DENN NICHTS IST, WIE ES SCHEINT.
Es beginnt eine gnadenlose Verfolgung – bei der Marys Leben auf d
em Spiel steht.
GETÄUSCHT. GEJAGT. GEFANGEN.
EINE FRAU AUF DER FLUCHT.
EIN MANN, DER SIE ZUR STRECKE BRINGEN WILL.
Ich habe schon viel von Chris Carter gehört und in meinem Bekanntenkreis befinden sich begeisterte Carter-Leser. Ich selbst habe aber bisher noch nichts von ihm gelesen. DU KRIEGST MICH NICHT ist das erste Buch von ihm, das ich gelesen habe und ich muss sagen, dass meine Erwartungen wohl anders waren. Begeisterte Meinungen zu Carters bisherigem Werk und der Werbeslogan Der beste Psychothriller des Jahres hat mich einiges erwarten lassen. Und ... ich wurde enttäuscht. Wenn das DER BESTE PSYCHOTHRILLER DES JAHRES ist, dann wäre das Jahr 2026 das Jahr der schlechten Psychothriller. Und das ist es definitiv nicht. Nur, so ganz hat mich das Buch nicht begeistern können. Ganz nett und auch als Psychothriller erkennbar (streckenweise), aber ... gut? Nein, eher Durchschnitt.
Nichts ist wie es scheint, das trifft durchaus zu und das macht es schwer auf die Handlung einzugehen. Nur ... es dauert sehr lange bis die Geschichte in Fahrt kommt. Am Anfang ist es die Geschichte einer missbrauchten Frau und ihre Art damit fertig zu werden. Und ja, das mag jetzt hart klingen, aber ... die Handlung plätschert spannungsarm vor sich hin und zeigt das Leben einer gewöhnlichen Frau, die zwar Geld hat (und ihre Probleme) aber im Großen und Ganzen ein normales Leben hat ... bis ... es spannend wird und sich sehr oft die Sichtweise des Lesers verändern. Das gibt dem Roman etwas Würze, aber bis es erst einmal so weit ist muss man sich auf einige langatmige Szenen gefasst machen. Dann wird es aber wirklich gut, und man darf sich fragen, warum es nicht von Anfang an so ist. Dann entwickelt sich das Buch zum Pageturner, nur ... Carter konstruiert die Geschichte sehr bewusst um Überraschungen herum und das was am Anfang zu wenig war wird gegen Ende doch etwas zu viel. Vor allem weil sich die Sympathien gegenüber der Hauptpersonen ändern und mir irgendwann niemand mehr sympathisch war. Da hat Carter wohl mein Mitgefühl abgetötet. Und wenn man hinter die Fassade blickt, dann wirkt alles doch zu sehr konstruiert, einzig mit dem Sinn, den Leser bei der Stange zu halten. SO etwas kann funktionieren, aber wenn es übertrieben wird, verliert es seine Wirkung. Und hier ist es zu viel, zumal alle überraschenden Wendungen gegen Ende des Buchs häufen, am Anfang davon aber so gar nichts davon zu spüren war.
Im Großen und Ganzen ist DU KRIEGST MICH NICHT ein etwas unausgegorener Psychothriller, der dem Leser einiges abverlangt (was das Durchhaltevermögen anbelangt) und was den Realismus anbelangt, muss man vielleicht auch das eine oder andere Auge zudrücken. Nicht DER BESTE Psychothriller, eher einer der Kategorie kann man lesen, muss man aber nicht.
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Ich würde vermutlich dem Autor keine zweite Chance geben, aber mein SuB hat noch so einiges auf Lager ... mal schauen ob es besser wird.

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