Sonntag, 29. November 2020

Rhys Bowen: Mord à la Carte (Rezension)

Als in dem walisischen Dörfchen Llanfair ein französisches Restaurant eröffnet, ruft das sowohl Begeisterung wie Verärgerung hervor. Die glamouröse Besitzerin, Madame Yvette, versucht die Dorfbewohner für sich einzunehmen und alles scheint sich gut zu entwickeln – bis eine Reihe von Feuern Llanfair erschüttert. Eines Nachts brennt das Restaurant bis auf die Grundmauern nieder und in den Trümmern findet sich … eine Leiche.
Constable Evan Evans verfolgt eine Spur von Hinweisen, die ihn über Südengland bis nach Frankreich führt und am Ende zu dem Schluss, dass in Llanfair ein gefährlicher Mörder sein Unwesen treibt.
Solide wie immer. Wer Spaß an den früheren Fällen von Evan Evans hatte wird auch am 4. Teil seine Freude haben, denn die Unterschiede sind gering. Gewohnt sympathisch und ruhig ermittelt Constable Evans in seinem kleinen walisischen Dorf (mit kleinen Abstechern auf das Festland).
Man muss die früheren Fälle nicht kennen, aber ich habe die Bewohner von Llanfair mit all ihren Macken (und teilweise gerade wegen ihrer Macken) lieb gewonnen. 
Natürlich fragt man sich was ein französisches Restaurant im Waliser Hinterland zu suchen hat und man kann die Abneigung der Bewohner durchaus nachvollziehen. Immerhin wird dadurch auch für die eine oder andere witzige Szene gesorgt. 
Mord à la Carte ist zudem spannend und weist die eine oder andere Wendung in der Handlung auf, so dass sich dieser Band etwas von den Vorgängern unterscheidet.
Angenehm empfand ich auch, dass die ewigen Frauengeschichten von Gesetz Evans nicht ganz so dramatisch sind wie in TOD EINES TENORS.

Freunde von Cosy Krimis werden ihren Spaß haben, Freunde von Constable Evans werden nicht enttäuscht. Rhys Bowen bietet kurzweilige und spannende Unterhaltung. Auch wenn es einige Überraschungen gibt ist der Krimiteil geradlinig und etwas vorhersehbar (wenn man sich nicht vom Drumherum ablenken lässt) aber das ist es, was dieses Krimisubgenre wohl ausmacht. Das Kaff Llanfair und seine Bewohner nimmt mehr Platz ein als das Verbrechen.

Ich wurde gut unterhalten.

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