Montag, 4. Januar 2021

Stephen Jones: Schatten über Innsmouth (Rezension)

Inspiriert von H. P. Lovecrafts klassischer Erzählung ›Der Schatten über Innsmouth‹ wagen sich 16 moderne Meister des Schreckens noch einmal an die Küste Neuenglands in die verfluchte Stadt Innsmouth mit ihren abscheulichen, nicht ganz menschlichen Bewohnern .... 
Die Anthologie enthält neben der Original-Lovecraft-Geschichte noch Geschichten von 16 anderen Autoren, die sich mit Innsmouth und ihren Bewohnern auseinandersetzen. Über 500 Seiten geballte Innsmouth-Ladung u. a. von Neil Gaiman, Ramsey Campbell, Kim Newman, Peter Tremayne und Brian Stableford.
Das Highlight ist die Geschichte von Lovecraft selbst, alle anderen bleiben weit hinter den Erwartungen zurück, so dass man sagen muss, dass sich Schatten über Innsmouth nicht einmal als durchschnittliche Anthologie bezeichnen darf, obwohl man von vielen der vertretenen Autoren gute bis hervorragende Werke kennt.
Die Ansätze der einzelnen Storys kann man zwar als interessant bezeichnen und viele Autoren versuchen neue Wege sich dem Thema Innsmouth zu nähern, doch am Ende bleiben nicht überzeugende Geschichten die eine zu langatmige, eintönige Anthologie ergeben.

Schade eigentlich, denn das Thema hätte mehr hergegeben und das Talent der beteiligten Autoren (soweit sie mir bekannt sind, was nicht bei allen der Fall ist) kommt nicht zum Tragen.

Die Originalgeschichte ist gut, kann man aber in vielen anderen Büchern, als Hörbuch oder einzeln lesen. 
(meine Meinung dazu hier)
Der Rest ist aber weder für Lovecraft- noch für Horrorfans zu empfehlen.

Sonntag, 3. Januar 2021

Heather Redmond: Die Morde von Kensington (Rezension)

Im Winter 1835 läuft es sehr gut für den jungen Charles Dickens. Er steigt beim Evening Chronicle als Journalist ein, und als er vom Herausgeber der Zeitung zum Abendessen eingeladen wird, verliebt sich Charles direkt in die Tochter seines Chefs, die temperamentvolle Kate Hogarth. Sie amüsieren sich bestens – als ein Schrei den angenehmen Abend erschüttert. Die Nachbarin Miss Christiana Lugoson liegt bewusstlos auf dem Boden. Als Charles durch einen Kollegen von einem ähnlich mysteriösen Todesfall vor einem Jahr erfährt, geht er von einem Giftanschlag aus und kann nicht anders, als genauer nachzuforschen. Zusammen mit der reizenden Kate ermittelt er unter den Mitgliedern der Londoner Oberschicht. Charles will Gerechtigkeit für die Opfer, doch wenn er zu tief bohrt, setzt er Kate und sich selbst größter Gefahr aus ...
Krimis aus der viktorianischen Zeit erfreuen sich seit langem großer Beliebtheit und zahlreiche moderne Autoren (und Autorinnen) versuchen ihre Leser (und Leserinnen) in eine vergangene Zeit zu entführen, mal mehr oder weniger erfolgreich.

Samstag, 2. Januar 2021

Roman Sander: Götter des Grauens (Rezension)

Deutsche und internationale Autoren stellt der Herausgeber, der bereits erfolgreiche Titel für Bastei, Heyne und dtv zusammenstellte, in seiner ultimativen Anthologie zum Cthulhu-Mythos H. P. Lovecrafts vor.
Original- und deutsche Erstveröffentlichungen von Hans Dieter Römer, Gary Lovisi, David A. Riley, Jack Eden und US-Geheimtipp Wilum Hopfrog Pugmire, dazu ein Beitrag von Jörg Kleudgen, zeigen die Vielfalt neuer Interpretationen des Mythos auf.
Götter des Grauens ist der zweite Band aus der Reihe H. P. Lovecrafts Schriften des Grauens. Aber auch hier zeigt sich, dass nicht überall wo Lovecraft drauf steht auch Lovecraft drin ist. 
Die Geschichten orientieren sich zwar am von Lovecraft erschaffenen Mythos, aber das Flair das die Originalstorys des Autors erzeugten sie selten.
Dennoch gibt es ein paar Highlights:
Der Priester des Dagon von Gary Lovisi gehört dazu (und ist in meinen Augen auch die beste Geschichte der Sammlung). Der Titel der Geschichte verrät viel, aber nicht zu viel und dem Protagonisten wird so einiges abverlangt. Andere Geschichten (darunter Das Auge des Fisches und Eingesperrt von David A. Riley beginnen vielversprechend können am Ende aber nicht überzeugen)
Die Autoren sind mir bisher nicht aufgefallen, Jörg Kleudgen kannte ich bisher auch nur als Sänger (obwohl ich wusste dass er auch als Schriftsteller tätig ist, bis zu dieser Anthologie habe ich aber noch nichts von ihm gelesen)

Fazit: Kann man lesen, muss man aber nicht. Kann aber auch von Horrorfans gelesen werden, die wenig oder nichts mit dem Cthulhumythos anfangen können. Man versäumt aber auch nichts.

SuB-Leichen-Abbau