Freitag, 23. Februar 2024

Cornelia Funke: Tintenherz (Rezension)

In einer stürmischen Nacht bekommen Meggie und ihr Vater, der Buchbinder Mo, Besuch von einem unheimlichen Gast, der Mo vor einem Mann namens Capricorn warnt. Am nächsten Morgen reisen Mo und Meggie zu Tante Elinor, die über eine sehr kostbare Bibliothek verfügt. Hier versteckt Mo jenes Buch, das im Mittelpunkt eines unglaublichen, magischen und atemberaubenden Abenteuers steht. Ein Abenteuer, in dessen Verlauf Meggie das Geheimnis um Zauberzunge und Capricorn löst und auch selbst in große Gefahr gerät.
Im Oktober 2023 erschien der vierte Band aus Cornelia Funkes Tintenwelt (das nun nicht mehr eine Trilogie darstellt). Also ist das genau der richtige Moment sich an die alten Bände zu besinnen um dann den direkten Vergleich zu Band vier zu machen.
Ich kann gar nicht sagen, ob ich TINTENHERZ vor der Verfilmung oder danach war, aber es war entweder kurz davor oder kurz danach ... und um ein paar Worte zum Film zu verlieren: Mir hat er gefallen.

Donnerstag, 22. Februar 2024

Ashley Shuttleworth: A Dark and Hollow Star (Rezension)

„Elfenkrone“ meets „City of Bones“ – Diese packende Urban Fantasy spielt in einer magischen Unterwelt von Toronto und folgt einer queeren Gruppe von Personen, die versuchen, einen Serienmörder aufzuhalten, dessen Verbrechen die verborgene Welt der Feen an die Menschen zu verraten droht. Wähle deinen Spieler. - Die „eisengeborene“ Halbfee, ausgestoßen aus ihrer königlichen Feenfamilie. - Eine stürmische Furie, aus dem Unsterblichen Reich auf die Erde verbannt und auf Rache aus. - Ein pflichtbewusster Feenprinz, fest entschlossen, sich seinen Platz auf dem Thron zu verdienen. - Der schweigsame Wächter des Prinzen, auf dem ein schreckliches Geheimnis lastet. Seit Jahrhunderten leben die Acht Höfe der Feen mitten unter uns, verborgen durch Magie und an das Gesetz gebunden, den Menschen nicht zu schaden. Lange hat dieses Arrangement für Frieden zwischen den Höfen gesorgt – bis eine Reihe grausamer Ritualmorde Toronto erschüttern und drohen, die Feen der Menschenwelt gegenüber zu enttarnen. Vier queere Jugendliche, von denen jeder einzelne einen wichtigen Teil der Wahrheit hinter diesen Morden hütet, bilden eine angespannte Allianz, um den geheimnisvollen Killer zu schnappen. Wenn sie versagen, riskieren sie sowohl die Zerstörung der Feenwelt als auch die der Menschen. Und als ob das nicht schon schlimm genug ist, droht ein Krieg zwischen dem Reich der Sterblichen und Unsterblichen, und einer dieser Jugendlichen ist dazu bestimmt, das Blatt zu wenden. Bleibt nur die Frage: in welche Richtung? Wünsch ihnen Glück. Sie werden es brauchen.

Mittwoch, 21. Februar 2024

Thomas Thiemeyer: Medusa (Rezension)

Eine todbringende Steinskulptur mitten in der Sahara. Eine Forschergruppe, verschollen in einem Höhlenlabyrinth. Und eine Frau, die als Einzige die kryptischen Zeichen zu deuten vermag…
Tief im Herzen der Sahara, inmitten jahrtausendealter Felsmalereien, macht die erfahrene Archäologin Hannah Peters eine seltsame Entdeckung: Eine Medusen-Skulptur, verziert mit Landkarten und Symbolen, kündet von einem Kultgegenstand von sagenhafter Schönheit und dunkler Kraft. Als ein Team der National Geographic Society mit ihr auf Schatzsuche gehen soll, beschleicht Hannah starker Widerwille. Ein Alptraum beginnt: Was das steinerne Auge der Medusa vermag, ist mit menschlichen Sinnen nicht zu greifen. Es ist nicht bestimmt für die Lebenden…

