Dienstag, 29. September 2026

Roland Zingerle: Totenplausch in Fackenreuth (Hörbuch)(Rezension)

Ein bayerisches Dorf braucht Hilfe aus dem Jenseits - Ein normaler Tag im beschaulichen Fackenreuth. Xaver Gottwald, der Dorfpolizist, genießt sein Familienessen mit seinem Vater und seiner Tante. Die ist extra angereist, um an einer Séance teilzunehmen. Denn Spirit-Us hat sich vor einiger Zeit in Fackenreuth niedergelassen. Sie sind die Direktverbindung ins Jenseits und ermöglichen den Séanceteilnehmern Ferngespräche mit den Verstorbenen. Xaver ärgert sich, dass er auch an der Séance teilnehmen muss. So ein Blödsinn, da hilft nur eines: Hypnose, um den Mist zu ertragen! Franz Abwerzger bekommt nichts vom Familienzwist im Hause Gottwald mit. Es zwitschern die Vögel, die Sonne scheint und er fischt im See. Seit letztem Herbst hat er sich darauf gefreut, seinen nackten Prachtkörper zu bräunen, während unter ihm die Welse darauf warten, gefangen zu werden. Blöd nur, dass er anstatt eines Riesenfischs eine Leiche findet. Sofort beginnt Xaver zu ermitteln und das führt ihn direkt zu Spirit-Us, wo auch der Tote auf einen Plausch vorbeischaut.
Ein Mord, der mit Hilfe des Jenseitigen? Klingt abgedreht, wird aber in vielen anderen Krimis verwendet und ... für die Fans der Fackenreuth-Krimis ist alles möglich und nichts zu abgedreht. Gut, Ausnahmen mögen die Regel bestätigen, aber eine Seance ist bei Weitem nicht so skurril wie MORDSGAUDI. Und so ist diese Geschichte zwar ruhiger, aber nicht weniger unterhaltsam. Man könnte sagen: Alles ist wie immer, und das ist gut so. Der Uhren-Sepp hat ein neues Hobby: Hypnose. Und das ist alles andere als seriös und nicht nur Xaver Gottwald leidet darunter. Dann gibt es noch einen Toten, eine Mumie (obwohl die Bezeichnung nicht so wirklich zutrifft) und viel Jenseitiges.
Ein bisschen Krimi, ein bisschen Landluft, ein bisschen Blödsinn ... muss man mögen, aber wenn man das mag ... dann ist auch der fünfte Teil der Fackenreuth-Reihe großartige Unterhaltung (auf abgedrehte Weise). Man muss die Vorgänger nicht kennen, um die Geschichte zu verstehen, aber man muss die Vorgänger gelesen haben, wenn man einfach mal abschalten will. Ich habe die Bücher nicht gelesen, ich glaube, das will ich auch gar nicht. Die Hörbücher sind schon ein großer Spaß und ich würde Michel A. Grimm und seine Interpretation der Fackenreuther nicht missen wollen.
TOTENPLAUSCH IN FACKENREUTH ist ein CosyKrimi der anderen Art, mit viel Lokalkolorit (auch wenn man nicht wirklich weiß wo es liegt, außer in Bayern... irgendwo ... aber wo sonst würde es hinpassen), sympathischen und skurrilen Persönlichkeiten. Und sehr lustig.

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