Freitag, 18. September 2020

Florian Clever: Mesrée (Gesamtausgabe) (Rezension)

 In den letzten Tagen war es ruhig auf diesem Blog, nicht lange aber es ist doch etwas ungewöhnlich gewesen. Aber hin und wieder darf ich mir auch einen kleinen Urlaub gönnen ... und in dieser Zeit ist es nicht so leicht zu bloggen ... und ich habe es nicht geschafft entsprechende Beiträge vorzubereiten. Aber jetzt geht es gewohnt weiter, fast täglich eine Rezension ...

Bevor ich mich aber zu Mesrée äußere: Wen interessiert wo ich war: Westdeutschland - Von München nach München.

Donnerstag, 10. September 2020

Nadine Erdmann: Andolas (Rezension)

Die Welt der Menschen ist nicht die einzige. Verborgen hinter mächtigen Grenzen existiert die Schattenwelt, das Reich der Dämonen.
Nach den dramatischen Ereignissen auf ihrer Reise zum ersten Lichtstein kämpft Noah mit schrecklichen Albträumen. Doch sind es wirklich nur Träume? Und welches dunkle Geheimnis hüten die, die ihm am nächsten stehen? Leider bleibt Noah und seinen Freunden nicht viel Zeit für Nachforschungen. Konstantin plant bereits seinen nächsten Schlag gegen die Hüter des Engelslichts und die Freunde müssen sich zügig auf die Reise zum zweiten Lichtstein begeben. Der Weg durchs Ewige Eis der Weißen Berge steckt allerdings voller heimtückischer Gefahren …
Nach Aquilas der zweite Teil der Lichtstein-Saga. 
Nicht anders als Aquilas auch bietet Andolas kurzweilige, spannende Unterhaltung. Es fällt nicht schwer in die Handlung hineinzufinden, allerdings ist es hilfreich Aquilas zu kennen um die Zusammenhänge besser verstehen zu können. 
Rasant (action- und wortreich) weiß Andolas zu faszinieren. 
Im Großen und Ganzen ist Andolas wie Aquilas, die Cays wollen einen Stein holen (natürlich klingt das leichter als gedacht) und doch ist es anders. Tatsächlich haben mir die Nymphen aus Aquilas besser gefallen, das fand ich etwa spannender und im Allgemeinen interessanter. Die Sylphen dagegen sind etwas langweilig, aber ich will nicht sagen, dass es deswegen an Spannung mangelt. Die Geschmäcker sind verschieden und abgesehen vom Aufenthalt bei den Sylphen wurde ich wieder gut unterhalten und ... die Lust auf mehr ist immer noch da. 

Mittwoch, 9. September 2020

Shirley Jackson: Wir haben schon immer im Schloss gelebt (Rezension)

Merricat lebt am Rande eines Dorfes im Schloss der Familie Blackwood, nur in Gesellschaft ihrer Schwester Constance und dem wunderlichen Onkel Julian, der an den Rollstuhl gefesselt ist. Alle anderen Familienmitglieder wurden vergiftet. Merricat liebt die Ruhe im Schloss. Aber seit Constance vor Gericht freigesprochen wurde, den Rest der Familie ermordet zu haben, lässt die Welt den Blackwoods keinen Frieden mehr. Und als Cousin Charles auftaucht, voller falschem Getue und dem verzweifelten Bedürfnis, an den Inhalt des Familiensafes zu kommen, muss Merricat alles in ihrer Macht Stehende tun, um das Schloss und seine Bewohner vor Schaden zu schützen …
Wir haben schon immer im Schloss gelebt ist ein beispiel für einen sehr subtilen Horrorroman. Shirley Jackson baut eine Stimmung auf, die sehr an den Nerven zieht. Ständig erwartet man das Grauen um die Ecke kommen oder dass etwas Überraschendes passiert. Aber ... die Spannung ist teilweise unerträglich. Die Protagonisten sind merkwürdig, manchmal ist man sich nicht sicher, ob es Geister sind, aber dann kommen Einflüsse von Außerhalb (Dorfbewohner, Cousin Charles) und man merkt, dass die Bewohner des Hauses nur merkwürdig sind.
Sehr spät erfährt man das Verbrechen, das sich im Haus zugetan hat und erst am Schluss merkt man, dass man vor lauter subtilen Horrorelementen gar keinen echten Horror geboten bekam. Keine Monster, keine seltsamen Erscheinungen ...
Und genau das macht den reiz dieses Romans aus. Spannend bis zum Schluss und das auf ungewöhnliche Weise.
Die Handlung ist nur nebensächlich, es ist die Atmosphäre, die dem Roman Leben einhaucht.

