Mittwoch, 29. Juli 2026

Ursula Poznanski: Cryptos

Wohin gehen wir, wenn wir nirgendwo mehr hinkönnen?
Kerrybrook ist Janas Lieblingswelt: Ein idyllisches Fischerdorf mit viel Grün und geduckten Häuschen. Es gibt Schafe, gemütliche Pubs und vom Meer her weht ein kühler Wind. Manchmal lässt Jana es regnen. Meistens dann, wenn es an ihrem Arbeitsplatz mal wieder so heiß ist, dass man kaum mehr atmen kann.
Jana ist Weltendesignerin. An ihrer Designstation entstehen alternative Realitäten, die sich so echt anfühlen wie das reale Leben: Fantasyländer, Urzeitkontinente, längst zerstörte Städte. Aber dann passiert ausgerechnet in Kerrybrook, der friedlichsten Welt von allen, ein spektakuläres Verbrechen. Und Jana ist gezwungen zu handeln … Extrem spannend – beklemmend aktuell!

Mit CRYPTOS legt Ursula Poznanski einen spannenden und beeindruckenden Jugendthriller vor. Sie verbindet spannende Science-Fiction mit einer glaubwürdigen. gleichzeitig aber auch sehr phantastischen und beängstigenden Zukunftsvision: Die Erde ist durch den Klimawandel weitgehend unbewohnbar geworden, und die meisten Menschen verbringen ihr Leben lieber in perfekt gestalteten virtuellen Welten und versuchen so wenig wie möglich in der realen Welt zu verbringen.
Poznanski entwickelt eine faszinierende Welt, in der virtuelle Realität nicht bloß Unterhaltung ist, sondern zum eigentlichen Lebensmittelpunkt der Menschheit geworden ist. CRYPTOS lebt von seinem hohen Erzähltempo. Die Handlung entwickelt sich stetig weiter, überraschende Wendungen sorgen dafür, dass kaum Leerlauf entsteht. Jana ist eine intelligente und entschlossene Protagonistin, die glaubwürdig handelt und sich so rasant durch Handlung und Welten bewegt, dass dem Leser kaum Verschnaufpausen bleiben. . Zwar hätten einige Nebenfiguren (und die Welten) etwas mehr Tiefe vertragen, doch die spannende Handlung macht diesen kleinen Schwachpunkt weitgehend wett. Und was Poznansky oft nicht gelingt (zumindest habe ich den Eindruck bei vielen ihrer Bücher, die ich bisher gelesen habe), ist ein schlüssiges, bzw. zufriedenstellendes Ende (zumindest aus meiner Sicht). Aber hier wurde ich sehr zufrieden gestellt. Von den Büchern, die ich bisher von der Autorin kenne (und ich habe noch einige vor mir) ist das das Beste. Und das obwohl ich mit der Thematik der virtuellen Welten viel anfangen kann. Aber CRYPTOS ist viel mehr, eine Verbindung von Thriller und Gesellschaftskritik. Cryptos regt zum Nachdenken über Klimawandel, Digitalisierung, Überwachung und wirtschaftliche Macht an, ohne dabei belehrend zu wirken. Viele der geschilderten Entwicklungen erscheinen beunruhigend realistisch und verleihen dem Roman zusätzliche Intensität. Und wenn man das Buch fertig gelesen beiseite legt ... denkt man immer noch darüber nach. Nicht unbedingt über die Handlung und die Möglichkeiten, welche im Roman beschrieben werden sondern eher über die Gründe, die dazu führten.

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