Ein MUSS für Fans von Dan Brown und Andreas Eschbach, so feierte das Westfalen-Blatt Thomas Themeyers Roman MEDUSA, aber in meinen Augen wird dieser Vergleich dem Autor nicht gerecht, was aber eher der Tatsache geschuldet ist, dass Dan Brown und Andreas Eschbach nicht zu meinen Lieblingsautoren geören und Vergleiche dieser Art immer mit Vorsicht zu genießen sind, da vielleicht Erwartungen geschürt werden, die das Buch nicht halten kann. Aber da ich bereits REPTILIA gelesen habe, dachte ich ich wüsste, was mich erwartet. Und in gewisser Weise traf das auch zu.
Thomas Thiemeyer bietet spannende, kurzweilige Unterhaltung, die manchmal etwas oberflächlich bleibt, vor allem was bestimmte Protagonisten anbelangt, auf der anderen Seite dann wieder sehr ausführlich wird, was das Setting anbelangt. Aber wenn man das Buch mit Kino vergleichen will, bekommt man Popcorn-Kino ... also gute Unterhaltung, deren Logik und Handlung nicht unbedingt hinterfragt werden muss. Einfach darauf einlassen und genießen. Zum Abschalten ein gutes Buch, das durch seinen Schreibstil auch die Zeit vergessen lässt. Man kann regelrecht in die Handlung eintauchen und träumen ...
Man mag kein Meisterwerk vor sich haben, aber ich bin, was den Unterhaltungswert anbelangt, zufriedengestellt worden. 

Dienstag, 20. Februar 2024

Tom Hillenbrand: Die Erfindung des Lächelns (Rezension)

Als der Pariser Louvre am 22. August 1911 seine Pforten öffnet, fehlt im Salon Carré ein Gemälde: Leonardo da Vincis »Mona Lisa«. Sofort versetzt der Polizeipräfekt seine Männer in höchste Alarmbereitschaft, lässt Straßen, Bahnhöfe und sogar Häfen sperren. Doch es ist zu spät. La Joconde ist verschwunden. Juhel Lenoir von der Pariser Polizei soll es finden – und die Welt schaut ihm dabei zu …
Commissaire Lenoir lebt in der aufregendsten Stadt der Welt – und bekommt den schwierigsten Auftrag, den er sich vorstellen kann: das Bild zu finden, das die Welt betört. Wen hat die »Mona Lisa« so sehr bezirzt, dass er nicht mehr ohne sie leben konnte? Auf seiner Jagd trifft der Ermittler auf den Maler Pablo Picasso und den Dichter Guillaume Apollinaire, die Ausdruckstänzerin Isadora Duncan und ihren Guru, den Satanisten Aleister Crowley, die Musiker Igor Strawinsky und Claude Debussy, die brutalen Anarchisten der Bonnot-Bande und Frankreichs größten Detektiv, Alphonse Bertillon, den »lebenden Sherlock Holmes«. Wer von ihnen ist in die Geschichte des verschwundenen Bildes verwickelt?
Die Suche nach der »Mona Lisa« führt durch das Paris der ausgehenden Belle Époque, durch Künstlercafés auf dem Montmartre, in die Opéra Garnier, zu dekadenten Grandes Fêtes im Bois de Boulogne und in absinthgetränkte Spelunken an der Place Pigalle. Dieser historische Roman ist gleichzeitig Detektivroman und Gemälde einer Ära, in der Paris das Zentrum der Welt war.

