Donnerstag, 1. Oktober 2026

Volker Dützer: Flieh, mein Mädchen (Rezension)

Das Grauen ist zurück … und näher als du denkst! Der dritte Fall des ungleichen Ermittler-Duos Helen Stein und Ben Funke Zehn Jahre, nachdem Profilerin Helen Stein sich aus der Gewalt eines Serienkillers befreien konnte, kehrt sie nach Koblenz zurück, um die Leitung der neuen Abteilung für Gewaltverbrechen anzutreten. Kaum angekommen, wird sie zu einem Tatort gerufen, der sie mit ihrem alten Trauma konfrontiert. Und es bleibt nicht bei dem einem Mord … Bald taucht eine weitere Frauenleiche auf, der das Herz entfernt und durch einen schwarzen Stein ersetzt wurde. Ein achtjähriges Kind scheint den Mörder zu kennen, doch der Junge schweigt. Helen bittet ihren alten Freund Ben Funke, der den Polizeidienst quittiert hat und als Privatdetektiv arbeitet, Mutter und Sohn zu schützen. Bald wird klar, dass Funke & Stein es mit einem mächtigen Gegner zu tun haben, der vor keinem Mittel zurückschreckt, um sein Geheimnis zu wahren. Und Helen kommt ein Verdacht, der so ungeheuerlich ist, dass niemand ihr glauben wird …
FLIEH MEIN MÄDCHEN ist der dritte Teil aus der Funke & Stein-Reihe und im Gegensatz zu den neu herausgegebenen Vorgängern (STIRB MEIN MÄDCHEN, SCHLAFE EIN, MEIN MÄDCHEN) eine echte Neuerscheinung. Und es ist viel Zeit vergangen ... die mir, der die Vorgänger erst vor Kurzem gelesen habe, sehr kurz vor kam. Und das ist auch gut so, da der Thriller auf Ereignisse und Personen der vergangenen Teile zurückgreift. Und auch wenn man Erinnerungshilfen bekommt, ist es ratsam, die drei Bücher kurz hinter einander zu lesen. Und es ist lohnenswert. Denn so spannend und abwechslungsreich die Vorgänger waren, so setzt Dützer sein Tempo um die beiden sympathischen Ermittler fort.
Dützers Schreibstil ist dabei unkompliziert und flüssig, und erschafft dadurch gleichzeitig eine erschreckende Authentizität. Der Personenkreis um die Ermittler sorgt noch für den entsprechenden Realismus. Dützer versteht es, bereits früh Spannung aufzubauen. Dabei setzt er weniger auf spektakuläre Effekte als auf eine stetig wachsende Unruhe. Informationen werden bewusst dosiert, Verdachtsmomente verschieben sich und lassen einen echten Pageturner entstehen. Vor allem, wenn man die einzelnen Verbindungen der Protagonisten untereinander kennt, wird das Lesevergnügen um einiges erhöht. Besonders gelungen ist die Atmosphäre. Die Schauplätze wirken nicht einfach wie eine Kulisse, sondern unterstützen das zunehmend beklemmende Gefühl der Geschichte. Positiv ist außerdem, dass FLIEH, MEIN MÄDCHEN seine Spannung nicht ausschließlich aus Gewalt oder drastischen Szenen bezieht. Viel wichtiger sind die psychologische Bedrohung, verborgene Zusammenhänge und die Frage, was tatsächlich hinter den Ereignissen steckt. Dadurch entsteht ein Thriller, der eher durch Anspannung und Misstrauen als durch bloßen Schockeffekt funktioniert. Und ich würde mir wünschen, dass es noch mehr von Funke und Stein geben wird.

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