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Dienstag, 28. Juli 2026

Oliver Pötzsch: Die Ludwigs-Verschwörung (Rezension)

Steven Lukas, ein Antiquar aus München, findet in seinen Regalen ein ihm unbekanntes altes Buch. Schon bald merkt er, dass es sich dabei um das Tagebuch eines engen Vertrauten von Ludwig II. handelt, den Assistenten des königlichen Leibarztes Max Schleiß von Loewenfeld. Das über hundert Jahre alte Buch ist in einer geheimen Kurzschrift verfasst, die Lukas nur Stück für Stück entziffern kann. Der ungeheuerliche Fund könnte die wahren Umstände des Todes von Ludwig II. verraten! Doch offenbar haben verschiedene Parteien ein Interesse daran, die Veröffentlichung des Tagebuchs zu verhindern. Und ein Fanatiker geht dabei über Leichen. Gemeinsam mit der Kunstdetektivin Sara Lengfeld gelingt es Lukas, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen – eine Rätselreise, die die beiden zu sämtlichen Schlössern des Märchenkönigs führt.

Montag, 27. Juli 2026

Julian Brave Noisecat: Wir überlebten die Nacht (Rezension)

Auf den Spuren seiner Familie taucht Julian Brave NoiseCat tief in die Geschichte der First Nations Kanadas ein und findet heraus, dass sein Vater ein Überlebender der St. Joseph’s Mission ist.
Basierend auf fünf Jahren Recherche und Reisen zeichnet »Wir überlebten die Nacht« ein tiefgründiges, unvergessliches Porträt indigener Wirklichkeit, das sich der Unsichtbarmachung, der systematischen Verdrängung, der Auslöschung und den intergenerationellen Traumata der First Nations widmet. Brillant verwebt NoiseCat persönliche Geschichten mit investigativem Journalismus und traditionellen indigenen Erzählformen. Dabei entsteht eine Rückeroberung – von Geschichte, Identität und familiärer Zugehörigkeit. Eine persönliche Wiederannäherung an einen Vater, der gegangen ist.

Was wissen wir über Kanada? Es ist schwierig gegen die Supermacht USA zu bestehen und oft muss man sich ins Gedächtnis rufen, dass die USA NICHT Amerika sind, denn, da gibt es noch viel mehr. Und Kanada ... davon hört man weniger als von diversen politischen Verwirrungen in Südamerika. Und auch sonst habe ich den Eindruck, dass Kanada kaum in den Gedanken der Europäer ist. Mit WIR ÜBERLEBTEN DIE NACHT dachte ich, dass ich mir zumindest die nähere Geschichte des Landes näher bringen lassen kann.

Donnerstag, 23. Juli 2026

Andrea Storm: Singende Knochen (Rezension)

Die Bestattung von Bad Dürrenberg ist eine mesolithische Doppelbestattung einer 25 bis 35 Jahre alten Frau und eines etwa 6 bis 8 Monate alten Kindes im heutigen Bad Dürrenberg im Saalekreis (Sachsen-Anhalt). Sie ist vor allem durch ihre ungewöhnlichen Grabbeigaben und medizinischen Anomalien bekannt geworden, aufgrund deren die Frau der Öffentlichkeit als „Schamanin von Bad Dürrenberg“ präsentiert wird. Sie war archäogenetisch eine Vertreterin der Westeuropäischen Jäger und Sammler. Das Grab wurde 1934 bei Kanalarbeiten im Kurpark von Bad Dürrenberg gefunden. Zwischen 1989 und 2014 wurden mittels Radiokarbonmethode insgesamt vier Altersbestimmungen am Skelettmaterial vorgenommen, die es auf ein Alter zwischen 9000 und 8600 Jahren datieren. Es handelt sich damit um die zweitälteste bekannte Bestattung in Sachsen-Anhalt. Heute ist der Fund im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle ausgestellt.
Der Schamanin von Dürrenberg ist im Museum derzeit eine Sonderausstellung gewidmet, die noch bis zum 7. Februar 2027 läuft. Gesehen habe ich sie noch nicht, aber ich würde es nicht ausschließen, dass ich das Museum noch vor Ende der Ausstellung besuche ...
Auf jeden Fall ist die Schamanin eine durchaus interessante Persönlichkeit. So, wie es viele andere Personen der Vergangenheit sind (man fühle sich zu Recht an Ötzi erinnert).
Andrea Storm hat nun der Schamanin einen Roman gewidmet. SINGENDE KNOCHEN behauptet EIN STEINZEITROMAN zu sein, aber eigentlich wird eine Zeitreise-Geschichte geboten.

