Dienstag, 31. März 2026

Marisha Pessl: Darkly (Hörbuch)(Rezension)

Wofür würdest du töten? Diese Frage muss die siebzehnjährige Dia beantworten, um einen begehrten Praktikumsplatz bei der Louisiana Veda Foundation in London zu gewinnen. Dia ist seit Jahren besessen von der legendären Veda, deren ebenso geniale wie furchteinflößende Darkly-Spiele Kultstatus erreicht haben. Die wenigen Werke, die nach Vedas mysteriösem Tod erhalten blieben, werden für mehrere Millionen Dollar gehandelt. Unter Tausenden Bewerbern aus aller Welt werden Dia und sechs andere Jugendliche als Praktikanten ausgewählt. Doch gleich nach der Ankunft in London werden sie auf eine abgelegene Insel gebracht – das Herzstück von Vedas Spiele-Imperium. Dort finden sie sich in einem Darkly-Spiel auf Leben und Tod wieder. Wer führt die Fäden in diesem Netz? Dia weiß nicht, wem sie noch trauen kann.
Ein Labyrinth voller verborgener Hinweise, ein dunkles Vermächtnis und ein Geheimnis in Dias Vergangenheit

Montag, 30. März 2026

Jan Jekal: Paranoia in Hollywood (Rezension)

Santa Monica, Pacific Palisades oder Beverly Hills – das sind die klingenden Namen des kalifornischen Idylls, in dem sie Zuflucht gefunden haben: Filmemacher und Schauspieler, Schriftsteller und Intellektuelle, die in den 1930er- und 1940er-Jahren vor den Nazis aus Europa fliehen mussten. Sie bilden eine Solidargemeinschaft der Exilierten: Bertolt Brecht, Helene Weigel und Hanns Eisler, Billy Wilder und Vicki Baum, Fritz Lang und William Wyler, Thomas und Heinrich Mann. Wer in Berlin, Wien oder Prag einen Namen hatte, folgte dem Ruf der boomenden Filmindustrie Hollywoods. Doch dieses romantische »Weimar am Pazifik« ist nicht die ganze Geschichte: Noch während sie im beginnenden Krieg ihren mal militärischen, mal moralischen Beitrag aufseiten der Allierten leisten, werden die Geflüchteten zu Verdächtigen. Eben noch als noble Nazi-Gegner gefeiert, wird jetzt ihr Müll vom FBI durchsucht – der »red scare« und der McCarthyismus machen aus Freigeistern und Linksliberalen feindliche »Kommunisten«. Das Land, das Zuflucht war, wandelt sich zum Ort der Repression und Verfolgung

Dienstag, 24. März 2026

Anthony Ryan: Flut aus Schwarzem Stahl (Rezension)

Das Land Ascarlia ist ein sagenumwobenes Reich, das seit Jahrhunderten von den Schwesterköniginnen regiert wird. Niemand hat je gewagt, ihre Herrschaft in Frage zu stellen. Bis jetzt. Gerüchte berichten von Langschiffen mit tätowierten Kriegern, die unter den Bannern eines mörderischen Kultes segeln, der lange für ausgestorben gehalten wurde. Eine Flut aus schwarzem Stahl, die alles zu verschlingen droht ...
Thera Schwarzspeer, die bevorzugte Dienerin der Schwesternköniginnen, wird beauftragt, die Wahrheit hinter den Gerüchten aufzudecken. Während sie gen Norden segelt, begibt sich ihr verhasster Bruder Felnir auf seine eigene Reise. Er hofft, die Gunst der Königinnen auf Kosten seiner Schwester zu sichern. Beide Geschwister – gemeinsam mit einer brillanten jungen Schreiberin und einem Gefangenen mit einer erschreckenden, urtümlichen Macht – werden eine Rolle im heraufziehenden Sturm spielen. Zwischen dem Zwist der Geschwister und den unerbittlichen Machtkämpfen am Hof der Königinnen hat die Zeit des Zorns begonnen ...

