Mittwoch, 21. Februar 2024

Thomas Thiemeyer: Medusa (Rezension)

Eine todbringende Steinskulptur mitten in der Sahara. Eine Forschergruppe, verschollen in einem Höhlenlabyrinth. Und eine Frau, die als Einzige die kryptischen Zeichen zu deuten vermag…
Tief im Herzen der Sahara, inmitten jahrtausendealter Felsmalereien, macht die erfahrene Archäologin Hannah Peters eine seltsame Entdeckung: Eine Medusen-Skulptur, verziert mit Landkarten und Symbolen, kündet von einem Kultgegenstand von sagenhafter Schönheit und dunkler Kraft. Als ein Team der National Geographic Society mit ihr auf Schatzsuche gehen soll, beschleicht Hannah starker Widerwille. Ein Alptraum beginnt: Was das steinerne Auge der Medusa vermag, ist mit menschlichen Sinnen nicht zu greifen. Es ist nicht bestimmt für die Lebenden…

Ein MUSS für Fans von Dan Brown und Andreas Eschbach, so feierte das Westfalen-Blatt Thomas Themeyers Roman MEDUSA, aber in meinen Augen wird dieser Vergleich dem Autor nicht gerecht, was aber eher der Tatsache geschuldet ist, dass Dan Brown und Andreas Eschbach nicht zu meinen Lieblingsautoren geören und Vergleiche dieser Art immer mit Vorsicht zu genießen sind, da vielleicht Erwartungen geschürt werden, die das Buch nicht halten kann. Aber da ich bereits REPTILIA gelesen habe, dachte ich ich wüsste, was mich erwartet. Und in gewisser Weise traf das auch zu.
Thomas Thiemeyer bietet spannende, kurzweilige Unterhaltung, die manchmal etwas oberflächlich bleibt, vor allem was bestimmte Protagonisten anbelangt, auf der anderen Seite dann wieder sehr ausführlich wird, was das Setting anbelangt. Aber wenn man das Buch mit Kino vergleichen will, bekommt man Popcorn-Kino ... also gute Unterhaltung, deren Logik und Handlung nicht unbedingt hinterfragt werden muss. Einfach darauf einlassen und genießen. Zum Abschalten ein gutes Buch, das durch seinen Schreibstil auch die Zeit vergessen lässt. Man kann regelrecht in die Handlung eintauchen und träumen ...
Man mag kein Meisterwerk vor sich haben, aber ich bin, was den Unterhaltungswert anbelangt, zufriedengestellt worden. 

Dienstag, 20. Februar 2024

Tom Hillenbrand: Die Erfindung des Lächelns (Rezension)

Als der Pariser Louvre am 22. August 1911 seine Pforten öffnet, fehlt im Salon Carré ein Gemälde: Leonardo da Vincis »Mona Lisa«. Sofort versetzt der Polizeipräfekt seine Männer in höchste Alarmbereitschaft, lässt Straßen, Bahnhöfe und sogar Häfen sperren. Doch es ist zu spät. La Joconde ist verschwunden. Juhel Lenoir von der Pariser Polizei soll es finden – und die Welt schaut ihm dabei zu …
Commissaire Lenoir lebt in der aufregendsten Stadt der Welt – und bekommt den schwierigsten Auftrag, den er sich vorstellen kann: das Bild zu finden, das die Welt betört. Wen hat die »Mona Lisa« so sehr bezirzt, dass er nicht mehr ohne sie leben konnte? Auf seiner Jagd trifft der Ermittler auf den Maler Pablo Picasso und den Dichter Guillaume Apollinaire, die Ausdruckstänzerin Isadora Duncan und ihren Guru, den Satanisten Aleister Crowley, die Musiker Igor Strawinsky und Claude Debussy, die brutalen Anarchisten der Bonnot-Bande und Frankreichs größten Detektiv, Alphonse Bertillon, den »lebenden Sherlock Holmes«. Wer von ihnen ist in die Geschichte des verschwundenen Bildes verwickelt?
Die Suche nach der »Mona Lisa« führt durch das Paris der ausgehenden Belle Époque, durch Künstlercafés auf dem Montmartre, in die Opéra Garnier, zu dekadenten Grandes Fêtes im Bois de Boulogne und in absinthgetränkte Spelunken an der Place Pigalle. Dieser historische Roman ist gleichzeitig Detektivroman und Gemälde einer Ära, in der Paris das Zentrum der Welt war.

Montag, 19. Februar 2024

Petra Hartmann: Darthula (Rezension)

