Fagernes, Norwegen: Krimi-Podcaster Markus Heger plant eine Serie über die vor fünfzehn Jahren verschwundene Leah. Obwohl ihre Leiche nie gefunden wurde, kam Leahs Vater Tobias für den Mord an ihr damals ins Gefängnis. Als nun eine Journalistin, die sich für den Fall interessierte, verschwindet, nimmt Markus die Ermittlung selbst auf. Und je tiefer er in die Abgründe der Vergangenheit eintaucht, desto überzeugter ist er, dass der wahre Täter noch frei herumläuft. Und dass dies noch lange nicht sein letztes Verbrechen gewesen ist ...
Jørn Lier Horst ist mir von seinen Wisting und Clue-Romanen bekannt, die ich gerne lese und auch die Wisting-Verfilmungen gefallen mir gut. Von Jan-Erik Fjell habe ich bisher noch kein eigenständiges Werk gelesen, aber das werde ich wohl nachholen müssen. Zusammen harmonieren die beiden Bestsellerautoren sehr gut, auch wenn ich natürlich nicht weiß wie die Zusammenarbeit vollzogen wurde und welcher Teil von wem stammt. Was aber auch egal ist. Tatsache ist, dass beide hier einen spannenden Thriller abliefern, der Lust auf mehr macht. Andererseits hätte es mich auch gewundert, wenn das Buch eine Enttäuschung gewesen wäre (auch wenn mir bisher nur Horst bekannt war, wie bereits erwähnt). Langsam wird die Spannung aufgebaut, nach und nach wird aus dem Cold Case ein aktueller Fall, der durchaus die eine oder andere Überraschung aufweist. Podcaster Markus Heger ist ein sympathischer, glaubwürdiger Protagonist, der den Fall fast im Alleingang löst. Der supporting Cast bleibt etwas schattenhaft, aber das passt irgendwie, da dem Leser oft Podcast-Feeling vermittelt wird. Da passt es, wenn der Protagonist stark im Vordergrund steht. Das bedeutet aber nicht, dass die beiden Autoren eine OneMan-Show abliefern, der Fall um die verschwundene Leah ist immer präsent und der Umgang mit Betroffenen und Zeugen ist sehr einfühlsam.
Der Schreibstil ist flüssig, führt schnell in die Handlung ein und lockert durch den Podcast-Stil etwas auf, was allerdings nicht zu Lasten der Spannung geht ... und am Ende will man wissen wie es weiter geht. Leahs Geschichte mag in sich abgeschlossen sein, aber über Markus Heger gibt es wohl noch einiges zu erzählen ... über ihn oder seinen Vater, oder beide. Man darf gespannt sein.
Freunde von norwegischen/Skandinavischen Krimis und/oder ColdCases (und Podcasts) werden auf ihre Kosten kommen.
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