Mittwoch, 22. Juli 2026

M. G. Leonard: Jonathan Clock – Die Rache des Pharao (Rezension)

Jonathan und seine Mutter mussten schon oft umziehen – doch warum, weiß Jonathan nicht. Bis eines Nachts Fremde auftauchen und Jonathan ein unglaubliches Geheimnis entdeckt: Seine Mutter kann Türen durch die Zeit öffnen. Die beiden sind in großer Gefahr und nur der Herzskarabäus in der Grabkammer von Nofretete kann ihnen die Antworten liefern, die sie retten werden. Denn der finstere Rat der Zeit ist ihnen dicht auf den Fersen. Können Jonathan und seine Mutter das verlorene Grab und das Zeitportal finden, das sie ins alte Ägypten führt? Und werden sie dort sein, bevor der Rat sie findet? 
 DIE RACHE DES PHARAOS ist der Auftakt einer spannenden Zeitereiseabenteuer ab 10 Jahren (wobei man das ja kennt .... warum sollte man sich an die Altersempfehlung halten, wenn man Spaß haben will... obwohl ... üXXX ist ja auch ab10 ... aber weit darüber hinaus). Von Beginn an herrscht eine spannende und geheimnisvolle Atmosphäre, der man sich kaum mehr entziehen kann. Jonathan weiß genauso viel über die Umstände wie der Leser und beide kommen nach und nach hinter das Geheimnis der Türen und treten ein in eine Welt der geheimen Gesellschaften. SPANNEND!!!! Flüssig geschrieben, will man das Buch nicht beiseite legen. Sympathische Protagonisten, mit Ecken und Kanten, Ägypten (wer kann sich der Faszination von Mumien und Pharaonen schon entziehen), Zeitreisen. Viel wird geboten und es passt alles gut zusammen. Vielleicht mag die Komplexität des Hintergrunds etwas abschrecken, aber ... es ist ein Kinderbuch (und wenn man sich anschaut wie fit Kinder u. a. bei Dinosauriernamen sind .... wenn das Interesse da ist, dann sind es wohl eher die heimlichen Mitleser, sprich Eltern, die auf der Strecke bleiben). Auf jeden Fall ist M. G. Leonard ein wunderschöner Auftakt gelungen, der den Leser zum einen fasziniert, aber auch amüsiert und nebenbei auch informiert. Und es wird gezeigt wie man Geschichte alles andere als trocken präsentieren kann.
Man darf auf den zweiten Teil gespannt sein.

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Dienstag, 21. Juli 2026

Tom Sharpe: Bloody Mary (Rezension)

Am Porterhouse College ist der Teufel los: Der Rektor und Ex-Pförtner sitzt im Rollstuhl und braucht dringend einen Nachfolger, das Collegevermögen ging bei einem Casinobesuch flöten, und durch die heiligen Hallen spukt ein dubioses Filmteam. Und zu allem Überfluß ist Lady Mary Evans, die Witwe eines verblichenen Rektors, nicht von der Idee abzubringen, daß ihr Gatte einem Komplott seiner Kollegen zum Opfer fiel ...
Mit „Bloody Mary“ kehrt Tom Sharpe nach über zwanzig Jahren an das fiktive Porterhouse College in Cambridge zurück. Der Roman ist die Fortsetzung seines Kultklassikers Schwanenschmaus in Porterhouse und bietet erneut eine Satire auf den britischen Universitätsbetrieb, die Aristokratie und den unerschütterlichen Glauben an Traditionen.

