Dienstag, 26. Oktober 2021

Thomas Kowa: Engelsstille (Rezension)

Erik Lindberg und sein Team wundern sich über einen kuriosen Leichenfund: eine seit zwei Tagen vermisste Frau wurde mit einer Feder auf ihren Lippen bestattet aufgefunden. Die Umstände scheinen auf einen religiösen Tathintergrund zu deuten. Als weitere Frauen ermordet und mit Federn auf den Lippen aufgefunden werden, will Lindberg einen bekannten Sektenführer vernehmen, der bereits öffentlich mit dem Jüngsten Gericht gedroht hat. Doch dem Kommissar werden weitere Ermittlungen in diese Richtung von ganz oben untersagt. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn der St. Martins Tag steht kurz bevor – traditionell der Tag der Abrechnung …
Nach Seelenschlaf ist das der zweite Fall von Eric Lindberg und seinem Team und wie auch bei Seelenschlaf handelt es sich bei Engelsstille um eine überarbeitete Neuauflage des Buchs Erwache nie.
Ich kann nicht sagen welcher der beiden Teile besser ist, denn beide haben auf ihre Art und Weise ihre Stärken und sind dabei sehr unterschiedlich, was die Spannung betrifft. Nach Seelenschlaf war ich mir auch sicher ob ein eventueller Nachfolger die Spannung halten kann, aber ich wurde angenehm überrascht. Engelsstille ist kein Abklatsch des Vorgängers und spannend bis zur letzten Minute. Überraschende Wendungen und falsche Fährten erhöhen das Lesevergnügen. Allerdings ist es hilfreich Seelenschlaf zu kennen, da man dann mehr über Eric Lindbergs Vorgeschichte erfährt.
Religiöser Fanatismus, der zeigt, dass auch Christen nicht immer die Guten sind, Weltuntergangsprophezeihungen und biologische "Kriegsführung" (im Namen Gottes) all das erwartet den Leser in Engelsstille. Zusammen mit sympathischen Ermittlern.
Und wenn man das Buch aus der Hand gelegt hat (bzw. aus der Hand legen muss) stellt man fest, dass es zu Ende ist.
Ein Thriller, der die Bezeichnung auch verdient hat.

Samstag, 23. Oktober 2021

Natasha Pulley: Der Uhrmacher in der Filigree Street (Rezension)

London, Oktober 1883. Eines Abends kehrt Thaniel Steepleton, ein einfacher Angestellter im Innenministerium, in seine winzige Londoner Mietwohnung heim. Da findet er auf seinem Kopfkissen eine goldene Taschenuhr. Es ist ihm ein Rätsel, was es mit ihr auf sich hat. Sechs Monate später explodiert im Gebäude von Scotland Yard eine Bombe. Steepleton wurde gerade rechtzeitig gewarnt, weil seine Uhr ein Alarmsignal gab. Nun macht er sich auf die Suche nach dem Uhrmacher und findet Keita Mori, einen freundlichen, aber einsamen Mann aus Japan. So harmlos Mori auch scheint, eine Kette von unheimlichen Ereignissen deutet schon bald darauf hin, dass er etwas zu verbergen hat...
Der Uhrmacher in der Filigree Street ist ein schwer einzuordnender Roman. Thriller? Fantasy? Historisch? Irgendwie bietet Nathasa Pulley alles davon ohne sich festlegen zu wollen. Das macht vielleicht auch den Reiz des Romans aus, der sich mehreren Genres zuordnet, aber keinem vollständig, so dass der Leser immer wieder Überraschungen erlebt. Natürlich kann man davon ausgehen, einen historischen Roman vor sich zu haben und der phantastische Teil ist oft so subtil, dass er sich perfekt in die Zeit einpasst. Niemand schleudert Feuerbälle und Drachen tauchen auch nicht auf, aber hier und da merkt man doch, dass es nicht ganz ohne Fantasy geht.

Freitag, 22. Oktober 2021

Simon Farnaby: Merdyns magische Missgeschicke – Zaubern will gelernt sein! (Rezension)

