Mit DIE LUDWIG-VERSCHWÖRUNG verbindet Oliver Pötzsch historische Fakten, ungelöste Rätsel und rasante Thriller-Elemente zu einem Roman, der unweigerlich an Verschwörungsgeschichten à la Dan Brown erinnert, dabei aber fest in der bayerischen Geschichte verwurzelt bleibt. Wer Dan Brown mag wird hier seine größte Freude haben, denn was Robert Langdon kann, kann Steven Lukas allemal. Und ich muss zugeben, als jemand, der Dan Brown nicht mag ... ich hatte sehr viel Spaß an den Rätseln in diesem Buch. Pötzsch versteht es hervorragend, Spannung mit historischen Hintergründen zu verbinden. Die Handlung führt an viele der berühmten Schauplätze Ludwigs II., darunter Neuschwanstein, Linderhof und Herrenchiemsee. Gelungen sind auch die Rückblenden in die Zeit des Königs, die nach und nach die Ereignisse von 1886 beleuchten. Dabei verwebt der Autor reale historische Persönlichkeiten, belegte Fakten und bekannte Theorien um Ludwigs Tod mit einer fiktiven Verschwörung zu einer glaubwürdigen und fesselnden Geschichte. Wer sich für die Geschichte Bayerns interessiert, erhält ganz nebenbei viele interessante Einblicke.
Der flüssige Schreibstil sorgt dafür, dass die fast 600 Seiten sehr kurzweilig wirken. Rätsel, Verfolgungsjagden und überraschende Wendungen treiben die Handlung kontinuierlich voran und lassen auch beim Leser kaum Zeit zum Verschnaufen. Zumal man auf jeden Fall weiter lesen möchte.
Insgesamt ist Die Ludwig-Verschwörung ein spannender historischer Thriller, der vor allem Fans von Rätselromanen und bayerischer Geschichte begeistern dürfte. Oliver Pötzsch gelingt es, aus einem der berühmtesten ungelösten Kriminalfälle Deutschlands eine packende Abenteuergeschichte zu entwickeln, ohne dabei den historischen Hintergrund aus den Augen zu verlieren.
Man sieht, dass große Verschwörungen auch im eigenen Land passieren können und man dem bayerischen Leser (oder der bayerischen Leserin) mit König Ludwig eine größere und greifbarere Freude machen kann als mit Geschichten um die Nachfahren Jesus.
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