Montag, 20. Juli 2026

Nicole Siemer: Ich, mein Dämon und ein paar Leichen (Rezension)

Kjara hat ein Problem. Eigentlich sogar zwei.
Problem Nummer eins: In ihrem Kopf lebt ein Dämon namens Akuma.
Problem Nummer zwei: Akuma hat ausgesprochen schlechte Ideen.
Während andere Menschen auf ihr Gewissen hören, hört Kjara auf einen Dämon mit fragwürdigem Humor und einer Vorliebe für kreative Problemlösungen. Leider enden diese Lösungen erstaunlich oft mit… nun ja, Leichen.
Als dann auch noch Gefühle ins Spiel kommen und Kjara plötzlich darüber nachdenken muss, ob sie vielleicht doch kein völlig hoffnungsloser Fall ist, wird die Sache kompliziert. Denn Akuma findet Moral ungefähr so überbewertet wie Rücksicht.
Zwischen Dämonengeflüster, schlechten Entscheidungen und einer stetig wachsenden Zahl unangenehmer Zwischenfälle stellt sich Kjara irgendwann eine wichtige Frage: Ist sie wirklich das Monster? Oder hat sie einfach nur einen sehr schlechten Mitbewohner im Kopf?

Freitag, 17. Juli 2026

Tatjana Kruse: Mumien morden mittwochs nie (Rezension)

Wir wissen, wie gefährlich es nachts im Museum ist. Jetzt lernen wir, wie gefährlich es auch tagsüber sein kann ...
Escape Game im Museum?
Man könnte fast denken, man wäre mitten in einem – allerdings ohne der üblichen sechzigminütigen Zeitbegrenzung –, als während der Pressekonferenz zu einer aufsehenerregenden Ausstellungseröffnung mit Artefakten aus dem Alten Ägypten ein Museumsmitarbeiter nach dem anderen spektakulär zu Tode kommt. Es stellt sich die Frage: Gibt es eine logische Erklärung für die Ereignisse, oder ist etwas weitaus Unheimlicheres im Gange? Geht etwa eine Mumie im Blutrausch um? Kann man seinen eigenen Sinnen eigentlich noch trauen?
Morden Mumien besser?
So hat sich die junge Dr. Apollonia Obermoser (für ihre Freunde: Polly) das jedenfalls nicht vorgestellt, als sie endlich ihren Fund von Artefakten aus der siebten Dynastie rund um den Pharao Teti III. präsentieren kann. Am nervigsten findet sie allerdings, dass die Tochter der millionenschweren Museumseignerin, Daphne Gamser, der festen Überzeugung ist, dass eine Mumie für die Morde verantwortlich ist. Polly, die das – zurecht – äußerst lächerlich findet, macht sich auf die Suche nach "echten" Spuren. Viel anderes bleibt ihr auch nicht übrig, denn durch einen Hackerangriff befindet sich das Museum plötzlich im Lockdown-Modus und jeglicher Kontakt zur Außenwelt ist unterbunden – also muss Frau, mal wieder, selber ran. Und dass hier irgendetwas Böses – menschlich oder nicht – sein Unwesen treibt, zeigt sich mit jeder Minute deutlicher … Dass ausgerechnet Daphne zu ihrer stärksten Verbündeten wird und doch nicht so oberflächlich ist, wie sie tut, hätte Polly niemals gedacht. Auch nicht, dass sie ihre Sinneswahrnehmung so im Stich lässt und eventuell doch eine Mumie mit Killeraxt durchs Museum wütet.

Donnerstag, 16. Juli 2026

Graham Masterton: GhostVirus (Hörbuch)(Rezension)

Patel und Pardoe ermitteln in ihrem ersten Fall.
Eine junge Frau übergießt sich mit Schwefelsäure. Ein liebender Ehemann zerstückelt seine Frau. Eine Schulleiterin stößt ihre Schüler aus dem Fenster. Wer oder was treibt die Menschen zu solch grausamen Taten?
Jerry Pardoe und Jamila Patel vom Polizeirevier Tooting im Süden Londons stehen vor einem Rätsel und vermuten ein Virus oder eine Modedroge als Ursache. Doch als Kleidungsstücke beginnen, sich von selbst durch die Straßen zu bewegen, nimmt die Bedrohung eine völlig neue Dimension an …

Graham Masterton ist einer der erfolgreichsten Autoren moderner Spannungsromane. 1975 erschien mit Der Manitou sein erster unheimlicher Roman, der sofort zum Bestseller wurde. Und auch wenn ich vor allem in den 1980ern viel Horror gelesen habe ... Masterton gehörte irgendwie nie dazu. Einen Grund kann ich nicht nennen. Aber früher habe ich tatsächlich um einige Autoren einen großen Bogen gemacht, vollkommen grundlos, wie es heute in der Rückschau scheint. Aber hier geht es nicht um mich, die Rede soll von GHOSTVIRUS sein... meinen ersten Masterton den ich gelesen (bzw. gehört) habe.