Montag, 23. März 2026

Lilly Labord: Abalys (Rezension)

Auf einer Wanderung in Irland verschwindet einer der Reisenden plötzlich im Nebel und taucht auch nach Tagen nicht wieder auf. Inspector Emily Brennan wird beauftragt, den verlorengegangenen Touristen wiederzufinden. Während ihrer Recherchen stellt sie fest, dass schon einmal etwas ganz Ähnliches vorgefallen ist - vierzig Jahre zuvor.br> Aber wie kann es sein, dass der Verschwundene denselben Namen trägt, wie derjenige, der damals für sieben lange Tage nirgendwo aufzufinden war? Emily macht sich auf die Suche und nimmt dabei im Morgennebel einen Weg über das Moor, an dessen Existenz sie sich gar nicht erinnern kann. Und dann ist sie selbst verschwunden.
ABALYS ist ... ein Hotel in Brest, Frankreich. Steht so im Buch, und ich habe nachgeschaut. Erstaunlich, dass man sonst nichts findet. Aber irgendwie witzig, nur ... das Hotel spielt (abgesehen von einer kurzen Erwähnung) gar keine Rolle. Schauplatz von Lilly Labords kurzem Roman ist Irland. Und Abalys kein Hotel sondern ein Wesen aus der Sagenwelt (man kann es auf dem Cover sehen). Lilly Labords flüssiger Schreibstil entführt den Leser sofort in eine mystische Welt und auch wenn man denkt, das eine oder andere schon einmal irgendwo gelesen zu haben (Feenkreise sind keine Seltenheit in der Fantasyliteratur). Trotzdem behält die Geschichte eine gewisse Eigenständigkeit und wechselt ein bisschen zwischen Grusel und Cuteness, gewürzt mit einer Prise Humor. Über Spannung kann man sich nicht beklagen. Bedingt durch die Kürze bleibt die Anzahl der Charaktere überschaubar und, wenn ihre Rollen eher klein sind, ein bisschen oberflächlich (oder soll ich sagen: nebulös?).
Freunde von mystischen Geschichten werden durchaus auf ihre Kosten kommen. Lilly Labord weiß zu unterhalten, aber ABALYS ist alles andere als eine Kindergeschichte, auch wenn das Cover darauf hinweisen mag. Und so sehr mir die Geschichte gefallen hat ... hätte ich mir doch gewünscht, dass sie etwas länger gewesen wäre, denn ... es passiert sehr viel auf relativ wenig Seiten. Kein Nachteil, aber man glaubt, eine längere (oder eine andere) Geschichte im Hintergrund gären zu hören. 

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Donnerstag, 19. März 2026

Helena Marchmont: Schatten über Hallwood Hall (Hörbuch) (Rezension)

Alfie McAlister nimmt an einem Schreibkurs in dem abgelegenen Herrenhaus Hallwood Hall teil - dem Ort, an dem er einst einen verschollenen Oscar-Wilde-Text entdeckte. Was als literarische Auszeit beginnt, entwickelt sich bald zu einem undurchsichtigen Spiel: Eine Teilnehmerin verschwindet spurlos und die Atmosphäre wird zunehmend unheimlicher. Alfie beginnt zu zweifeln, ob wirklich jeder den Kurs aus rein kreativen Gründen besucht. Je näher er der Wahrheit kommt, desto riskanter wird es - denn plötzlich schwebt er selbst in tödlicher Gefahr ...
Schatten über Hallwood Hall ist der 20. Teil der amüsanten CosyCrime-Reihe BUNBURRY - EIN IDYLL ZUM STERBEN. Hallwood Hall war bereits Schauplatz von Teil 15 (siehe hier), aber seit dem hat sich einiges verändert. Aber es ist amüsant, wenn sich Alfie an die damalige Zeit zurück erinnert oder einer der anderen Schreibkursteilnehmer mit fast morbider Faszination auf das Verbrechen hindeutet. In meinen Augen ist SCHATTEN ÜBER HALLWOOD HALL einer der besten Folgen der Serie, über das ich nur wenig meckern kann. Ein bisschen nervt das hin und her zwischen Alfie und Emma ... das sind teilweise schon sehr merkwürdige Gedankengänge, auf die man auch verzichten könnte. Und so spannend die Geschichte auch wird, am Anfang lässt sie sich viel Zeit, was aber alles andere als langweilig ist. Ich mag so was, aber was ich kritisieren will ist die Kürze des (Hör)Buchs. Ja, ich kann mir denken, dass es in das Reihenkorsett gepresst werden muss, aber ich hätte mir gerne mehr Zeit für alles gewünscht. Mehr Vorgeplänkel, mehr Ermittlungen (sofern man davon sprechen kann) und mehr Hintergrund ... so ist das ganze zwar immer noch unterhaltsam (und wie gesagt einer der besten Teile der Serie), aber einfach zu kurz. Die Charaktere werden gut eingeführt und dargestellt ... und ich wurde zumindest auf eine (mehrere sogar, aber das behalte ich lieber für mich) falsche Spur gelenkt, was das Mordopfer anbelangte, da lag ich vollkommen daneben (obwohl ... so ganz weit hergeholt war es nicht, aber mehr will ich nicht verraten, das wäre ein Spoiler, der nicht sein muss). Fans von Bunburry werden nicht enttäuscht werden. Es lohnt sich. Alle anderen ... warum sollte man mit Teil 20 in einer Serie einsteigen?
Ach ja ... ich habe bisher von Bunburry nur die Hörbücher gehört, anders würde ich es gar nicht haben wollen. Keine Ahnung wie sich die gedruckte Version lesen würde, aber es macht Spaß Uve Teschner zu lauschen. Seine Marge und Liz ... köstlich.

