Mittwoch, 24. Juni 2020

Mary E. Garner: Das Buch der gelöschten Wörter - Der erste Federstrich (Rezension)

Nichts ist für die Londonerin Hope Turner schöner, als sich in die Bücher ihrer Lieblingsautorin Jane Austen zu träumen. Denn ihr eigenes Leben ist alles andere als spannend und romantisch. Das ändert sich, als sie sich eines Tages in die Buchhandlung Mrs. Gateway’s Fine Books verirrt und dort einem mysteriösen Gentleman begegnet. Der attraktive Fremde geht ihr nicht mehr aus dem Kopf. Doch da ist auch der grimmige und unnahbare Rufus Walker, der sie regelrecht zu verfolgen scheint. Bis er ihr schließlich Unglaubliches offenbart: Der Buchladen ist das einzige Portal in die Welt der Bücher, in der die Romanfiguren ein Eigenleben führen. Doch diese Welt ist in Gefahr ...
Wer hat sich nicht schon einmal gewünscht in die Welten seiner Lieblingsromane eintauchen zu können und die Abenteuer seiner Helden (oder eigene) zu erleben. Und wer STOLZ UND VORURTEIL Liebt will natürlich auch die Hauptpersonen (vor allem den anbetungswürdigen Mr Darcy) kennen lernen.
Romane, die in Bücherwelten spielen finde ich sehr faszinierend (und es gibt eine Reihe guter Beispiele wie DIE UNENDLICHE GESCHICHTE oder TINTENHERZ) und ich war neugierig, wie diesmal die Umsetzung funktioniert.

Und ich muss sagen: WOW. Ein Buch, das von der ersten bis zur letzten Seite überzeugen und fesseln kann und dabei nur vor Kreativität übersprüht.
Vor allem gefällt mir, dass die Protagonistin kein naives junges Mädchen ist, sondern eine Frau in den besten Jahren (mit Ecken und Kanten). Andererseits ... eine gewisse Naivität hat auch Hope Turner, wenn es um die Reise in die Bücher geht, aber vermutlich würde es jedem so gehen.
Mary E. Garner serviert eine interessante Welt, die man glaubt zu kennen, aber immer wieder wird man eines Besseren belehrt.
Es ist kein Roman für Jane Austen-Fans, wobei diese sicherlich auf ihre Kosten kommen, aber auch Tolstojs Anna Karenina oder Lassie werden erwähnt und haben ihre mehr oder weniger bedeutenden Rollen.
Neben einer spannenden Handlung und Reisen in unterschiedliche Romane gibt es ein paar unterhaltsame Seitenhiebe auf diverse Romanfiguren (von anderen Romanfiguren), eine sich anbahnende Liebesgeschichte (der dramatischen Art, wie es scheint) und natürlich Gute, Böse und Zwielichte Gestalten in Massen.
Es gibt ein paar Klischees und Stereotypen aber ich finde das passend, denn dadurch fallen die kreativen Einfälle der Autorin besser auf.
Außerdem ist es für die Leseratte ein großes Vergnügen bekannte Personen aus Büchern in einem anderen Blick zu sehen.
Ich hatte sehr viel Spaß beim Lesen und freue mich auf die Fortsetzungen

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