Dienstag, 30. Juni 2026

H. G. Wells: Der Krieg der Welten (Rezension)

Der Krieg der Welten (englischer Originaltitel: The War of the Worlds) ist eines der bekanntesten und bedeutendsten Werke von H. G. Wells. Das Werk wurde 1897 zunächst als Fortsetzungsroman, dann 1898 als Buch veröffentlicht. Es folgten mehrere Auflagen. Die deutsche Übersetzung von Gottlieb August Crüwell erschien 1901. Berühmt wurde Krieg der Welten als Hörspiel im Jahr 1938 am Vorabend von Halloween. Nach einem Drehbuch von Howard Koch wurde die Geschichte ins Amerika der damaligen Zeit versetzt und sorgte für einiges Aufsehen unter den Hörern. Später erlangte das Werk durch mehrere Verfilmungen (zuerst 1953) weitere Bekanntheit.
Es ist der erste Roman, der die Invasion durch Außerirdische thematisiert.
Ich mag den Roman, und auch das Konzeptalbum "Jeff Wayne’s Musical Version of the War of the Worlds" welche die Geschichte thematisiert. Mit den Verfilmungen selbst kann ich wenig anfangen. Ich kann das nicht genau erklären und mag vielleicht auch sehr pauschalisieren, aber die mir bekannten Versionen haben mich schnell gelangweilt... obwohl es eine Ausnahme gibt, die jedoch keine Verfilmung des Buchs darstellt:
Die Nacht, als die Marsmenschen Amerika angriffen (Originaltitel: The Night That Panicked America) ist ein US-amerikanischer Fernsehfilm von 1975, in dem die Ausstrahlung von Orson Welles Hörspiel The War of the Worlds vom 30. Oktober 1938 nachinszeniert wurde. Das Welles-Hörspiel ist ja wohl legendär.
Wells schildert den Zusammenbruch der Gesellschaft aus der Perspektive eines namenlosen Erzählers. Gerade diese persönliche Sichtweise macht die Ereignisse besonders eindringlich: Statt heldenhafter Schlachten stehen Angst, Flucht und das Chaos einer zusammenbrechenden Welt im Mittelpunkt.
Besonders bemerkenswert ist, wie modern der Roman wirkt. Themen wie technologische Überlegenheit, Kolonialismus, menschliche Selbstüberschätzung und die Gleichgültigkeit der Natur gegenüber dem Menschen sind heute noch genauso relevant wie vor über 125 Jahren. Wells kehrt die Perspektive des britischen Empire um: So, wie europäische Mächte andere Völker kolonisierten, werden nun die Briten selbst zu machtlosen Opfern einer überlegenen Spezies.
Der Schreibstil ist für einen Roman des späten 19. Jahrhunderts erstaunlich zugänglich, auch wenn einige Passagen etwas ausführlicher und gemächlicher erzählt sind, als moderne Leser es gewohnt sind. Die beklemmende Atmosphäre und die glaubhafte Schilderung des gesellschaftlichen Zusammenbruchs gleichen dies jedoch mehr als aus.
Krieg der Welten ist weit mehr als ein Abenteuerroman. Er verbindet spannende Science Fiction mit gesellschaftlicher Kritik und philosophischen Fragen. Wer sich für die Ursprünge moderner Science Fiction interessiert oder einen Klassiker lesen möchte, findet hier ein zeitloses Meisterwerk, das bis heute zahlreiche Bücher, Filme und Serien beeinflusst hat und das jeder SF-Fan kennen sollte.

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