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Mittwoch, 18. März 2026

Ellen Barksdale: Tee? Kaffee? Mord! - Der verstummte Reporter (Hörbuch)(Rezension)

Nathalie und ihre Freunde können es kaum erwarten: Sie sind kurz davor, die Zerstörung des Naturschutzgebietes bei Earlsraven zu verhindern. Dazu brauchen sie wichtige Informationen, die ihnen eine anonyme Quelle zuspielen will. Doch dann der Schock: Während der Radiosendung, in der alles live enthüllt werden sollte, wird der Journalist Brian Burkoff erschossen! Nathalie und Louise machen sich gemeinsam mit dem Raven-Team auf die Suche nach Brians Mörder und nach dem unbekannten Informanten - und erhalten dabei Hilfe von gänzlich unerwarteter Seite ...
Irgendwie wird es nicht langweilig und nach wie vor ist es unterhaltsam und sehr entspannend, Vera Teltz zuzuhören. Sie schafft es, dass man direkt in die Geschichte eintaucht, und vergisst, dass es kein Hörspiel, sondern ein Hörbuch ist. Großartig, das muss man schon sagen. Das Buch selbst ... eigentlich wie immer. Nur ... die Geschichte mit dem Milliardär und seinem Bauvorhaben im Naturschutzgebiet wird zu einem Ende gebracht (wurde aber auch Zeit, auch wenn sich wohl eine neue über mehrere Bände ziehende Geschichte anbahnt) und ein Charakter aus den früheren Enden taucht auf (und man darf sich wohl auch fragen, warum jemand seit Wochen in Earlsraven ist und sich nicht bei seinen Freunden meldet ... das hätte man anders lösen können, es sei denn ... es steckt mehr dahinter ... das muss sich aber erst noch zeigen). Spannend? Ein bisschen (ist aber auch egal). Witzig? Auf jeden Fall (Man darf sich nur nicht vor Geistern fürchten). Unterhaltsam? Wie immer ... das Schema bewährt sich und auch die Kürze, die vielleicht auch dafür sorgt, dass es nie langweilig wird und langatmige Szenen nicht vorhanden sind. Ach ja.... Realismus? Nun ja... es handelt sich um einen CosyKrimi, was erwartet man also? Gute Unterhaltung, was geboten wird und eine gute Sprecherin (wenn es sich um ein Hörbuch handelt und ... ja, ich wiederhole mich gerne, ich bin ein kleiner Fanboy..., Vera Teltz ist einfach hervorragend). Realismus bekommt man in der Tagesschau.
Ach ja ... DER VERSTUMMTE REPORTER ist bereits Teil 34 der Serie Tee? Kaffee? Mord!