Rosie träumt davon, eine berühmte Sängerin zu werden – leider fehlt ihr jegliches Talent dafür. Als Rosie Merdyn trifft, der behauptet, ein berühmter Hexenmeister aus dem Mittelalter zu sein, scheint ihr Traum endlich wahr zu werden – immerhin kann Merdyn zaubern! Doch so einfach ist es nicht, im trubeligen London der Neuzeit einen Mann zu verstecken, der durch sein seltsames Verhalten für eine Menge Aufsehen sorgt. Zum Beispiel, wenn er Pupsie, Rosies geliebtes Meerschweinchen, auf dem Feuer braten und verspeisen will! Und als ihre Mutter glaubt, Merdyn sei der lange verschollene Onkel Martin, wird die Sache richtig kompliziert …
Merdyns magische Missgeschicke – Zaubern will gelernt sein! hat durchaus seine witzigen Momente, aber so ganz überzeugt hat es mich nicht. Die Handlung an sich ist ganz nett, aber eben nur nett und irgendwie vorhersehbar. Einige gute Ideen sind hier und da eingestreut und man kann durchaus sagen, dass einer der Pluspunkte der Geschichte die Personen sind, die alle auf irgendeine Art und Weise sympathisch (oder bemitleidenswert) sind, aber mir war das zu wenig, Nicht schlecht, aber nich gut genug. Ein bisschen zu bunt, ein bisschen zu viel fürchterliches Gereime ... da hilft auch der spannende Showdown nicht.
Ich habe mehr Witz erwartet, oder bin mit anderen Erwartungen an das Buch heran gegangen. Andererseits bietet die Ausgangssituation doch genug Potential für einige lustige Szenen, die dann aber doch sehr zahm und ein bisschen abgebremst beschrieben wurden. Kein Brüller, aber ganz nett... ein magisches Abenteuer der Kategorie "kann man lesen, muss man aber nicht",
Merdyn ist ein fähiger Zauberer auch wenn man das anhand des Titels und des Covers nicht erwarten würde ... er ist nur in der falschen Zeit gestrandet.

Donnerstag, 21. Oktober 2021

Nadine Buranaseda: Seelengrab (Rezension)

Kriminalhauptkommissar Lutz Hirschfeld ließ sich gerade erst von Berlin nach Bonn versetzen, doch bevor der junge Beamte seine Koffer ausgepackt hat, wird am Rheinufer die unbekleidete Leiche einer jungen Frau entdeckt. Die erste äußere Inspektion der Toten ergibt keinerlei Hinweis auf die Todesursache. Zusammen mit seinem neuen, wenig gesprächigen Partner Peter Kirchhoff nimmt Hirschfeld die Ermittlungen auf. Ein weiterer Knochenfund bringt die Mordkommission schließlich auf die Spur eines grausamen Serientäters, der seine Opfer nach ganz bestimmten Kriterien auszuwählen scheint: jung und weiblich. Als eine weitere Frau verschwindet, beginnt für das ungleiche Ermittlerduo ein gefährlicher Wettlauf gegen die Zeit ...
Nun ja ... es fällt nicht leicht etwas über SEELENGRAB zu schreiben, ohne ein gewisses Wort zu erwähnen. Und ebenso fällt es schwer, etwas Positives zu schreiben, sieht man vielleicht davon ab, dass die Autorin der deutschen Sprache mächtig ist. Klingt hart? Nun ja, tatsächlich ist SEELENGRAB eine Aneinanderreihung von Worten und Sätzen, die durchaus Sinn ergeben, nur ... für einen Krimi ist das zu wenig. Tatsächlich ist das Buch regelrecht langweilig und auch wenn das in seiner Unschuld ein böses Wort ist, war es das was ich empfunden habe: Langeweile.
Zu detailverliebt kommt das Buch daher, zu viele unwichtige Dinge finden Erwähnung und helfen dem Fall, der am Anfang eher im Hintergrund steht, nicht weiter. Dadurch gewinnt der Fall leider auch nicht a Spannung und am Ende hat man das Gefühl, dass die Autorin zu schnell zum Ende wollte. Die Protagonisten bleiben farblos, trotz zahlreicher eingebauter Details, die aber kaum helfen einen Charakter besser einzuschätzen und vieles wirkt dadurch oberflächlich.
Die Handlung: Vorhersehbar und durch die Details einlullend. Wenn das Ende überraschend sein sollte, so hat es bei mir keine weiteren Emotionen außer einem (gelangweilten) Aha hervorgerufen.
Wie gesagt, es fällt mir wirklich schwer etwas Positives über das Buch zu sagen. Wer Krimis mit Serienmördern mag sollte sich anderweitig umsehen.

Mittwoch, 20. Oktober 2021

Liza Grimm: Talus (Hörbuch)(Rezension)

Eine skeptische Studentin, die plötzlich einem echten Geist gegenübersteht.
Ein begabter Tarotleger, der sich vor der Zukunft fürchtet.
Eine junge Hexe, die ihre Begabung verflucht.
Ein stolzer Wasserhexer, der die Wahrheit sucht.
Sie alle haben einen Herzenswunsch - und als das sagenumwobenene Artefakt Talus auftaucht, scheint die Erfüllung ihrer größten Träume zum Greifen nah. Aber ein so mächtiger Gegenstand ruft auch böse Mächte auf den Plan. Und je näher sie Talus kommen, desto dunkler werden die Geheimnisse, die das Artefakt enthüllt.
Ein Magiekonzept, das ebenso unwiderstehlich ist wie der Zirkel junger Magier: Lassen Sie sich von den Hexen von Edinburgh verzaubern!