Patrick Stewart, 2. Earl of Orkney – bekannt als „Black Patie“ – übte 1594, zur Zeit von Balfours Prozess, die Herrschaft über die Orkney-Inseln aus. Patie war davon überzeugt, dass seine jüngeren Brüder, allen voran John Stewart, Earl of Carrick, ein Komplott zu seiner Ermordung schmiedeten. Patie entdeckte Gift im Besitz eines von Johns Dienern, Thomas Paplay; dieser legte nach elf Tagen Folter ein Geständnis ab und belastete Balfour als eine seiner Mitverschwörerinnen.
Obwohl Paplay sein Geständnis kurz vor seiner Hinrichtung widerrief, wurden Balfour und ihre Familie nach Kirkwall gebracht und dort so lange gefoltert, bis man ihnen ein Geständnis abgerungen hatte. Balfour wurde der Prozess gemacht; sie wurde der Hexerei für schuldig befunden und zum Tode verurteilt. Ebenso wie Paplay widerrief auch Balfour ihr Geständnis unmittelbar vor ihrer Hinrichtung am 16. Dezember 1594; sie beteuerte öffentlich ihre Unschuld und schilderte detailliert die Folterungen, denen sie und ihre Familienangehörigen unterzogen worden waren. Sie wurde am 16. Dezember 1594 am Richtplatz „Gallow Ha'“ in Kirkwall hingerichtet.
Inspiriert von Allison Balfours Schicksal schrieb C. J. Cooke ihren spannenden Hexenroman THE BOOK OF WITCHING.
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C. J. Cooke erzählt aber keine klassische Hexengeschichte, sondern erschafft einen unheimlichen Roman über Erinnerung, Schuld, weibliche Selbstbestimmung und die Macht von Geschichten. Cooke zeichnet die Orkney-Inseln als raue, windgepeitschte Landschaft voller Nebel, alter Legenden und unausgesprochener Geheimnisse. Die Inseln werden zu einer eigenen Figur, deren Geschichte ebenso bedrohlich wirkt wie die eigentliche Handlung. Die Autorin versteht es hervorragend, historische Realität mit übernatürlichen Elementen so zu vermischen, dass lange unklar bleibt, wo Geschichte endet und Mythos beginnt.
Besonders gelungen ist der historische Handlungsstrang um Alison Balfour. Die Grausamkeit der Hexenverfolgungen wird eindringlich geschildert, ohne sensationsheischend zu wirken. Gerade weil Cooke sich von einem realen Hexenprozess inspirieren ließ, entfalten diese Kapitel eine besondere emotionale Wucht.
Der moderne Erzählstrang ist stärker als Mystery-Thriller angelegt. Familiengeheimnisse, Identitätsverlust und übernatürliche Andeutungen treiben die Handlung kontinuierlich voran. Einige Wendungen wirken zunächst verwirrend, fügen sich gegen Ende jedoch überzeugend zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen.
Sprachlich überzeugt Cooke durch einen bildhaften, oft poetischen Stil. Der Roman lebt weniger von explizitem Horror als von unterschwelliger Bedrohung, weist aber leider im Mittelteil einige Längen auf. Vor allem der moderne Erzählstrang bleibt, was die Spannung anbelangt, etwas hinter den historischen Ereignissen zurück.
C. J. Cooke verbindet historische Fakten, schottische Folklore, psychologischen Spannungsroman und übernatürlichen Horror zu einem atmosphärisch dichten Gesamtwerk, das Hexen so zeigt, wie sie gewesen sein könnten, ohne ihnen ihre Faszination zu nehmen.
Henrike Tönnes sorgt dafür dass Cookes Geschichte als Hörbuch erlebbar und sehr authentisch wirkt. Mit Leichtigkeit wechselt sie die Erzählebenen, wirkt auf der einen Seite modern, auf der anderen Seite historisch. Und so wird das Buch ein wahres Hörvergnügen, für alle. Die starke Frauen mögen und/oder sich für Hexen jenseits jeglichen Klischees interessieren.
Aber bei allem Realismus ... ein bisschen unirdischer Grusel wird garantiert.
Der moderne Erzählstrang ist stärker als Mystery-Thriller angelegt. Familiengeheimnisse, Identitätsverlust und übernatürliche Andeutungen treiben die Handlung kontinuierlich voran. Einige Wendungen wirken zunächst verwirrend, fügen sich gegen Ende jedoch überzeugend zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen.
Sprachlich überzeugt Cooke durch einen bildhaften, oft poetischen Stil. Der Roman lebt weniger von explizitem Horror als von unterschwelliger Bedrohung, weist aber leider im Mittelteil einige Längen auf. Vor allem der moderne Erzählstrang bleibt, was die Spannung anbelangt, etwas hinter den historischen Ereignissen zurück.
C. J. Cooke verbindet historische Fakten, schottische Folklore, psychologischen Spannungsroman und übernatürlichen Horror zu einem atmosphärisch dichten Gesamtwerk, das Hexen so zeigt, wie sie gewesen sein könnten, ohne ihnen ihre Faszination zu nehmen.
Henrike Tönnes sorgt dafür dass Cookes Geschichte als Hörbuch erlebbar und sehr authentisch wirkt. Mit Leichtigkeit wechselt sie die Erzählebenen, wirkt auf der einen Seite modern, auf der anderen Seite historisch. Und so wird das Buch ein wahres Hörvergnügen, für alle. Die starke Frauen mögen und/oder sich für Hexen jenseits jeglichen Klischees interessieren.
Aber bei allem Realismus ... ein bisschen unirdischer Grusel wird garantiert.
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