Mittwoch, 7. Juni 2023

Jim Butcher: Silberlinge (Rezension)

Mein Name ist Harry Blackstone Copperfield Dresden, und die vielleicht schrecklichsten Gegner, denen ich je entgegentreten musste, sind die Denarier. Ihre kämpferischen Fähigkeiten sind schrecklich, und die Listigkeit ihres Anführers wird vermutlich nur vom Höllenfürsten selbst übertroffen. Während ich versuchte, eine christliche Reliquie aufzuspüren, reichte nur ein Denarier, um mich fertig zu machen – und dabei gibt es dreißig von ihnen! Einen für jeden silbernen Denar, den Judas für den Verrat an Jesus erhalten hat. Zum Glück retteten mich drei leibhaftige Kreuzritter. Sie verlangten, dass ich mich aus ihrem Kampf heraushielt, denn es war prophezeit, dass ich sonst sterben würde. Doch sie kannten nicht die ganze Vorhersagung! Ohne mich würden die drei Ritter sterben, und Chicago würde vernichtet werden …
SILBERLINGE ist der fünfte der dunklen Fälle des Harry Dresden (wobei das ja eher nebensächlich ist, mag Harry Dresden auch ein Privatdetektiv sein, Krimis sind die Bücher bei Weitem nicht) und garantierte Popcorn-Literatur. Einfach berieseln lassen, das ist die Devise und sie funktioniert auf unterhaltsame Weise. Und SILBERLINGE hat einiges zu bieten: Das Turiner Grabtuch, ein Duell auf Leben und Tod, eine gefährliche Geliebte ... Wer Harry Dresden mag wird genau das bekommen was er erwartet: Eine actiongeladene Handlung, viel Wortwitz und auch genug Zwischenmenschliches. Langeweile gibt es nicht. Und ich fürchte dass ich bald sehr viel Copy & Paste anwenden kann wenn es so weiter geht. Die dunklen Fälle des Harry Dresden sind einfach zu unterhaltsam und irgendwie zeitlos als dass man sie als Urban Fantasy Fan nicht lesen sollte und nach jedem Band darf man sich auf den neuen freuen. An Feenzorn kommt Silberlinge nicht ganz heran, aber fast und ich bin gespannt was mir die nächsten Fälle und die Kreativität des Autors noch bescheren wird.

Dienstag, 6. Juni 2023

Gunnar Schwarz: Schmeckst du ihren Tod (Rezension)

Wenn du das Paket öffnest, ist es bereits zu spät!
Kommissar Marc Wittmann ist entsetzt, als die grausam entstellte Leiche einer Frau gefunden wird, der ein Organ entnommen wurde. Noch schockierter ist er, als er erfährt, dass die ermittelnde Psychologin Frieda Rubens einen neuen, anonymen Patienten hat, der mit ihr über seine Kannibalismusfantasien sprechen will und sie immer wieder anruft.
Als wenige Tage später ein weiterer Mord nach gleichem Schema geschieht, wird den Ermittlern klar, dass sie es mit einem Serienkiller zu tun haben. Es beginnt ein grausames Katz- und Mausspiel, in dem der Killer Pakete per Post verschickt, die nicht nur den Ermittlern, sondern auch den Empfängern das Blut in den Adern gefrieren lassen.
"Schmeckst du ihren Tod?" ist der fünfte und finale Teil der Thriller-Reihe um Frieda Rubens und Marc Wittmann. Und das finde ich sehr schade, denn Gunnar Schwarz stellt für mich eine Thrillerentdeckung der letzten Jahre dar, den ich gerne lese. Aber ich bin mir sicher, dass er auch genug anderen Stoff parat hält und (hoffentlich) noch für viel kurzweiliges Thrillervergnügen sorgen wird.

