Sonntag, 7. März 2021

Johannes Maria Stangl: Eiskaltes Blut (Rezension)

Nachdem ein junger Fußballspieler bei einem Autounfall ums Leben kommt, wird der Fall auf Grund der Bekanntheit des Opfers den Sonderermittlern Dr. Emil Gusenberg und Maryanne Schröder zugeteilt. Schnell wird ihnen klar, dass es sich nicht um einen Unfall, sondern um Mord handelt – und der Fall hat es in sich. Während ihrer Ermittlungen tun sich immer mehr Abgründe auf und sie stechen bald in ein Wespennest aus Lügen, zerstörten Träumen und Menschen, die für Geld und Ruhm über Leichen gehen. Doch als der einzige Tatverdächtige ermordet aufgefunden wird, rennt den beiden Ermittlern die Zeit davon. Denn ein weiterer Mörder treibt sein Unwesen und hat sein nächstes Opfer bereits im Visier …
Ich kann jetzt nicht sagen, dass ich ein großer Fußballfan bin, aber ich kann mich auch für Krimis begeistern, die sich mit einem Thema befassen, dass mir fremd ist. Und Eiskaltes Blut kann durchaus fesseln, auch wenn ich mir nicht sicher bin ob es im Fußball tatsächlich so zugeht. Für unwahrscheinlich halte ich es nicht (schwarze Schafe gibt es überall) und selbst wenn einiges an den Haaren herbeigezogen werden sollte, so mag das künstlerische Freiheit sein und für mich keine Rolle spielen, denn zum einen habe ich schon unrealistische Thriller/Krimis gelesen und zum anderen wurde ich gut unterhalten. Und das ist mir wichtiger als Realismus. 
Dabei will ich nicht sagen, dass Eiskaltes Blut unrealistisch oder übertrieben ist. Ganz im Gegenteil. Die Charaktere sind gut skizziert, werden gut dargestellt und haben (mehr oder weniger) gut nachvollziehbare Motive. 
Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven, was zu zusätzlichen Spannungsmomenten führt, da man den Ermittlern zwar einige Informationen voraus ist, es aber immer wieder Überraschungen gibt, denn der Leser weiß nicht alles.
Recherchen und Actionszenen wechseln sich ab und sorgen für Abwechslung im sehr flüssigen Schreibstil.
Das Ende ist (leider) nicht so überraschend und mag ab einem bestimmten Zeitpunkt auch vorhersehbar sein, aber trotzdem wurde man bis zu diesem Zeitpunkt gut unterhalten.
Gusenberg und Schröder sind angenehme Charaktere, die ohne große psychische Probleme (wie es oft bei anderen Ermittlern der Fall ist) auskommen und wie bodenständige (man könnte fast sagen durchschnittliche) Personen wirken. Das ist sehr angenehm, denn so kann man sich mehr auf den Fall konzentrieren und wird nicht von eventuellen Problemen der Kommissare abgelenkt.

Natürlich sind die Geschmäcker verschieden, wer aber an einem spannenden Krimi interessiert ist, bei dem der Fall im Vordergrund steht und das Privatleben der Ermittler nur eine Randerscheinung ist, der wird mit Eiskaltes Blut seine Freude haben.

Ich hoffe, dass es von Grusenberg und Schröder bald mehr zu lesen gibt.

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