Mittwoch, 4. November 2020

Mika M. Krüger: Goldrote Finsternis (Rezension)

„Manchmal gelang es mir, das Monster nicht zu sehen. Mich nicht vor ihm zu fürchten. Doch ich wusste, es lag auf der Lauer, um uns auseinanderzureißen wie Beute.“
In Flußwalde ereignet sich Seltsames. Ein Erdbeben schüttelt das Dorf, ein Großbrand zerstört ein Mietshaus und ein Dieb treibt sein Unwesen. Zur gleichen Zeit findet Lois ihren Schützling Ilyan im nahegelegenen Wald, wo er völlig aufgelöst von einer bevorstehenden Katastrophe spricht. Sie ahnt, dass alles irgendwie zusammenhängt und folgt Ilyans Spur aus Rätseln, bis sich ihr Weg in ein schauriges Märchen verwandelt. Kann sie ihrem Verstand noch trauen?
Goldrote Finsternis könnte ein ideales Buch für vernebelte Herbst- und Winternächte sein. Es erschafft eine mysteriöse leicht unwirkliche(und dadurch beängstigende) Atmosphäre, die für angenehme (sofern das möglich ist) Gänsehaut sorgt. Lange wird der Leser im Ungewissen gelassen.
Ich sagte aber könnte, denn obwohl ich den Anfang sehr vielversprechend (und auf makabre Weise auch sehr witzig) fand, wird der Spannungsbogen nicht aufrechterhalten und die an sich gute Geschichte zieht sich in die Länge.
Ein bisschen erinnert die Art der Autorin an Shirley Jackson mit ihrem hintergründigen Horror, leider wird dieser zerstört wenn (was auch immer ... ich will nicht spoilern, denn das würde dem Buch nicht gerecht werden) ...

Wenn dieses bestimmte Etwas, das mich auch wenn es nicht 100 % greifbar ist, nicht wäre, dann wäre Goldrote Finsternis ein sehr empfehlenswerter Roman für kurze Tage ... aber so bleibt ein atmosphärischer Gruselroman mit Schwächen, nicht schlecht (auch wenn es bessere gibt) aber auch nicht herausragend (das schaffen andere besser)

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