Freitag, 2. Juni 2023

Ethan Cross. Die Stimme der Lüge (Rezension)

Der Showdown beginnt: Francis Ackerman jr. ist in den Fängen des sogenannten Demon, Ackermans größtem Gegenspieler. Nun muss er in dessen bizarrer Realityshow gegen verschiedene Killer antreten und dabei sowohl sein Leben als auch das unschuldiger Zivilisten retten, die unfreiwillige Mitspieler geworden sind. Doch eine Hoffnung gibt es: Jede Folge liefert Nadia Shirazi vom FBI neue Hinweise, um Ackermans Aufenthaltsort zu finden und das Netzwerk des Demon ein für alle Mal zu zerstören. Es gibt nur ein Problem: Damit dieser Plan aufgeht, muss Ackerman lange genug am Leben bleiben ...
DIE STIMME DER LÜGE ist bereits der vierte Ackerman/Shirazi-Fall und was soll ich sagen... Oh mein G ... wie ...
Fast will ich das Wort das ich meine nicht aussprechen und allein mit dieser Andeutung kann man sich denken was ich davon halte. und genau so ist es. Und ich weiß, dass ich vielen Lesern widerspreche aber ... ja Pünktchen, auch wenn es ein Komma tun würde ... was für verschwendete Lesezeit. So überzeugend ich die vergangenen Ackerman/Shirazi-Teile auch fand, DIE STIMME DER LÜGE ist so ganz anders, vor allem weil es fast nur Ackerman ist und wenig Shirazi (und dabei hat mir das Zusammenspiel der beiden gut gefallen, nur merkt man hier kaum etwas). Die Handlung ist stark konstruiert und zu geradlinig, als dass ich sie als spannend empfunden hätte. Die Charaktere bleiben flach und selbst Ackerman agiert nur. Von seiner genialen Intelligenz und seinen Gedankengängen erfährt man wenig. Eingelullt durch eine nicht überzeugende aber actionreiche Handlung überraschen selbst einige unerwartete Enthüllungen kaum. Man nimmt sie hin legt sie ad acta und liest weiter wie Ackerman einen Alligator aus dem Wasser zieht und sich gegen eine Übermacht an Söldnern zur Wehr setzt. Man ahnt wer das überlebt ...
Fast kann ich sagen dass es Ethan Cross geschafft hat eine Romanreihe von 100 auf 0 zu setzen und ich bezweifle, dass ich weiterlesen werde. All das, was mir in den vorangegangenen Bänden gefallen hat ist weg. Cross weiß wie er den Leser bei Laune halten kann .... nur zeigt er das in den wenigsten Fällen, jedenfalls aus meiner Sicht. DIE STIMME DER LÜGE darf sich eigentlich nicht als vierter Band der Ackerman/Shirazi-Reihe schimpfen, denn es gibt viel Ackerman (und davon dann doch zu wenig, da der Charakter sehr austauschbar wirkt) und wenig Shirazi. Wer geradlinige Action mit einigen sehr unappetitlichen Szenen mag wird seine Freude an diesem Buch haben. Wem die psychologischen Aspekte Ackermans gefallen wird diese mit der Lupe suchen müssen. Für mich war das eine Enttäuschung und vermutlich auch das letzte Buch von Ethan Cross, das ich gelesen haben werde. Und dabei hat alles so vielversprechend angefangen. Wobei ... das Ende ist auch nicht zufriedenstellend (was dann auch zum Rest des Buchs passt)

Donnerstag, 1. Juni 2023

Katja Kleiber: Eifler Treibjagd (Rezension)

