Mittwoch, 10. März 2021

Kai Meyer: Merle - Das gläserne Wort (Rezension)

Merles Venedig ist voller Magie. Doch nach dem Verschwinden der Fließenden Königin versinkt die Lagunenstadt im Chaos. Merle und ihre Gefährten sind unterwegs ins Land der Sphinxe, wo eine uralte Macht eine neue Eiszeit heraufbeschwört. Nicht nur Ägypten, der ganzen Welt droht ein ewiger Frost. Unsterbliche Götter und Horuspriester, fantastische Meerwesen und treue Freunde ziehen mit Merle in einen schrecklichen Krieg. In der Spiegelfestung der Sphinxe entfesseln sie den Zauber des Gläsernen Wortes.
Teil 3 des Merle-Zyklus und nicht schlechter als die Vorgänger. Tatsächlich könnte ich einfach widerkäuen was ich bereits zu den anderen beiden Teilen geschrieben habe, denn das Niveau wird beibehalten. Vielleicht steigert es sich sogar, denn es wird eine Geschichte zu Ende erzählt und lose Fäden werden beendet, wenn auch nicht unbedingt so, wie man es erwartet oder sich wünschen würde. Natürlich ist es hilfreich die Vorgänger zu kennen, aber wer liest schon den dritten Teil einer Serie, die aufeinander aufbaut (*hüstel*, ich weiß, das ich das hin und wieder mache, aber das heißt nicht, dass das jeder andere auch tun muss).
Die Charaktere entwickeln sich weiter, neue Charaktere tauchen auf und natürlich gibt es die eine oder andere Überraschung. 
Das gläserne Licht ist ein würdiger Abschluss einer Reihe (auch wenn der Zyklus weiter geht) und trotzdem wünscht man mehr von Merle zu lesen (und dieser Wunsch wurde erhört). 

Im Allgemeinen kann man zu dieser Trilogie sagen, dass sie spannende Unterhaltung mit interessanten Charakteren bietet und eine lustige Mischung aus Mythologie und Märchen darstellt. Ägyptische Gottheiten, Magie, Meerjungfrauen ...


(Und ich frage mich warum ich bei den Unmengen an Tierwesen darauf verzichtet habe die Trilogie auf dem Beutelwolf-Blog vorzustellen ... jetzt ist es aber auch schon egal)

Dienstag, 9. März 2021

Andreas Suchanek: Die 12 Häuser der Magie - Schicksalsretter (Rezension)


Die magische Gesellschaft steht am Abgrund. Gnadenlos treibt der Dämon sein zweites Regnum aus dem Verborgenen heraus voran. Niemand ahnt, dass der Kerker zerbrochen ist und die Welt kurz davor steht, in Asche zu vergehen. Nach dem Tod eines wichtigen Mitstreiters scheint es keine Hoffnung mehr für den Widerstand zu geben. Oder doch?
Das Ende der 12 Häuser der Magie und irgendwie schade. Mir hat die Trilogie gefallen und einige der auftauchenden Personen habe ich lieb gewonnen (selbst Dauernervensäge Nox ... irgendwie).
Aber bevor die Trilogie zu Ende geht wird es noch richtig spannend und sehr actionreich und ... irgendwie peinlich das zugeben zu müssen, aber am Ende habe ich doch die eine oder andere Träne vergossen.
Schicksalsretter unterscheidet sich von den Vorgängern nur in der Handlung, der Schreibstil ist wie gewohnt und auch die Action ist so, wie man es erwartet (und von anderen Suchanek-Werken auch gewohnt ist).
Wer mal kurz abspannen möchte und sich in eine bekannte Welt mit Magie begeben möchte, der ist mit dieser Trilogie gut bedient.
Spannung und Action pur, sympathische Charaktere, die eine oder andere überraschende Wendung und ... was nicht immer bei Abschlussbänden der Fall ist: Ein absolut würdiges Ende.

Wer anspruchsvolle Literatur erwartet ... sollte sich anderweitig umsehen, wer sich aber einfach nur gut unterhalten lassen will, der wird nicht enttäuscht werden. 

Montag, 8. März 2021

Ethan Cross: Die Stimme der Rache (Rezension)

