Freitag, 31. März 2023

R. S. Graham: Mystery Files - Wächter des Feuers (Rezension)


Jillian verbringt den Sommer bei ihrer Tante am Meer in Bellevue Bay. Viel zu bieten hat das kleine Dorf nicht. Nur der alte Leuchtturm fasziniert Jillian. Und obwohl der Turm seit Jahren außer Betrieb ist und leer steht, beobachtet sie eines Nachts, wie ein Licht von dem Leuchtturm ausgeht. Als sie ihrer neuen Freundin Penny am nächsten Morgen davon berichtet, erzählt diese ihr von einer Legende, die sich um das alte Bauwerk rankt: Der Geist des Wärters hat den Leuchtturm angeblich nie verlassen, denn er trauert dort oben um seine Frau, mit der er wiedervereint werden will. Um sie zu finden, entzündet er die Flamme. Jillian glaubt nicht an solche Spukgeschichten und will dem mysteriösen Leuchten nachgehen. Gemeinsam mit Penny besteigt sie in der nächsten Nacht den Turm ...
 

Mittwoch, 29. März 2023

Christian Handel (Hrsg): Von Fuchsgeistern und Wunderlampen (Rezension)

Drei Wünsche erfüllt ein Dschinn. Drei Prüfungen müssen Helden in Märchen bestehen. Zum dritten Mal laden wir euch ein in das magische Reich der Hexen und Lampengeister. Durch klirrendkalte Winternächte wirbeln Schneefrauen, auf Sommerweiden treiben Windsbräute ihr gefährliches Spiel und tief unter dem Meeresspiegel verbergen sich ganze Königreiche. Taucht ein in schillernde Welten voller Wunder und magischer Gefahren.
Bekannte Autoren des Phantastischen wie etwa Trudi Canavan, Holly Black oder Akram El-Bahay steuern in dieser Märchenanthologie (welche bereits die dritte aus dem Drachenmond-Verlag darstellt) ihre Versionen oder Neuinterpretationen mehr oder weniger bekannter (oder unbekannter) Märchen dar. Dabei hat Herausgeber Christian Handel die Anthologie in drei Teile gegliedert und eine interessante Mischung aus Märchen der alten Welt zusammengestellt. Anhand des Titels hätte ich allerdings auch mehr Märchen a la 1001 Nacht und asiatische Märchen erwartet, aber das Morgenland nimmt doch einen großen Teil der Sammlung ein, wenn auch durchaus mit interessanten Geschichten.
Die erste Geschichte, von Akram El-Baray konnte mich noch nicht überzeugen, auch wenn es eine interessante Hintergrundgeschichte zu den Märchen aus 1001 Nacht gibt. Aber ich kenne wenige Anthologien, die in ihrem Gesamtwerk überzeugen und so kann man auch hier behaupten, dass es gute Geschichten und weniger gute Geschichten gibt, aber in der Gesamtheit eine wirklich gelungene Mischung entstanden ist, deren Hauptkritikpunkt meiner Meinung nach die Märchen aus dem Morgenland sind. Nicht, weil sie schlecht sind, sondern einfach, weil man weniger mit den Märchen der arabischen Welt und dem Reich der Mitte vertraut ist. Und anhand des Titels VON FUCHSGEISTERN UND WUNDERLAMPEN hätte ich mehr in dieser Richtung erwartet.
Märchen- und Phantastik-Freunde werden aber auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen. Und allein schon die Namen sprechen für sich ... eine illustre Gesellschaft, die für märchenhafte Unterhaltung sorgt.

