Donnerstag, 22. Oktober 2020

Stuart Turton: Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle (Rezension)

Maskenball auf dem Anwesen der Familie Hardcastle. Am Ende des Abends wird Evelyn, die Tochter des Hauses, sterben. Und das nicht nur ein Mal. Tag für Tag wird sich ihr mysteriöser Tod wiederholen – so lange, bis der Mörder endlich gefasst ist.
Familie Hardcastle lädt zu einem Ball auf ihr Anwesen Blackheath. Alle Gäste amüsieren sich, bis ein fataler Pistolenschuss die ausgelassene Feier beendet. Evelyn Hardcastle, die Tochter des Hauses, wird tot aufgefunden. Unter den Gästen befindet sich jemand, der mehr über diesen Tod weiß, denn am selben Tag hat Aiden Bishop eine seltsame Nachricht erreicht: »Heute Abend wird jemand ermordet werden. Es wird nicht wie ein Mord aussehen, und man wird den Mörder daher nicht fassen. Bereinigen Sie dieses Unrecht, und ich zeige Ihnen den Weg hinaus.« Tatsächlich wird Evelyn nicht nur ein Mal sterben. Bis der Mörder entlarvt ist, wiederholt sich der dramatische Tag in Endlosschleife. Doch damit nicht genug: Immer, wenn ein neuer Tag anbricht, erwacht Aiden im Körper eines anderen Gastes und muss das Geflecht aus Feind und Freund neu entwirren. Jemand will ihn mit allen Mitteln davon abhalten, Blackheath jemals wieder zu verlassen.Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle klingt auf dem ersten Blick wie eine Variante zu UND TÄGLICH GRÜSST DAS MURMELTIER. Blickt man hinter die Oberfläche bekommt man weit mehr. 8 Tage und 8 unterschiedliche Personen (Mehr oder weniger) und sowohl Leser als auch Aiden bekommen von Tag zu Tag mehr Klarheit, auch wenn es teilweise verwirrend ist. Tatsächlich spielt der erwähnte Maskenball keine große Rolle, da er erst am Abend stattfindet und tagsüber nur der Grund dafür ist, dass sich bestimmte Personen am Schauplatz befinden. Und Evelyn Hardcastle ... nun ihre Rolle ist zu sterben, wohl die undankbarste Rolle im ganzen Stück (und auch nur eine Nebensächlichkeit, die es gilt aufzuklären, auch wenn Aiden den Versuch unternimmt den Mord zu verhindern). 
Eine abwechslungsreiche, manchmal verwirrende aber nie langweilige Geschichte, die dem Leser zwar einiges an Aufmerksamkeit abverlangt, aber durch ihre ungewöhnliche Erzählweise (die auch manche Rücksprünge in der Zeit beinhaltet) überzeugen kann.
Es ist keine Zeitreisegeschichte, es ist kein normaler Kriminalroman, aber wer sich auf einen Whodunit-Krimi mit fantastischen Elementen einlässt wird einige vergnügliche Lesestunden vor sich haben. 

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