Und ich kann mir nicht vorstellen, wie man das als Film umsetzen kann (oder als Musical, und beides gibt es, neben einem Theaterstück, aber gesehen habe ich nichts davon ... ich weiß auch nicht, ob ich das will)

Dienstag, 8. September 2020

Elaine Viets: Mord als Accessoire (Rezension)

Als alleinerziehende Mutter reicht Josie Marcus’ Budget leider nicht für die Luxus-Boutiquen, in denen sie sich als Testkäuferin herumtreibt. Ihre beste Freundin Alyce hingegen zieht nun vom Vorort in die noble Gemeinde Wood Winds. Der Klatsch und Tratsch dort ist jedoch alles andere als vornehm, besonders als die reiche Tuch-Designerin Halley Harwick ermordet wird. Sofort werden Alyce und ihr Mann unter Verdacht gestellt, immerhin sind sie erst zugezogen. Für Josie ist es Ehrensache, in Wood Winds undercover zu gehen und die delikaten Geheimnisse der Reichen und Schönen zu lüften, bevor es einen weiteren Mord gibt …
Mord als Accessoire ist der dritte "Fall" von Josie Marcus und der zweite, den ich nach Mord auf High Heels gelesen habe. 
Natürlich wird wieder ein Frauen-"Krimi geboten und auch wenn sich der Roman offensichtlich an (amerikanische) Hausfrauen (und das darf man bitte nicht falsch verstehen, aber ich habe den Eindruck, und vielleicht bediene ich mich eines nicht sehr aktuellen Klischees) richtet, so hatte ich doch sehr viel Spaß beim Lesen. Die sympathische Josie wurstelt sich durchs Leben und (ich habe keine Ahnung warum) schafft es immer wieder, in irgendeiner Weise mit einem verbrechen in Berührung zu kommen.
Diesmal darf sie hinter die Fassaden einer anscheinend nicht ganz so unschuldigen Kleinstadtidylle blicken und entdeckt Abgründe, die nicht weniger furchtbar (wobei das ein sehr übertriebenes Wort in einem seichten Krimi ist) sind als Fußfetischismus.
Aber ... wer einen echten Krimi erwartet wird wohl enttäuscht werden. Eigentlich geht es mehr um Shopping und Dating, Kindererziehung, Klassenunterschiede und ekliges Essen.
Aber ... wer es hin und wieder seicht mag und sich dabei gut unterhalten lassen will, der ist mit Mord als Accessoire gut bedient. 

Und ja, mir haben die flachen sexuellen Anspielungen gefallen, ebenso wie die Beschreibung diverser FastFood-Ketten, die so unglaubwürdig klingen, dass es schon wieder glaubhaft ist. 

Leider ist das Buch kürzer als erwartet (andererseits habe ich damit schon gerechnet) und der Anhang, der etwas mehr auf Mysteryshopping und Accessoire eingeht ist auch für deutsche Frauen nur minder interessant (und war für mich ein Grund in nur zu überfliegen)

Trotzdem ... ich will mehr von Josie Marcus. 

