Muss man etwas über Lovecrafts Geschichten sagen? Entweder man mag sie oder man mag sie nicht (oder man kann mit ihnen nichts anfangen). Aber nichts desto trotz ist Lovecraft wohl einer der wichtigsten Autoren des 20.Jahrhunderts. Sein Einfluss reicht weiter als man denken mag, und wenn man sich seinem literarischen Werk annähern will eignen sich wohl neblige dunkle Tage am Besten.
DIE FARBE AUS DEM ALL ist aus der Sicht eines Ich-Erzählers, eines Landvermessers aus Boston, geschrieben. Zur Vorbereitung für den Bau eines Stausees als neues Wasserreservoir für die Stadt Arkham prüft er ein Heidegebiet westlich der Stadt, das geflutet werden soll. Er stößt auf ein mysteriöses Stück Land, ein fünf Morgen großes verlassenes Bauerngehöft, auf welchem jegliches Leben fehlt. Im Zentrum des Gehöfts steht ein alter Brunnen. Die Stätte erfüllt den Landvermesser mit Abscheu und er hastet schnell daran vorbei...
Mit DIE FARBE AUS DEM ALL (The Colour Out of Space, 1927) schuf H. P. Lovecraft eine seiner eindringlichsten und zugleich ungewöhnlichsten Horrorgeschichten. Anders als in vielen seiner Erzählungen stehen hier keine uralten Götter, verbotenen Bücher oder geheimen Kulte im Mittelpunkt. Das Grauen kommt buchstäblich aus dem Weltraum – und ist so fremdartig, dass der menschliche Verstand nicht einmal über die richtigen Begriffe verfügt, um es zu beschreiben. Lovecraft bedient Elemente des Horrors und der ScienceFiction mit Elementen, die für typisch Lovecraft gelten. Der Leser erfährt wenig, erklärt wird nichts. Und genau das ist es, was auch diese Geschichte ausmacht. Die Unwissenheit sorgt für Beklemmung und am Ende ... man muss nicht für alles eine Erklärung finden, und bei Lovecraft will man das auch nicht.
Natürlich ist diese Ausgabe aus dem Anacondaverlag keine wirkliche Neuerscheinung was Lovecraft anbelangt. DIE FARBE AUS DEM ALL findet man in vielen Anthologien, auch wenn sie dabei tatsächlich nichts von ihrem Grauen verliert. Was dieses Buch so anders macht sind die Zeichnungen von Salvador Sanz, der es (leider) exzellent schafft, die Atmosphäre Lovecrafts einzufangen. Text und Bild sorgen für eine düstere Verklemmtheit, die man nicht so leicht aus dem Kopf bekommt. Und doch will man sich die Bilder immer wieder ansehen ...
Eine beklemmende Geschichte in Verbindung mit düsteren Bildern, Lovecraftfans sollten zugreifen, und wer Lovecraft noch nicht kennt, aber Horror mag, nun ... dieser ist anders als man es erwarten würde. LESENSWERT!!! SEHENSWERT!!! WAHNSINNIG!!!
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