Mittwoch, 15. Juli 2026

Jo Nesbø : Insel der Ratten (Hörbuch) (Rezension)

Nach einer verheerenden Pandemie ist die Welt nicht wiederzuerkennen: Massenarbeitslosigkeit und Armut haben das demokratische Gleichgewicht gekippt, marodierende Banden beherrschen die Straßen der großen Stadt. Colin Lowe, einer der reichsten Unternehmer des Landes, rettet sich mit seiner Familie auf die Insel der Ratten. Derweil wütet sein Sohn Brad mit seiner Bande auf dem Festland und verschont nicht einmal Colins engsten Freund Will. Als er dessen Tochter Amy bei einem Überfall in seine Gewalt bringt, sinnt Will auf Rache. Sein Feldzug führt ihn auf das Dach eines Hochhauses, Schauplatz eines gnadenlosen Countdowns auf Leben und Tod.
Mit „Insel der Ratten“ verlässt Jo Nesbø mal wieder das vertraute Terrain des klassischen Kriminalromans und präsentiert stattdessen eine düstere, beklemmende Dystopie. Ich habe bisher noch keinen Krimi gelesen und das erste Buch, das ich von ihm gelesen habe (Das Nachthaus) hat mir gut gefallen. Aber auch das war kein Krimi...

Dienstag, 14. Juli 2026

Toby Winter: Düstere Gedanken - Der Feind in meinem Kopf (Hörbuch)(Rezension)

Hallo, ich heiße Florian, meine Freunde nennen mich Flo. 
Ich bin ein skrupelloser Serienkiller. 
Das mag Sie schockieren, denn ich bin auch ein liebevoller Ehemann und Vater von drei Kindern. 
In meinem bevorzugten Jagdrevier am Dortmunder Phoenix-See wird ein Mann brutal ermordet. 
Der Mörder lässt die Leiche zurück und zieht damit die Aufmerksamkeit von Polizei und Presse auf sich. 
Das macht mich wütend und ich beschließe, Jagd auf meinen Rivalen zu machen. 
Doch schon bald bin ich der Gejagte und muss um das Leben meiner Liebsten fürchten.

Montag, 13. Juli 2026

Tom Sharpe: Ein dicker Hund (Rezension)

Leider ist der aus vornehmer Familie stammende Timothy Bright nicht so aufgeweckt, wie sein Nachname es verspricht. Als er aus Geldnöten den Auftrag übernimmt, ein Paket nach Spanien zu schmuggeln, gerät er in ein wildes Abenteuer.
Tom Sharpe war berühmt für seinen rabenschwarzen, respektlosen Humor und seine gnadenlose Satire auf die britische Gesellschaft. Auch in EIN DICKER HUND finden sich seinen Lieblingsthemen: Korruption, Heuchelei, Klassenunterschiede und die erschreckende Inkompetenz derjenigen, die Macht ausüben (obwohl man manchmal hinterfragen darf wer überhaupt in irgendeiner Weise kompetent ist, das ist manchmal nicht wirklich ersichtlich).
EIN DICKER HUND ist eine irrwitzige Geschichte voller Intrigen, Missverständnisse, Gewalt, sexueller Eskapaden und grotesker Zufälle. Typisch Sharpe geraten sämtliche Figuren immer tiefer in ein Chaos, das schließlich in einem spektakulären Finale kulminiert. Wenn man Sharpe kennt bekommt man genau das Chaos, was man erwartet. Übertrieben, politisch alles andere als korrekt, manchmal sehr prüde, dann wieder das genaue Gegenteil. Und irgendwann wissen weder der Leser noch die Protagonisten, wo es lang geht. Aber ... wen interessiert das schon.
Sharpes größte Stärke bleibt sein unverwechselbarer Stil. Seine Dialoge sind bissig, seine Figuren herrlich überzeichnet, und seine Fähigkeit, aus scheinbar kleinen Missverständnissen monumentale Katastrophen entstehen zu lassen, ist nach wie vor beeindruckend. Der Roman verliert sich allerdings stellenweise in Nebenhandlungen, manche Gags werden sehr weit ausgereizt, und nicht jede Pointe zündet. Zudem ist der Humor deutlich böser und zynischer als in Sharpes früheren Werken. Aber man wird durchaus gut unterhalten, wenn man weiß, was man zu erwarten hat. Für diejenigen, die noch nie von Tom Sharpe gehört haben, wirkt das Buch wie eine große Blödelei. Was zwar auch zutrifft, aber ... da steckt etwas mehr dahinter. Also ... man mag sich darauf einlassen oder, um sich mit Tom Sharpe vertraut zu machen lieber zu PUPPENMORD greifen.
Ein böser, turbulenter und stellenweise urkomischer Roman, der zwar nicht zur absoluten Spitzenklasse von Tom Sharpes Werk gehört, aber dennoch zu unterhalten weiß, auf eine respektlose überdrehte Weise.

