Samstag, 31. Oktober 2020

Anne McCaffrey: Das Generationenschiff (Rezension)

 Das Schicksal hat Sassinak und Lunzie Mespill zusammengeführt. Sie gehören derselben Familie an und haben beide Erfahrungen mit der schrecklichen Bedrohung gemacht, der die Föderation gegenübersteht: den Planetenpiraten, die ganze Kolonien plündern  und Millionen von Menschen in die Sklaverei verkaufen. Mit der tollkühnen Besatzung ihres Schlachtkreuzers will Sassinak den Piraten endlich den Garaus machen. Doch dabei kommen sie einer Verschwörung auf die Spur, die das Ende der Föderation bedeuten kann. Lunzie und Sassinak sind gezwungen alles zu riskieren ..
 Das Generationenschiff ist der Abschluss der Planetenpiraten-Trilogie. Es schildert Ereignisse, die nach den Dinosaurierplaneten-Büchern stattfinden. Das Buch ist das actionreichste der Trilogie, aber immer noch kein Meisterwerk. Anne McCaffrey kann (bzw. konnte) es besser und ich habe den Eindruck, dass die Zusammenarbeit mit jüngeren/unbekannteren Autoren ihrem Werk nicht gut getan hat. Das Generationenschiff ist nicht so schlecht wie Sassinak, aber nicht so gut wie die Ireta-Romane (die McCaffrey im Alleingang geschrieben hat). 
Im Großen und Ganzen ist die Trilogie eine Enttäuschung: Zäh und langatmig erzählt, manchmal zu schnell und oberflächlich. Die Planetenpiraten spielen eine geringere Rolle als erwartet. Der Schreibstil (und die Handlung) ist manchmal sehr naiv (und macht die Gefahr, die man erwarten dürfte weniger gefährlich). 
Durch die Erzählweise wird viel Potential verschwendet und das wirkt sich auch auf die Spannung aus, da man mit den oberflächlich beschriebenen Protagonisten nicht mit fiebern kann, weil  man keine Bindung zu ihnen aufbaut.
Die Cover hätten mich ja schon abschrecken sollen ...

Ich mag die Bücher von McCaffrey, aber Ausnahmen bestätigen die Regel. Man versäumt nichts wenn man die Planetenpiraten nicht gelesen hat (und dabei hat mich wirklich interessiert, wie die Geschichte auf dem Dinosaurierplaneten weiter geht ... in der Hinsicht wurde meine Neugier nicht befriedigt)




Mittwoch, 28. Oktober 2020

Isaac Asimov: Die schwarzen Witwer bitten zu Tisch (Rezension)

Die „Schwarzen Witwer“ bitten monatlich einmal zu einem Bankett, bei dem jeweils einer der sechs Gentlemen die Rolle des Gastgebers übernimmt. Dabei soll er nicht nur für das leibliche Wohl der Runde sorgen, sondern auch eine ungewöhnliche Geschichte und eine herausragende Persönlichkeit präsentieren. Diesmal gilt es, acht Fälle zu diskutieren – und zu lösen …
Asimov ist bekannt für seine SF-Romane, aber er hat (in meinen Augen) auch gute Krimis geschrieben. 
Als Jugendlicher sind mir die Kurzgeschichten um die schwarzen Witwer in die Hände gefallen, ich habe sie verschlungen und geliebt und vor Kurzem habe ich sie wieder entdeckt und .... ich mag sie noch immer.
Es sind Geschichten mit immer demselben Schema, aber genau das ist es, was sie so besonders macht. Es gibt nicht immer ein Verbrechen, eher eine interessante Geschichte, die der Gast der Witwer erzählt und die einer Klärung bedürfen. Dabei geht es um die Namen amerikanischer Präsidenten, Lothringer Kreuze, Mondfinsternissen, verlorene Manuskripte ...
Und immer ist es Kellner Henry, der die Lösung findet.
Neben dem zu lösenden Rätsel sind es die Tischgespräche, die diese Kurzgeschichten ausmachen. Manchmal belanglos, manchmal tiefsinnig immer mit der einen oder anderen Spitze.
Die Fälle sind interessant (und für Krimis ungewöhnlich), die Gespräche unterhaltsam. 

Isaac Asimov einmal anders. 