Donnerstag, 23. März 2023

C. S. Harris: Die Toten der King Charles Street (Rezension)

London, 1812: Dass Sebastian St. Cyrs Freund, Chirurg und Hobby-Anatom, illegal Körper von Leichenfledderern kauft, ist schlimm genug. Doch als dieser bei der Leiche von Alexander Ross, einem aufstrebenden Minister im Auswärtigen Amt, eine Stilett-Wunde im Kopf entdeckt, die auf einen Mord schließen lässt, kann ihm nur der aristokratische Detektiv Sebastian St. Cyr helfen, den Fall aufzuklären. Sebastians Suche führt ihn von den Salons der Königin zu den Botschaften Russlands, der Vereinigten Staaten und des Türkischen Reiches. Dabei gerät er in ein gefährliches Dickicht aus diplomatischen Manövern und internationalen Intrigen, in dem die Wahrheit ein schwer fassbares Gut ist und nichts so ist, wie es scheint. Und ausgerechnet Sebastians baldige Braut, Miss Hero Jarvis und ihr einflussreicher Vater scheinen mehr über Ross’ Tod zu wissen, als sie ihm weismachen wollen. Sebastian muss einen skrupellosen Mörder entlarven, bevor dieser seiner Braut zu nahe kommen kann …
DIE TOTEN DER KING CHARLES STREET ist der sechste Fall mit Sebastian St. Cyr führt wieder tiefer hinein in die politischen Machenschaften und Intrigen. Und das stellt auch eine der Stärken dieses Bands dar, da man einen guten Einblick in die politische Situation, auch in Bezug auf Napoleon bekommt. Für die etwas unterhaltsame Seite des Romans muss St. Cyrs Privatleben herhalten, das ich doch als sehr amüsant empfand. Seine große Liebe oder seine Mutter spielen zwar keine allzu große Rolle, aber es ist kaum auszuhalten welche Verwicklungen die Vermählung mit der Tochter seines Erzfeinds darstellt ... zumal diese Bezeichnung auch noch ausdiskutiert werden muss. Die persönliche und politischen Verwicklungen stellen sozusagen den unterhaltsamen und sehr spannenden und abwechslungsreichen Rahmen für einen wenig interessanten Kriminalfall, der kaum Überraschungen aufweist, sieht man vom Anfang ab. Allerdings hat man danach den Eindruck, dass sich die Ermittlungen im Kreis drehen und nur schleppend vorankommen. Für mich leider bisher der schwächste Teil einer ansonsten empfehlenswerten Reihe.
Die Vorgänger muss man nicht unbedingt kennen, allerdings erhöht es den Lesespaß, da hier wenig auf die Charakterentwicklung eingegangen wird und ohne die Vorkenntnisse die Protagonisten etwas farblos wirken. Aber Freunde historischer Krimis werden auch hier auf ihre Kosten bringen, zumal auch eine Zeit abgehandelt wird, die mir bisher nicht so oft in Krimis über den Weg läuft.

Mittwoch, 22. März 2023

Jessica Müller: Tod am Traitors' Gate (Rezension)

London, 1865. Caroline Courtwood wird in der Nähe des Traitor’s Gate erwürgt aufgefunden. Inspektor Stockworth und Sergeant Bennett ermitteln in diesem Fall. Da Stockworths Ehefrau Charlotte sich, wie die Tote, in der Greenland´s Armenschule engagiert hat, stellt sie eigene Nachforschungen an. Hat die junge Frau mit ihrer Arbeit Kriminelle gegen sich aufgebracht? Oder war ihr der Wunsch, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, zum Verhängnis geworden? Bald schon findet Charlotte heraus, dass die eigenwillige junge Frau sowohl im Londoner East End als auch in den eigenen Reihen so manchen Feind gehabt hat.
TOD AM TRAITORS GATE ist bereits der vierte Krimi mit Charlotte von Winterberg. Anders als in den Vorgängerbänden spielt diesmal ihre eigene Geschichte eine etwas nebensächliche Rolle, so dass auch der Quereinsteiger keine Probleme hat sich in diesem amüsanten Krimi zurecht zu finden. Und amüsant ist die Geschichte auf jeden Fall, denn ein bisschen wird der Leser auf eine falsche Spur geführt und dann ... kommt ein doch sehr interessantes und unerwartetes Ende. Aber es ist das ganze Drumherum, das Leben in die Geschichten von Jessica Müller einhaucht. Die Charaktere sind so authentisch man bekommt direkt das Gefühl direkt dabei zu sein, als Teil der Familie.
Zudem bietet die Autorin immer etwas Neues, mal mehr Liebesgeschichte oder Familiendrama, in diesem Band mehr Krimi und .... (das verschweige ich). 
Auch das Ensemble um Charlotte gefällt mir, ich mag Krimis dieser Art, die eher eine Gruppe als eine Einzelperson ermitteln lassen. Das bietet weitaus mehr Möglichkeiten und Einsichten. 
Und nebenbei erfährt man auch einiges über das London der damaligen Zeit. Allerdings merkt man auch, dass die Bücher moderner Natur sind und so auch die Ansichten mancher Personen etwas anders sind als man es von vergleichbaren Büchern (Z. B. jene von Arthur Conan Doyle) erwarten darf. Andererseits ist das auch gut so. 
Mir gefallen die Bücher um Charlotte von Winterberg, und auch wenn ich den ersten Band noch nicht kenne, bin ich gespannt wie es weiter geht.