Montag, 19. Februar 2024

Petra Hartmann: Darthula (Rezension)

Darthula ist die schönste Prinzessin Erins und ihr fällt plötzlich die Aufgabe zu, ihr Land zu retten.
Darthula, Tochter König Kollas von Selama, kann man durchaus als sehr eigenständig bezeichnen. Und so droht der Untergang des Königreichs, nachdem die stolze Königstochter König Cairbar die Hand verweigert und dieser Rache schwört. Darthula - Tochter der Nebel ist ein kleines Epos basierend auf einem Epos von Ossian, welches die Autorin am Ende ihrer Novelle wieder gibt. Man bekommt also zwei kurze Geschichten zum Preis von einer: Vorlage und freie Übersetzung. Ein Epos über eine mutige Frau, über Freundschaft und Abenteuer ... ein sehr kurzes Epos. Und dazu ein klassisches (auch in der freien Version der Autorin), so dass man diese Art der Literatur wohl mögen muss. Was mir aber auch schwer fällt eine Rezension zu schreiben, denn ... auf wenigen Seiten passiert sehr viel, was aber dann natürlich den Zugang zu den Charakteren erschwert und es fast keine Rolle spielt, dass es sich bei Darthula um eine Frau handelt. Die Novelle war mir zu oberflächlich und auch die von Petra Hartmann übersetzte Vorlage berührte mich nicht.
Aber immerhin wurde mein literarisches Wissen erweitert. Darthula - ein ossianischer Roman klang für mich nach einer Fantasygeschichte in einem erfundenen Reich ... nur ... das ist es nicht. OSSIAN war der Verfasser altgälischen Gesängen und Epen aus der keltischen Mythologie... und eigentlich die Erfindung eines anderen Autors: James Macpherson (* 27. Oktober 1736 in Ruthven, Inverness-Shire; † 17. Februar 1796 im Balavil House, Inverness-Shire)
Im Vorwort ihrer Novelle beschreibt Petra Hartmann ihre Begeisterung für die ossianischen Gedichte. Nachvollziehen kann ich das nicht, aber mir sind die Originale (oder ursprüngliche Übersetzungen) nicht bekannt ... und ob ich sie jemals lesen werde ist fraglich.
Darthula konnte mein Interesse nicht wecken.

Freitag, 9. Februar 2024

C. S. Harris: Die Gefallenen von St. Katharine’s (Rezension)

Regency England, 1813: In einem der düstersten Slums Londons wird eine schwer verletzte Französin neben der verstümmelten Leiche eines Arztes aufgefunden. Der aristokratische Ermittler Sebastian St. Cyr nimmt sich dem Fall an, stößt aber bei jedem seiner Schritte nur auf Lügen. Er kennt die verletzte Frau, die ihre Unschuld beteuert, und weiß, dass man ihr nicht trauen darf …
Die Gefallenen von St. Katherine's ist der 9. Band aus der Sebastian St. Cyr-Reihe und es ist wichtig für das Verständnis der Nebenhandlung (sprich: Das Privatleben von Sebastian St. Cyr), aber alleine diese ist es Wert die Reihe zu verfolgen. Und auch wenn C. S. Harris wieder ein absolut lesenswerter Regency-Krimi gelungen ist, der dem Rest der Reihe in nichts nachsteht, ist es die Reihe auch schon wert nur wegen des Privatlebens des Protagonisten zu lesen, denn wer kann schon von sich behaupten, einen Schwiegervater zu haben, der schon versucht hat ihn zu töten. Aber wer mit der Reihe vertraut ist weiß was ihn erwartet und wird nicht enttäuscht werden.
Die Charaktere entwickeln sich weiter, auch wenn das für Sebastian in diesem Teil weniger der Fall ist, aber man kann gespannt darauf sein wie er sich entwickelt und wie sich er und seine Frau als Eltern machen werden. Spannend von der ersten bis zur letzten Seite, wendungsreich und dramatisch (auch auf der privaten Seite). Ein Buch das man nicht so leicht beiseite legen kann, auch wenn es für zartbesaitete Leser vielleicht manchmal schon etwas heftig ist...

