Montag, 23. März 2026

Lilly Labord: Abalys (Rezension)

Auf einer Wanderung in Irland verschwindet einer der Reisenden plötzlich im Nebel und taucht auch nach Tagen nicht wieder auf. Inspector Emily Brennan wird beauftragt, den verlorengegangenen Touristen wiederzufinden. Während ihrer Recherchen stellt sie fest, dass schon einmal etwas ganz Ähnliches vorgefallen ist - vierzig Jahre zuvor.br> Aber wie kann es sein, dass der Verschwundene denselben Namen trägt, wie derjenige, der damals für sieben lange Tage nirgendwo aufzufinden war? Emily macht sich auf die Suche und nimmt dabei im Morgennebel einen Weg über das Moor, an dessen Existenz sie sich gar nicht erinnern kann. Und dann ist sie selbst verschwunden.
ABALYS ist ... ein Hotel in Brest, Frankreich. Steht so im Buch, und ich habe nachgeschaut. Erstaunlich, dass man sonst nichts findet. Aber irgendwie witzig, nur ... das Hotel spielt (abgesehen von einer kurzen Erwähnung) gar keine Rolle. Schauplatz von Lilly Labords kurzem Roman ist Irland. Und Abalys kein Hotel sondern ein Wesen aus der Sagenwelt (man kann es auf dem Cover sehen). Lilly Labords flüssiger Schreibstil entführt den Leser sofort in eine mystische Welt und auch wenn man denkt, das eine oder andere schon einmal irgendwo gelesen zu haben (Feenkreise sind keine Seltenheit in der Fantasyliteratur). Trotzdem behält die Geschichte eine gewisse Eigenständigkeit und wechselt ein bisschen zwischen Grusel und Cuteness, gewürzt mit einer Prise Humor. Über Spannung kann man sich nicht beklagen. Bedingt durch die Kürze bleibt die Anzahl der Charaktere überschaubar und, wenn ihre Rollen eher klein sind, ein bisschen oberflächlich (oder soll ich sagen: nebulös?).
Freunde von mystischen Geschichten werden durchaus auf ihre Kosten kommen. Lilly Labord weiß zu unterhalten, aber ABALYS ist alles andere als eine Kindergeschichte, auch wenn das Cover darauf hinweisen mag. Und so sehr mir die Geschichte gefallen hat ... hätte ich mir doch gewünscht, dass sie etwas länger gewesen wäre, denn ... es passiert sehr viel auf relativ wenig Seiten. Kein Nachteil, aber man glaubt, eine längere (oder eine andere) Geschichte im Hintergrund gären zu hören. 

ABALYS bei amazon (AffiliateLink)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Durch das Kommentieren eines Beitrags auf dieser Seite werden automatisch über Google personenbezogene Daten erhoben. Diese Daten werden ohne Ihre ausdrückliche Zustimmung nicht an Dritte weitergegeben. Weitere Informationen finden Sie in der Datenschutzerklärung. Mit dem Abschicken eines Kommentars wird die Datenschutzerklärung akzeptiert.