Donnerstag, 20. August 2026

Dirk Dützer: Stirb mein Mädchen (Rezension)

Er folgt dir, doch du kannst dich nirgends verstecken …
36 Stunden lang war die Koblenzer LKA-Profilerin Helen Stein in der Gewalt eines grausamen Serienmörders, der bereits ein Dutzend junger Frauen brutal ermordet hat. Nackt und hilflos erwacht sie danach auf dem Parkplatz einer Autobahnraststätte. An die Zeit während ihrer Gefangenschaft kann sie sich nicht erinnern.
Damit sie sich von ihrem traumatischen Erlebnis erholen kann, lässt ihr Vorgesetzter sie vorübergehend in eine kleine Polizeiinspektion im Westerwald versetzen. Doch nur wenige Stunden nach ihrer Ankunft wird eine Mädchenleiche gefunden. Helen wird klar, dass der Killer sie nicht wirklich gehenlassen hat und nun ein perfides Spiel mit ihr treibt …

Das Buch erschien bereits 2016 unter dem Titel DER SCHACHT.
FUNKE UND STEIN, Teil eins. Und mit STIRB MEIN MÄDCHEN hat Volker Dützer, der mir als Autor nicht unbekannt ist, auch wenn er nicht immer zu überzeugen weiß, einen spannenden und vielversprechenden Reihenauftakt geschaffen. Natürlich haben die Protagonisten ihre Fehler und (psychischen) Probleme, das wird ja schon fast erwartet (kann aber auch ermüden), aber das Zusammenspiel funktioniert ganz gut. Mehr oder weniger, so ganz kann man noch nicht wirklich von Team sprechen, aber das kann noch werden und stellt auch den Reiz dieses Krimis dar. Es sind die Ermittler selbst, die sich im Weg stehen, nicht ihre unterschiedlichen Charaktere. Man darf gespannt sein wie es sich entwickelt. Aber auch die Handlung weiß zu überzeugen. Spannend und abwechslungsreich, nie langweilig und voller unerwarteter Wendungen ist das Buch ein wahrer Pageturner, dessen Spannungsbogen bis zum Ende konsequent durchgezogen wird, immer wieder zwar unterbrochen von den Problemen der Protagonisten, aber das fügt sich alles gut zusammen.
Volker Dützer schafft es aber gut, sowohl seinen Protagonisten, als auch der Handlung den Raum zu bieten, den sie verdienen. Nie hat man den Eindruck, dass die Handlung zu Gunsten der Protagonisten in den Hintergrund gerät. Der Autor schafft genau das Verhältnis, dass man von allem genau das bekommt, was man braucht. Interessante Charaktere mit Ecken und Kanten, absolut glaubwürdig und eine Handlung, die dem Leser doch einiges abverlangt (aber im Positiven).

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