Mittwoch, 5. August 2020

Shaun Hamill: Das Haus der finsteren Träume (Rezension)

Die USA in den 1960er-Jahren: Harry Turner, ein geradezu fanatischer Verehrer von H. P. Lovecraft, macht sich an die Verwirklichung eines gewaltigen Vorhabens. Auf seinem Grundstück soll ein Geisterhaus entstehen, und zwar das größte und unheimlichste, das Amerika je gesehen hat. Harrys komplette Familie arbeitet an dem Projekt mit, obwohl seine pragmatisch veranlagte Frau und seine beiden Töchter die Augen vor der gruseligen Wahrheit verschließen: Die Monster, die im Geisterhaus der Turners ihr Unwesen treiben, sind echt. Der einzige, der diese Tatsache akzeptiert, ist der jüngste Turner-Spross Noah. Doch als er eines Tages beschließt, den Ungeheuern die Tür zu öffnen, wird das Leben der Turners zum Albtraum ...
Es klingt wie ein spannender Horrorthriller. Und unter dieser Voraussetzung habe ich mich ans Lesen gemach, nur um dann enttäuscht zu werden.
Der Roman konnte mich nicht überzeugen, selbst nachdem ich festgestellt habe, dass es sich eher um eine Familiengeschichte mit einigen (mehr oder weniger liebenswerten) Monstern handelt.
Mir hat der Zugang zu den Personen gefehlt und die Handlung war, trotz guter Ansätze, nicht überzeugend. Gelangweilt habe ich mich zwar nicht, sonst hätte ich das Buch vielleicht abgebrochen, aber die erwartete monsterhafte Erleuchtung blieb ebenfalls aus.
Es gibt zahlreiche Anspielungen auf das Horrorgenre, was ich ziemlich witzig fand und mir das lesen erleichtert hat, aber ... auch wenn viele Geschichten von Lovecraft erwähnt werden und es um ein (kommerzielles) Spukhaus geht ... so bleibt die Spannung aus.
Am Anfang versucht der Autor noch eine unheimliche Stimmung hervorzubeschwören, ansatzweise gelingt das auch, aber die Familiengeschichte steht immer im Vordergrund und hat mich nicht sonderlich faszinieren können.
Ich habe etwas anderes erwartet (eine Horrorgeschichte) und habe etwas unerwartetes bekommen (eine Familiengeschichte). Es gibt ein paar Horrormomente, aber im Großen und Ganzen wirkt die Geschichte zu seicht.

Dienstag, 4. August 2020

Elaine Viets: Mord auf High Heels (Rezension)

Die Mystery-Shopperin Josie Marcus hat einen neuen Auftrag: ein Testkauf bei Soft Shoe, der angesagtesten Schuh-Boutique von St. Louis. Allerdings ist der Inhaber Mel Poulaine nicht nur aus beruflichen Gründen von Josies Füßen fasziniert … Sie verfasst einen vernichtenden Bericht, der Mels Karriere zerstören könnte – und kurz darauf wird er ermordet. Josie ist entschlossen, sich dieses Mal rauszuhalten. Aber als die Tochter ihrer Nachbarin, Cheryl Malmy, verdächtigt wird, beschließt Josie, doch Nachforschungen anzustellen. Kann sie einem Killer ein Bein stellen, der ihr immer einen Schritt voraus zu sein scheint?
Natürlich ist die Frage berechtigt, warum gerade ich dieses Buch lese (wobei  man sich das auch bei anderen Büchern fragen muss). High Heels sind jetzt nun wirklich nichts, was mich anspricht und auch wenn es das Klischee des modebewussten homosexuellen Mannes gibt ... ich entspreche dem so gar nicht. Aber abgesehen von sexueller Orientierung und Modegeschmack gibt es etwas, das gegen das Buch sprechen würde:
Elaine Viets. Meine erste Erfahrung mit der Autorin war eher enttäuschend, um nicht zu sagen langweilig. (siehe hier).
Aber irgendwie bin ich doch in Besitz von Mord auf High Heels gelangt.
Mir wurde erst beim zweiten Blick auf das Cover bewusst, dass es sich um den zweiten Fall handelte, aber wie so oft bei Krimiserien, spielt das keine Rolle. Ich hatte nicht den Eindruck irgend etwas verpasst zu haben.

Montag, 3. August 2020

Ava Luna Aarden: Mond über Mogadôr: Das blaue Portal (Rezension)

Lena ist fertig mit der Welt: als "Albino" gemobbt, am Schuljahrsende sitzengeblieben, muss sie jetzt in den Sommerferien auch noch Latein lernen! Doch dann entdeckt sie ein seltsames Bild und einen Ring mit einem blauen Edelstein und gerät in einen Strudel voller Magie und Abenteuer …
Der Klappentext verrät nicht viel und Bücher, die in unserer Welt spielen und dann mit einer anderen verbunden werden gibt es zahlreiche. Aber da ich diese Art von Büchern mag war ich auf das Buch natürlich gespannt.
Und man erlebt immer wieder kleine (und auch große) Überraschungen, positiver (oder negativer) Natur.
Der erste Teil der Mogadôr-Trilogie hat mir gut gefallen. Der Einstieg in die Geschichte viel leicht, die Charaktere sind interessant und gut gezeichnet, von diversen Klischees wurde abgesehen (so sind die Schergen der Königin nicht nur dämliche, gesichtslose Muskelpakete) und es gibt die eine oder andere Überraschung.
Baumstachler (Zoo Decin)Die Geschichte ist sehr fesselnd und unterhaltsam, es passiert sehr viel und man ist erstaunt wie schnell man am Ende angelangt ist. Und es sieht wie ein Ende aus, nicht wie der erste Band einer Serie. Was ich an sich durchaus begrüße.
Ava Luna Aarden hat eine interessante Welt geschaffen, mit bekannten Wesen aus der Fantasyliteratur und diese ihre eigenen Kreaturen hinzugefügt. Wie die Baumstachler, die einen etwas verwirrenden Namen haben und nichts mit den Baumstachlern unserer Welt zu tun haben (die einzige Gemeinsamkeit sind die Stacheln, aber die Baumstachler von Mogadôr haben weniger)

Natürlich ist es eine bekannte Story, eine Reise von A nach B, aber das zeichnet viele Fantasybücher aus und es kommt immer auf die Darbietung an.
Und in diesem Fall wurde ich in allem Überzeugt:
Schreibstil: Gut
Weltenbeschreibung: Gut
Charakterbeschreibung: Gut
Unterhaltungswert: Gut
Nur das Cover gefällt mir nicht. Aber ich bin kein Coverkäufer (abgesehen davon dass es ein Exemplar aus einer Lovelybooks-Leserunde war). Die Farben sind gelungen, nur die Abbildung der Personen empfinde ich als störend.
Aber es ist alles eine Frage des Geschmacks. Der Inhalt konnte ich mehr überzeugen.

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