Donnerstag, 27. April 2023

Albert Knorr: Giftgrüne Gentechnik (Rezension)

'Wir hätten die Insel niemals betreten dürfen. Nicht, nachdem wir dieses Brüllen gehört haben. Alles, was man uns über das Experiment erzählt hat, war gelogen. Die Evolution macht keine Fehler. Und sie verzeiht auch keine.' Botanischer Garten Wien: Überraschend bekommt der Direktor eine neue Mitarbeiterin. Er weiß, dass sie in ihrem letzten Job Ärger hatte, ahnt aber nicht, wie viel sie davon mitbringt. Als ein mächtiger Konzern plötzlich Wien ins Visier nimmt, ist nur noch eines sicher: Das Experiment hätte die Insel niemals verlassen dürfen.
Grüne Gentechnik nutzt Verfahren, um fremde Gene in das Erbgut von Nutzpflanzen einzuschleusen. Derart gentechnisch veränderte Pflanzen bezeichnet man als transgen. Ein Thema, dass seit Jahren immer wieder heiss diskutiert wird und das die Bevölkerung (oft aufgrund von Halbwissen) spaltet.

Mittwoch, 26. April 2023

Ben Aaronovitch: Die schlafenden Geister des Lake Superior (Hörbuch) (Rezension)

Agentin Kimberley Reynolds ist beim FBI zuständig für seltsame, übernatürliche und schlichtweg okkulte Dinge. Leider gibt es in den Keller-Akten beklagenswerte Lücken, so dass sie nach dem rätselhaften Anruf eines Ex-Kollegen ziemlich blindlings nach Wisconsin reisen muss. Ungünstigerweise hat dort ein Eistornado Stadtverwaltung und Polizeirevier in einen Trümmerhaufen verwandelt und Patrick Henderson ist spurlos verschwunden. Alles deutet darauf hin, dass er gewaltsam entführt wurde - von etwas, das kein Mensch war. Unversehens hat Reynolds einen Fall am Hals, gegen den jede "Akte X" wie ein Kinderspiel aussieht.
Bisher habe ich nur den ersten Peter Grant Roman von Ben Aaronovitch gelesen und fand diesen sehr amüsant. Leider bin ich noch nicht dazu gekommen weitere Teile der Serie zu lesen. Nachdem Peter Grant aber auch in DIE SCHLAFENDEN GEISTER DES LAKE SUPERIOR eine Rolle spielt gehe ich davon aus, dass Kimberley Reynolds auch in den Romanen eine Rolle spielen wird (ich kann mich allerdings nicht daran erinnern, ob das bereits im ersten teil der Fall war, aber ich gehe davon aus, dass das nicht der Fall war).

Konrad K. L. Rippmann: Poppy Dayton und die Tote im Helford River (Rezension)

Poppy Dayton ist froh, als die Bitte einer befreundeten Museumsdirektorin aus Falmouth sie zurück in ihr geliebtes Cornwall führt. Die Direktorin hatte verstörenden Besuch von einer jungen Frau, die erklärt, dass eines der ausgestellten Gemälde eine Fälschung sei. Poppy soll die Echtheit zur Sicherheit mit einem Gutachten bestätigen, doch bevor sie zum endgültigen Ergebnis kommt, ereignet sich schon die nächste Katastrophe: Am Helford River wird eine Leiche gefunden. Sie kann nicht identifiziert werden, aber es handelt sich um die selbe Frau, die das Gemälde als Fälschung bezeichnete. Das kann kein Zufall sein, denkt sich Poppy und schlittert direkt in ihren nächsten Fall. Noch ist ihr nicht klar, dass sie einer Verschwörung auf der Spur ist, die sich in die höchsten Kreise der Gesellschaft zieht …
Poppy Dayton geht in die dritte Runde und der leser bekommt das was er auch von den Vorgängern gewohnt ist: Sympathische Ermittler, Zwielichte Gestalten, eine Hauptperson mit besonderen Fähigkeiten. Kurz: Kurzweilige Unterhaltung, Cosy, aber spannend. Und ... bisher der beste Band der Reihe.
Was ich allerdings etwas störend empfinde (was aber in Poppy Dayton und das Rätsel von Arwen Island schlimmer war) sind die eingeworfenen englischen Redewendungen. Das mag daran liegen, dass der Autor betonen will, dass es Engländer sind, aber es macht keinen Sinn, da sie ja grundsätzlich englisch sprechen und es so wirkt, als wäre das eine Fremdsprache. Aber mit diesen Kleinigkeiten muss man leben, wenn man einen deutschen Autor liest, der seine Romane in fremden Ländern spielen lässt.
Abgesehen davon sind die Poppy-Bücher (die übrigens problemlos getrennt voneinander gelesen werden können) gute Unterhaltung, unblutig wie man es von Cosy Krimis gewohnt ist und auch erwartet, aber auch mit einem kleinen Schuss Übernatürliches (allerdings auch für diejenigen erträglich, die damit wenig anfangen können). 

