Donnerstag, 5. März 2026

Gustav Seibt: Ein Sommer mit Goethe (Rezension)

"Es ist keine Schande, Goethe nicht gelesen zu haben. Es ist nur schade. Und man kann es ändern." Goethe .... ich habe durchaus gelernt ihn zu schätzen, aber eher seine Person weniger sein Werk, denn das ... so muss ich gestehen, kenne ich nur Auszugsweise. FAUST kenne ich als Musical (muss man aber nicht), seinen ERLKÖNIG auch als vertontes Musikstück (obwohl ich die Ballade in der Schule auswendig lernen musste). Und dann noch so Dinge wie sein GINGO BILOBA oder BEI BETRACHTUNG VON SCHILLERS SCHÄDEL ... aber es gibt so vieles, das ich nicht gelesen habe, dabei bin ich im Laufe der letzten Jahre sehr oft auf Goethe geschrieben ... denn .... Goethe war gut.

Bei manchen Dingen kann ich einfach nicht wiederstehen, dabei war Goethe wirklich gut in dem was er machte. Und als Deutscher kommt man an Goethe kaum vorbei ... wobei ... das muss man auch nicht.
 
Gustav Seibts kleiner Goethe-Sommerkurs wendet sich an alle, die den Klassiker aus Weimar immer schon einmal kennenlernen wollten, aber sich nicht so recht herangetraut oder bestenfalls einmal Wer reitet so spät durch Nacht und Wind gelesen haben. In fünfzig Kapiteln führt dieses Buch uns mitten hinein in den Kosmos Goethes, stets mit O-Ton zur Hand, und zeigt uns, was er über die Liebe dachte, über Freundschaft, Freiheit, Ordnung und die Natur, sogar über Gott oder auch einfach nur über das richtige Outfit und die Kunst von Jungsein und Altern. Ein Sommer mit Goethe ist keine mit Zitaten garnierte Kurzbiographie in Episoden. Die Latte liegt höher. Es ist ein bestens gelauntes Goethe-Buch, das Lust macht zum Selberlesen und Mitdenken, indem es Goethe in seinem Dichten und Nachdenken und Formulieren vorstellt, nach Themen und durchgehenden Motiven geordnet, der Chronologie seiner Werke folgend, alle Gattungen einbeziehend und stets verführerisch lockend mit ausgesuchten Goethe-Texten. Keiner dieser Ausflüge in Goethes Welt dauert länger als drei Seiten, jeder endet mit einer kleinen Zwischenmusik in Form eine Goethe-Spruchs oder -Gedichts. Der Cicerone, der uns diesen strahlenden Sommer mit Goethe beschert, gehört zu den besten Kennern, die wir in Deutschland haben. Gustav Seibt wirbt auf unwiderstehliche Weise für unseren Nationaldichter und bietet auf nicht einmal 300 Seiten einen "Essential Goethe", der Goethe-Profis erfreuen wird, vor allem aber Goethe-Nichtschwimmern den lang ersehnten Rettungsring zuwirft.
EIN SOMMER MIT GOETHE ist ein ebenso kluges wie zugängliches Buch über den Versuch, Goethe für heutige Leser neu zu erschließen. Das Ergebnis ist kein wissenschaftliches Standardwerk, sondern eine lebendige literarische Annäherung, die zugleich informiert, unterhält und zum eigenen Lesen anregt.
Das Buch ist in fünfzig kurze Kapitel gegliedert, die jeweils nur wenige Seiten umfassen. In diesen „Lektionen“ führt Seibt Schritt für Schritt durch Goethes geistige Welt: von Themen wie Liebe, Freundschaft und Freiheit bis hin zu Naturbetrachtung, Religion oder Fragen des Alterns. Dabei kombiniert er eigene Erläuterungen mit ausgewählten Zitaten aus Goethes Werk, sodass der Dichter selbst immer wieder zu Wort kommt. Seibt zeigt dabei kein angestaubtes Image des Dichters, sondern stellt Goethe als lebendigen, neugierigen und oft überraschend modernen Denker dar.
EIN SOMMER MIT GOETHE wirkt wie ein literarischer Spaziergang durch Goethes Werk, leicht und kurzweilig, mehr Werbung als trockene Poesie. Eindeutig ein Buch, das Goethes Werk nahe bringen will und ja ... es funktioniert. Auf Gedichte habe ich zwar weniger Lust, aber es gibt so viel anderes, das Goethe geschrieben hat und das es Wert ist mal einen Blick darauf zu werfen. Auch wenn in EIN SOMMER MIT GOETHE schon viel Goethe enthalten ist.

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Goethe kann auch schräg sein ...

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