Freitag, 10. Juli 2026

Maike Salhofen: Bruder Enno und das Herz des Störtebeker (Rezension)

Hexenjagd, verbotene Liebe und politische Machtkämpfe im mittelalterlichen Ostfriesland.
1399. Mysteriöse Todesfälle erschüttern die Küste: Drei Männer erliegen einer qualvollen Seuche, und die Angst vor schwarzer Magie greift um sich. Der junge Mönch Enno soll der Hexerei auf die Spur kommen und gerät in einen Strudel aus Aberglauben, alten Gelübden und einer verbotenen Liebe. Derweil entbrennt unter den friesischen Häuptlingen ein erbitterter Machtkampf um die Vorherrschaft im sechsten Seenland – und mittendrin: der legendäre Seewolf Klaus Störtebeker, der nicht nur Allianzen, sondern auch sein Herz aufs Spiel setzt.

Mit „Bruder Enno und das Herz des Störtebeker“ setzt Maike Salhofen ihre historische Krimireihe um den jungen Zisterzienser Enno fort und entführt ihre Leser erneut in das Ostfriesland des ausgehenden 14. Jahrhunderts. Die Handlung verbindet rätselhafte Todesfälle, religiösen Aberglauben, politische Machtkämpfe und die Legende um Klaus Störtebeker zu einem historischen Kriminalroman. Der Roman knüpft an die Ereignisse des ersten Bandes an, lässt sich aber auch ohne Vorwissen eigenständig lesen. Ich kannte den ersten Teil (BRUDER ENNO UND DIE HAND DES STÖRTEBEKER) nicht und fand mich im zweiten Teil gut zurecht. Wirklichen Zugang zur Geschichte habe ich aber nicht bekommen. Ob das daran lag, dass mir der erste Teil gefehlt hat, kann ich nicht sagen. Ich hatte zumindest nicht das Gefühl, dass ich Wissenslücken hatte.

Donnerstag, 9. Juli 2026

C. J. Cooke: The Book of Witching (Hörbuch)(Rezension)

Der Prozess gegen die mutmaßliche Hexe Allison Balfour (oder Margaret Balfour) aus dem Jahr 1594 zählt zu den am häufigsten angeführten Hexenprozessen Schottlands. Balfour lebte auf den schottischen Orkney-Inseln, in der Gegend von Stenness. Zu jener Zeit sah der *Scottish Witchcraft Act* von 1563 für eine Verurteilung wegen Hexerei die Todesstrafe vor.
Patrick Stewart, 2. Earl of Orkney – bekannt als „Black Patie“ – übte 1594, zur Zeit von Balfours Prozess, die Herrschaft über die Orkney-Inseln aus. Patie war davon überzeugt, dass seine jüngeren Brüder, allen voran John Stewart, Earl of Carrick, ein Komplott zu seiner Ermordung schmiedeten. Patie entdeckte Gift im Besitz eines von Johns Dienern, Thomas Paplay; dieser legte nach elf Tagen Folter ein Geständnis ab und belastete Balfour als eine seiner Mitverschwörerinnen.
Obwohl Paplay sein Geständnis kurz vor seiner Hinrichtung widerrief, wurden Balfour und ihre Familie nach Kirkwall gebracht und dort so lange gefoltert, bis man ihnen ein Geständnis abgerungen hatte. Balfour wurde der Prozess gemacht; sie wurde der Hexerei für schuldig befunden und zum Tode verurteilt. Ebenso wie Paplay widerrief auch Balfour ihr Geständnis unmittelbar vor ihrer Hinrichtung am 16. Dezember 1594; sie beteuerte öffentlich ihre Unschuld und schilderte detailliert die Folterungen, denen sie und ihre Familienangehörigen unterzogen worden waren. Sie wurde am 16. Dezember 1594 am Richtplatz „Gallow Ha'“ in Kirkwall hingerichtet.

