Mittwoch, 24. Juni 2026

Jo Fischler: Klein aber tot (Hörbuch)(Rezension)

Willkommen in Knuffingen, der malerischen Miniaturwelt zwischen Harz und Alpen – ein Ort, der vor allem eines ist: überschaubar. Und friedlich. Zumal die Knuffinger gar nicht ahnen, dass sie Teil eines berühmten Miniaturuniversums sind … Doch die Idylle trügt, denn plötzlich steht Kommissar Jojo Wunder vor einem Riesenproblem. Friedrich Frank, Journalist und berüchtigter Schmähkritiker, wird ermordet aufgefunden. Der Tote hatte mehr Feinde als Freunde, was den Fall nicht leichter macht. Und ausgerechnet die Menschen, die Jojo am nächsten stehen, geraten unter Verdacht: seine heimliche Liebe, die undurchschaubare Blumenhändlerin Liora Märklin – und seine eigene Mutti, deren Restaurant Frank zuvor vernichtend verrissen hat. Als Jojo sie verhaften soll, ist für ihn endgültig Schluss mit lustig.
Jo Fischler (auch bekannt als Joe Fischler und Jan Beck) zählt mit über einer halben Million verkaufter Bücher zu den erfolgreichsten Spannungsautoren im deutschsprachigen Raum. Nach Alpenkrimis (Joe Fischler) und Thrillern (Jan Beck). Gelesen habe ich bisher nichts von ihm. KLEIN ABER TOT reizte mich, obwohl ich KNUFFINGEN nicht kenne (und es leider auch bei meinem letzten Hamburg-Besuch nicht geschafft habe, nach Knuffingen, bzw. das Miniatur-Wunderland zu gelangen). Ich stellte es mir aber sehr reizvoll vor, eine Art CosyKrimi in Miniaturausgabe. Und Simon Jäger, der das Buch vertonte, ist sowieso ein Garant zumindest für ein paar schöne Hörstunden. Aber, auch wenn mit einem Sprecher (oder einer Sprecherin) ein Hörbuch steht und fällt, kann der Sprecher (oder die Sprecherin) nichts für den Inhalt. Und in diesem Fall muss ich sagen, dass ich zwar Simon Jäger gerne gelauscht habe, mich das Buch aber nicht begeistern konnte. Vielleicht waren meine Erwartungen zu hoch, oder andere.
Die Handlung ist ganz nett, passend für einen CosyCrime, die Charaktere sind nett, und durchaus sympathisch. Kann man lesen (oder hören), muss man aber nicht. Knuffingen als Handlungsort zu nehmen ist interessant, aber daraus wird meiner Meinung nach zu wenig gemacht. Muss man Knuffingen kennen um Zugang zum Buch zu bekommen? Ich glaube nicht, man könnte auch den Eindruck bekommen, dass es sich um einen fiktiven Ort handelt (was ja eigentlich auch der Fall ist). Vielleicht ist es amüsant das Knuffingen im Miniatur Wunderland zu betrachten, nach dem lesen (oder Hören) von KLEIN ABER TOT (und den Nachfolgern, die wohl noch kommen werden). Das MiniaturWunderland und die Besonderheit Knuffingens wird jedoch im Roman selbst nicht hervorgehoben und so bleibt KLEIN ABER TOT ein CosyKrimi, der es nicht schafft, sich von anderen seines Genres abzuheben. Der Kriminalfall ... nett, aber nichts besonderes. Die Einwohner Knuffingens ... nett, aber weniger skurril, als man erwarten könnte (da bieten andere CosyKrimis besseres), der Humor ... nun, das ist ja immer etwas subjektiv, aber hier muss ich sagen: Lustig? Nein. Und so kann ich sagen, dass KLEIN ABER TOT ein Krimi ist, der viel Potential besitzt, dieses aber nicht nutzt und so ein Krimi für CosyKrimifans sein kann (aber nicht muss ... der Markt ist ja nicht gerade leer). Für mich war es (leider) eine Enttäuschung, klang es doch nach genau der Art von Krimis, die mir gefallen (aber wie gesagt, vielleicht waren meine Erwartungen einfach zu hoch)

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