Donnerstag, 8. Februar 2024

Derek Landy: Skulduggery Pleasant - Sabotage im Sanktuarium (Rezension)

Seit der großen Schlacht ist Skulduggery in der Welt der Gesichtslosen verschwunden. Nur ein Wunder kann ihn jetzt noch retten – oder Walküre: Sie muss ganz schnell seinen Kopf finden, der ihm einst von drei Kobolden in Irland gestohlen wurde. Während Walküre um die halbe Welt reist, wird der Magier Skarabäus nach 200 Jahren Gefängnis entlassen. Zwar hat er seine Zauberkräfte eingebüßt, doch seine Rachelust ist ungebrochen. Sofort schart er einen Kreis der schlimmsten Übeltäter um sich, unter ihnen auch Remus Crux, der die Seiten gewechselt hat. Sie alle können Skulduggerys Rückkehr kaum erwarten – denn jeder Einzelne von ihnen hat noch eine Rechnung mit ihm offen ...
Manchmal kann mich eine Serie begeistern, aber aus irgendeinem Grund verliere ich sie aus den Augen oder habe so viel anderes zu lesen, dass sie in Vergessenheit gerät. Bei Skulduggery Pleasant war das der Fall, aber es gibt immer wieder Erinnerungen, dass da irgendeine Serie wartet weiter gelesen zu werden. Und so werde ich versuchen bei Skulduggery nachzuholen was ich versäumt habe, denn hier stehe ich noch weit am Anfang.
SABOTAGE IM SANKTUARIUM ist Teil vier der Serie ... und ein kleiner Knaller. Natürlich bietet er das was man von der Serie kennt: Spannung, Sarkasmus, skurrile Charaktere (und Bösewichter, die erstaunlcherweise trotz ihrer Lächerlichkeit Gefährlich sein können). Es ist lange her dass ich DIE DIABLERIE BITTET ZUM STERBEN gelesen habe, aber selbst nach dieser langen Zeit fiel es nicht schwer sich schnell zurecht zu finden. Der Leser trifft auf alte Bekannte und erlebt (neben einem spannenden Abenteuer und was man sonst von Walküre Unruh und Skulduggery erwarten kann) am Ende eine kleine Überraschung (oder, verglichen mit diversen anderen Offenbahrungen eine große). Eigentlich ist es die Serie nicht wert aus den Augen verloren zu werden ... zumindest nach meinem derzeitigen Stand.

Mittwoch, 7. Februar 2024

Harry Kemelman: Am Mittwoch wird der Rabbi nass (Rezension)

Der alte Kestler ist tot - er starb an einem Schock, nachdem er die falschen Pillen eingenommen hatte. Zufall oder böse Absicht? Rabbi David Small weiß, dass das bekannte Mitglied der jüdischen Gemeinde nicht nur Freunde hatte. Fünf Menschen sind über den Tod des Alten alles andere als unglücklich. Aber würde einer davon so weit gehen, ihn zu ermorden? An Motiven mangelt es nicht.
Eigentlich folgt AM MITTWOCH WIRD DER RABBI NASS dem üblichen Schema der Rabbi Small-Krimis, aber ich fand diesen sechsten Band und bisher letzten, den ich lesen durfte/konnte, als das Highlight der Reihe (sofern ich damit vertraut bin). Natürlich erfährt der Leser wieder einiges über das Judentum und seine Gebräuche, was ich für einen Nichtjuden wirklich interessant fand. Und Kemelman beschreibt ohne zu langweilen. Aber die Gemeinde von Rabbi Small bleibt nicht auf der Strecke, auch sie sind wieder voll involviert und neben der üblichen Vorstandsintrigen bekommt man hier mehr Krimi als ich es von den früheren Rabbi-Krimis gewohnt bin. Trotzdem bleibt der Autor sich treu, es wird also nicht actionreich und niemand muss sich Verfolgungsjagden durch strömenden Regen vorstellen. Trotzdem wird ein interessanter Fall konstruiert, der am Anfang gar nicht als solcher erkennbar ist, aber dann wird es spaßig. Ein Roman voller Verwicklungen und Irrungen. Man darf miträtseln, wird auf falsche Fährten gesetzt und wird am Ende mit einem lehrreichen, spannenden Krimi belohnt.
Bei den zahlreichen Krimiverfilmungen wundert es mich, dass die Romane von Harry Kemelman bisher ignoriert wurden ...