Mittwoch, 8. Juli 2026

Thomas Michael Glaw: Mach dir kein Bild (Rezension)

Eine Unbekannte ersticht den Direktor der berühmten Alten Pinakothek mitten in der Nacht vor einem angeblichen Vermeer. Dr. de Rijk pflegte ein offenes Haus in München Schwabing, auch was seine Geliebten anbelangte. Sein Bruder leitet eine Gemäldegalerie in Amsterdam und interessiert sich außerordentlich für einige Bilder und Unterlagen. Frauen und Gemälde führen Kriminalrat Benedict Schönheit in das Leben eines kühl rechnenden Charmeurs, der sich am Ende doch verkalkuliert hat.
MACH DIR KEIN BILD ist der dritte Fall in dem Benedict Schönheit ermittelt, aber es ist nicht nötig, die Vorgänger zu kennen. MACH DIR KEIN BILD ist ein schnörkelloser Krimi, bei dem das Privatleben des Ermittlers zwar präsent ist, aber nicht das Geschehen bestimmt. Ein klassischer Krimi, bei dem die Ermittlungsarbeit im Vordergrund steht. Thomas Michael Glaw beschränkt sich auf das Wesentliche und sorgt dabei für kurzweilige Unterhaltung. Schönheit und sein Team gehen Hinweisen nach, befragen Zeugen und Verdächtige und kommen der Lösung immer näher bis zur Auflösung. Glaw verzichtet auf Action, die Ermittlungen sind ruhig, sorgen aber auf ihre Art für Spannung und trotz der manchmal gemächlich wirkenden Erzählweise kann man das Buch nicht zur Seite legen. Glaw hat einen angenehmen Schreibstil und auch wenn auch Schönheit in München ermittelt liegen Welten zwischen ihm und Jana Vecera, einer weiteren in München ermittelnden Romanfigur.
Freunde von schnörkellosen Krimis, bei dem das Verbrechen im Vordergrund steht, werden auf ihre Kosten kommen. Und trotz der klaren Linie findet Glaw auch Wege das alles nicht ganz so ernst zu schreiben. MACH DIR KEIN BILD ist keine Komödie, aber ein guter Krimi mit Witz.

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Montag, 6. Juli 2026

Sascha Sprikut: Raskova und die Macht der Schatten (Rezension)

Es ist kein Geschenk. Es ist keine Gabe. Trau ihren Lügen nicht. In einer Welt, in der Bäume ein Relikt der Vergangenheit sind, gilt Yulyas Fähigkeit, Holz zu spüren, als Fluch. Denn aus den Wäldern kamen einst die Schatten, die alles vernichteten. Als ihre Gabe entdeckt wird, bleibt ihr nur die Flucht. Auf sich allein gestellt macht sie sich auf die Suche nach der Wahrheit über ihre Kräfte – und über die Vergangenheit, die ihre Welt geprägt hat. Doch Yulya gerät zwischen die Fronten: Die geheimnisvollen Redma, die einst zur Zerstörung beitrugen, wollen sie für sich gewinnen. Gleichzeitig ist ihr ein skrupelloser Sklavenhändler dicht auf den Fersen und hält ihre beste Freundin bereits gefangen. Um sie zu retten, muss Yulya entscheiden, wem sie trauen kann … und welchen Preis sie bereit ist zu zahlen.

Freitag, 3. Juli 2026

Ben Aaronovitch: Der Galgen von Tyburn (Rezension)

In seinem sechsten Fall muss der fabelhafte Peter Grant
- ein verschollenes altes Buch wiederfinden
- einen verdächtigen Todesfall auf einer Party der Reichen und Schönen Londons aufklären
- versuchen, es sich dabei nicht völlig mit Lady Ty zu verderben
- vermeiden, vom Gesichtslosen ins Jenseits befördert zu werden
- sich mit einem ganzen Haufen rauflustiger Amerikaner herumschlagen, die definitiv zu viel ›24‹ gesehen haben.
Kurz: Peter bekommt die einzigartige Gelegenheit, es sich mit alten Freunden zu verderben und sich dabei jede Menge neue Feinde zu machen. Mal vorausgesetzt, er überlebt die kommende Woche.

