Sonntag, 20. Juni 2021

Leigh Bardugo: Das neunte Haus (Rezension)

MORS VINCIT OMNIA
Der Tod besiegt alles
Wahlspruch von Haus Lethe
Acht mächtige Studenten-Verbindungen beherrschen nicht nur den Campus der Elite-Universität Yale, sondern nehmen seit Generationen Einfluss auf Politik, Wirtschaft und Gesellschaft der USA – das neunte Haus jedoch überwacht die Einhaltung der Regeln. Denn die Macht der Verbindungen beruht auf uralter, dunkler Magie: So können die Mitglieder der »Skull & Bones« die Börsenkurse aus den Eingeweiden lebender Opfer vorhersagen, während Haus Aurelian durch Blutmagie Einfluss auf das geschriebene Wort nehmen kann – ebenso hilfreich für Juristen wie für Bestseller-Autoren …
Als auf dem Campus von Yale eine Studentin brutal ermordet wird, sind die Fähigkeiten der Außenseiterin Alex Stern gefragt, die eben erst vom neunten Haus rekrutiert wurde: Nur Alex ist es auch ohne den Einsatz gefährlicher Magie möglich, die Geister der Toten zu sehen. Um eine Verschwörung aufzudecken, die weit über 100 Jahre zurückreicht, muss Alex ihre Fähigkeiten bis aufs Äußerste ausreizen.

Freitag, 18. Juni 2021

Arvid Heubner: Totenruhe (Rezension)

1975: In den Bergen der Sierra de Cebollera in Spanien wird die Leiche der siebenjährigen Alina gefunden. Die Polizei von Alfarnatejo vermutet hinter der Tat ein sexuelles Gewaltverbrechen. Der Fall wird nie aufgeklärt und der Täter nie gefasst.
Vierzig Jahre später führen Ermittlungen Tinus Geving und sein Team von EUROPOL nach Alfarnatejo. Wieder ist ein siebenjähriges Mädchen verschwunden. Ihr Name: Alina. Handelt es sich um einen Nachahmungstäter oder hat der Täter von einst erneut zugeschlagen? Für den Kriminalhauptkommissar ist klar: Das Verbrechen kann nur aufgeklärt werden, indem der Fall von damals neu aufgerollt wird. In einem Wettlauf gegen die Zeit, stoßen Geving und sein Team auf eine Verschwörung, die bis in die Spitze der Regierung reicht …
Totenruhe ist der dritte Fall mit Tinus Geving und erschien bereits 2018 unter dem Titel Alina. Totenzug schwächelte ja ein bisschen, da kann man Totenruhe fast schon als Entschuldigung für den weniger spannenden Vorgänger sehen.
Arved Heubner bietet einen spannenden Ensemblekrimi um Tinus Geving und entführt den Leser in die FRANCO-Ära Spanien. Die Schatten der Vergangenheit wird man nie los und wer Blut geleckt hat wird so schnell nicht wieder den Pfad der Tugend finden. So könnte man Totenruhe umschreiben wobei ich Alina als Titel passender fand als Totenruhe, denn die Toten ruhen nicht).
Erzählt wird aus zwei Zeitebenen und verschiedenen Blickwinkeln, allerdings hilft die flüssige Schreibweise dabei, dass man sich schnell zurechtfindet. Zudem wird der Spannungsbogen auch in den ruhigeren Szenen aufrechterhalten. Kinder- und Politikmissbrauch heute und in der Vergangenheit, spannend verpackt. 
Allerdings hätte sich die Geschichte etwas mehr Zeit lassen können, vor allem zugunsten der Charakterentwicklung, die es fast schon nötig macht die Vorgänger zu lesen um alle zwischenmenschlichen Beziehungen zu verstehen.
Aber .... besser als Totenzug, etwas weniger gut als Totenstill ... ein spannender Thriller, der auch ohne große Actionszenen auskommt. 

Donnerstag, 17. Juni 2021

Oliver Pötzsch: Das Buch des Totengräbers (Rezension)