Montag, 7. September 2020

Helena Machmont: Nur das Schaf war Zeuge (Rezension)

Thomas Cox, Teilnehmer eines Survival Camps in der Nähe von Bunburry, stürzt mitten in der Nacht von einem Felsen und stirbt. Die Polizei geht von einem Unfall aus und ermittelt nicht weiter. Doch Neil Walker, der das Camp im Wald geleitet hat, ist sich sicher, dass bei diesem Sturz jemand nachgeholfen hat: Er hatte alles abgesichert, damit den unerfahrenen Großstädtern nichts passieren kann. Deshalb bittet er das Bunburry-Trio Liz, Marge und Alfie um Hilfe. Für die Ermittlungen muss Alfie undercover am Survival Training teilnehmen, dabei ist er alles andere als ein Outdoor-Fan ...
Fast ist alles so, wie man es von den Bunburry-Bänden kennt: 
Nette, fast unblutige, Unterhaltung mit Seifenopercharakter und leichtem Agatha Christie-Flair. Belanglos und fröhlich vor sich hinplätschernd mit liebenswerten Charakteren, deren Geschichten interessanter sind als der eigentliche Mordfall. ich könnte mich also in erheiterndem copy & paste ergehen, da ich zu allen Bänden das Gleiche sagen kann, Änderungen sind minimal. Und doch ändert sich Bunburry ein bisschen. 
Die Atmosphäre bleibt gleich, locker, flockig, unterhaltsam. Aber Alfies Hintergrund wird weniger wichtig und seine Freundin, an die er in den letzten Bänden mehr oder weniger oft gedacht hatte, gerät in den Hintergrund. Wichtiger dagegen (wenn auch nur am Rande und als roter Faden) wird die Suche nach seinem Vater, für die eine Detektivin angestellt wurde. Aber diese taucht (vorerst) nur am Rande auf und ist für den eigentlichen Kriminalfall nicht von Bedeutung. Das Schaf im Titel übrigens auch nicht. 
Nur das Schaf war Zeuge bietet dem Bunburry-Fan all das, was er an der Serie liebt: Zahlreiche Vorurteile der Großstädter über die Landbevölkerung und herrlich skurrilen Szenen und (nervige) Personen. 
Der Serien-Einsteiger wird aber auch an die Hand genommen und hat nicht das Gefühl, dass er die vorherigen Bände kennen muss /aber er wird sie lesen wollen).
Bunburry ist ein netter kleiner Ort, in dem man zwar nicht wohnen möchte (für meinen Geschmack wird dort zu viel gestorben), aber es macht Spaß den Bewohnern beim Tratschen und Ermitteln zuzusehen. 

Nur das Schaf war Zeuge ist Band 8 der Reihe und ich freue mich auf die Nachfolger...

Sonntag, 6. September 2020

David Gordon: Tödlicher Coup (Rezension)

Joe Brody, ehemaliger Experte für verdeckte Operationen beim Militär und jetziger Strip-Club-Türsteher, hat sich noch nicht von seinem letzten Auftrag erholt, da bekommt er schon den nächsten Anruf: Die Mafia-Bosse brauchen seine Hilfe, um eine Gruppe Dealer zu betrügen. Mit deren Erlösen des Drogenhandels soll die Terror-Organisation Al-Qaida unterstützt werden. Zusammen mit Joe muss der Mafia-Allianz nun ein komplizierter Coup in New Yorks Diamond District gelingen. Auf dem Spiel stehen dabei allerdings nicht nur ihre Geschäfte, sondern die Sicherheit der ganzen Welt ...
Es ist nicht leicht dieses Buch zu rezensieren, denn jedes Buch hat eine ehrliche Meinung verdient.
Aber was mache ich, wenn mir ein Buch nicht zusagt, weil es so gar nicht meinen Geschmack trifft? Ist es deswegen schlecht? Oder fällt es mir schwer es ehrlich zu betrachten, nur weil ich mit dem Genre nichts anfangen kann?
Tödlicher Coup ist ein Actionthriller, der genau das in rauen Mengen aufweist: Action.