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Dienstag, 17. März 2026

Dolores Redondo: Der nächtliche Besucher (Rezension)

Das Tal der geheimen Gräber: ein Schauplatz voller Mythen und Legenden - Hochspannung bis zur letzten Seite!
Der rätselhafte Tod eines Babys führt Inspectora Amaia Salazar erneut ins beschauliche Baztán-Tal am Fuß der Pyrenäen. Für die Urgroßmutter des Kindes steht der Täter fest: Inguma, ein mythologisches Wesen, das schlafenden Kindern den Atem raubt. Amaia Salazar dagegen überführt den Vater, der seine eigene Tochter im Schlaf erstickt hat. Doch damit ist der Fall noch lange nicht abgeschlossen, denn die Ermittlerin stößt auf weitere ungeklärte Kindstode, die sich in der Gegend zu häufen scheinen ...

DER NÄCHTLICHE BESUCHER ist der dritte Teil der spannenden Baztan-Trilogie. Und man kann ihn wirklich als krönend bezeichnen, auch wenn man am Ende auch das Gefühl bekommt, dass die Geschichte um Amaia Salazar noch nicht beendet ist (was sie ja auch nicht ist, so ganz kann die Autorin von der Inspectora nicht abschließen). Mystisch erscheint die Geschichte, in der Wesen der baskischen Sagenwelt ihr Unwesen zu treiben scheinen. Mehr noch als im ersten Teil (DAS ECHO DUNKLER TAGE) spielen die Mythen eine Rolle und sorgen für eine bedrückende Atmosphäre. Hinzu kommt noch die realistische Darstellung von Salazars Ermittlungsarbeit und ... da geht es durchaus heftig zu. Amaia steht zwischen zwei Männern, ein Mord erschüttert selbst den Leser (vor allem, weil er so unerwartet kommt) und natürlich geistert Amaias Mutter bedrohlich durch die Nachbarschaft. Es passiert viel und doch schafft es Redondo die Geschichte im Baztan-Tal zu einem befriedigenden Ende zu bringen. Nichts für schwache Nerven, aber ein Highlight für jeden Thrillerfan. Der nächtliche Besucher ist (nebenbei bemerkt) der "Inguma". Der Dämon, der sich nachts auf die Brust seiner Opfer setzt und ihnen den Atem nimmt. Das Finale der Reihe bringt Stränge zusammen und verknüpft offene Enden, nur um dann mit einem kleinen Telefonat den Leser mit der Frage zurück zulassen: Was kommt jetzt?
Aber das mag erlaubt sein, in diesem fast perfekten Thriller.

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Montag, 16. März 2026

Jørn Lier Horst/Jan-Erik Fjell: Hörst du den Schrei

Ein schockierender Cold Case, eine verschwundene Journalistin und ein ungewöhnlicher Ermittler – der erste Fall für Krimi-Podcaster Markus Heger.
Fagernes, Norwegen: Krimi-Podcaster Markus Heger plant eine Serie über die vor fünfzehn Jahren verschwundene Leah. Obwohl ihre Leiche nie gefunden wurde, kam Leahs Vater Tobias für den Mord an ihr damals ins Gefängnis. Als nun eine Journalistin, die sich für den Fall interessierte, verschwindet, nimmt Markus die Ermittlung selbst auf. Und je tiefer er in die Abgründe der Vergangenheit eintaucht, desto überzeugter ist er, dass der wahre Täter noch frei herumläuft. Und dass dies noch lange nicht sein letztes Verbrechen gewesen ist ...

Jørn Lier Horst ist mir von seinen Wisting und Clue-Romanen bekannt, die ich gerne lese und auch die Wisting-Verfilmungen gefallen mir gut. Von Jan-Erik Fjell habe ich bisher noch kein eigenständiges Werk gelesen, aber das werde ich wohl nachholen müssen.

Dienstag, 10. März 2026

Klaus Reichold: Warum Bayern ein orientalisches Land ist und andere weiß-blaue Wahrheiten (Rezension)

Der Ausspruch »Mia san mia« ist schon immer ein ausgemachter Schmarrn. Denn kein Mensch weiß, wer die Bayern wirklich sind und woher sie kommen. Aus Bayern jedenfalls nicht. Selbst die Landespatronin, die Muttergottes, ist eine »Zuagroaste« aus Galiläa. Zugegeben: Der Orient ist nur eine der Quellen, aus denen sich das weiß-blaue Wesen speist. Bayern ist aber ähnlich exotisch, geheimnisvoll und rätselhaft – viel bunter und widersprüchlicher, als man gemeinhin denkt. Seine Identität schöpft das Land vor den Bergen daraus, dass es seit Jahrhunderten Menschen, Kulturtechniken und Traditionen aus aller Herren Länder höchst erfolgreich integriert und vereinnahmt. Von der Weite der bayerischen Welt erzählt Klaus Reichold auf ebenso amüsante wie kenntnisreiche Weise.
Bayern ist das flächengrößte Bundesland Deutschlands und liegt im Südosten des Landes. Seine Hauptstadt ist München. Bayern ist bekannt für seine Alpenlandschaften, Seen, Wälder und historischen Städte. Traditionen wie Lederhosen, Dirndl und Volksfeste – besonders das Oktoberfest – prägen das kulturelle Bild.

Annette Marie: Kein Kuchen für Vampire (Rezension)

Magie habe ich mein ganzes Leben lang gemieden. Und trotzdem bin ich nun an einen Dämon gebunden – einen mächtigen, eigensinnigen Gefährten, der mich überraschenderweise beschützt … im Tausch gegen Selbstgebackenes.
Während wir versuchen, unseren verbotenen Pakt geheim zu halten, geraten wir in eine gefährliche Intrige voller dunkler Magie und uralter Machtspiele.
Je tiefer Zylas und ich in dieses Netz aus Lügen und Verrat gezogen werden, desto klarer wird: Hinter jeder Fassade lauert Gefahr. Doch wenn wir die Wahrheit über das Grimoire meiner Familie ans Licht bringen wollen, bleibt uns nur eines: zusammenzuarbeiten. Auch wenn manche Geheimnisse stark genug sind, um uns beide zu zerstören.

Nach EIN COOOKIE FÜR DEN DÄMON ist KEIN KUCHEN FÜR VAMPIRE nun der zweite Teil von GUILD CODEX: Demonized. Und dieser Teil legt noch einmal einiges drauf, was die Spannung anbelangt.

Montag, 9. März 2026

Lilly Labord: Die Gummienten-Morde - Ein Zombie ermittelt (Rezension)

Eliot Podmore will sich auf Malford Manor in aller Ruhe der Durchsicht alter Briefe widmen, die ein Forscher vor über hundert Jahren hinterlassen hat. Das bringt ihn in Kontakt mit magischen Riten und haarsträubenden Aufzeichnungen. Womit er nicht rechnet, ist ein Mord. Mitten in der Küche wird eine vollkommen Fremde niedergestochen und neben ihr eine quietschgelbe Gummiente platziert. Bald schreiben die Medien über den "Gummi-Enten-Mord". Eliot gerät mitten in familiäre Intrigen und handfeste Auseinandersetzungen. Als er selbst in den Fokus genommen wird, bekommt er Hilfe von gänzlich unerwarteter Seite - denn der Ahnherr von Malford Manor hat durchaus noch einiges zu sagen.
Persönlich. Und außerordentlich deutlich.

Lust auf CosyCrime? Lust auf Zombies? Geht das? Vermutlich nicht, wenn man an die klassischen Zombies denkt. Das dürfte eine echte Herausforderung sein. Denkt man an "I ZOMBIE", dann würde es funktionieren. Und Lilly Labord zeigt uns ihre Version eines CosyCrime mit Zombies. Und auch wenn die Geschichte auch ohne Zombie funktionieren würde, so ist sie auf jeden Fall unterhaltsam. Der Schreibstil ist flüssig und man ist schnell in der Geschichte. Die Charaktere sind gut skizziert, glaubwürdig (selbst wenn es sich um einen Zombie handelt), die Handlung ... leicht abgedreht, aber noch im Bereich des nicht ganz so überdrehten. Irgendwie ein bisschen Landhauskrimi, nur eben mit einem Zombies. Wendungsreich und spannend, so wie ein Krimi sein soll. Und weil es eher unblutig zu geht (trotz des Mordens) auch für Zartbesaitete geeignet (wenn diese sich mit dem Konzept eines ermittelnden Zombies abfinden kann .... allerdings ... dieser Zombie isst kein Hirn). Kurzweilige Unterhaltung für Zwischendurch, für Freunde die es gerne Cosy mögen (und das bezieht sich sowohl auf den Krimi, wie auch den Phantastikaspekt)

DIE GUMMIENTEN-MORDE bei amazon (AffiliateLink)

Freitag, 6. März 2026

Elizabeth George: Gott schütze dieses Haus (Rezension)

Jahrhunderte lag ein Dorf im englischen Yorkshire im Dornröschenschlaf – bis ein brutaler Mord die Idylle stört: Der Dorfpfarrer entdeckt die enthauptete Leiche seines treuen Schäfchens William in einer Scheune. Neben dem Toten kauert Roberta, seine leicht debile Tochter. Sie behauptet: »Ich war's.« Und verstummt.
Scotland Yard schickt Inspector Thomas Lynley und Seargeant Barbara Havers. Die beiden arbeiten zum ersten Mal zusammen und sind ein eher ungewöhnliches Team. Doch der Fall lässt ihnen keine Eingewöhungszeit. Vor Ort erwartet sie ein undurchsichtiges Gewirr von Geheimnissen und Abhängigkeiten – hinter dem sich eine grausige Wahrheit verbirgt ...

GOTT SCHÜTZE DIESES HAUS mag der erste Lynley-Krimi sein, denn Elizabeth George geschrieben hat, aber es ist nicht der erste. In MEIN IST DIE RACHE wird die Vorgeschichte erzählt, aber man kann die Bücher auch in der Reihenfolge lesen, in der sie geschrieben wurden. GOTT SCHÜTZE DIESE HAUS ist kein actionreicher Thriller, sondern ein klassischer britischer Ermittlungsroman mit starkem Fokus auf Charaktere und Atmosphäre. Und so lässt sich George auch Zeit, baut ihre Geschichte langsam auf. Auch mit der Vorstellung ihrr Protagonisten lässt sie sich Zeit, ohne dabei den Leser zu langweilen. Von Anfang an schafft sie es den Leser bei der Stange zu halten und so langsam sich ihr Fall aufbaut so langsam (aber nachhaltig) steigt das Entsetzen und der Unglaube des Lesers. Ein intelligenter, psychologisch ausgefeilter Krimi, der hinter die Fassade englischen Dorflebens blickt. Havers und Lynley harmonieren gut, auf ungewöhnliche Weise und trotz aller Unterschiede weiß Lynley Havers zu nehmen und sie in ihre Schranken zu weisen und sie gleichzeitig zu fördern. Und man merkt auch, welchen Einfluss Havers langsam auf ihren Vorgesetzten ausübt. Und so bietet GOTT SCHÜTZE DIESES HAUS nicht nur einen spannenden Krimi, der trotz fehlender Gemetzel durchaus nahegeht, sondern auch zwei faszinierende Ermittler, mit Ecken und Kanten.
Ein Muss für jeden Fan klassischer Krimis und es ist schon fast schade, dass ich sie erst jetzt lese obwohl ich das schon so lange vor hatte (seit der ersten Lynley Serie)

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Donnerstag, 5. März 2026

Gustav Seibt: Ein Sommer mit Goethe (Rezension)

"Es ist keine Schande, Goethe nicht gelesen zu haben. Es ist nur schade. Und man kann es ändern." Goethe .... ich habe durchaus gelernt ihn zu schätzen, aber eher seine Person weniger sein Werk, denn das ... so muss ich gestehen, kenne ich nur Auszugsweise. FAUST kenne ich als Musical (muss man aber nicht), seinen ERLKÖNIG auch als vertontes Musikstück (obwohl ich die Ballade in der Schule auswendig lernen musste). Und dann noch so Dinge wie sein GINGO BILOBA oder BEI BETRACHTUNG VON SCHILLERS SCHÄDEL ... aber es gibt so vieles, das ich nicht gelesen habe, dabei bin ich im Laufe der letzten Jahre sehr oft auf Goethe geschrieben ... denn .... Goethe war gut.

