Montag, 7. Juni 2021

Christian Huyeng: Adel vergiftet (Rezension)

Eigentlich wollten Lu und Cristina nur einen entspannten Urlaub in Llerída verbringen, Cocktails mit bunten Schirmchen schlürfen und knackige Kerle in knappen Badehosen am Strand von Bonastre anschmachten. Doch dann findet Lu am Strand einen Schädel und der Urlaub ist schneller vorbei, als den beiden Hobbydetektiven lieb ist. Ist die Tote wirklich die vor einem Jahr verschwundene Herzogin von Duquerque? Und wer will ihrem Witwer schaden und dessen zweite Hochzeit verhindern? Die beiden hochadligen Privatschnüffler nehmen die Ermittlungen auf! Trinkfeste Gräfinnen, besorgte Mütter, Gespräche über Gewichtsprobleme, modische Fragen zur Farbe schwarz, kleine Drachen in Schnapsflaschen, Zitronen, unmoralische Gärten, sehr viele Nachnamen und Liebeskummer verkomplizieren die Sache. Aber einfach kann jeder, oder?
Ich weiß nicht was ich erwartet habe, aber ich kann zumindest sagen: Nicht das, was ich gelesen habe. Aber ich habe etwas sehr unterhaltsames bekommen. Ich bin von einer Art Cosy Crime in einer alteernativen Zeit/Welt ausgegangen und das habe ich in gewisser Weise auch bekommen, aber wenn ich die Welt beschreiben müsste dann wäre diese vergleichbar mit dem 19. Jahrhundert, nur etwas moderner in einigen Ansichten. Vielleicht m,acht auch das den Reiz des Romans aus.
Es handelt sich um einen Krimi, der gemütlich vor sich hinplätschert und ich gebe zu, dass ich mich sehr gerne vom Umfeld ablenken ließ. Mir haben die alten lästernden Damen gefallen, die witzigen Gespräche, Schwärmereien und Anspielungen. Und es scheint fast wie ein Wunder, dass alle Ungereimtheiten geklärt werden können.
Adel vergiftet ist sehr unterhaltsam, lustig und facettenreich, gespickt mit überraschenden Wendungen. Die Handlung und die Charaktere sind teilweise überzeichnet, aber das passt zur allgemeinen Atmosphäre. Spannend? Nö, aber das spielt keine Rolle, denn man kommt auch so auf seine Kosten.
Wer es skurril mag wird seine Freude haben.
Nur etwas hat mich gestört, denn darauf hätte man auch gut verzichten können: Es ist ein Fantasykrimi, und die Zitronendrachen sind eine durchaus unterhaltsame Idee (neben der Zitronenmafia), aber auf die Anspielung anderer Völker hätte ich verzichten können, zumal sie für die Handlung nicht von Bedeutung waren.
Aber abgesehen von dieser kleinen Schwäche bin ich begierig darauf, bald mehr davon zu lesen.

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