Drei Dinge muss Farah ihren Eltern versprechen: Iss nie etwas, das dir Feen anbieten. Verrate ihnen nicht deinen Namen. Und am wichtigsten: Lass dich unter keinen Umständen auf einen Handel mit dem Dunklen Volk ein. In diesem Sommer wird Farah jedes einzelne dieser Versprechen brechen.
Mit der düster-atmosphärischen Neuerzählung des Märchens »Rumpelstilzchen« entführt Christian Handel in ein Königreich voller finsterer Feenwesen und Dämonen. Furchteinflößend, schauerlich und wunderschön zugleich!
Märchenadaptionen erfreuen sich ja großer Beliebtheit und ich selbst kann mich den Reiz dieser Neuinterpretationen nicht entziehen, auch wenn ich meistens enttäuscht werde oder das Werk nicht meinen Erwartungen entspricht. Dennoch ... es zieht mich immer wieder zu ihnen hin und nachdem ich bisher nichts Schlechtes von Christian Handel gelesen habe, war ich guter Dinge. Nun ... SCHATTENGOLD war nicht das, was ich erwartet habe, aber ich muss zugeben, dass ich deswegen nicht enttäuscht wurde. SCHATTENGOLD ist kein Abklatsch eines bekannten Märchens und vielleicht verrate ich zu viel, vielleicht auch nicht, aber ... das Wort Rumpelstilzchen kommt überhaupt nicht vor und doch ist es eine Geschichte, die an das bekannte Märchen erinnert, aber doch auf angenehme (etwas düstere Weise) seinen eigenen Weg geht.
Man findet schnell in die Geschichte hinein, in der es Magie und Feen gibt und nicht alles bunt und märchenhaft ist. In Anleihen erkennt man das Ursprungs-Märchen, aber die Geschichte ist weiter gesponnen und verleiht den Protagonisten eine Tiefe, die sie glaubwürdig erscheinen lässt, auch wenn ich zugebe, dass ich Magnus, also den Prinzen, etwas farblos finde und sich die Entwicklung der Beziehung zu Farah angenehm langsam und eher am Rande entwickelt und nicht als Holzhammermethode im Vordergrund steht. Auch die Antagonisten sind glaubwürdig und gut ausgearbeitet. Das trifft übrigens auch für die Nebendarsteller in diesem kleinen, aber feinen Drama auf, das anfangs langsam und gemütlich ... und auch ein bisschen märchenhaft beginnt, aber dann düstere Töne anschlägt und sich in einem spannenden Finale entlädt. Rumpelstilzchen ist dagegen ja noch brav.
Dank Disney werden Märchen ja oft weichgespült und die ursprünglichen Fassungen geraten in Vergessenheit. Dabei sind diese auch nichts für zarte Seelchen und so ist es schön, dass sich Autoren wie Christian Handel mit ihren Märchenadaptionen auch der dunklen Seite erinnern.
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Montag, 9. Januar 2023
Mittwoch, 4. Januar 2023
Tom Sharpe: Schwanenschmaus in Porterhouse (Rezension)
Der neue Rektor von Porterhouse College plant Ungeheuerliches: Porterhouse soll nicht nur wieder ein höheres Bildungsniveau erreichen, es sollen auch noch Studentinnen zugelassen werden. Doch erst die geplante Entlassung des Oberpförtners Skullion bricht dem Rektor das Genick, denn mit Skullion nahm es noch keiner auf.
Tom Sharpe zählte zu den erfolgreichsten zeitgenössischen Autoren Englands. Seine Romane sind von extremem, oft rabenschwarzem Humor geprägte Gesellschaftssatiren. Ich habe in meiner Jugend sein Werk regelrecht verschlungen und hatte dabei sehr viel Spaß. Sein bekanntestes Werk dürfte in Deutschland PUPPENMORD sein, welches auch verfilmt wurde.
In letzter Zeit laufen mir immer wieder seine Bücher über den Weg ... die Gelegenheit zu einem Re-Read und um zu sehen, ob mir seine Bücher immer noch gefallen.
Schwanenschmaus in Porterhouse machte den Anfang, wird aber nicht das letzte sein.
Würde man das Buch verfilmen würde vermutlich einer aberwitzige, aber sehr platte Komödie entstehen. Aber das Lesen stellt durchaus ein großes Vergnügen dar. Und auch wenn das Buch in den 70ern des vergangenen Jahrhunderts geschrieben wurde wirkt es doch zeitlos. Sharpe erschafft die Atmosphäre eines verstaubten Colleges und es fällt nicht schwer sich in den Schauplatz hineinzuversetzen. Skurrile Charaktere und aberwitzige, unglaubliche und natürlich vollkommen überdrehte Situationen. Leider lässt der Lesespaß gegen Ende der Geschichte etwas nach und das Ende ist dann auch ein bisschen unbefriedigend, weil es dann doch wieder sehr normal ist und unpassend für ein Buch in dem es ansonsten sehr humorvoll zu geht. Aber ... Porterhouse ist ein College, das Spaß macht und das ohne Schülerstreiche auskommt, da die Lehrer eigene Probleme ganz anderer Art haben.
Tom Sharpe zählte zu den erfolgreichsten zeitgenössischen Autoren Englands. Seine Romane sind von extremem, oft rabenschwarzem Humor geprägte Gesellschaftssatiren. Ich habe in meiner Jugend sein Werk regelrecht verschlungen und hatte dabei sehr viel Spaß. Sein bekanntestes Werk dürfte in Deutschland PUPPENMORD sein, welches auch verfilmt wurde.