Bei manchen Dingen kann ich einfach nicht wiederstehen, dabei war Goethe wirklich gut in dem was er machte. Und als Deutscher kommt man an Goethe kaum vorbei ... wobei ... das muss man auch nicht.

Mittwoch, 4. März 2026

Uwe Neumahr: Die Buchhandlung der Exilanten: Paris 1940 - Zuflucht und Widerstand (Rezension)

Zwei Buchhändlerinnen im besetzten Paris: Eine Geschichte von Liebe und Literatur
Sie sind literarische Legenden. Adrienne Monnier und Sylvia Beach haben mit ihren benachbarten Buchhandlungen über Jahrzehnte das literarische Paris geprägt. Doch 1940, mit der deutschen Besatzung, ändert sich auch für sie alles. Aus der literarischen Oase im Herzen der Stadt wird ein Zufluchtsort für deutsch-jüdische Exilanten und ein Ort des Widerstands. Uwe Neumahr erzählt in seinem bewegenden Buch die Geschichte dieses großen Paares und ihrer Freunde.
In den wilden Zwanzigerjahren sind "Shakespeare and Company" und "Das Haus der Bücherfreunde", die Buchhandlungen von Sylvia Beach und Adrienne Monnier, Anlaufstellen für Schriftsteller, Intellektuelle und Künstler. Hier trifft sich die Avantgarde, von James Joyce und Ernest Hemingway über Pablo Picasso bis zu Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir. Mit dem Einfall der Deutschen in Frankreich im Mai 1940 aber gerät auch die Literatur in Gefahr. Zu den Besatzern gehört Ernst Jünger, während die amerikanisch-jüdische Schriftstellerin Gertrude Stein sich dem neuen Regime in Vichy anschmiegt. Adrienne Monnier und Sylvia Beach setzen alles daran, ihre Freunde Walter Benjamin, Gisèle Freund, Siegfried Kracauer und manche andere zu retten. Bis Sylvia Beach selbst von der Gestapo abgeholt und in ein Internierungslager gebracht wird. Auf der Grundlage von Archivstudien schildert Uwe Neumahr erstmals dieses dramatische Kapitel aus dem besetzten Paris.
Es ist eine Geschichte von großer Literatur und ihrer Entstehung, von Verfolgung, Gewalt und Menschlichkeit und von der Liebe zweier ganz und gar ungewöhnlicher Frauen.

Dienstag, 3. März 2026

Arno Strobel: Ungelöst (Hörbuch) (Rezension)

Auftakt der brandneuen Thriller-Serie von Nr. 1-Bestsellerautor Arno Strobel: Luisa Menkhoff und Ramin Brunner sind die Cold-Case-Einheit!
Medizinstudentin Luisa Menkhoff kennt die verschwundene Frau auf dem Flugblatt. Es ist Jahre her, dass sie sie gesehen hat. Aber trotzdem kann sie sich erinnern, als wäre es gestern gewesen. Nicole Klement war die Lebensgefährtin des Mannes, der Luisa als Fünfjährige entführt hat. Und damals ebenfalls in die Sache verwickelt.
Luisa wendet sich umgehend an die Münchner Polizei und trifft auf Hauptkommissar Ramin Brunner, der gerade im Begriff ist, eine neue Cold-Case-Einheit aufzubauen, die alte Fälle mit modernen Mitteln aufklären soll.
Als Luisa ihm die Umstände ihrer Entführung als Kind schildert, ist Ramin verblüfft. Luisa hat ein eidetisches Gedächtnis und erinnert sich an jedes Detail einer einmal erlebten Situation. Und alles, was sie sagt, deutet darauf hin, dass ihr damaliger Entführer – Dr. Joachim Lichner – jetzt Nicole Klement in seiner Gewalt hat.
Luisa wird als externe Beraterin zu dem aktuellen Vermisstenfall hinzugezogen. Bis klar wird, dass sie sich getäuscht haben muss. Denn es gibt Hinweise, dass es Lichner nicht gewesen sein kann. Aber warum fühlt Luisa sich dann beobachtet? Zu spät erkennen sie und Ramin, dass sie etwas Entscheidendes übersehen haben, das allen Beteiligten zum Verhängnis werden könnte.