Dienstag, 6. Februar 2024

Oliver Pötzsch: Der Totengräber und der Mord in der Krypta (Rezension)

Das Buch des Totengräbers
Das Mädchen und der Totengräber
Der Totengräber und der Mord in der Krypta

Wien, 1895: In der Gruft unter dem Stephansdom finden Touristen zwischen Knochen und Schädeln eine männliche Leiche: Das Gesicht vor Entsetzen verzerrt, ansonsten unversehrt. Ist der Mann vor Angst gestorben? Was hat ihn dermaßen in Panik versetzt? Während im Wien des ausgehenden 19. Jahrhunderts der Spiritismus grassiert und an jeder Ecke Séancen abgehalten werden, pochte der Tote – ein Gelehrter – auf die Naturwissenschaften und deckte Schwindler auf. Hat er sich dabei die Finger verbrannt? Parallel zu den von Leopold von Herzfeldt geführten Ermittlungen wird der Totengräber Augustin Rothmayer durch seine Adoptivtochter Anna auf etwas anderes aufmerksam: Im Waisenhaus der Stadt verschwinden immer wieder Kinder ... Vergreift sich jemand an den Schutzlosen oder geht wirklich ein Geist um in der Donaumetropole?
 
Es wird spiritistisch im dritten Fall, den Leopold von Hertzfeld lösen muss. Aber diesmal hat er es nicht nur mit dem hilfreichen Augustin Rothmayer zu tun, der mal wieder ein passendes Buch zum Thema Geister verfasst, auch Arthur Conan Doyle gibt sich die Ehre und ... Leopolds Mutter ...
Pötzsch steigert sich und auch wenn die beiden Vorgänger lesenswerte Highlights auf dem Gebiet der historischen Krimis sind, so kann das DER TOTENGRÄBER UND DER MORD IN DER KRYPTA toppen. Pötzsch lässt das historische Wien lebendig werden, seine Geistererscheinungen sorgen für wohligen Schauer, bleiben aber vollkommen realistisch und ich habe das Gefühl, dass auch der Humor etwas zugenommen hat, aber auf sehr angenehme Weise, die eher zum Schmunzeln anregt. Und auch wenn manchen die Zehennägel einrollen wenn Mütter ins Spiel kommen ... auch hier wird diese nicht zu klischeehaft dargestellt.
Leopold von Herzfeld, Augustin, Julia ... sie bilden ein gut funktionierendes Ensemble, das natürlich das Lesevergnügen noch erhöht.
Mord unter Spiritisten ist kein neues Thema, aber hier wird es hervorragend umgesetzt.
Freunde historischer Krimis werden ihre Freude haben. Der Band kann zwar unabhängig von den Vorgängern gelesen werden, aber ... warum sollte man das tun? DER TOTENGRÄBER ist eine Reihe, bei der ich mich auf jedes neue Buch freue ... und jetzt darf ich wieder warten.

Montag, 5. Februar 2024

Anthony Ryan: Ein Fluss so rot und schwarz (Rezension)

Wer sich erinnert, muss sterben
Sechs Menschen erwachen auf einem Schiff. Ohne jede Erinnerung. Der siebte ist tot. Was ist passiert? Warum nimmt das Schiff Kurs auf ein postapokalyptisches London? Und von welchem Grauen künden die Schreie im dichten Nebel? Eine Mission auf Leben und Tod beginnt, der sich niemand entziehen kann.
Als Huxley zu sich kommt, weiß er nichts mehr. Nicht mal seinen Namen. »Huxley« ist ihm auf den Unterarm tätowiert. Offenbar befindet er sich an Bord eines fremdgesteuerten Militärschiffs auf der Themse. Und er ist nicht allein. Da gibt es noch fünf weitere Überlebende. Den sechsten findet er tot auf, Selbstmord. Sie alle sind nicht zufällig hier: Zusammen sind sie Polizist, Soldat, Ärztin, Physikerin, Historiker und Polarforscherin. Über ein Satellitentelefon erhalten sie von einer mysteriösen Stimme Anweisungen.
Unaufhaltsam steuern sie in ein zerstörtes und ausgestorbenes London hinein. Doch schließlich stellen sich ihnen nicht mehr nur Schiffswracks und Brückenruinen in den Weg. Immer lauter werden die Schreie in der Ferne. Im dichter werdenden Nebel lauert ein Grauen außerhalb ihrer Vorstellungskraft. Mit jeder Seemeile wird deutlicher, dass ihre Reise ins Unbekannte ein schreckliches Geheimnis birgt.

