Dienstag, 31. März 2026

Marisha Pessl: Darkly (Hörbuch)(Rezension)

Wofür würdest du töten? Diese Frage muss die siebzehnjährige Dia beantworten, um einen begehrten Praktikumsplatz bei der Louisiana Veda Foundation in London zu gewinnen. Dia ist seit Jahren besessen von der legendären Veda, deren ebenso geniale wie furchteinflößende Darkly-Spiele Kultstatus erreicht haben. Die wenigen Werke, die nach Vedas mysteriösem Tod erhalten blieben, werden für mehrere Millionen Dollar gehandelt. Unter Tausenden Bewerbern aus aller Welt werden Dia und sechs andere Jugendliche als Praktikanten ausgewählt. Doch gleich nach der Ankunft in London werden sie auf eine abgelegene Insel gebracht – das Herzstück von Vedas Spiele-Imperium. Dort finden sie sich in einem Darkly-Spiel auf Leben und Tod wieder. Wer führt die Fäden in diesem Netz? Dia weiß nicht, wem sie noch trauen kann.
Ein Labyrinth voller verborgener Hinweise, ein dunkles Vermächtnis und ein Geheimnis in Dias Vergangenheit

Das gute alte Brettspiel ... man mag denken dass es in der heutigen Zeit ausgedient hat, aber ... es gibt bestimmte Klassiker, die man immer spielen kann und man auch die soziale Komponente eines Brettspiels nicht außer acht lassen sollte. Abgesehen vom Spielspaß (den man manchmal dabei hat) ... DARKLY befasst sich nun mit Brettspielen, solchen die fast mythisch anmuten, geschaffen von einer Entwicklerin mit legendärem Ruf. Und natürlich ist sie tot. Und das ein Brettspiel so spannend wie ein Computerspiel sein kann und ein EXITGame ein Kinderspiel dagegen, das zeigt Marisha Pessl in ihrem Thriller, bei dem ich nur eines ankreiden kann und will: Der Schluss. Irgendwie hat man auf der einen Seite das Gefühl dass sich das Ende etwas hinzieht, bzw. man sich fragt warum das Buch nicht beendet ist wenn man glaubt das es beendet ist. Da kommt noch etwas, aber bis es zu dieser Offenbarung kommt zeigt DARKLY eine Langatmigkeit, die man vorher nicht verspürt hat. Nur ... wann sollte man einfach aufhören zu lesen ... oder zu hören, wie in meinem Fall, wenn man nicht weiß was noch kommt. Auf jeden Fall klingt es am Ende so, dass noch Stoff für eine Fortsetzung geboten wird, da vieles gesagt und angedeutet wurde, das aber noch auf eine Lösung wartet.
Soviel zum Negativen. Das Positive: Die Geschichte ist sehr rasant, abwechslungsreich und spannend. Aus der Sicht von Dia, einer durchaus ungewöhnlichen Protagonistin, die älter wirkt als sie ist (und genau das beabsichtigt), wird der Leser/Hörer in die Darkly-Spiele und ihre Schöpferin Louisiana Veda eingeführt. Durch ihre Augen sieht man ihre Mitstreiter und alle anderen Charaktere. Marisha Pessl ist ein in meinen Augen ungewöhnlicher Thriller gelungen, der sich zwar vornehmlich an Jugendliche richtet, den man als Brettspielfan aber auch lesen kann, wenn man älter ist. Mitfiebern ist garantiert, das Alter (fast) egal. Die Grundidee um das Praktikum und die düsteren Spiele ist einfach genial umgesetzt und in seiner Art anders als man es beispielsweise von diversen Exit-Romanen kennt. Mal was anderes. Gut in Szene gesetzt wird das Hörbuch von Nina Reithmeier, die mir bisher noch nicht aufgefallen ist, die ich mir aber merken werde. Durch sie wird ArcaDIA Cannon eine greifbare, reale und sehr glaubwürdige Person, auch wenn sie nicht unbedingt dem Bild einer strahlenden Heldin entspricht (dem einer Antiheldin aber auch nicht). Wie gesagt, das Ende zieht sich, aber der Rest ... lesens- bzw. hörenswert.

DARKLY bei amazon (AffiliateLink)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Durch das Kommentieren eines Beitrags auf dieser Seite werden automatisch über Google personenbezogene Daten erhoben. Diese Daten werden ohne Ihre ausdrückliche Zustimmung nicht an Dritte weitergegeben. Weitere Informationen finden Sie in der Datenschutzerklärung. Mit dem Abschicken eines Kommentars wird die Datenschutzerklärung akzeptiert.