Dienstag, 1. September 2026

Volker Dützer: Schlafe ein, mein Mädchen (Rezension)

Gefangen im schlimmsten Albtraum, den du dir vorstellen kannst … Der zweite Teil der packenden Kriminalthriller-Dilogie von Volker Dützer Gerade als der Polizist Ben Funke sein Leben wieder in den Griff bekommt, geschieht die Katastrophe: Als er am Morgen neben seiner Freundin aufwacht, ist diese tot – erschossen mit seiner eigenen Dienstwaffe. Noch dazu kann sich Funke an die letzten Stunden nicht mehr erinnern, doch eines weiß er sicher: Er hat sie nicht getötet! Entschlossen den Mörder zu finden, begibt er sich auf die Suche, muss dabei allerdings auf seine Partnerin Helen Stein verzichten, die mit der Jagd eines Serientäters beschäftigt ist, auf dessen Konto sechs im Westerwald spurlos verschwundene junge Frauen gehen. Funke ist gefangen in einem Albtraum. Gejagt, verletzt und ohne Aussicht, seine Unschuld beweisen zu können. 
Schlafe ein, mein Mädchen“ von Volker Dützer ist ein spannender Psychothriller, welcher den zweiten Teil der FUNKE & STEIN-Reihe fortsetzt. So ungewöhnlich der erste Teil (siehe hier) war, so setzt der Autor hier dem Ganzen noch mehr Esprit hinzu. Funke und Stein sind kein typisches Ermittlerpaar, eigentlich sind sie das gar nicht, denn beide haben mit ihren eigenen Problemen/Fällen zu kämpfen, auch wenn sich ihre Handlungsstränge gegen Ende harmonisch zusammenfügen. Während Stein auf der Jagd nach einem Serienmörder ist, befindet sich Funke auf der Flucht vor den eigenen Kollegen. Dabei versteht Dützer es gut, die Spannung Stück für Stück zu steigern und den Leser immer wieder mit neuen Wendungen zu überraschen. Besonders gut gefallen hat mir, wie Dützer mit Ängsten und psychologischem Druck arbeitet. Man bekommt schnell das Gefühl, dass hinter den Ereignissen mehr steckt, als zunächst sichtbar ist. Dadurch bleibt die Geschichte lange undurchschaubar und man möchte unbedingt wissen, wie sich die einzelnen Puzzleteile zusammenfügen.
Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen. Die Handlung ist schnörkellos, ohne sich unnötig in die Länge zu ziehen. Gleichzeitig sorgen die verschiedenen Figuren und ihre Geheimnisse dafür, dass man immer wieder seine eigenen Vermutungen überdenken muss. Wer einen klassischen Ermittlerthriller erwartet wird genau das nicht bekommen, aber auch wenn sich SCHLAFE EIN, MEIN MÄDCHEN, als echter Pageturner entpuppt ist er weit davon entfernt actionreiches Popcornkino zu bieten. Ja, Funke ist auf der Flucht und ja, das mag an so manchen amerikanischen Blockbuster erinnern, aber es bleibt alles im Rahmen des Glaubwürdigen. Und das Ende macht Lust auf die Fortsetzung, bei der alles offen ist.

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