In letzter Zeit laufen mir immer wieder seine Bücher über den Weg ... die Gelegenheit zu einem Re-Read und um zu sehen, ob mir seine Bücher immer noch gefallen.
Schwanenschmaus in Porterhouse machte den Anfang, wird aber nicht das letzte sein.
Würde man das Buch verfilmen würde vermutlich einer aberwitzige, aber sehr platte Komödie entstehen. Aber das Lesen stellt durchaus ein großes Vergnügen dar. Und auch wenn das Buch in den 70ern des vergangenen Jahrhunderts geschrieben wurde wirkt es doch zeitlos. Sharpe erschafft die Atmosphäre eines verstaubten Colleges und es fällt nicht schwer sich in den Schauplatz hineinzuversetzen. Skurrile Charaktere und aberwitzige, unglaubliche und natürlich vollkommen überdrehte Situationen. Leider lässt der Lesespaß gegen Ende der Geschichte etwas nach und das Ende ist dann auch ein bisschen unbefriedigend, weil es dann doch wieder sehr normal ist und unpassend für ein Buch in dem es ansonsten sehr humorvoll zu geht. Aber ... Porterhouse ist ein College, das Spaß macht und das ohne Schülerstreiche auskommt, da die Lehrer eigene Probleme ganz anderer Art haben.
Sharpe kann man auch heute noch lesen, zumindest soweit es SCHWANENSCHMAUS IN PORTERHOUSE betrifft.
Montag, 2. Januar 2023
Robert C. Marley: Inspector Swanson und die Hexe von Bray (Rezension)
London 1896 – Im Crystal Palace Park stirbt eine Frau unter den Rädern einer neuartigen Motordroschke – ein tragischer Unfall, wie es scheint. Doch Chief Inspector Swanson schöpft Verdacht, denn der Bruder der Toten ist kurz zuvor spurlos und unter mysteriösen Umständen aus dem Gefängnis in Wicklow verschwunden.
Als dann unweit der Haftanstalt – in dem kleinen irischen Küstenstädtchen Bray – die verstümmelte Leiche eines seit Monaten vermissten Mannes inmitten okkulter Symbole gefunden wird, haben selbst die irischen Behörden nur eine Erklärung: Die berüchtigte Hexe von Bray sucht sich nach zwanzig Jahren abermals ihre Opfer.
Inspector Swanson und sein Team werden nach Irland geschickt, um dem Spuk ein Ende zu bereiten ...
Als dann unweit der Haftanstalt – in dem kleinen irischen Küstenstädtchen Bray – die verstümmelte Leiche eines seit Monaten vermissten Mannes inmitten okkulter Symbole gefunden wird, haben selbst die irischen Behörden nur eine Erklärung: Die berüchtigte Hexe von Bray sucht sich nach zwanzig Jahren abermals ihre Opfer.
Inspector Swanson und sein Team werden nach Irland geschickt, um dem Spuk ein Ende zu bereiten ...
Sonntag, 1. Januar 2023
Ulrike Gerold/Wolfram Hänel: Rauhnächte - Sie werden dich jagen (Rezension
Du musst rennen. Du musst schneller sein als sie. Schneller und schlauer.
Hochspannend und dramatisch: Der neue Standalone-Thriller des Autorenduos Ulrike Gerold und Wolfram Hänel.
Junge Frauen verschwinden. In diesen magischen Nächten zwischen den Jahren. Nach zwölf Tagen kehren sie zurück, verwirrt und verstört. Zwei von ihnen haben es nicht mehr ausgehalten, sie gingen freiwillig in den Tod. Andere sind aus dem Tal weggezogen und nie wieder zurückgekehrt. Die wenigen, die geblieben sind, schweigen. Als Lisa an Weihnachten zu ihren Großeltern ins Tal fährt, ist wieder ein Mädchen verschwunden. Warum spricht niemand darüber?
Bei den Raunächten handelt es sich meist um die Zwölf Weihnachtstage vom Weihnachtstag (25. Dezember) bis zum HeiligeDreiKönigs-Tag (6. Januar), gelegentlich um andere Zeiträume. Nach dem Volksglauben zogen sich die stürmischen Mächte der Mittwinterzeit in der Nacht auf den 6. Januar zurück, „die Wilde Jagd“ begab sich am Ende der Raunächte zur Ruhe. Eine interessante Zeit, die zu unterschiedlichen und sehr beängstiegenden Bräuchen geführt haben.
Hochspannend und dramatisch: Der neue Standalone-Thriller des Autorenduos Ulrike Gerold und Wolfram Hänel.
Junge Frauen verschwinden. In diesen magischen Nächten zwischen den Jahren. Nach zwölf Tagen kehren sie zurück, verwirrt und verstört. Zwei von ihnen haben es nicht mehr ausgehalten, sie gingen freiwillig in den Tod. Andere sind aus dem Tal weggezogen und nie wieder zurückgekehrt. Die wenigen, die geblieben sind, schweigen. Als Lisa an Weihnachten zu ihren Großeltern ins Tal fährt, ist wieder ein Mädchen verschwunden. Warum spricht niemand darüber?
Bei den Raunächten handelt es sich meist um die Zwölf Weihnachtstage vom Weihnachtstag (25. Dezember) bis zum HeiligeDreiKönigs-Tag (6. Januar), gelegentlich um andere Zeiträume. Nach dem Volksglauben zogen sich die stürmischen Mächte der Mittwinterzeit in der Nacht auf den 6. Januar zurück, „die Wilde Jagd“ begab sich am Ende der Raunächte zur Ruhe. Eine interessante Zeit, die zu unterschiedlichen und sehr beängstiegenden Bräuchen geführt haben.
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