher aufgenommen, der ihm eine Zukunft jenseits der Straßen verspricht. Er freundet sich mit Elena an, einem Mädchen aus ärmsten Verhältnissen, die in den Manufakturen arbeitet, um ihre Familie zu ernähren. Als ein gewaltiger Krieg droht, die Stadt zu erfassen und alles zu zerstören, was sie kennen, müssen sich Marco und Elena ungewöhnliche Verbündete suchen, um das Schlimmste zu verhindern. Denn die wahre Gefahr ist viel größer, als sie ahnen – und sie lauert direkt im Herzen der Stadt.

Samstag, 5. Juni 2021

Tom Gleisner/Rob Sitch/Santo Cilauro: Molwanien - Land des schadhaften Lächelns (Rezension)

Traumziel Molwanien: Da müssen Sie hin. Da kommen Sie nie hin. Molwanien gibt’s nämlich gar nicht. Aber den ersten umfassenden Reiseführer dazu. Und der erfindet ein ganzes Land komplett mit Sprache, Nationalhymne, Knoblauchschnaps und Kleidergrößen. Lachen Sie nur – auch über die kongeniale Übersetzung von Gisbert Haefs –, aber lachen Sie nicht zu laut, denn Molwanien ist überall.
Molwanien, ein Land das man nicht besuchen möchte .... von wegen Traumziel.
Wie ein richtiger Reiseführer kommt dieses aberwitzige Buch daher und bringt dem Leser Land und Leute Moldwaniens näher.
Manche Sachen sind zum Schmunzeln, andere zum Lautlachen, aber auf jeden Fall wird man gut unterhalten und leider ... leider kommen dabei auch weniger gute Urlaubserinnerungen zum Vorschein.
Molwanien bietet alles, was ein guter Reiseführer braucht: Eine kurze Geschichte des Landes,  die Vorstellung des Landes und natürlich jede Menge Tipps für Touristen, bezüglich Essens und Übernachtungen. 
Das einzige was fehlt (und das ist auch gut so) ist Molwanien selbst. 
Aber als Satire und als Alternative zum Nichtwegfahren ist Molwanien - Land des Schadhaften Lächelns kurzweilige, höchst amüsante Lektüre.  
Nett sind auch die Korrekturen, bezugnehmend auf (nicht eistierende) frühere Ausführungen des Reiseführers. Manchmal macht es einen Unterschied ob man uniformiert oder uninformiert meint.

Donnerstag, 3. Juni 2021

Akte X - Novels 1 - 9 (Rezension)

Akte X – Die unheimlichen Fälle des FBI (Originaltitel: The X-Files) ist eine US-amerikanische Fernsehserie, die zunächst von 1993 bis 2002 ausgestrahlt wurde. Im Stile einer Krimiserie werden Science-Fiction-, Fantasy- und Horror-Elemente miteinander verbunden; die Serie gilt damit als ein wichtiger Begründer des Mysterygenres in seiner heutigen Form.
Bis 2002 entstanden 202 Episoden in neun Staffeln. Im Januar 2016 wurde die Serie mit einer sechs Episoden umfassenden zehnten Staffel fortgesetzt, die ursprünglich als eigenständige Fernseh-Miniserie angekündigt worden war. Ab dem 3. Januar 2018 wurde beim US-Sender Fox die elfte Staffel gezeigt.
Es gab Filme, Bücher, Comics, das typische Merchandizing ... und Akte X ist Kult.

Mittwoch, 2. Juni 2021

Kai Meyer/Lisanne Suborg: Imperator (Rezension)

Rom in den Swinging Sixties – eine Stadt der Filmstars und Verbrecher, der Starlets und Geisterbeschwörer, des alten Adels und der korrupten Politik.
Die Studentin Anna schließt sich einer Gruppe Paparazzi an, um inkognito den Mörder ihrer Mutter zu jagen. Zugleich soll der Privatdetektiv Gennaro Palladino den Tod eines wahnsinnigen Malers aufklären. Die Suche nach der Wahrheit führt Anna zusammen mit dem jungen Fotografen Spartaco durch Paläste und verlassene Villen, durch Filmstudios und verruchte Jazzclubs – und immer wieder auf die legendäre Via Veneto, den Brennpunkt des Dolce Vita. Während die High Society im Champagner badet und Regierungsgegner die Revolution planen, ziehen finstere Mächte die Fäden. Sie wollen die Auferstehung des antiken Rom – koste es, was es wolle.

Anfang der 2000er habe ich Kai Meyer als Autoren entdeckt, ihn dann aber wieder aus den Augen verloren und vor Kurzem wiederentdeckt. Bis jetzt hatte ich nur die Bücher gelesen, die ich schon kannte und ich war genauso begeistert wie damals. Mir gefällt der Schreibstil und seine Kreativität.