Ein abgelegenes Farmhaus in Virginia. Hier versteckt die Polizei die junge November McAllister. Sie ist das letzte Opfer des berühmt-berüchtigten Black Rose Killers und die einzige, die ihm bis jetzt entkommen konnte. Francis Ackerman jr. und Nadia Shirazi persönlich sind auf dem Weg dorthin, um die junge Frau zu beschützen. Aber der Black Rose Killer ist schneller als sie. Er tötet die anwesenden Polizisten und entführt November ein zweites Mal. Damit ist die Jagd offiziell eröffnet, aber es scheint, als könne der Killer selbst Ackermans genialste Schachzüge vorhersagen ...
Die Stimme der Rache ist der zweite Fall den Ackerman und seine Partnerin Shirazi klären und diesmal wird es (zumindest für Nadja Shirazi) persönlich. Und, das gebe ich zu, man wird gut unterhalten. Es ist spannend und nervenaufreibend, manchmal etwas humoristisch oder sehr brutal. Eine gute Mischung für einen guten Popcorn-Thriller. Aber wie im Kino auch steht die Action im Vordergrund, so dass man einige Abstriche machen muss und nicht alles ist unbedingt logisch oder nachvollziehbar.
ich habe mir erlaubt über diese Schwächen hinwegzusehen und mich einfach nur berieseln und gut unterhalten zu lassen. 
Das täuscht aber nicht darüber hinweg dass Ackerman zu selbstsicher agiert (wobei mir das persönlich gut gefällt und ich mich bei dieser Reihe von realistischen Darstellungen verabschiedet habe, was durchaus ein Vorteil sein mag) und es einige Szenen gibt, auf die ich verzichten hätte können (auch wenn sie überraschend kamen). Der Gegner (der Black Rose Killer) mag auf den ersten Blick ziemlich bösartig und beängstigend sein (und ein bisschen an ein früheres Ich von Ackerman erinnern), aber er ist doch nicht mehr als eine Person, die seltsam reagiert (ich will nicht spoilern, aber ich verstehe die verspätete Reaktion auf ein lang zurückliegendes Ereignis nicht, das hätte schon viel früher stattfinden können)
Nun ja, manchmal darf man nicht viel hinterfragen...Hirn ausschalten und genießen, ich glaube das muss man bei den Ackerman/Shirazi-Büchern.
Und ich wurde, trotz aller Schwächen (einschließlich diverser merkwürdiger Übersetzungen und Grammatikfehler, die zu häufig sind, als dass ich sie ignorieren konnte), gut unterhalten und freue mich auf den dritten Band. 

Sonntag, 7. März 2021

Johannes Maria Stangl: Eiskaltes Blut (Rezension)

Nachdem ein junger Fußballspieler bei einem Autounfall ums Leben kommt, wird der Fall auf Grund der Bekanntheit des Opfers den Sonderermittlern Dr. Emil Gusenberg und Maryanne Schröder zugeteilt. Schnell wird ihnen klar, dass es sich nicht um einen Unfall, sondern um Mord handelt – und der Fall hat es in sich. Während ihrer Ermittlungen tun sich immer mehr Abgründe auf und sie stechen bald in ein Wespennest aus Lügen, zerstörten Träumen und Menschen, die für Geld und Ruhm über Leichen gehen. Doch als der einzige Tatverdächtige ermordet aufgefunden wird, rennt den beiden Ermittlern die Zeit davon. Denn ein weiterer Mörder treibt sein Unwesen und hat sein nächstes Opfer bereits im Visier …
Ich kann jetzt nicht sagen, dass ich ein großer Fußballfan bin, aber ich kann mich auch für Krimis begeistern, die sich mit einem Thema befassen, dass mir fremd ist. Und Eiskaltes Blut kann durchaus fesseln, auch wenn ich mir nicht sicher bin ob es im Fußball tatsächlich so zugeht. Für unwahrscheinlich halte ich es nicht (schwarze Schafe gibt es überall) und selbst wenn einiges an den Haaren herbeigezogen werden sollte, so mag das künstlerische Freiheit sein und für mich keine Rolle spielen, denn zum einen habe ich schon unrealistische Thriller/Krimis gelesen und zum anderen wurde ich gut unterhalten. Und das ist mir wichtiger als Realismus. 

Samstag, 6. März 2021

Guillermo Martinez: Der Fall Alice im Wunderland (Rezension)

Die ehrwürdige Oxforder Lewis-Carroll-Bruderschaft ist einer Sensation auf der Spur: Aus dem Tagebuch des weltberühmten Schöpfers von Alice im Wunderland ist eine bis dato verschollene Seite aufgetaucht, die Brisantes offenbart. Doch bevor die Bruderschaft den Fund veröffentlichen kann, geschehen mehrere Morde, die durch das literarische Universum von Lewis Carroll inspiriert zu sein scheinen. Auch in ihrem zweiten Fall müssen Logik-Professor Arthur Seldom und sein junger argentinischer Mathematik-Doktorand scharf kombinieren, um den rätselhaften Fall zu lösen.
Der Fall Alice im Wunderland hat seine guten und seine schlechten Momente, aber leider überwiegen die weniger guten Momente, obwohl das Potential für einen spannenden Krimi vertan wurde (man könnte Guillermo Martinez in dieser Hinsicht als Wiederholungstäter bezeichnen, denn bereits DIE OXFORD-MORDE gehören in diese Kategorie ... Bücher, die eher eine Zeitverschwendung sind ... leider).
Das Positive: Ein interessanter Hintergrund rund um die Mitglieder der Bruderschaft; ein Satz, dessen Inhalt man auch als Leser unbedingt erfahren möchte; interessante Einblicke in das Leben und Werk Lewis Carrolls.
Das Negative: Als Krimi zu langatmig und zäh, besser als Die Oxford-Morde, aber doch zu analytisch geschrieben ... das kann passieren wenn Mathematiker Krimis schreiben. Und das Ende ist auch nicht wirklich befriedigend. 
Ich habe mehr erwartet (allerdings dann auch wieder nicht, nach den Oxford-Morden ...). Sollte es einen weiteren Band mit Student G. und Professor Arthur Seldom geben werde ich mich hoffentlich daran erinnern, dass das Lesen den Aufwand nicht lohnt. Es gibt Besseres und ich verstehe nicht wie man die Bücher des Autors so hoch loben kann.

Vielleicht ist mein Intellekt aber auch nicht hoch genug um das ausgefeilte Katz- und Mausspiel zu erkennen.