Samstag, 5. September 2020

Alexander Drews: La casa de ayer (Rezension)

Können Träume die Realität verändern?
Der Aufenthalt bei seinem Freund Rick im spanischen Niemandsland sollte für Zach eine entspannte Auszeit werden. Doch eine skurrile Villa und die Begegnung mit einer Psychopathin ziehen ihn bald in einen eigenen Albtraum, in dem sich Realität und Wirklichkeit kaum mehr voneinander unterscheiden lassen.
Bald liegt es an ihm, eine weltweite Katastrophe zu verhindern.
Ich weiß nicht, ob ich La casa de ayer als Fantasyroman bezeichnen würde. Phantastisch ist er auf jeden Fall, aber Fantasy... darunter stelle ich mir etwas anderes vor. Am Anfang dauert es auch etwas, bis der phantastische Teil offenbart wird, davor könnte es ein einfacher Thriller sein. 
Vielleicht hätte mir das sogar besser gefallen: Ein Psychotriller mit bewusstseinserweiternden Drogen. Aber es ist Fantasy (oder so etwas Ähnliches) , durchaus mit Thrillereffekten und gut geschrieben, aber ... so ganz kann ich mich nicht in Begeisterungsstürmen ergießen.

Freitag, 4. September 2020

Valentina Morelli: Kloster, Mord und Dolce Vita 4 - Eine Leiche aus Gutem Hause (Rezension)

Es ist Freitag, und eigentlich wäre es Zeit für Tinettes 5 am Freitag. Das heutige Thema BENELUX. Aber ich habe nicht viel zum Thema gefunden. Ich hätte ein Buch mit dem berühmtesten belgischen Schnüffler aller Zeiten nehmen können und Das letzte Nashorn. Und damit wäre ich mit meinem flämisch auch schon am Ende.
Deswegen habe ich mich für etwas ganz anderes entschieden, eine Rezension. Wer sich dennoch für das Thema interessiert muss bei Tinette vorbeischauen. Ich machr hier ganz unpassend mit dem Thema Italien weiter.

Donnerstag, 3. September 2020

Ambrose Parry: Tinktur des Todes (Rezension)

1847: Eine brutale Mordserie an jungen Frauen erschüttert Edinburgh. Alle Opfer sind auf dieselbe grausame Weise gestorben. Zur gleichen Zeit tritt der Medizinstudent Will Raven seine Stelle bei dem brillanten und renommierten Geburtshelfer Dr. Simpson an, in dessen Haus regelmäßig bahnbrechende Experimente mit neu entdeckten Betäubungsmitteln stattfinden. Hier trifft Will auf das wissbegierige Hausmädchen Sarah, die jedoch einen großen Bogen um ihn macht und rasch erkennt, dass er ein dunkles Geheimnis mit sich herumträgt. Beide haben ganz persönliche Motive, die Morde aufklären zu wollen. Ihre Ermittlungen führen sie in die dunkelsten Ecken von Edinburghs Unterwelt und nur, wenn es ihnen gelingt, ihre gegenseitige Abneigung zu überwinden, haben sie eine Chance, lebend wieder herauszufinden.

Mittwoch, 2. September 2020

Calin Noell: Drõmar - Ehre und Wut (Rezension)

Immer wieder sieht Lucas einen Drachen, der über einem Schloss kreist, und fühlt sich wie in einem Traum. Vielleicht um der harten Realität zu entfliehen, in der seine Schwester Hannah und er seit dem Tod ihrer Eltern leben. Hannah hingegen hat keinen Nerv für die absurden Fantasien ihres kleinen Bruders, bis die Geschehnisse im Waisenhaus sie zwingen, Reißaus zu nehmen. Ausgerechnet der angeblich aus Lucas Fantasiewelt stammende Prinz Aĕnĩd bietet ihnen einen letzten Fluchtweg: seine Welt Drõmar.
Als sie ihm folgen, beginnt ein unglaubliches Abenteuer, das nicht nur das Leben der beiden Menschenkinder, sondern auch das des abweisenden Thronfolgers für immer verändert.