Donnerstag, 2. Juli 2026

David Safier: 00 Laschet (Hörbuch)(Rezension)

LIZENZ ZUM LACHEN!
Wer wäre als Spitzenagent der Bundesrepublik wohl besser geeignet als Armin Laschet? Nun, vermutlich sehr viele Menschen.
Armin freut sich wie ein Schneekönig, dass er nicht Kanzler geworden ist, sondern Bundespräsident sein darf. Doch schon am ersten Tag erfährt er, dass tief unter dem Schloss Bellevue die Zentrale des geheimsten Geheimdienstes der Welt liegt. Und er als Bundespräsident in Wahrheit nur eine Aufgabe hat: Agenten an Orte zu bringen, an die sie sonst nicht gelangen würden. Sogleich muss der überforderte Armin mit einer jungen Topagentin die Menschheit vor der Auslöschung retten. Sein Abenteuer führt ihn ins Schloss Windsor, an die Côte d'Azur, nach Grönland, in den Vatikan und sogar in die Arme des Popstars Madonna. Und so erstaunlich es auch ist: Die einzige Hoffnung auf ein Überleben der Welt trägt den Namen 00-Laschet!

Mittwoch, 1. Juli 2026

Eleanor Barraclough: Im Schein von Gold und Feuer (Rezension)

Das wahre Leben der Wikinger – so, wie es noch nie erzählt wurde.
Bei dem Wort Wikinger haben die meisten sofort das Bild eines Kriegers vor Augen, der von einem Boot an Land springt und die unglückliche Bevölkerung überfällt. Wild, maskulin, furchtlos. Doch das wird der historischen Wirklichkeit nicht gerecht. Eleanor Barraclough erzählt deshalb die faszinierende Geschichte der ganz normalen Menschen der Wikingerzeit anhand der Spuren, die sie hinterlassen haben: Ein Kamm, der seinem Besitzer wichtiger war als jede Axt, die Notiz einer wütenden Ehefrau an ihren Mann, der mal wieder in der Taverne versackt ist, oder die Kritzeleien eines gelangweilten Schülers auf Birkenrinde, die heutigen Kinderzeichnungen bestechend ähnlich sind.
Dieses Buch lässt uns in den Alltag einer außergewöhnlichen Kultur eintauchen, die sich von den skandinavischen Kerngebieten über die abgelegenen Fjorde Grönlands bis hin zum byzantinischen Reich und dem islamischen Kalifat erstreckte.

Dienstag, 30. Juni 2026

H. G. Wells: Der Krieg der Welten (Rezension)

Der Krieg der Welten (englischer Originaltitel: The War of the Worlds) ist eines der bekanntesten und bedeutendsten Werke von H. G. Wells. Das Werk wurde 1897 zunächst als Fortsetzungsroman, dann 1898 als Buch veröffentlicht. Es folgten mehrere Auflagen. Die deutsche Übersetzung von Gottlieb August Crüwell erschien 1901. Berühmt wurde Krieg der Welten als Hörspiel im Jahr 1938 am Vorabend von Halloween. Nach einem Drehbuch von Howard Koch wurde die Geschichte ins Amerika der damaligen Zeit versetzt und sorgte für einiges Aufsehen unter den Hörern. Später erlangte das Werk durch mehrere Verfilmungen (zuerst 1953) weitere Bekanntheit.
Es ist der erste Roman, der die Invasion durch Außerirdische thematisiert.
Ich mag den Roman, und auch das Konzeptalbum "Jeff Wayne’s Musical Version of the War of the Worlds" welche die Geschichte thematisiert. Mit den Verfilmungen selbst kann ich wenig anfangen. Ich kann das nicht genau erklären und mag vielleicht auch sehr pauschalisieren, aber die mir bekannten Versionen haben mich schnell gelangweilt... obwohl es eine Ausnahme gibt, die jedoch keine Verfilmung des Buchs darstellt: