Im 18. Jahrhundert erhielt die Entdeckung der Welt eine neue Dimension. Neben der Erschließung der Länder galt es, die vielen Rätsel der Welt zu erforschen. Alles, was den großen Forschungsreisenden begegnete, sammelten sie, zeichneten es auf und systematisierten es. In Originalberichten zeigt »Legendäre Expeditionen«, wer diese Männer und Frauen waren: eine bunt gemischte Truppe aus Forschern, Seefahrern, einsamen Wanderern und Abenteurern, die Außerordentliches leisteten. Unterhaltsam, überraschend und absolut authentisch präsentiert dieses Buch drei Jahrhunderte Entdeckungsreisen.
Legendäre Expeditionen ist ein beeindruckendes Buch über einige der außergewöhnlichsten Entdeckungsreisen der (neueren) Geschichte. Die Autoren nehmen die Leser mit auf Expeditionen in unbekannte und oft lebensgefährliche Regionen der Erde und entführen gleichzeitig sehr anschaulich in eine vergangene Zeit, die heute (zumindest auf mich) sehr faszinierend wirkt. Dabei stehen nicht nur geografische Entdeckungen im Mittelpunkt, sondern auch der Mut, die Ausdauer und die persönlichen Schicksale der Menschen, die sich auf diese Reisen begaben. Und so bleiben die Autoren nicht nur sachlich sondern werden auch persönlich, indem sie Zeitzeugen und Beteiligte selbst (durch ihre Nachlässe) zu Wort kommen lassen. Das gibt diesem Buch noch eine usätzliche Faszination, der es schwer ist zu entgehen. Die Berichte vermitteln anschaulich, welchen extremen Bedingungen sich die Entdecker stellen mussten. Kälte, Hunger, Krankheiten, unbekannte Landschaften und die ständige Gefahr machten viele dieser Unternehmungen zu einem Kampf ums Überleben. Dadurch wirken die Geschichten spannend und teilweise fast wie Abenteuerromane. Fleming und Merullo verbinden historische Informationen mit lebendigen Schilderungen. Man erfährt nicht nur, was entdeckt wurde, sondern bekommt auch einen Eindruck davon, wie die Expeditionsteilnehmer ihre Erlebnisse wahrgenommen haben. Dadurch werden historische Ereignisse greifbar und die Menschen hinter den Entdeckungen stehen stärker im Mittelpunkt.
Nachteilig wirkt sich höchstens die Fülle der behandelten Expeditionen aus. Man würde eine tausendseiten starkes Buch erwarten, aber in der gebotenen Kürze wird der Leser etwas überfrachtet und bekommt trotz aller Bemühungen der Autoren nur einen oberflächlichen Einblick in die Reisen. Natürlich führt ein Literaturverzeichnisnzu tiefer gehenden Eindrücken, nur ... bis dahin reist man mit Darwin, Cook oder Heyerdahl über das Meer, unbekannte Inseln und Kulturen ... oder reist durch den schwarzen Kontinent und tödliche Eiswelten. Alles wird erforscht und natürlich fehlen auch Reisen außerhalb der Erde nicht. Alles wird und wurde erforscht, und ich würde mir tatsächlich wünschen, dass man sich auch einmal auf die Bedeutung der Frauen in der Erkundung der Welt besinnt. Diese kommen (irgendwie auch aus verständlichen gründen) zu kurz.
Insgesamt ist LEGENDÄRE EXPEDITIONEN ein faszinierendes und informatives Buch für alle, die sich für Geschichte, Entdeckungsreisen und außergewöhnliche menschliche Leistungen interessieren. Die spannenden Schilderungen und die Vielfalt der vorgestellten Expeditionen machen das Buch zu einer unterhaltsamen Lektüre.
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