In Hamburg erkennt Kristinas Kollege José Ruiz Fernández unterdessen, welche Gefahr tatsächlich hinter der Entdeckung steckt. Denn ein einziger Fehler kann eine ungeahnte Kettenreaktion auslösen – und eine Entwicklung in Gang setzen, die alles in den Abgrund reißen könnte.
BLAUES FEUER ist ein Wissenschaftsthriller, der aktuelle Themen wie Klimawandel und Energieversorgung mit einem spannenden Arktis-Setting verbindet. Bereits der Ausgangspunkt, die Entdeckung eines leuchtenden Bakteriums, das den weltweiten Energieverbrauch revolutionieren könnte, besitzt viel Potenzial und scheint nicht an den Haaren herbeigezogen zu sein. Biolumineszens (die Fähigkeit von Lebewesen, selbst oder mit Hilfe von Symbionten Licht zu erzeugen) wird bereits in Forschung und Medizin angewandt, warum sollte es nicht auch andere Möglichkeiten geben. BLAUES FEUER bietet ein interessantes Thema, ein interessantes Setting (zumindest in meinen Augen, ich kann ja bei Geschichten, die an den Polen spielen, selten widerstehen), ein fast perfekter Thriller. Nur fast, denn auch wenn die Handlung in sich schlüssig ist, der Hintergrund nicht unglaubwürdig, der Schreib- und Erzählstil angenehm ist und auch die Spannung nicht auf der Strecke bleibt, so ist doch nicht alles perfekt. Woran sich aber der eine oder andere nicht stören wird. Erinnerungen und Vergleiche zu FRANK SCHÄTZING kann man anstellen, nur ist BLAUES FEUER nicht ganz so monumental (oder fantastisch). Aber ... es gibt eine Menge an handelnder Personen, so dass es auch den Protagonisten an Tiefe fehlt. Manche der handelnden Personen tauchen nur in kurzen Szenen auf, so dass man (vor allem beim Hörbuch) doch leicht den Überblick verliert. Zumal ich auch den Eindruck hatte, dass man auf manche Charaktere (und ihre Handlungsstränge) verzichten könnte. Das führt auch dazu, dass gegen ende zwar die Erzählstränge zusammen geführt werden, es aber doch noch genügend offene Fragen gibt und ich auch den Eindruck hatte, dass einige Erzählstränge grundsätzlich etwas zu kurz kommen. Geht es weiter? Wäre fast wünschenswert, das Potential wäre vorhanden. Nur ... man hätte aus BLAUES FEUER auch so mehr machen können. Der Roman kann durchaus überzeugen und hat eine spannende Handlung. Man könnte sagen, dass das Gesamtwerk wirkt, der Einzelne spielt kaum eine Rolle. Und auch wenn Kristina und Yorick gut skizziert werden (vor allem letzterer), so bleibt der Rest eher farblos. Der wissenschaftliche Teil des Romans überfordert nicht und funktioniert auch für sich gesehen. Ich wurde auf wissenschaftlicher Seite gut unterhalten, Wolfgang Berger hat als Sprecher auch gute Arbeit geleistet, Langeweile gab es nie. Nur ... manchmal ist weniger mehr. Und eine Beschränkung auf weniger Personen hätte nicht geschadet.
Aber ... Michael Thode hat einen soliden Wissenschaftsthriller geschrieben. Und das kann ich so stehen lassen.
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