Darthula ist die schönste Prinzessin Erins und ihr fällt plötzlich die Aufgabe zu, ihr Land zu retten.
Darthula, Tochter König Kollas von Selama, kann man durchaus als sehr eigenständig bezeichnen. Und so droht der Untergang des Königreichs, nachdem die stolze Königstochter König Cairbar die Hand verweigert und dieser Rache schwört. Darthula - Tochter der Nebel ist ein kleines Epos basierend auf einem Epos von Ossian, welches die Autorin am Ende ihrer Novelle wieder gibt. Man bekommt also zwei kurze Geschichten zum Preis von einer: Vorlage und freie Übersetzung. Ein Epos über eine mutige Frau, über Freundschaft und Abenteuer ... ein sehr kurzes Epos. Und dazu ein klassisches (auch in der freien Version der Autorin), so dass man diese Art der Literatur wohl mögen muss. Was mir aber auch schwer fällt eine Rezension zu schreiben, denn ... auf wenigen Seiten passiert sehr viel, was aber dann natürlich den Zugang zu den Charakteren erschwert und es fast keine Rolle spielt, dass es sich bei Darthula um eine Frau handelt. Die Novelle war mir zu oberflächlich und auch die von Petra Hartmann übersetzte Vorlage berührte mich nicht.
Aber immerhin wurde mein literarisches Wissen erweitert. Darthula - ein ossianischer Roman klang für mich nach einer Fantasygeschichte in einem erfundenen Reich ... nur ... das ist es nicht. OSSIAN war der Verfasser altgälischen Gesängen und Epen aus der keltischen Mythologie... und eigentlich die Erfindung eines anderen Autors: James Macpherson (* 27. Oktober 1736 in Ruthven, Inverness-Shire; † 17. Februar 1796 im Balavil House, Inverness-Shire)
Im Vorwort ihrer Novelle beschreibt Petra Hartmann ihre Begeisterung für die ossianischen Gedichte. Nachvollziehen kann ich das nicht, aber mir sind die Originale (oder ursprüngliche Übersetzungen) nicht bekannt ... und ob ich sie jemals lesen werde ist fraglich.
Darthula konnte mein Interesse nicht wecken.

Freitag, 9. Februar 2024

C. S. Harris: Die Gefallenen von St. Katharine’s (Rezension)

Regency England, 1813: In einem der düstersten Slums Londons wird eine schwer verletzte Französin neben der verstümmelten Leiche eines Arztes aufgefunden. Der aristokratische Ermittler Sebastian St. Cyr nimmt sich dem Fall an, stößt aber bei jedem seiner Schritte nur auf Lügen. Er kennt die verletzte Frau, die ihre Unschuld beteuert, und weiß, dass man ihr nicht trauen darf …
Die Gefallenen von St. Katherine's ist der 9. Band aus der Sebastian St. Cyr-Reihe und es ist wichtig für das Verständnis der Nebenhandlung (sprich: Das Privatleben von Sebastian St. Cyr), aber alleine diese ist es Wert die Reihe zu verfolgen. Und auch wenn C. S. Harris wieder ein absolut lesenswerter Regency-Krimi gelungen ist, der dem Rest der Reihe in nichts nachsteht, ist es die Reihe auch schon wert nur wegen des Privatlebens des Protagonisten zu lesen, denn wer kann schon von sich behaupten, einen Schwiegervater zu haben, der schon versucht hat ihn zu töten. Aber wer mit der Reihe vertraut ist weiß was ihn erwartet und wird nicht enttäuscht werden.
Die Charaktere entwickeln sich weiter, auch wenn das für Sebastian in diesem Teil weniger der Fall ist, aber man kann gespannt darauf sein wie er sich entwickelt und wie sich er und seine Frau als Eltern machen werden. Spannend von der ersten bis zur letzten Seite, wendungsreich und dramatisch (auch auf der privaten Seite). Ein Buch das man nicht so leicht beiseite legen kann, auch wenn es für zartbesaitete Leser vielleicht manchmal schon etwas heftig ist...

Donnerstag, 8. Februar 2024

Derek Landy: Skulduggery Pleasant - Sabotage im Sanktuarium (Rezension)

Seit der großen Schlacht ist Skulduggery in der Welt der Gesichtslosen verschwunden. Nur ein Wunder kann ihn jetzt noch retten – oder Walküre: Sie muss ganz schnell seinen Kopf finden, der ihm einst von drei Kobolden in Irland gestohlen wurde. Während Walküre um die halbe Welt reist, wird der Magier Skarabäus nach 200 Jahren Gefängnis entlassen. Zwar hat er seine Zauberkräfte eingebüßt, doch seine Rachelust ist ungebrochen. Sofort schart er einen Kreis der schlimmsten Übeltäter um sich, unter ihnen auch Remus Crux, der die Seiten gewechselt hat. Sie alle können Skulduggerys Rückkehr kaum erwarten – denn jeder Einzelne von ihnen hat noch eine Rechnung mit ihm offen ...
Manchmal kann mich eine Serie begeistern, aber aus irgendeinem Grund verliere ich sie aus den Augen oder habe so viel anderes zu lesen, dass sie in Vergessenheit gerät. Bei Skulduggery Pleasant war das der Fall, aber es gibt immer wieder Erinnerungen, dass da irgendeine Serie wartet weiter gelesen zu werden. Und so werde ich versuchen bei Skulduggery nachzuholen was ich versäumt habe, denn hier stehe ich noch weit am Anfang.
SABOTAGE IM SANKTUARIUM ist Teil vier der Serie ... und ein kleiner Knaller. Natürlich bietet er das was man von der Serie kennt: Spannung, Sarkasmus, skurrile Charaktere (und Bösewichter, die erstaunlcherweise trotz ihrer Lächerlichkeit Gefährlich sein können). Es ist lange her dass ich DIE DIABLERIE BITTET ZUM STERBEN gelesen habe, aber selbst nach dieser langen Zeit fiel es nicht schwer sich schnell zurecht zu finden. Der Leser trifft auf alte Bekannte und erlebt (neben einem spannenden Abenteuer und was man sonst von Walküre Unruh und Skulduggery erwarten kann) am Ende eine kleine Überraschung (oder, verglichen mit diversen anderen Offenbahrungen eine große). Eigentlich ist es die Serie nicht wert aus den Augen verloren zu werden ... zumindest nach meinem derzeitigen Stand.