Freitag, 30. Juni 2023

Michael Peinkofer: Die Bruderschaft der Runen (Rezension)

Als ein Mitarbeiter des Schriftstellers Sir Walter Scott unter mysteriösen Umständen stirbt, stellt dieser Nachforschungen an und stößt auf eine Mauer des Schweigens. Was verheimlicht der königliche Inspector, der eigens aus London geschickt wurde? Was für ein Geheimnis hüten die Mönche von Kelso? Und was hat es mit der ominösen Schwertrune auf sich, auf die Sir Walter und sein Neffe Quentin bei ihren Ermittlungen stoßen? Ein Schicksal, dessen Ursprung Jahrhunderte zurück reicht, nimmt seinen Lauf.
Sir Walter Scott (* 15. August 1771 in Edinburgh; † 21. September 1832 in Abbotsford) war ein schottischer Dichter, Schriftsteller, Verleger und Literaturkritiker. Er war einer der – nicht nur in Europa – meistgelesenen Autoren seiner Zeit und gilt traditionell als Begründer des Geschichtsromans. Viele seiner historischen Romane, darunter ROB ROY oder IVANHIOE sind Klassiker geworden und haben als Vorlage für zahlreiche Schauspiele, Opern und Filme gedient.
In DIE BRUDERSCHAFT DER RUNEN sieht man ihn nun in einer anderen (fiktiven) Rolle. Ich habe mich bisher nicht weiter mit Walter Scott befasst und kenne weder sein Werk, noch die daraus entstandenen Opfern, Filme etc... Aber das ist auch egal, der Roman unterhält auch so, ohne dass man die historischen Personen kennen muss. Peinkofer bietet gute Unterhaltung, interessante Charaktere, eine durchaus faszinierende Handlung, die auch mit dem mystischen, geheimnisvollen spielt und gegen Ende auch sehr spannend wird. Es braucht etwas um die handlungsstränge um Sir Walter Scott und einer jungen Edeldame zusammenzufügen, aber schnell werden diese klar.
Schnell zu lesen ist das Buch und ich habe mich gut in die Zeit zurück versetzen können. Gegen Ende wird es fast unerträglich, was die Spannung anbelangt und sowohl Sir Walter Scott, als auch sein Neffe als auch die Edeldame geraten in fast aussichtslose Gefahr. Und dann ... wird all die Spannung zunichte gemacht, was ich sehr schade fand. Natürlich wird das Geheimnisvolle aufgeklärt, so dass davon nichts übrig bleibt. Schade zwar, aber bis zum Showdown wurde ich wirklich gut unterhalten.
DIE BRUDERSCHAFT DER RUNEN ist das Buch, mit dem Peinkofer einem größeren Publikum bekannt wurde, aber nicht das erste Buch, das ich von ihm gelesen habe. Aber so unterschiedlich er sich in den Genres herumtreibt, bisher konnte mich sein Stil überzeugen.

Donnerstag, 29. Juni 2023

Luzia Pfyl: Die mechanischen Kinder - Schachmatt (Rezension)

Das Katz-und-Maus-Spiel mit dem Mörder hat gerade erst richtig angefangen. Lydia Frost findet sich in einer gefährlichen Pattsituation wieder: Entweder tut sie, was Dr. Grimm von ihr verlangt, oder ihr Team wird die tödlichen Konsequenzen tragen müssen. Hilfe von Scotland Yard kann sie keine erwarten, denn auch da brodelt es unter der Oberfläche gewaltig. Doch Frost wäre nicht Frost, wenn sie sich einfach so fügen würde. Es gibt immer einen Ausweg. Doch dieser Weg wird bitter bezahlt werden müssen ...
SCHACHMATT ist das Ende der ersten Staffel von Frost & Payne und enthält die Einzelbände DER GRAUE BARON, SCHACHMATT und DAS MECHANISCHE HERZ.
Im Großen und Ganzen kann ich wiederholen, was ich auch zu den anderen Teilen gesagt habe, da sich in mancher Hinsicht Pfyls Stil nicht ändert, aber das ist das, was die Geschichten ausmacht. Die Charaktere sind gut gezeichnet, die Charakterentwicklung ist glaubwürdig, selbst bei den Nebenfiguren (die einem ebenfalls ans Herz wachsen) und die Handlung spannend. Es gibt einige Überraschungen (unerwartet natürlich und irgendwie auch ziemlich fies .... aber mehr will ich dazu nicht sagen) und ich gebe zu dass mir das Ende des Antagonisten nicht zugesagt hat, da hätte ich mehr als nur einen Nebensatz erwartet. Aber das sind Kleinigkeiten, im Großen und Ganzen kann diese Steampunk-Geschichte überzeugen. Und so ist der Autorin ein großartiges Finale gelungen (okay, das Ende des Bösewichts muss man mögen), aber es wird einiges geboten. Wer die anderen Teile kennt wird auch mit diesem zufrieden sein und sich gut unterhalten. Und am Ende wird man neugierig auf die zweite Staffel gemacht, aber immerhin mit einem sanften Cliffhanger und nicht mit dem Zaunpfeil. Sehr angenehm.
Leider ist die zweite Staffel erst in Arbeit, Sammelbände (falls überhaupt geplant) gibt es noch nicht, aber ich halte die Augen offen. Ich will mehr von Frost & Payne lesen (aber die Einzelbände sind mir zu kurz, die Sammelbände sind sehr angenehm zu lesen)

Mittwoch, 28. Juni 2023

Simon R. Green: Die dunkle Seite der Straße (Rezension)

Ishmael Jones kann es sich nicht leisten aufzufallen. Er lebt unter dem Radar, bewegt sich auf der dunklen Seite der Straße. Sein Job ist es, Geheimnisse aufzudecken und Licht in dunkle Ecken zu bringen. Manchmal tötet er auch. Als ihn sein Auftraggeber, der mysteriöse Colonel, zum Weihnachtsfest mit dessen Familie auf dem abgeschiedenen Anwesen Belcourt Manor einlädt, trifft Ishmael inmitten eines Schneesturms ein, nur um festzustellen, dass sein Boss verschwunden ist. Während der Befragung der anderen Gäste kommt Ishmael zu dem Schluss, dass viele von ihnen wie er selbst dunkle Geheimnisse hüten und dass unter der Fassade festlicher Freude Leidenschaft, Eifersucht, Missgunst und Verrat lauern. Als ein weiterer Sturm aufzieht, der das Anwesen vom Rest der Welt abschottet, muss Ishmael schnellstens einen skrupellosen Mörder überführen, ehe dieser ein weiteres Mal zuschlagen kann.

Dienstag, 27. Juni 2023

Stephen King: Schlaflos (Rezension)

Ralph schläft immer weniger. Von Tag zu Tag wacht er früher auf. Bei seinen nächtlichen Spaziergängen durch Derry sieht er unheimliche Dinge, die er zunächst für Halluzinationen hält, die ihn aber zunehmend an seinem Verstand zweifeln lassen. Bis er erkennt dass er in Ereignisse von kosmischer Bedeutung verstrickt ist und das Leben aller Einwohner Derrys allein von ihm abhängt …
Einst war ich ein großer KING-Fan, was ich immer wieder betone, genauso häufig wie die Tatsache, dass ich vorhatte KING wieder zu lesen, alte Sachen und auch neue, denn der KING OF HORROR meiner Jugend schreibt noch immer ... Und inzwischen habe ich einen anderen Blick auf die Dinge und was KING betrifft so ist meine Meinung zwiegespalten. Er mag gut schreiben, aber nicht alles was er geschrieben hat gefällt mir. Selbst Bücher, die mir einst gefallen haben, erscheinen beim erneuten Lesen, Jahrzehnte später, als langweilig oder weniger spannend. Tatsächlich habe ich mir auch schon überlegt KING einfach KING sein zu lassen und die Finger von ihm zu lassen. Wie man sieht habe ich das nicht getan und ich gebe zu, dass ich etwas geschluckt habe als ich gesehen habe, dass es sich bei SCHLAFLOS um ein weiteres seiner seitenstarken Werke handelt. Im Original erschien es 1994 aber es gehört bereits in eine Phase, in der ich KING gemieden habe ... und ich will gar nicht zurückdenken, wann ich dann angefangen habe KING zu lesen ... Aber das hat mit Schlaflos eher weniger zu tun.

Montag, 26. Juni 2023

Doris Litz: Tödliche Ufer (Rezension)

In der Nähe des Königsstuhls auf Rügen wird die Leiche von Jan Lehmann gefunden. Von seiner Frau Sina fehlt jede Spur. Fieberhaft sucht das Team der Mordkommission Stralsund nach der Vermissten. Dabei kommt ihnen der Verdacht, dass noch mehr Paare oder gar Familien das Schicksal der Lehmanns teilen könnten. Doch das Soko-Team tut alles, um die Verschwundenen retten zu können – und wird dabei nicht ganz freiwillig vom Koblenzer Kommissar Alexander Bierbrauer unterstützt, Sina Lehmanns früherem Lebensgefährten. Während die Polizisten fieberhaft nach ihr suchen, ringt Sina in einem ungleichen Kampf, dessen Ausgang längst festzustehen scheint, um ihr Leben …
Tödliche Ufer ist ein solider Krimi mit Unterhaltungswert. Tödliche Ufer ist das Erstlingswerk der Autorin, das bereits unter dem Titel SPUR DER RACHE erschienen ist (eine übliche Praxis bei dp). Der Schreibstil ist flüssig und liest sich angenehm und die Charaktere wirken sympathisch (oder in manchen Fällen eher das Gegenteil), aber ganz konnte mich das Buch nicht überzeugen. Teilweise wirkt es vorhersehbar (und in manchen Fällen, beispielsweise beim vermutlichen Hauptverdächtigen, wird man so mit der Holzhammermethode darauf hingewiesen, dass ... nun ja vielleicht ist das schon Spoiler genug). Ich gebe zu, dass Tödliche Ufer streckenweise spannend ist, leider aber auch viele Längen aufweist, die man zu Gunsten der Spannung vielleicht kürzen hätte sollen. Da das leider auch im letzten Drittel des Buchs der Fall war, hat das dem Lesevergnügen etwas den Wind genommen. Ein netter Krimi mit vielversprechenden Tendenzen. Ich bin gespannt wie sich die Ermittler weiter entwickeln.