Dienstag, 21. März 2023

Anne Glenconner: Lady Blake und das Grab im Meer (Rezension)

Es war ein traumhafter Sommer auf Mustique. Während die meisten Urlauber die Insel bereits verlassen haben, genießt eine illustre Runde wohlhabender Engländer weiterhin Sundowner und Dinnerpartys, darunter Lady Veronica Blake, Hofdame im Ruhestand. Als eine junge Amerikanerin aus bester Gesellschaft spurlos verschwindet, beginnt sie, auf eigene Faust zu ermitteln, sehr zum Missfallen von Solomon Nile, dem einzigen Polizisten der Insel. Wenige Tage später wird Amanda Fortinis Leiche aus dem türkisblauen Wasser geborgen. Der Mörder ist noch auf der Insel, vermutet Lady Blake. Dann bricht ein Tropensturm los, Mustique ist von der Außenwelt abgeschnitten, und eine weitere Person verschwindet …
Lady Anne Veronica Tennant, Baroness Glenconner, wurde 1932 als älteste Tochter des 5. Earl of Leicester geboren. Aufgewachsen im britischen Norfolk, zog sie 1958 mit ihrem Ehemann Lord Glenconner auf die Karibikinsel Mustique. 1971 wurde Anne Glenconner Hofdame von Prinzessin Margaret, die ein Anwesen auf der Insel hatte. Bis zu deren Tod begleitete sie die Prinzessin auf zahlreichen Staatsempfängen und Auslandsreisen. LADY BLAKE UND DAS GRAB IM MEER ist ihr erster Kriminalroman (aber nicht ihr erstes Buch, allerdings kenne ich ihre Memoiren noch nicht und ich muss zugeben, dass ich die Biografie von Anne Glenconner erst für einen Witz gehalten habe, aber sie entspricht den Tatsachen. Da sieht man einmal die Ignoranz eines Buchbloggers ... keine Ahnung von Königshäuser und deren Personal, aber ignorieren wir das einfach ...). Gehen wir davon aus, dass es sich um eine fiktive Geschichte handelt ...
Ganz überzeugt wurde ich nicht. Das Umfeld von Lady Blake wird gut umschrieben, einige der handelnden Personen sind auch durchaus als interessant zu bezeichnen, der Mörder war für mich eine Überraschung (obwohl ...) und das letzte Drittel hat seine spannenden Momente. Nur ... der Rest der Geschichte ist etwas zäh und ereignisarm, da hilft auch nicht die Handlung aus Sicht von zwei Personen zu erzählen (Lady Blake und Solomon Nile). Irgendwas hat mir gefehlt, es war zu cosy, ohne aber irgendwelche Gefühle in mir auszulösen. Dabei waren die Zutaten für einen unterhaltsamen Cosy Crime vorhanden ... genutzt wurden sie nicht und so sind fast 400 Seiten etwas zu lang. Es gibt amüsantere Fälle dieses Genres.