Freitag, 2. Februar 2024

Ronald Ryley: Der Tod steigt aus dem Sarkophag (Rezension)

Mitten in der Ausbildung zum Private Investigator muss sich Millionärstochter Alison um die Organisation des Geburtstages von Tante Mildred kümmern. Doch die Egyptian Sculpture Gallery im British Museum entpuppt sich als verzwickte Party-Location. Als ein Sarkophag umgestoßen wird, nimmt das Unheil seinen Lauf. Eine Museumsaufseherin stirbt und Alisons beste Freundin verschwindet spurlos. Fast scheint es, als würde ein Fluch auf Alisons Familie liegen.
DER TOD STEIGT AUS DEM SARKOPHAG ist der zweite London-Krimi mit Alison Granville, der erste den ich gelesen habe und, soviel greife ich vorweg, auch der letzte. DER TOD STEIGT AUS DEM SARKOPHAG klingt nach einem spannenden, klassischen Krimi, also eigentlich genau das was ich gerne lesen würde. Aber ... so sehr mir der Hintergrund mit den Mumien auch zugesagt hat ... der Rest tat es nicht. Ich wusste aber auch nicht, dass es sich um einen zweiten Teil handelte, was bei Krimis nicht unbedingt wichtig ist und ich auch nicht das Gefühl hatte, irgendetwas verpasst zu haben, nur ... die Protagonisten wirkten doch sehr farblos und austauschbar, manchmal sogar ein bisschen zu stereotyp (der klassische englische Krimi wurde nicht neu erfunden, wurde aber auch nicht überzeugend in Szene gesetzt). Der Anfang des Buches - eine Kriegsszene in London 1944 ist spannend und vielversprechend... danach wird man in die Gegenwart versetzt und alles löst sich in Luft auf. Was vielleicht die Spannung zerstört hat war die Betonung von Belanglosigkeiten wie ein teils wirres Gefühls- und Familienleben, das für die Handlung nicht von Bedeutung war. (Vielleicht aber diejenigen die den Vorgänger kannten, erheitern). Schade, hier wird ein interessantes Thema, das viel Potential hat, nicht gewürdigt und eher auf banale Weise präsentiert. Mumien machen neugierig und sind nach wie vor faszinierend, aber sie haben es nicht verdient für diesen Krimi ausgeschlachtet zu werden. Der Fluch der Mumien scheint sich auch auf die Literatur auswirken zu können...

Donnerstag, 1. Februar 2024

Ralph Edenhofer: Monster in der Dunkelheit (Rezension)

Was ich bin? – Ein bluttrinkendes Monster.
Was ich mache? – Ich jage jene, die noch monströser sind als ich.
Mein Name ist Leonard von Montesaro. Die meisten meiner Art nennen mich allerdings den Templer. Und ja, einst habe ich tatsächlich dem Orden der kämpfenden Mönche angehört.
Doch die Alte Welt habe ich schon vor langer Zeit verlassen. Meine Heimat ist New York. Hier bin ich der Älteste der Unsterblichen. Ich sorge dafür, dass unsere Gesetze eingehalten werden, dass niemand über die Stränge schlägt. Und wer es dennoch tut … Nun, die Unsterblichkeit kann schnell vorbei sein für die Unvorsichtigen.
Der Neugeborene, den ich heute jage, scheint einer der üblichen Kandidaten zu sein. Unbeherrscht, unkoordiniert, leichte Beute. Doch bald wird mir klar, dass er nur der Vorbote eines größeren Unheils ist. Eines Unheils, das noch viel älter ist als ich. Und viel gefährlicher. Eines Unheils, das nicht nur mich, sondern die gesamte Stadt ins Verderben zu reißen droht.