Donnerstag, 24. September 2020

Olivia Monti: Das Haus (Rezension)

Das Haus ist ein Gebäude voller winziger Mietwohnungen. Mit dem Tod des Medizinstudenten Enis Al Agha nimmt das Unheil seinen Lauf. Einer um den anderen Mieter wird tot aufgefunden oder verschwindet spurlos. Die pensionierte Schneiderin Frau Rauhaar ist sich sicher, es gibt einen einzigen Mörder und der wohnt im Haus. Die Parapsychologin Nadja Knoll ist anderer Meinung: Das Haus sei womöglich ein Unglückshaus, ein verfluchter Ort, das Haus selbst sei sozusagen schuld an den grausigen Geschehnissen. Niemand erkennt ein klares Muster hinter den horrenden Fällen. Die Polizei ist ratlos. Bis sie rein zufällig auf eine bedeutende Spur stößt. Viel zu spät.
Ein bisschen erinnert der Klappentext an Agatha Christie, aber ... es ist nur ein bisschen und es wird kein Krimi nach Christie-Art geboten, sieht man vielleicht davon ab, dass die Anzahl der möglichen Täter übersichtlich ist. Es fehlt ein Detektiv wie Poirot (oder Miss Marple, die aber auch nur eine strickende schrullige Dame ist und auch ganz gut in dieses Haus gepasst hätte).
Ich würde DAS HAUS auch nicht unbedingt als klassischen Krimi bezeichnen (aber es ist auch keiner der derzeit beliebten Cosy Krimis), aber es ist durchaus spannend und sogar noch ein bisschen unterhaltsam, wenn man auf Klatsch und Tratsch steht. Es wird mit Vorurteilen gespielt und der Manipulation von Gefühlen. 
Die Geschicht beginnt ganz zwanglos und steigert sich in eine atmosphärisch dichte, leicht knisternde Story, die für kurzweilige Untehaltung sorgt.
DAS HAUS ist nicht besonders actionreich, das würde auch nicht passend, die Erzählweise ist ruhig, aber der Situation angepasst.
Die Charaktere werden gut beschrieben, auch wenn man hin und wieder eine Überraschung überlebt.
Was mir gefallen hat und was dem Roman auch eine gewisse geisterhafte Grundstimmung verleitet (was mich ein bisschen an Shirley Jackson erinnert) ist der parapsychologische Hintergrund von Nadja Knoll (aber mehr werde ich mich nicht dazu äußern, nicht dass der potentielle Leser auf falsche Gedanken kommt)

Ein Krimi, der zu unterhalten weiß. 

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