Dienstag, 27. Oktober 2020

Kai Meyer: Merle - Das steinerne Licht (Rezension)

Merles Venedig ist voller Magie. Doch die Fließende Königin, die mächtige Beschützerin der Stadt, wurde vertrieben. Venedig ist in großer Gefahr und alle magischen Wesen ahnen, dass nur Merle die Stadt vor dem Untergang bewahren kann. Während ihr Freund, der Meisterdieb Serafin, an Land und auf dem Wasser für die Freiheit kämpft, fliegt Merle auf dem Rücken des Obsidianlöwen Vermithrax in das Reich des Steinernen Lichts – geradewegs in die Unterwelt. 
Das steinerne Licht ist der zweite Band des Merle-Zyklus. Das Niveau des ersten Teils wird durchgehend fortgesetzt. Es fällt schwer den Band aus den Händen zu legen, es ist kurzweilige, spannende Unterhaltung, die nicht unbedingt durch überraschende Wendungen punktet (Ausnahme bestätigen die Regel), aber interessante Charaktere "pflastern" Merles Weg: Lord Licht, Winter ... 
Man muss den Vorgänger kennen, sonst versteht man so einiges nicht, aber die Bücher lesen sich schnell. 
Kurzweiliges Vergnügen, das Spaß auf die Fortsetzungen macht. Vor allem, weil Das steinerne Licht mit einem Cliffhanger an einem interessanten Schauplatz endet.
In Die fließende Königin waren die Ägypter nur im Hintergrund präsent, jetzt spielen sie eine größere Rolle und tatsächlich steckt mehr dahinter als man denkt. 

Für Fantasyfreunde ist die Merle-Reihe ein Highlight. 

Donnerstag, 22. Oktober 2020

Stuart Turton: Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle (Rezension)

Maskenball auf dem Anwesen der Familie Hardcastle. Am Ende des Abends wird Evelyn, die Tochter des Hauses, sterben. Und das nicht nur ein Mal. Tag für Tag wird sich ihr mysteriöser Tod wiederholen – so lange, bis der Mörder endlich gefasst ist.
Familie Hardcastle lädt zu einem Ball auf ihr Anwesen Blackheath. Alle Gäste amüsieren sich, bis ein fataler Pistolenschuss die ausgelassene Feier beendet. Evelyn Hardcastle, die Tochter des Hauses, wird tot aufgefunden. Unter den Gästen befindet sich jemand, der mehr über diesen Tod weiß, denn am selben Tag hat Aiden Bishop eine seltsame Nachricht erreicht: »Heute Abend wird jemand ermordet werden. Es wird nicht wie ein Mord aussehen, und man wird den Mörder daher nicht fassen. Bereinigen Sie dieses Unrecht, und ich zeige Ihnen den Weg hinaus.« Tatsächlich wird Evelyn nicht nur ein Mal sterben. Bis der Mörder entlarvt ist, wiederholt sich der dramatische Tag in Endlosschleife. Doch damit nicht genug: Immer, wenn ein neuer Tag anbricht, erwacht Aiden im Körper eines anderen Gastes und muss das Geflecht aus Feind und Freund neu entwirren. Jemand will ihn mit allen Mitteln davon abhalten, Blackheath jemals wieder zu verlassen.

Mittwoch, 21. Oktober 2020

C. S. Harris: Die Schatten von Westminster (Rezension)

1811, London: Die Leiche einer schönen jungen Frau wird brutal zugerichtet auf den Altarstufen einer alten Kirche in der Nähe von Westminster Abbey gefunden. Eine am Tatort entdeckte Duellpistole und die belastende Aussage eines Zeugen deuten beide auf einen Mann hin: Sebastian St. Cyr.
Der brillante junge Edelmann mit ungewöhnlichen Fähigkeiten – der jetzt als Flüchtender um sein Leben rennt – versucht den wahren Mörder zu fangen, um seine eigene Unschuld zu beweisen. Dabei sammelt er eine Schar ungewöhnlicher Verbündeter an, darunter auch die rätselhafte Schönheit Kat Boleyn, die Sebastian vor Jahren das Herz brach.
In der adeligen Welt der Intrigen und Spionage ist nichts so wie es scheint. Doch die Wahrheit könnte den Schlüssel zur Zukunft der britischen Krone und zu Sebastians eigener Rettung enthalten …