Doch anders als früher, als der Strand voller Touristen und alles bunt und lebendig war, scheint das Örtchen am Meer jetzt verwaist. Und auch im Haus ist etwas anders als früher. Lotta hat immer öfter das Gefühl, nicht allein zu sein. Jemand beobachtet sie. Jemand folgt ihr, wenn sie draußen ist. Jemand ist bei ihr, wenn sie schläft.
Lotta beginnt, an ihrem Verstand zu zweifeln. Was ist mit diesem Haus, das sie so gut kannte? Warum sind die Menschen so abweisend?
Als sie anfängt, Fragen zu stellen, setzt sich ein düsteres Bild zusammen. Das Haus in den Dünen scheint eine Geschichte zu haben, die es tief in sich bewahrt. Eine Wahrheit, verborgen in einem Tagebuch.
Dann erfährt Lotta von der jungen Frau, die vor ihr hier war. Die auch in diesem Haus wohnte. Die vor ihr hier gestorben ist…
Düstere Atmosphäre, vielschichtige Figuren, Gänsehaut – ein Leseerlebnis, das noch lange nachwirkt.
Ein hochgelobtes Thrillerdebut. Und was ich bisher so gelesen und gehört habe, MUSS das ein toller Thriller sein. Aber es hat mir mal wieder gezeigt, dass ich mich wenig an anderen Meinungen orientieren kann, wenn ich nicht weiß, wer dahinter steckt. Natürlich kann jeder seine Meinung vertreten, und das was die Presse über DAS KRÄHENZIMMER schreibt ist durchwegs positiv.:
Die große neue Stimme der psychologischen Spannung.
Und was sage ich dazu? Ich bin wohl etwas abgestumpft um das nicht nachvollziehen zu können. Mir haben die Sprecher des Hörbuchs gefallen. Anne Düe, Tim Gössler waren durchaus authentisch in ihren Rollen. Das Buch selbst? Nicht wirklich.
Hervorzuheben ist die düstere und beklemmende Atmosphäre, die durchaus auch durch vergangene Geschehnisse für eine gewisse Paranoia sorgt. Die einsame Küstenlandschaft, das geheimnisvolle Haus ... diese atmosphärischen Momente gehören für mich zu den Stärken des Romans. Auch die Grundidee hat viel Potenzial. Nach und nach werden Geheimnisse aus der Vergangenheit aufgedeckt, während man sich gemeinsam mit der Protagonistin fragt, wem und was man eigentlich noch trauen kann. Besonders das Spiel mit Wahrnehmung und Realität war interessant.
Allerdings konnte mich die Umsetzung nicht durchgehend überzeugen. An einigen Stellen zieht sich die Handlung etwas, und manche Entwicklungen waren für mich zu vorhersehbar. Auch bei den Figuren hätte ich mir stellenweise mehr Tiefe gewünscht, da einige Charaktere etwas blass beziehungsweise nicht ganz nachvollziehbar wirkten. Dadurch konnte ich nicht immer die emotionale Nähe zu ihnen aufbauen, die ich mir gewünscht hätte, was vor allem am Ende wichtig gewesen wäre. Denn den Showdown kann man zu Recht als den spannendsten Teil des Romans bezeichnen. Wäre nur schöner gewesen, wenn man zu allen Beteiligten eine emotionale Bindung hätte aufbauen können. Dann wäre der Spannung noch etwas draufgesetzt. Da hätte es noch weniger gestört, dass man anhand dessen, was man vorher gelesen, bzw. gehört, bzw. nicht gelesen oder gehört hat, wusste, wer der Übeltäter war. und das mag vielleicht auch eine Schwäche des Hörbuchs sein ... man kann anhand der Stimme bereits einige Personen ausschließen. Ja. DAS KRÄHENZIMMER st ein Thrillerdebut mit einer spannenden Grundidee und einer gelungenen, düsteren Kulisse. Nur bei Handlung und Charakteren wäre noch viel Luft nach oben und an einigen Stellen hätte ich mir mehr Spannung und Tiefe gewünscht. Der Roman punktet nicht durch psychologische Spannung, es ist die Atmosphäre, aber darauf kann die Autorin aufbauen. Nicht ganz überzeugend, aber durchaus ein Thrillerdebut das man hören kann. Ich werde die Autorin im Auge behalten.
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