Spannende Krimilektüre mit Herz, Humor und viel Liebe zur Natur der Eifel. Ella Dorn, die selbst ernannte »Eifelhexe«, zieht sich in die Einsamkeit an einem versteckten Kratersee im Wald zurück. Doch statt der ersehnten Ruhe findet sie dort einen verletzten Wolf – und kurz darauf einen angeschossenen Jäger. Die Polizei glaubt an einen Jagdunfall, aber Ella hegt ihre Zweifel, denn das Opfer hat ihr mit letzter Kraft etwas zu sagen versucht, das wie »Gerechtigkeit« klang. Um herauszufinden, was wirklich geschah, muss sich Ella mit schrecklichen Ereignissen aus der Vergangenheit auseinandersetzen und bringt damit nicht nur sich selbst in Gefahr …
Eifler Treibjagd ist der dritte Band mit der "Eifelhexe". Man muss Vorgänger aber nicht kennen um die Ereignisse zu verstehen. Wichtige Begebenheiten aus dem Vorgänger werden kurz erklärt und es ist leicht in die Handlung hineinzufinden. Ich selbst kenne bisher auch nur Sturm über der Eifel, aber das lesen hat sich gelohnt. Und nichts anderes kann ich von EIFLER TREIBJAGD behaupten. Es beginnt mystisch, aber das bleibt es nicht und schon nach wenigen Zeilen wird und bleibt es realistisch, selbst wenn das Thema "Hexe" immer wieder auftaucht, aber nicht im Sinne einer magiebegabten alten (und bösen) Frau. Ella Dorn ist da ziemlich bodenständig und es ist Katja Kleiber zu verdanken, dass die Eifelhexe nicht in das phantastische abrutscht, auch wenn man manchmal den Eindruck bekommt, dass das ohne weiteres geschehen könnte. Vielleicht muss das so sein, wenn man über die Eifel schreibt, aber das ist auch eher ein Gebiet, das mir noch nicht so vertraut ist. Tatsächlich nimmt die Handlung eine unerwartete Richtung ein und ich hätte mir etwas mehr Tiefe gewünscht. Denn so glaubwürdig und sympathisch die Eifelhexe und die Polizei dargestellt werden, so ist wohl die größte Schwäche des Buchs nicht die Charaktere oder das Umfeld, es ist der Krimi an sich. 
Kurzweilig wird ein ernstes Thema abgehandelt und auch wenn der Krimi spannend ist, so ist er vielleicht ein bisschen zu geradlinig, der gewisse Überraschungsmomente vermissen lässt, sobald die Richtung der Handlung bekannt ist. Aber ... auch wenn kein intelligent konstruiertes Verbrechen präsentiert wird so besticht dieser Krimi doch durch den Lokalkolorit der Eifel und seiner Protagonisten. Und mancher Cosy Krimi bietet weniger. 

Pride Month ....

Gay Pride bedeutet wörtlich übersetzt meist homosexueller Stolz oder zielgruppengerechter lesbisch-schwuler Stolz, manchmal auch nur schwuler Stolz. Es wird jedoch eher selten auf diese Art übersetzt, meist nur als wörtliche Erklärung oder zur Hervorhebung. Eine Gay-Pride-Parade ist in dem Sinn eine „Parade homosexuellen/lesbisch-schwulen Stolzes“ oder auch eine „Parade von stolzen Schwulen und Lesben“. Die Übersetzung „homosexuelle/schwule Stolz-Parade“ hätte eine vom Sinn abweichende Konnotation. Die Bedeutung treffender gibt „Parade homosexueller/lesbisch-schwuler Selbstachtung“ wieder. Als Kompositum gebildete Veranstaltungsnamen mit diesem Begriff werden selten ins Deutsche übersetzt. Im deutschen Sprachraum hat sich als neben dem Internationalismus der Begriff Christopher Street Day (CSD) etabliert, in Österreich ist es die Regenbogenparade. Wenn der Sachverhalt bezeichnet werden soll, so ist es manchmal aus onomasiologischer Sicht zielführender zusammen mit den Begriffen homosexuell, schwul-lesbisch, transgender oder queer die Begriffe Selbstbewusstsein, Selbstwert, Selbstwertgefühl oder Selbstachtung zu verwenden. Auch können die Begriffe der Personengruppe zugeschrieben werden, also beispielsweise „die Selbstachtung der Schwulen und Lesben.“ In Agenturmeldungen wird beispielsweise jährlich aus der Parada do Orgulho GLBT de São Paulo (wörtlich: „Parade des Stolzes der Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender von Sao Paulo“, besser: „Parade schwulen, lesbischen, bisexuellen und transgender Stolzes von Sao Paulo“), der inzwischen weltweit größten Parade, über die englische Selbstbezeichnung LGBT Pride Parade (dieselbe Bedeutung) und die international üblichen Standards Gay Pride Parade, São Paulo Gay Pride oder São Paulo Gay Parade („Schwule / Lesben / Lebenslustige“) die „Schwulenparade“. Auch in den Berichten werden dann oft die Lesben und noch öfter Bisexuelle und die – gerade in Brasilien zahlenmäßig vielen – Transgender übergangen.