Mittwoch, 2. September 2020

Calin Noell: Drõmar - Ehre und Wut (Rezension)

Immer wieder sieht Lucas einen Drachen, der über einem Schloss kreist, und fühlt sich wie in einem Traum. Vielleicht um der harten Realität zu entfliehen, in der seine Schwester Hannah und er seit dem Tod ihrer Eltern leben. Hannah hingegen hat keinen Nerv für die absurden Fantasien ihres kleinen Bruders, bis die Geschehnisse im Waisenhaus sie zwingen, Reißaus zu nehmen. Ausgerechnet der angeblich aus Lucas Fantasiewelt stammende Prinz Aĕnĩd bietet ihnen einen letzten Fluchtweg: seine Welt Drõmar.
Als sie ihm folgen, beginnt ein unglaubliches Abenteuer, das nicht nur das Leben der beiden Menschenkinder, sondern auch das des abweisenden Thronfolgers für immer verändert.


Drõmar ist eine klassische Fantasygeschichte, zumindest auf den ersten Blick und dann ist sie doch anders. Ich mag Geschichten die unsere Welt mit einer anderen verbindet. Und die Welt von Drõmar mit ihren Kreaturen gefällt mir gut. Aber auch die Situation in der realen Welt ist gut und realistisch beschrieben.
Es war nicht schwer in die Geschichte hineinzufinden und der flüssige Schreibstil lässt die Zeit vergehen.
Die Namen von Drõmar sind gewöhnungsbedürftig, aber sie passen, da sie durchgehend seltsam sind, das beginnt bei Stammes- oder Rassennamen bis hin zu den normalen Eigennamen. Und auch das macht den Reiz der Geschichte aus.

Im Großen und Ganzen wird auf spannende Weise eine Reise erzählt (wie es in vielen Fantasybüchern üblich ist). Die Protagonisten erleben unterschiedliche Abenteuer (und treffen dabei auf Freund und Feind) und wachsen über sich hinaus. Hin und wieder wird auch eine humorvolle Seite gezeigt, aber es ist keine lustige Geschichte und auch wenn man den Roman als All Age-Roman bezeichnen kann, so richtet er sich doch (aufgrund der Vorgeschichte von Lucas und Hannah) eher an eine ältere Leserschaft (beiderlei Geschlechts).

Das Ende ist ziemlich spannend und ein Highlight des Romans. Leider ist es viel zu kurz, manche Dinge erscheinen mir dann doch eher im Hintergrund passiert zu sein (was wohl auch in der Erzählweise des Romans liegt, bei einigen Ereignissen sind Hannah und Aĕnĩd nicht dabei, und dies wird dem Leser vorenthalten. Mag vielleicht berechtigt sein, aber manche Dinge kommen dann doch zu kurz (klingt etwas schwammig, aber ich will nicht spoilern)

 Fantasyfreunde kommen auf ihre Kosten (wenn man auf epische Schlachten und Romanzen verzichten kann)

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