Freitag, 26. Juni 2026

Michael Hjorth/Bjarni Thorsson: Schlafende Vulkane (Rezension)

Ein vermisster Junge, ein skrupelloser Serienmörder, ein Wettlauf gegen die Zeit.
Blond, blass und splitterfasernackt ist die junge Frau, die ermordet in einem Reitstall am Rande von Reykjavik liegt, von ihrem 10-jährigen Sohn fehlt jede Spur. Es ist die erste Mordermittlung für Helga Jónsdóttir vom Dezernat für Gewaltverbrechen. Die frischgebackene Polizistin vermutet, dass der Junge vor seinem gewaltbereiten Vater geflohen ist und sich in den Höhlen der isländischen Vulkanlandschaften versteckt. Eine lange Überlebenschance hat er nicht. Um ihn zu finden, bittet sie Bjarki um Hilfe, denn niemand kennt die Wildnis besser als er. Während Helga und Bjarki fieberhaft nach dem Jungen suchen, wird eine weitere Frau tot aufgefunden. Der Mörder scheint seine Taten akribisch zu planen. Er ist, das wird Helga klar, so genial wie skrupellos; und bereit, über alle Grenzen zu gehen.

Michael Hjorth ist ein schwedischer Produzent, Regisseur und Drehbuchautor, u. a. für die Verfilmungen der Henning-Mankell-Romane. Zusammen mit Hans Rosenfeldt schrieb er die achtbändige Sebastian-Bergman-Reihe. Bjarni Thorsson ist ein isländischer Theaterregisseur, Drehbuchautor und Schriftsteller. Seine Regiearbeiten u. a. zu Ein Mann namens Ove erreichten ein großes Publikum. Die Helga-und-Bjarki-Reihe ist sein erster Schritt ins Skandinavien-Krimi-Genre.
Ich lese nicht bevorzugt Skandinavienkrimis, aber wenn es um Island geht kann ich kaum widerstehen. Das hat mehr mit der Nähe zu Eis und Kälte zu tun, was ich faszinierend finde. Und Island für sich ist schon eine interessante Gegend (auch wenn ich sie noch nicht besucht habe und mir da dann auch zu viel gemordet wird ... wenn man sich an den zahlreichen Islandkrimis orientiert). SCHLAFENDE VULKANE ist ein interessanter Auftakt einer neuen Reihe: Sympathische Charaktere, eine atmosphärische Kulisse, eine spannende Handlung. Was will man mehr. Vor allem Bjarni hat mich überzeugt.
Die enge Verbindung zwischen Natur und Handlung verleiht dem Thriller eine beklemmende Intensität, die sehr authentisch wirkt. Gestört haben mich nur die Einsichten des Mörders, ein Kniff, den viele Autoren und Autorinnen anwenden, den ich aber inzwischen so ausgelutscht finde, dass es mir schwer fällt, die entsprechenden Szenen nicht einfach zu überspringen. Manchmal fehlt mir der Mehrgehalt dabei.
SCHLAFENDE VULKANE ist eine Mischung aus atmosphärischem Nordic Noir, glaubwürdigen Ermittlern und einer konsequent aufgebauten Spannung, die allerdings durchaus auch etwas heftig daherkommt. Snuff-Filme sind nun mal nicht jedermanns Sache. Was die Geschichte um so erschreckender erscheinen lässt, gleichzeitig aber auch die Vorfreude auf den nächsten Band steigert.
Definitiv für Island/Skanidnavienkrimifans zu empfehlen.

SCHLAFENDE VULKANE bei amazon (AffiliateLink)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Durch das Kommentieren eines Beitrags auf dieser Seite werden automatisch über Google personenbezogene Daten erhoben. Diese Daten werden ohne Ihre ausdrückliche Zustimmung nicht an Dritte weitergegeben. Weitere Informationen finden Sie in der Datenschutzerklärung. Mit dem Abschicken eines Kommentars wird die Datenschutzerklärung akzeptiert.