Dienstag, 25. August 2026

Victoria Wlosok: Six must die (Rezension)

Es gibt kein Entkommen vor der Wahrheit
Durch einen Brand in einem Escape-Room hat Steffi alles verloren: ihren beliebten Blog, ihre Clique enger Freunde, und ihre Erinnerungen an die Nacht, in der einer von ihnen, der charismatische Matt, ums Leben gekommen ist. Jetzt, ein Jahr später, versucht Steffi immer noch verzweifelt, die Tragödie zu verarbeiten und herauszufinden, was genau geschehen ist. Als sie eine Einladung zu einem neuen Escape-Room bekommt, wittert sie schließlich eine Spur. Wieder vereint mit ihrer alten Clique, hofft sie auf Antworten auf viele ungeklärte Fragen, und auch die anderen haben ihre Gründe, warum sie der Einladung gefolgt sind. Als die Tür sich schließt, gibt es kein Entkommen mehr … nicht aus dem Raum, nicht voreinander, und nicht vor der Vergangenheit.

So sehr ich kein Freund von ESCAPE GAMES (und den entsprechenden Spielen) bin, so sehr lese ich Bücher, die in EXIT ROOMS spielen ... zumal das ja mit der Realität nichts zu tun hat, und inzwischen fast schon ein eigenes Untergenre zum beliebten VERSCHLOSSENEN-RAUM-Krimi/Mystery ist. Und ich gebe zu, das mich SIX MUST DIE gut unterhalten hat.
Der Schreibstil ist angenehm, auch wenn es etwas verwirrend ist, dass sich die Perspektiven oft ändern und auch die Zeiten. Erzählt wird nicht linear, denn auch wenn die Ereignisse innerhalb des Exitraums den Hauptplot darstellen, so reist der Leser auch in die Vergangenheit, um Motivation der einzelnen Charaktere und damalige Ereignisse besser zu verstehen. Den Schreibfluß stört das aber nur wenig.
Wlosok lässt sich am Anfang etwas Zeit. Dem Leser stellen sich viele Fragen, aber diese werden nach und nach beantwortet. Der Autorin gelingt es dadurch aber auch eine besondere Art der Spannung zu erzeugen, die den Leser in ihren Bann zieht. Die Geschichte selbst ist abwechslungs- und temporeich erzählt. Es fällt schwer das Buch aus der Hand zu legen, vor allem weil an jeder Ecke eine Überraschung lauert (oder, für die Charaktere, der Tod). Nichts für schwache Nerven, aber auf jeden Fall für ESCAPEROOM-Fans (egal wie sich das äußern mag). Der Raum selbst lädt zwar nicht zum Miträtseln ein, aber das Drumherum lenkt so davon ab, dass man das gar nicht möchte.
SIX MUST DIE richtet sich zwar an jüngere Leser (empfohlenes Lesealter ab 14), aber diese müssen durchaus einiges ertragen. Und ... man darf auch älter sein um sich gut zu unterhalten.

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