Dienstag, 25. April 2023

Fred Gordon: Im Banne von Atlantis (Rezension)

Das Buch habe ich in einem öffentlichen Bücherschrank entdeckt. Dort bin ich oft und gerne und auch wenn man meist nur ältere Bücher findet (und es einige Bücher ständig zu finden gibt) findet man hin und wieder auch etwas ungewöhnliches oder ein Highlight.

Im Banne von Atlantis hat mich vom Cover her an meine Jugend erinnert und der Titel ebenso. Damals (wie heute) lese ich gerne (klassische) Abenteuergeschichten und danach klang das Buch auch. Allerdings sind die Informationen dazu sehr spärlich, ich weiß nicht einmal wann das Buch erschienen ist, aber ich würde auf die 60er-Jahre tippen... aber das ohne Gewähr. Der Herausgeber, der Hirundo-Verlag existiert wohl auch nicht mehr. 

Im Banne von Atlantis ist eine klassische Abenteuergeschichte, wie sie für Jungs geschrieben wurde und die heutzutage etwas veraltet wirkt. Eine Gruppe Matrosen erlebt Abenteuer unter und über Wasser, wird Zeuge wie eine Insel entsteht, es wird gemeutert und der Leser wird Zeuge allerlei Abenteuer, die sich rund um eine rein männliche Gruppe ereignen. Es gibt genug Konfliktpotential, aber wie es damals üblich war spielen Frauen keine Rolle. Es ist ein reiner Abenteuerroman, der auf eine gewisse Art und Weise unterhalten kann, und im Vergleich zu modernen Abenteuerromanen zeigt was damals unterhalten hat und was gerne gelesen wurde. Als Jugendlicher/Kind hätte ich mir damals wohl diese Gedanken nicht gemacht, aber aus der Sicht der 2020er Jahre ist das Buch tatsächlich überholt. 

Reduziert man es aber auf den Abenteueraspekt und berücksichtigt die Zeit in der es (vermutlich) geschrieben wurde kann Im Banne von Atlantis durchaus unterhalten, nur ... ein Jules Verne, der noch weiter zurück liegt konnte bessere Geschichten schreiben....

Peter Urban: On Air (Rezension)

Seit Jahrzehnten prägt Peter Urban die deutsche Radiolandschaft – als legendär trockener Kommentator des Eurovision Song Contests, als Moderator verschiedener Musiksendungen, inzwischen auch als Podcaster. Offen und unprätentiös beobachtet er seit fast 50 Jahren als Popexperte die nationale und internationale Musikszene und hat in seiner langen Laufbahn unzählige Popgrößen getroffen, interviewt und porträtiert – von Keith Richards über Yoko Ono zu David Bowie, Elton John, Joni Mitchell, Harry Belafonte und Eric Clapton. Mit diesem Buch legt er nun seine Memoiren vor, den Soundtrack eines Lebens, das beruflich wie privat immer von der Musik geprägt war.
Die Reise beginnt in den 1950er Jahren in Niedersachsen, wo sich die Familie Urban nach der Flucht aus dem Sudetenland eine neue Heimat aufbaut. Schon früh kommt Peter Urban im Familienorchester «Urbani» mit Musik in Kontakt, doch seine Leidenschaft ist nicht die Klassik, sondern die neue Musik von der Insel. In den 1960er Jahren beginnt die andauernde Liebesbeziehung zu England, seine andere große Liebe ist der HSV, wo er zeitweilig auch Stadionsprecher ist. Seine Lust an neuen Stilformen ist später der Schlüssel zum großen Erfolg seiner Musiksendungen. Dieses Buch erzählt von einem bewegten Leben und ist zugleich ein Stück internationale Musikgeschichte made in Hamburg.