Freitag, 18. Juni 2021

Arved Heubner: Totenruhe (Rezension)

1975: In den Bergen der Sierra de Cebollera in Spanien wird die Leiche der siebenjährigen Alina gefunden. Die Polizei von Alfarnatejo vermutet hinter der Tat ein sexuelles Gewaltverbrechen. Der Fall wird nie aufgeklärt und der Täter nie gefasst.
Vierzig Jahre später führen Ermittlungen Tinus Geving und sein Team von EUROPOL nach Alfarnatejo. Wieder ist ein siebenjähriges Mädchen verschwunden. Ihr Name: Alina. Handelt es sich um einen Nachahmungstäter oder hat der Täter von einst erneut zugeschlagen? Für den Kriminalhauptkommissar ist klar: Das Verbrechen kann nur aufgeklärt werden, indem der Fall von damals neu aufgerollt wird. In einem Wettlauf gegen die Zeit, stoßen Geving und sein Team auf eine Verschwörung, die bis in die Spitze der Regierung reicht …
Totenruhe ist der dritte Fall mit Tinus Geving und erschien bereits 2018 unter dem Titel Alina. Totenzug schwächelte ja ein bisschen, da kann man Totenruhe fast schon als Entschuldigung für den weniger spannenden Vorgänger sehen.
Arved Heubner bietet einen spannenden Ensemblekrimi um Tinus Geving und entführt den Leser in die FRANCO-Ära Spanien. Die Schatten der Vergangenheit wird man nie los und wer Blut geleckt hat wird so schnell nicht wieder den Pfad der Tugend finden. So könnte man Totenruhe umschreiben wobei ich Alina als Titel passender fand als Totenruhe, denn die Toten ruhen nicht).
Erzählt wird aus zwei Zeitebenen und verschiedenen Blickwinkeln, allerdings hilft die flüssige Schreibweise dabei, dass man sich schnell zurechtfindet. Zudem wird der Spannungsbogen auch in den ruhigeren Szenen aufrechterhalten. Kinder- und Politikmissbrauch heute und in der Vergangenheit, spannend verpackt. 
Allerdings hätte sich die Geschichte etwas mehr Zeit lassen können, vor allem zugunsten der Charakterentwicklung, die es fast schon nötig macht die Vorgänger zu lesen um alle zwischenmenschlichen Beziehungen zu verstehen.
Aber .... besser als Totenzug, etwas weniger gut als Totenstill ... ein spannender Thriller, der auch ohne große Actionszenen auskommt. 

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