1893: Augustin Rothmayer ist Totengräber auf dem berühmten Wiener Zentralfriedhof. Ein schrulliger, jedoch hochgebildeter Kauz, der den ersten Almanach für Totengräber schreibt. Seine Ruhe wird jäh gestört, als er Besuch vom jungen Inspektor Leopold von Herzfeldt bekommt. Herzfeldt braucht einen Todes-Experten: Mehrere Dienstmädchen wurden ermordet – jede von ihnen brutal gepfählt. Der Totengräber hat schon Leichen in jeder Form gesehen, kennt alle Todesursachen und Verwesungsstufen. Er weiß, dass das Pfählen eine uralte Methode ist, um Untote unter der Erde zu halten. Geht in Wien ein abergläubischer Serientäter um? Der Inspektor und der Totengräber beginnen gemeinsam zu ermitteln und müssen feststellen, dass sich hinter den Pforten dieser glamourösen Weltstadt tiefe Abgründe auftun …
Das Buch des Totengräbers“ ist der Auftakt einer neuen Reihe von Oliver Pötzsch und mein erstes Buch des Autors. Und das Buch hat mich sofort in seinen Bann gezogen und mich und hat mich sofort von der ersten Seite an gefesselt und gut unterhalten. Der Autor schafft es, trotz aller Spannung auch den Humor nicht zu kurz kommen zu lassen und über einige Szenen zwischen Augustin und Leopold musste ich durchaus schmunzeln.
Die damalige Zeit wird dem Leser lebhaft vor Augen gehalten und so kann man sich bildlich Leopolds Versuche mit dem Hochrad vorstellen, ebenso wie die ersten Kameras. Anderes ist heute noch (fast) so wie damals ... wer den Zentralfriedhof kennt, wird Leopolds Verzweiflung nachvollziehen können.
Oliver Pötzsch lässt nicht nur die Schauplätze lebendig werden auch seine Charaktere wirken authentisch, ihre Motive nachvollziehbar. Auch wenn ich zugeben muss, dass ich sehr schnell einen Verdacht hatte, wer der Täter sein könnte, dem Lesevergnügen tat das keinen Abbruch. „Das Buch des Totengräbers“ ist ein echtes Highlight: Modern und doch historisch, spannend und amüsant. Mit einem Blick auf Wien der fast schon dazu verleitet sich die Schauplätze vor Ort anzusehen.
Ich bin gespannt auf die Fortsetzung denn Leopold und Augustin sind ein sehr unterhaltsames Gespann. 

Montag, 14. Juni 2021

Andreas Kroll: Die Botschafter (Rezension)

Große Echsen und geflügelte Schlangen fallen in das Reich der Menschen ein. Sie jagen Dorfbewohner und bedrohen Städte, greifen die Zwerge im Donnersteiggebirge und die Alben in ihren Walddörfern an. Die Schuppenmonster hinterlassen eine blutige Spur, bis sie sich im Herbst genauso unvermittelt zurückziehen, wie sie aufgetaucht sind. Werden sie im nächsten Jahr zurückkehren? Drei Botschafter - der Mensch Heinrich, die Albin Ketlin und der Zwerg Gillim - machen sich auf eine Reise voller Gefahren und unerwarteter Begegnungen, um die Riesen im Norden als Verbündete zu gewinnen.
Die Botschafter ist klassische Fantasy und bietet alles, was der Fantasyfan liebt. Eine Gruppe von unterschiedlichen Charakteren (Mensch, Elf, Zwerg) machen sich auf die Welt zu retten. So könnte man es kurz umschreiben. Die Geschichte wird aus der Sicht der drei Protagonisten erzählt, so dass die Handlung dadurch zwar mehr Tiefe bekommt, die Schwachstellen aber auch sichtbarer werden, da sich die Völker zwar in einigen Dingen unterscheiden, die gleichen sich jedoch und gerade dabei hätte man etwas diffiziler vorgehen können. Zumal die Geschichte eher nüchtern erzählt wird. Ein Erzähler wäre ausreichend gewesen, auch wenn es interessant ist so die unterschiedlichen Sichtweisen der Handlung zu sehen.
Aber trotz kleiner Schwächen handelt es sich bei Die Botschafter um unterhaltsamen, spannenden Lesestoff, der auf wenigen Seiten episch zu erzählen weiß und neugierig auf die Fortsetzungen macht. Das Cover ist ansprechend, die Welt interessant und kreativ gestaltet, die Handlung kurzweilig und spannend ... was will man mehr.

Montag, 7. Juni 2021

Christian Huyeng: Adel vergiftet (Rezension)

Eigentlich wollten Lu und Cristina nur einen entspannten Urlaub in Llerída verbringen, Cocktails mit bunten Schirmchen schlürfen und knackige Kerle in knappen Badehosen am Strand von Bonastre anschmachten. Doch dann findet Lu am Strand einen Schädel und der Urlaub ist schneller vorbei, als den beiden Hobbydetektiven lieb ist. Ist die Tote wirklich die vor einem Jahr verschwundene Herzogin von Duquerque? Und wer will ihrem Witwer schaden und dessen zweite Hochzeit verhindern? Die beiden hochadligen Privatschnüffler nehmen die Ermittlungen auf! Trinkfeste Gräfinnen, besorgte Mütter, Gespräche über Gewichtsprobleme, modische Fragen zur Farbe schwarz, kleine Drachen in Schnapsflaschen, Zitronen, unmoralische Gärten, sehr viele Nachnamen und Liebeskummer verkomplizieren die Sache. Aber einfach kann jeder, oder?