Sookie Stackhouse ist Kellnerin in einer Kleinstadt in Louisiana. Sie ist ein zurückhaltender Mensch und geht selten aus. Denn sie hat ein Problem: Sie kann Gedanken lesen. Das ist anstrengend für sie und macht sie außerdem nicht gerade beliebt bei ihren Mitmenschen. Doch dann taucht Bill auf. Er ist groß, dunkel, attraktiv – und Sookie bekommt kein Wort mit von dem, was er denkt. Er scheint genau der Mann, auf den sie ihr Leben lang gewartet hat ... Doch auch Bill hat ein Problem: Er ist ein Vampir. Und er hat einen schlechten Ruf, denn er hängt meist mit einer ziemlich unheimlichen Clique herum, deren Mitglieder allesamt des Mordes verdächtigt werden. Als eine Kollegin von Sookie ermordet wird, bekommt sie Angst: Wird sie die Nächste sein?
2001 erschien der erste Teil von Charlaine Harris' SOOKIE STACKHOUSE-Serie. Damals zeigte sich bei mir schon eine gewisse Müdigkeit, was Vampirromane anbelangte (in den vergangenen Jahren hatte ich zu viele davon gelesen, alles was ich habhaft werden konnte, und irgendwann wurde es mir zu viel ... aber inzwischen nähere ich mich dem Vampirthema wieder an ...), und ich habe die Serie ignoriert. TRUE BLOOD, die Serie, die auf den Büchern basiert, konnte ich jedoch nicht ignorieren. Immerhin spielte Anna Paquin mit. Und was die Serie anbelangt ... ich habe sie geliebt. Und die Serie hat auch das Interesse an den Büchern geweckt, wenn auch nicht so stark, als dass ich sie zeitnah gelesen hätte... die Serie ist ja auch schon seit ein paar Jahren beendet. Aber ich schweife ab... es soll um das Buch gehen, das erste in der Reihe. Und was soll ich sagen. Vergleichen kann man beides nicht. Oder anders gesagt, man sollte es nicht tun. Die Serie kommt schon sehr brutal und blutig daher. die Bücher, zumindest was ich bei VORÜBERGEHEND TOT Gelesen habe, ist teilweise schon sehr seicht und auch etwas schwülstig (kann aber auch an der Übersetzung liegen, das kann ich leider nicht beurteilen). Ganz nett, kann man sagen, leichte Unterhaltung mit Humor und viel nackter Haut. Das Buch (und die Serie) leben durch die Hauptfigur. Sookie ist keine klassische düstere Fantasyheldin, sondern eine eigensinnige, gelegentlich naive, aber durchaus schlagfertige junge Frau. Harris erzählt konsequent aus ihrer Perspektive und verleiht ihr eine angenehm trockene Stimme. Besonders gelungen sind die Situationen, in denen Sookies Telepathie weniger als Superkraft denn als soziale Behinderung erscheint. Aber trotz ihrer besonderen Gabe ist Sookie eine gewöhnliche Frau, die fest im Leben steht und mit der man gut mitfühlen kann.
Bill bleibt als Figur vergleichsweise blass. Seine geheimnisvolle Zurückhaltung funktioniert zunächst, doch neben der lebhaften Sookie wirkt er mitunter mehr wie ein romantisches Konzept als wie eine vollständig ausgearbeitete Persönlichkeit. Das trifft auf viele andere Personen ebenfalls zu, und man merkt dem Buch, das nicht besonders seitenstark ist, dass es als Beginn einer Serie konzipiert ist. Und so bleibt vieles noch etwas schemenhaft und wartet (Vermutlich) auf ihre Ausarbeitung. Anderes dagegen wird schon fast mit dem Zaunpfahl dem Leser nahegebracht (wenn ich Sam sage werden die Fans der TV-Serie wissen was gemeint ist, alle anderen ,,, lest das Buch, dann wisst ihr das auch, es ist dort keine Überraschung). Wie gesagt, der erste SOOKIE STACKHOUSE-Band ist eine nette Vampirgeschichte, die gelegentlich etwas unbeholfen zwischen romantischer Komödie, Erotik, Kleinstadtsatire und ziemlich brutalen Verbrechen schwankt. Nicht ganz so romantisch wie Dracula oder Anne Rice, nicht ganz so kitschig wie BISS ... weit davon entfernt so dunkel und düster wie Sonja Blue zu sein. Für Vampirfreunde, die es nicht ganz so brutal blutig wollen.
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